Die Bundeshauptstadt

Donaustadt

Die Donaustadt ist der 22. Wiener Gemeindebezirk.

Bezirksteile: Die Donaustadt besteht in ihrem heutigen Umfang seit 1954 (siehe Abschnitt Geschichte):
* Kaisermühlen (1850-1938: 2. Bezirk, 1938-1954: 21. Bezirk)
* Kagran (1904-1954: 21. Bezirk)
* Stadlau, Hirschstetten, Aspern (1904-1938: 21. Bezirk, 1938-1954: 22. Bezirk, Groß-Enzersdorf)
* Augebiet der Lobau (1904-1938: 21. Bezirk, 1938: 22. Bezirk)
* Breitenlee, Essling, Süßenbrunn (1938 in den neuen 22. Bezirk, Groß-Enzersdorf, eingemeindet).

Die heutigen Katastralgemeinden orientieren sich an den ehemaligen Gemeindegrenzen. An der Donau liegen von Nordwesten nach Südosten Kaisermühlen, Stadlau und Aspern, nördlich davon Kagran, Hirschstetten, Breitenlee und Essling sowie im äußersten Norden Süßenbrunn. Die Lobau gehört zur kleinen Katastralgemeinde Landjägermeisteramt bzw. Kaiserebersdorf Herrschaft. Im Bezirksteil Kaisermühlen befindet sich zwischen Alter und Neuer Donau zudem die neu errichtete Donau City.

Geschichte: Der Name Donaustadt wurde Ende des 19. Jahrhunderts für ein Areal im 2. Bezirk verwendet, das nach der Donauregulierung in den 1870er Jahren als Bauland nutzbar gemacht wurde. Ein Teil des Feuerwerksmaises (das heutige Stuwerviertel) zwischen Ausstellungsstraße, Lassallestraße und Donau sowie der Bereich zwischen Nordbahnhof und Donau wurden als neuer Stadtteil projektiert und bis zum Beginn der 20. Jahrhunderts fast vollständig verbaut. Da der Name Donaustadt von der Bevölkerung offenbar nicht benutzt wurde und sich stattdessen andere Grätzl-Namen bildeten, wurde er 1954 als Name für den neuen 22. Bezirk gewählt. Der Name Donaustadt in seiner ursprünglichen Bedeutung ist heute noch bei der Bezeichnung der römisch-katholischen Pfarre Donaustadt in der Franz-von-Assisi-Kirche im 2. Bezirk in Verwendung und ist ferner in historischen Zeitungsberichten oder alten Stadtplänen zu finden.

Vor 1904: Bekanntestes historisches Ereignis auf heutigem Bezirksgebiet war die 1809 von Erzherzog Karl mit Napoléon Bonaparte ausgefochtene Schlacht bei Aspern und Essling, die erste militärische Niederlage, die dem Kaiser der Franzosen zugefügt wurde. Das kleine Museum Aspern 1809 erinnert daran, in der Lobau findet man Gedenksteine.

1785-1821 erschien in Wien eine populäre Zeitschrift, für die der Ortsname Kagran im Titel verwendet wurde: Briefe eines Eipeldauers an seinen Herrn Vetter in Kakran über d'Wienstadt (Eipeldau = Leopoldau; Vetter = Cousin). In stilisiertem Dialekt kommentierte ein „Bauer aus Eipeldau", dem Nachbarort Kagran, aktuelle Lokalereignisse und entwarf ein satirisches Bild Wiens.

Kaisermühlen war der erste Bezirksteil, der nach Wien eingemeindet wurde. Vor der Donauregulierung südlich des Hauptarms des Stromes gelegen, wurde Kaisermühlen mit anderen Gebieten 1850 als 2. Bezirk, Leopoldstadt, eingemeindet und blieb auch nach der Regulierung, nun am nördlichen Ufer des neuen Hauptstromes, bis 1938 beim 2. Bezirk. Der Name …mühlen verweist auf die zahlreichen Schiffsmühlen an der unregulierten Donau.

Die regelmäßigen Überschwemmungen der Donau in der Region Wien nährten zwar den Auwald, den heutigen Nationalpark, störten jedoch die wirtschaftliche Entwicklung in den stromnahen Gebieten. Die 1870-1875 vorgenommene Wiener Donauregulierung behob dieses Problem weitgehend; auf heutigem Bezirksgebiet entstanden dadurch zahlreiche Altarme der Donau.

1904 gelang es dem Wiener Bürgermeister Karl Lueger, die Stadt, die sich bis dahin (abgesehen von Kaisermühlen) nur am rechten Donauufer ausbreitete, auf das linke Donauufer zu erweitern. Die Orte Floridsdorf, Jedlesee, Großjedlersdorf, Donaufeld, Leopoldau, Kagran, Hirschstetten, Stadlau und Aspern sowie Augebiet der Lobau wurden per Gesetz eingemeindet, 1910 auch Strebersdorf. Damit kamen etwa zwei Drittel des heutigen 22. Bezirks im neuen 21. Bezirk zu Wien.

Im Roten Wien, 1919-1934, setzte rege Bautätigkeit ein. Der Goethehof in Kaisermühlen, die Freihofsiedlung in Kagran und andere „Gemeindebauten" entstanden. An der Alten Donau wurden Freibäder eingerichtet.

1938 errichtete das NS-Regime Groß-Wien und gliederte die Stadt teilweise neu. Der am 15. Oktober 1938 errichtete neue 22. Bezirk, Groß-Enzersdorf, wurde entlang des nördlichen Astes der Ostbahn vom 21. Bezirk geschieden, so dass damals Kagran noch beim 21. Bezirk verblieb, Stadlau, Hirschstetten, Aspern und die Lobau zum 22. Bezirk gelangten. Kaisermühlen wurde damals vom 2. in den 21. Bezirk umgegliedert.
1945: Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Donaustadt von Mitte April 1945 bis zum Herbst 1955 sowjetisch (in Wien sagte] man: „russisch") besetzt (siehe: Besetztes Nachkriegsösterreich). Den Vereinbarungen der vier Alliierten zufolge wurde Wien in seinen Grenzen von 1937 in vier Sektoren geteilt. Das erst 1938 eingemeindete Bezirksgebiet zählte besatzungsrechtlich zum Land Niederösterreich, und somit zur sowjetischen Besatzungszone Österreichs.
1946 / 1954: Die Politiker Wiens und Niederösterreichs waren sich einig, die meisten der 1938 eingemeindeten niederösterreichischen Gemeinden wieder rückzugliedern. Von den 1938 zu Wien gekommenen 15 Marchfeldgemeinden sollten nur Süßenbrunn, Breitenlee und Essling bei Wien verbleiben. Wien (Landtagsbeschluss vom 29. Juni 1946), Niederösterreich und der Bund erließen dazu übereinstimmende Verfassungsgesetze.

Aufgrund eines Einspruches der sowjetischen Besatzungsmacht im Alliierten Rat konnten die Gebietsänderungsgesetze vorerst nicht in Kraft treten. Erst 1954 stimmten die sowjetischen Vertreter dem Vorhaben zu. Nun konnte das Bezirkseinteilungsgesetz Wiens kundgemacht werden und trat am 2. Juli 1954 in Kraft. Der Bezirk bekam seinen heutigen Namen Donaustadt, da der bis dahin namensgebende Stadtteil Groß-Enzersdorf wieder selbstständige Stadtgemeinde in Niederösterreich wurde. Die Grenze zum 21. Bezirk wurde an die Wagramer Straße bzw. nördlich davon verlegt. Kagran und Kaisermühlen gehörten nun zum 22. Bezirk.

Wappen: Das Wappen der Donaustadt ist in acht Felder unterteilt, die die Bezirksteile repräsentieren. Im linken, oberen Wappenteil befindet sich das sprechende Wappen der Stadlau mit einem in der Au stehenden Stadel. Der Stadel steht auf einer grünen Wiese mit Bäumen und befindet sich auf blauem Grund. Der Stadel selbst ist verriegelt und mit einem Strohdach und zwei darauf befindlichen roten Fahnen versehen. Rechts daneben steht das Wappen von Aspern. Das sprechende Wappen zeigt auf silbernem Grund eine auf einer Wiese stehende Espe. Im rechten oberen Wappenteil symbolisiert ein goldener Ziehbrunnen den Bezirksteil Süßenbrunn. Das Wappen, das sich auf einen einst hier bestehenden Brunnen bezieht, zeigt den Brunnen vor blauem Grund auf einem grauen Steinboden stehend. Der Brunnen ist überdacht, an einem Seil hängt ein goldener Eimer. Im mittleren Wappenteil ist links das Wappen von Breitenlee abgebildet. Es zeigt einen roten, von einem silbernen Querbalken durchzogenen Schild mit goldenem Krummstab und rotem Beutelbuch. Die Wappenfigur ist dem Wappen des Schottenstifts entnommen, das heute noch einen Gutshof in Breitenlee betreibt. Im Zentrum des Wappens befindet sich die Darstellung des Heiligen Georgs als Drachentöter in goldener Rüstung auf einem silbernen Pferd. Die Darstellung repräsentiert den Bezirksteil Kagran und geht auf das Patronat der Kagraner Pfarrkirche zurück. Rechts schließt sich das Wappen von Essling an. Es zeigt einen, durch eine Schärpe mit Rautenmuster verzierten, goldenen Adlerflügel auf einem quergeteilten roten und silbernen Feld. Das Wappen ist dem Wappen der Herren von Eslarn entnommen. Im unteren Wappenbereich steht links eine goldene Schiffsmühle auf blauem Grund für den Bezirksteil Kaisermühlen. Sie symbolisiert die zahlreichen Schiffsmühlen, die sich einst hier befanden. Rechts davon repräsentiert ein auf einer grünen Wiese vor rotem Hintergrund springender, goldener Zehnender als sprechendes Wappen den Bezirksteil Hirschstetten.

Sehenswertes/Bauwerke in der Donaustadt:
Abstrakte Darstellung - hoch - Abstrakte Komposition - Alte Donau - Alter Schiffsanker - Angerner Straße - Artilleristen Denkmal am Siegesplatz - Asperner Jagdhaus - Asperner Löwe - Azaleengasse - Bäckerei Pusch - Bekenntniskirche - Bertha von Suttner Schulschiff - Bezirksmuseum Donaustadt - Bildstock Contiweg - Bodenmosaik „Vögel des Leherb" - Bodenschachspiel - Breitenleer Friedhof - Breitenleer Pfarrkirche - Deml-Kreuz - Denkmal Alte Straße - Denkmal für Che Guevara (Donaupark) - Denkmal für José Gervasio Artigas - Denkmal für José de San Martín - Denkmal für José Martí - Denkmal für Juan Pablo Duarte y Diez (Donaupark) - Denkmal für Salvador Allende - Denkmal für Simón Bolívar (Donaupark) - Denkmal für Üzeyir Hacibeyov - Denkmal Weingartenallee - Deponie Rautenweg - Donauinsel: Paulaner - Donauinsel - Donaupark - Donauparkbahn - Donauregulierung - Donauturm - Donaucity - Donauspital (Sozialmedizinisches Zentrum Ost) - Donauzentrum - Erzherzog-Karl-Straße - Esslinger Pfarrkirche - Evangelische Pfarrgemeinde AB Wien-Donaustadt - Flugfeld Aspern - Gänsehäufel - Freiwillige Feuerwehr Breitenlee - Franzosenkreuz - Friedhof Aspern - Friedhof Breitenlee - Friedhof Hirschstetten - Friedhof Kagran - Friedhof Stadlau - Friedhof Süßenbrunn - Gedenktafel Georg Raphael Donner - Gedenktafel für die Opfer der NS-Militärjustiz 1938-1945 (Donaupark) Gedenkstein für Kirschenbäume aus Japan anlässlich der 1000 Jahr Feier - Goethehof - Gondoliere von Wien - Grünbrücke - Hafen Lobau - Haus Schnabl - Heiliger Koloman - Hirschstettner Pfarrkirche Maria Himmelfahrt - Hirschstettner Straße - Irissee - Irissteg - Johannes Nepomuk-Kapelle (Kagraner Platz) - Josefsteg - Junge Box - Kagraner Pfarrkirche - Kapelle Oberdorfstraße - Kindergruppe mit Schafen - Kirche St. Anna - Kirche St. Georg zu Kagran - Kirche St. Martin zu Aspern - Kommasierungstor (Lobau) - „König und Königin" - Koptisch-Orthodoxe Kirche (Quadenstraße) - Koreanisches Kulturhaus am Irissee - Kraftwerk Freudenau - Kriegerdenkmal Essling - Lamplkreuz (Guter Hirte) - Lobau - Lobauhof - Lobaumuseum - Marterl Breitenleerstraße - Marterl Breitenleerstraße (zw. Agavenweg und Ponyteich) - Moissi Alexander Denkmal - Mosaikwand mit Fantasievögeln - Mosaik „Im Café" von Helmut Leherb - Mühlwasserpromenade - Napoleonsteine - Nationalpark Donau-Auen - Nationalparkhaus wien-lobAU - Neuapostolische Kirche Donaustadt - Neue Donau - Neukagraner Pfarrkirche - Ostbahnbegleitstraße - Papstkreuz - Paracelsus-Denkmal - Pfarre Hirschstetten - Pfarre Neu-Kagran - Pfarre Stadlau - Pfarrkirche Auferstehung Christi - Pfarrkirche Essling - Pfarrkirche Kaisermühlen, Herz Jesu Basilika - Pfarrkirche St. Christoph am Rennbahnweg - Pizzeria Angelo - Plastik „Zeitweise" - Ponte Cagrana - Rinterzelt - Reinhard Kamitz Hof - Roter Hiasl - Schlacht bei Aspern - Schloss Essling - Schloss Hirschstetten - Schloss Süßenbrunn - Schneibergkreuz - Schukowitzgasse - Schukowitzgasse, Kreuz - Schulmuseum Breitenlee - Schüttkasten - Schüttau-Hof - Sebastianikapelle - Skulptur „König und Königin" - Skulpturen Donauinsel - Skulpturengruppe „Das Goldene Kalb" - Sondermuseum Aspern-Essling 1809 - Sozialmedizinisches Zentrum Ost (Donauspital) - St. Claret-Ziegelhof-Kirche - St. Markus Kirche - Stadlauer Pfarrkirche Herz Jesu - Steinskulptur im Donaupark (91823) - Stromhafen - Tröpferlbad Stadlau (ehemals) - UNO-City - Vernholzsteg - Vogeltränke - Wagramer Tunnel (EN 48), Fußgängerdurchgang - Waldschule - Wegkapelle Jägermaiszufahrt - Wurzelstation Lobau - Zeichen des 20. Jahrhunderts - Zwangsarbeiter-Denkmal in der Lobau

Naturbadeplätze:
Badeteich Süßenbrunn - Dechantlacke - Donau-Oder-Kanal - Hirschstettner Badeteich - Mühlwasser - Panozzalacke - Schillerwasser
Historie:
Breitenlee Verschiebebahnhof - Wulzendorf

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