Die Bundeshauptstadt

Landstraße

Die Landstraße ist der 3. Wiener Gemeindebezirk und entstand 1850 durch Eingemeindung ehemaliger Vorstädte. Sie grenzt südöstlich an die Innere Stadt (1. Bezirk) und zählt zu den inneren Bezirken, dem erweiterten Stadtzentrum. Als einziger der Bezirke 3 bis 9, nach deren Eingemeindung an ihrem Rand der Gürtel als Durchzugsstraße angelegt wurde, hat der 3. Bezirk seine Außengrenze nicht an dieser Straße, sondern weiter vom Zentrum entfernt. Auf dem Bezirksgebiet findet man das Schloss Belvedere, das Hundertwasser-Krawinahaus und das Arsenal sowie Kulturinstitutionen und Botschaften.

Geschichte: Erste Besiedelungsspuren im heutigen dritten Bezirk stammen aus der Bronzezeit. Im 9. Jahrhundert v. Chr. wurde das Gebiet von den Kelten besiedelt, die die La Tène-Kultur verbreiteten. Die keltische Siedlung auf dem Gebiet zwischen dem heutigen Rennweg und dem oberen Schloss Belvedere dürfte bis zur Römerzeit bestanden haben. Mit der Eingliederung des Gebietes befand sich hier eine zum römischen Militärlager Vindobona gehörige Zivilstadt. Durch den Bezirk führten die Munzipalstraße und die Limesstraße. Das Zentrum der Zivilstadt lag auf dem heutigen Gebiet des Aspangbahnhofes. Durch einen Einfall der Markomannen wurde sie um 395 zerstört.

1715 wurde das Krankenhaus St. Elisabeth in der Landstraßer Hauptstraße gegründet.

Staatskanzler Metternich, der bis 1848 amtierte, wird der Satz "Der Balkan beginnt am Rennweg" zugeschrieben. Auch der Name Ungargasse verweist darauf, dass hier die damaligen Fernverkehrsstraßen von Wien nach Ungarn und auf den Balkan ihren Ausgang nahmen.

Seit der Eingemeindung in Wien 1850: Der heutige Bezirk Landstraße entstand durch Eingemeindung mehrerer, im Mittelalter bzw. in der frühen Neuzeit entstandener Ortschaften. Mit einer Kundmachung vom 20. März 1850 wurden die Grenzen des neu zu bildenden 3. Bezirks, Landstraße, gezogen. Er wurde aus den Vorstädten Landstraße, Weißgerber und Erdberg gebildet. Hinzu kamen Gebiete zwischen dem Liniengraben und der Eisenbahn Wien-Bruck an der Leitha (der Ostbahn), Sankt Marx und das Flussbett der Wien vom damaligen Mondscheinsteg bis zur Mündung in den Donaukanal (heute ist das rechte Flussufer Bezirksgrenze).

Nach der Eingemeindung entwickelte sich der Bezirk in vielerlei Hinsicht. Um die heutige Reisnerstraße siedelten sich zahlreiche Botschaften an. Mitte des 19. Jahrhunderts entstand das Fasanviertel zwischen Rennweg und Landstraßer Gürtel. In Erdberg siedelte sich der Zentralviehmarkt mit seinen Stallungen an und das bestehende Schlachthaus wurde ausgebaut (vgl. Fleischversorgung von Wien). Ab 1894 wurde der Linienwall, seit 1704 Befestigungsanlage und zuletzt bis 1891 noch Steuergrenze, abgetragen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Landstraßer Gürtel als letzter Teil dieses 14 Bezirke erschließenden Straßenzuges fertig gestellt.

Noch bis ins 20. Jahrhundert war der Bezirk vor allem Heimat der mittleren Bevölkerungsschichten, durch den Aufstieg von Handel und Industrie entwickelte er sich aber immer mehr zum Arbeiterbezirk. Deshalb erfolgte in der Zwischenkriegszeit auch ein starker Ausbau des kommunalen Wohnbaus. Ein wichtiges Beispiel dafür ist der Rabenhof zwischen Hainburger Straße und Baumgasse.

Der letzte Bundeskanzler der Ersten Republik, Kurt Schuschnigg, wohnte bis 1938 im Schloss Belvedere. Während des Zweiten Weltkrieges erfolgte vom heute nicht mehr bestehenden Aspangbahnhof die Deportation Tausender jüdischer Bürger in die Vernichtungslager. Daran erinnert der Platz der Opfer der Deportation. Im Arenbergpark wurden zwei Flaktürme zur Abwehr feindlicher Flugzeuge und als Luftschutzbunker errichtet; einer der beiden wird als Contemporary Art Tower vom MAK genützt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es noch fünfmal zu kleineren Änderungen bei den Bezirksgrenzen. Die Grenze zu Simmering wurde 1995 (im Bereich Schlechtastraße und Hüttenbrennergasse zwischen Gudrunstraße und St. Marxer Friedhof, 2000 (im Bereich Urschenböckgasse und Litfaßstraße) und 2003 (im Bereich Döblerhofstraße, Guglgasse, Paragonstraße und Erdbergstraße) verschoben. Betroffen davon waren neben Verkehrsflächen vor allem Industrie- und Gewerbegebiete. Im Jahr 1999 kam es zu einer geringfügigen Grenzänderung zu Wieden (im Bereich Schwarzenbergplatz und Prinz-Eugen-Straße) und in den Jahren 2000 und 2009 zu Favoriten (im Bereich Arsenalstraße).

Seit Beginn der 1990er-Jahre ist der Bezirk durch die neu gebaute U-Bahnlinie U3 an das Wiener U-Bahnnetz angeschlossen. Im Bezirk befinden sich fünf U-Bahn-Stationen, darunter der Verkehrsknotenpunkt Wien Mitte / Landstraße (früherer Name: Hauptzollamt), wo diverse S-Bahnlinien, der CAT (City Airport Train), U3 und U4 sowie Straßenbahn und Autobus miteinander verknüpft sind

Wappen: Das Wappen des Bezirks Landstraße vereint die Wappen jener Gemeinden, aus denen der 3. Bezirk 1850 gebildet wurde. Der linke, obere Wappenteil steht für den Bezirksteil Landstraße. Er zeigt den Heiligen Nikolaus im bischöflichen Ornat. Dieser war der Patron des Frauenklosters Sankt Niklas. In der rechten Hand hält Nikolaus drei auf einem Buch liegende Kugeln. Diese Kugeln soll Nikolaus im 4. Jahrhundert der Tochter eines verarmten Edelmannes gescheckt haben. Der rechte, obere Wappenteil symbolisiert den Bezirksteil Erdberg. Die beiden Erdbeerblüten und die hängende, rote Erdbeere symbolisieren eine unrichtige Herleitung des Namens von Erdberg. Dieser rührt nicht von den Erdbeeren, sondern von einer Ertpurch (Befestigungsanlage) her. Der untere Wappenteil steht schließlich für den Bezirksteil Weißgerber. Die beiden in Kampfposition stehenden, silbernen Böcke entstammen verschiedenen Zunftwappen der Gerber. Diese hatten sich wegen der Geruchsbelästigung außerhalb von Wien ansiedeln müssen.

Sehenswertes in der Landstraße:
20er Haus - Altwiener Fiaker - Anglikanerkirche - Arsenal - Arsenalkirche - Aspangbahnhof - Belvedère Schlösser - Botanischer Garten der Universität Wien - Christ Church Vienna - Elisabethinenkirche - Elisabeth-Kapelle - Evangelische Pauluskirche - Flaktürme im Arenbergpark - Friedhof St. Marx - Funkturm Telekom Austria - Gardekirche - Ghegastraße - Haus Wittgenstein - Heeresgeschichtliches Museum - Herz-Jesu-Kirche - Hundertwasser-Krawinahaus - Januariuskapelle - Karl-Borromäus-Brunnen - Kirche Maria Geburt - Kirche Paul-Gerhardt - Kirche Sacré Coeur - Kirche St. Hripsime - Kirche St. Othmar unter den Weißgerbern - Kirche St. Rochus - Kirche zum Allerheiligsten Erlöser - Kirche zum heiligen Sava - Kirche St. Othmar - Kirchenlokal der Neuapostolischen Kirche - Konzerthaus - KunstHausWien - Meierei im Stadtpark - Muttergotteskirche - Palais Althan - Palais Arenberg - Palais Bechard - Palais Bourgoing - Palais Bratmann - Palais Dietrichstein-Prandau - Palais Fanto - Palais Harrach (3. Bezirk) - Palais Hoyos - Palais Lanckoronski - Palais Modena-Este - Palais Nassau - Palais Mesmer - Palais Metternich - Palais Oeckhl - Palais Pollack-Parnau - Palais Reitter - Palais Schwarzenberg - Palais Rasumofsky - Palais Redlich - Palais Salm - Palais Schlesinger-Ferstel - Palais Schnapper-Weisweiler - Palais Seybel - Palais Sigray-Saint-Marsan - Palais Sternberg - Palais Sylva-Tarouca - Palais Vetsera - Palais Widter - Palais Windischgrätz - Pfarrkirche Don Bosco - Russenkirche St. Nikolaus - Sacré Coeur - Salesianerkirche - Schubertturm in der Erdbergstraße - Schwarzenbergplatz - Schweizergarten - Sebastian Kneipp Denkmal im Stadtpark - Serbisch-orthodoxe Kirche zum heiligen Sava - Sofiensäle (2001 abgebrannt) - Staatsgründungsdenkmal - Straßenbahnmuseum - Waisenhauskirche - Zentraldesinfektionsanstalt - Zwanzgerhaus

Sonstiges:

Arena in St. Marx - Aspanggründe - Fasanviertel - Geologische Bundesanstalt - Hanuschhof - Hetztheater - Justizzentrum Wien-Mitte - Landstraßer Hauptstraße - Münze Österreich - Rabenhof - Rabenhof Theater - Rochusmarkt - Rudolf Steiner Denkmal - Schutzhaus zum Arsenal - Schlachthof St. Marx - St. Niklas (Nikolai) auf der Landstraße - Sünnhof - T-Center - Wildganshof.

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