Die Bundeshauptstadt

Döbling

Döbling ist der 19. Wiener Gemeindebezirk und liegt im Nordwesten Wiens am Rande des Wienerwaldes. Der Bezirk wurde 1892 aus den ehemaligen Wiener Vororten Unterdöbling, Oberdöbling, Grinzing, Heiligenstadt, Nussdorf, Josefsdorf, Sievering und dem Kahlenbergerdorf gebildet. 1938 wurde der Bezirk um Neustift am Walde und Salmannsdorf, die vorher zum Bezirk Währing gehörten, erweitert. Heute gilt Döbling mit seinen Wienerwaldvillen ähnlich Währing und Hietzing als Nobelbezirk und verfügt über einen bedeutenden Weinanbau. Durch zahlreiche Gemeindebauten wie den Karl-Marx-Hof oder genossenschaftliche Wohnanlagen ist die Bevölkerungsstruktur jedoch ausgewogener als oftmals angenommen.

Bezirksteile: Döbling wurde aus mehreren, früher selbständigen Gemeinden gebildet. Dies sind Grinzing, Heiligenstadt, Josefsdorf, Kahlenbergerdorf, Neustift am Walde, Nußdorf, Oberdöbling, Salmannsdorf, Sievering, Unterdöbling.

Geschichte: Mehrmals wurden die Dörfer Döblings während der Neuzeit verheert. Als die Belagerung Wiens 1482 durch das Heer von Matthias Corvinus begann, plünderten seine Soldaten auch die umliegenden Dörfer. Auch 1529 überrannten die türkischen Soldaten im Zuge der Ersten Wiener Türkenbelagerung die Dörfer Döblings, töteten zahlreiche Bewohner und verschleppten viele als Sklaven. Während die Kirchen geplündert wurden, blieben die Dörfer jedoch großteils bestehen. Wirtschaftliche Not brachte in der Folge auch der Dreißigjährige Krieg. Der Einbruch des Weinexports und die Steuererhöhungen führten zu einer starken Verarmung der Bevölkerung. Die große Pestepidemie im Jahr 1679 forderte in den Dörfern ebenso zahlreiche Opfer, wie die im Sommer 1683 begonnene Zweite Wiener Türkenbelagerung. Am 13. Juli stürmte die osmanische Vorhut, die Tataren, die Dörfer Döblings und plünderten sie. In der Schlacht am Kahlenberg entschied sich am 12. September letztlich die Befreiung Wiens, als das Entsatzheer unter der Führung von Jan Sobieski über die Wienerwaldhöhen in den Rücken der türkischen Belagerer vorstieß.

1713 kam erneut die Pest nach Wien, wobei die Orte Sievering und Grinzing besonders stark betroffen waren. Hatten die zahlreichen Zerstörungen und Pestopfer die Entwicklung des Bezirksgebietes lange Zeit gehemmt, so begann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein stetiger Aufstieg. Durch die Nutzung des Gebietes als kaiserliches Jagdgebiet wurde insbesondere Oberdöbling auch für den Adel und die Wiener Bürger attraktiv. Wer es sich leisten konnte, baute sich hier ein Zweitwohnhaus. Ähnlich wie in Hietzing, das von der Nähe zum Schloss Schönbrunn profitierte, wurde hier der Grundstein für eine Sonderentwicklung des Vorortes gelegt. Zwischen 1765 und 1786 entstanden in Oberdöbling so fünf neue Straßen und es wurden auf dem heutigen Bezirksgebiet vier Jagdschlösser errichtet.

Die Aufhebung zahlreicher Orden durch Joseph II. wirkte sich zudem auf die Grundherrschaften in Döbling aus, sodass aus dem eingezogenen Vermögen der Kamaldulenser (Kahlenberg), des Nonnenkloster Tulln (Oberdöbling) und des Stifts Gaming (Untersievering) die Errichtung der Pfarren Nußdorf und Grinzing sowie die Anlegung des Döblinger Friedhofes finanziert werden konnten. Auch der Ort Josefsdorf verdankt seine Entstehung der Aufhebung des Kamaldulenserklosters am Kahlenberg. Durch die Pfarrreform Joseph II. erlangten weiterhin die nun von Heiligenstadt unabhängigen Pfarren Oberdöbling, Nußdorf und Neustift am Walde ihre Selbständigkeit.

Wappen: Das Wappen Döblings bildet die neun ehemaligen Wappen der selbständigen Gemeinden ab, die 1892 zu Wien eingemeindet wurden. Die ehemalige Gemeinde Oberdöbling wird durch das Herzschild repräsentiert. Die auf blauem Grund liegende goldene Weintraube symbolisiert dabei den dort betriebenen Weinbau. Im linken oberen Teil wird das Wappen von Heiligenstadt dargestellt, das auf einem silbernem Hintergrund den Erzengel Michael mit einem grünen Drachen als Kirchenpatron von Heiligenstadt zeigt. Rechts davon folgt das Wappen von Unterdöbling, mit dem heiligen Jakob als Wappenfigur. Dieser ist der Kirchenpatron der Heiligenstädter Pfarrkirche, zu der Unterdöbling früher gehörte. In der rechten oberen Ecke symbolisiert der goldene Baumstamm mit drei goldenen Nüssen die frühere Gemeinde Nußdorf, während sich links der Mitte das Wappen von Salmannsdorf mit einer Abbildung des Märtyrers Sebastian findet. Sebastian ist der Patron der Kapelle von Salmannsdorf. Rechts der Mitte findet sich wiederum das Wappen von Neustift am Walde. Es zeigt den Heiligen Rochus, den Kirchenpatron der Neustifter Pfarrkirche. In der linken unteren Ecke repräsentiert der Heilige Severin den Weinort Sievering. Er ist der Patron der Sieveringer Pfarrkirche. Unter dem Herzschild findet sich weiters das Wappen des Kahlenbergerdorfes. Es zeigt den Heiligen Georg als Drachentöter, der der Kirchenpatron der Kahlenbergdorfer Kirche ist. Der letzte Wappenteil im rechten unteren Eck symbolisiert letztlich den Ort Grinzing. Der Mann mit der Weintraube zeigt dabei die enge Bindung an den Weinbau.

Sehenswertes/Bauwerke in Döbling:
Agnesbründl - Anton Proksch-Hof - Am Himmel - Arthur Schnitzler-Hof - Bahnhof Nussdorf - Bezirksmuseum Döbling - Brunnen auf dem Leopoldsberg - Brunnen im Julius-Deutsch-Hof - Brunnen im Kopenhagen-Hof - Burg am Leopoldsberg - Burgstall - Casino Zögernitz - Cobenzl - Denkmal für die ukrainischen Kosaken am Leopoldsberg - Dittes-Hof - Donaumädchen - Döblinger Pfarrkirche - Dreikugelhaus - Dreimarkstein - Edwin-Schuster-Hof - Emil-Reich-Hof - Franz-Weber-Hof - Friedhof Döbling - Friedhof Grinzing - Friedhof Heiligenstadt - Friedhof Sievering - Gans "Lilli" - Gasthaus zum Agnesbrünnl - Gnadenkapelle - Grabmal von Heinrich Ferstel - Grüass Di a Gott Wirt - Gspöttgraben - Habsburgwarte - Hackenberg - Haseleck - Hauermandl - Heiligenstädter Pfarrkirche - Helmut-Qualtinger-Hof - Himmelstraße - Hohe Warte - Hungerberg - Husarendenkmal - Hütte am Weg - Jägerwiese - Johann Nepomuk-Kapelle - Josefinenhütte - Josefsdorfer Friedhof - Jüdischer Friedhof Währing - Julius-Deutsch-Hof - Kaasgrabenkirche - Kahlenberg - Kahlenbergbahn - Kahlenberger Friedhof - Kahlenbergerdorfer Friedhof - Kahlenbergerdorfer Pfarrkirche - Kahlenbergkirche - Kaiserin Elisabeth Ruhe - Karl-Mark-Hof - Karl-Marx-Hof - Karmelitenkloster Döbling - Karmeliterkirche Döbling - Kirche der Schwestern vom armen Kinde Jesu - Kirche St. Georg im Kahlenbergerdorf - Kirche St. Leopold am Berg - Kirche St. Jakob - Kirche Maria Schmerzen - Kirche St. Michael - Kirche St. Paul - Kirche St. Rochus zu Neustift - Kirche St. Thomas zu Nussdorf - Klosehof - Kopenhagen-Hof - Krapfenwaldl - Krapfenwaldlbad - Krottenbachstraße - Kubischer Brunnen - Kuchelauer Hafen - Latisberg - Lebensbaumkreis - Leopold Pröll Ruhe - Leopoldsberg - Meiselberg - Nasenweg - Nesselbach - Neuberg - Neustifter Friedhof (18. Bezirk) - Neustifter Pfarrkirche - Nussberg - Nussdorfer Hafen - Nussdorfer Pfarrkirche - Nussdorfer Wehr(20. Bezirk) - Oktogon am Himmel - Pestalozzi-Hof - Pestsäule Agnesgasse - Pfaffenberg - Pfarre Glanzing - Pfarrfriedhof Kahlenbergerdorf - Pfarrkirche Grinzing - Pfarrkirche Krim - Präsidentenvilla - Professor-Jodl-Hokf - Rebec-Hof - Reisenberg - Reiterbrunnen - Restaurant Bellevue - Reißerkreuz/Reiserkreuz - Rosa-Albach-Retty-Hof - Schönstattzentrum - Schreiberbach - Setagayapark - Sieveringer Bad - Sieveringer Friedhof - Sieveringer Pfarrkirche - Sieveringer Steinbruch - Sieveringer Straße - Schloss Cobenzl - Sisi-Kapelle - St. Jakobskirche - St. Josefskirche - Stefaniewarte - Sulzwiese - Synagoge Döbling - Trinkbrunnen mit Fischen - Unterheiligenstädter Pfarrkirche - Villa Wertheimstein - Vogelbrunnen Billrothstraße - Vogelsangberg - Waldbach - Wasserbehälter Cobenzl - Wasserbehälter Hackenberg - Wasserbehälter Krapfenwaldl - Weingartenkreuz - Wertheimstein-Park - Wiener Höhenstraße - Yachthafen Kuchelau - Zacherlfabrik (ehemalige Insektenpulverfabrik) - Zierbrunnen auf dem Kahlenberg



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