Die Bundeshauptstadt

22. Bezirk - Notgalerie Seestadt

Die Notgalerie Seestadt befindet sich beim Urbanen Feld gegenüber der U2-Station "Wien Aspern Nord" im Bezirksteil Aspern im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt.

1946 wurde das Gebäude als Notkiche errichtet. Ein Auszug aus der Chronik der Gemeinde Glanzing in Döbling: „Der vorgesehene Bauplatz war durch Kriegseinwirkungen verwüstet, von Schuttbergen und Splittergräben bedeckt und wurde in mühevoller Arbeit von freiwilligen Helfern baureif gemacht. (...) Die Notkirche selbst wurde als eine Holzbaracke für ca. 150 Personen gestaltet und von der Firma Wenzl Hartl ausgeführt.“

1969 endete der Betrieb der Notkirche auf diesem Grundstück. Durch den Umstand eines Neubaues in Döbling und dem dringenden Bedarf eines Kirchengebäudes in Aspern wurde zum ersten Mal eine Translokation vorgenommen. „Im XIX. Bezirk (...) stand eine nicht mehr benützte Holzkirche. Sie wurde sorgsam abgetragen und zerlegt, nach Aspern transportiert und am Ulanenweg wieder aufgestellt. Diese Arbeiten wurden von freiwilligen Helfern in 2.600 Arbeitsstunden ausgeführt.“ – aus der Chronik von Hannes Holba.

2015 fand der Wiener Künstler Reinhold Zisser das Gebäude in einem Zustand des Verfalls. Erste Recherchen ergaben, dass der Kirchenbetrieb 2001 eingestellt wurde und aktuell schon ein neuer Pächter das Grundstück erworben hatte. Innerhalb weniger Tage war eine Entscheidung getroffen. Reinhold Zisser besetzte das Grundstück und die leerstehende Kirche. Er adaptierte den Namen und gründete die notgalerie. Bereits in den ersten Monaten entstanden Kooperationen mit dem FLUC, dem Kurator Walter Seidl und KünstlerInnen, die gemeinsam die erste Saison der notgalerie gestalteten. Nachdem in den folgenden zwei Jahren regelmässig Ausstellungen und Aktionen stattfanden, stand im Frühling 2017 das Ende der notgalerie bevor. Der neue Pächter beschloß den Abriss zugunsten eines Wohnbauprojekts. An diesem Punkt setzt das hier vorgestellte Projekt.

2017 notgalerie Seestadt - Ausgehend von der Geschichte des Gebäudes und dem bevorstehenden Abriss entwickelte Reinhold Zisser das Projekt der erneuten Translokation, das diesen Sommer seine Umsetzung findet. Große Teile der Abwicklung des Konzepts in ein reales Planszenario übernimmt dabei der Künstler und Architekt Rainer Stadlbauer. Für den Ab- und Aufbau der Kernstruktur sorgt der Zimmermeister Franz Ritzer, der bereits den Österreichischen Pavillon Das letzte Land bei der Biennale in Venedig umsetzte. Die Überführung der bildgebenden Hauptstruktur (Wände, Decken und Boden) leistet Reinhold Zisser gemeinsam mit den Assistenten der notgalerie Sebastian Doplbaur, Thomas Garcia und Kristijan Icevski. Der aktuelle Standort, an dem alle Aktionen bis Ende Juli stattfinden, besticht durch seine rohe, verwachsene Natur. Der neue Standort, das Urbane Feld in der Seestadt Aspern, steht diesem Bild diametral entgegen. Es handelt sich dabei um ein vom jungen Landschaftsarchitektenteam zwoPK geplantes Grundstück. Auf einer Fläche von über 10.000 m2 wurde hier eine streng geometrische Hügelkonstellation konstruiert. Dieses Areal steht dem, in der ansonstleeren Landschaft, wie ein Fremdkörper wirkenden U-Bahn-Komplex Aspern Nord gegenüber. Die notgalerie setzt sich als neuer Ankömmling, getragen durch eine in den Hang gebaute Unterkonstruktion, weithin sichtbar auf einen dieser Hügel.

Weblink: www.notgalerie.at

Quelle: Text: reinholdzisser.com, Bilder: www.nikles.net



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