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03. Bezirk - Fasanviertel

Das Fasanviertel ist ein Stadtviertel (Grätzl) im 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße. Das etwa 28 Hektar große Viertel ist zwischen der Jacquingasse im Westen, dem Landstraßer Gürtel im Süden sowie dem Rennweg und der S-Bahn-Stammstrecke im Nordosten situiert. Im Laufe der Geschichte befanden sich dort Schlossbauten aber auch bittere Armut. Entlang der Jacquingasse gilt es auch als beliebte Wohngegend.

Geschichte: Das Fasanviertel wurde nach dem ehemaligen Bierhaus „Zum Fasandl“ benannt – wann dies genau geschah, ist aber unbekannt. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Gebiet ländlich geprägt und von Feldern und Wiesen durchzogen. Ab 1860 begann die flächendeckende Bebauung des Geländes. Die im Süden gelegene Mohsgasse entstand um 1870, die nördlich gelegene Hegergasse hingegen erst im Jahr 1894. Das Laveranhaus war seit seiner Fertigstellung 1776 ein Zentrum des Fasanviertels. Benannt war dieses auf dem Grund eines ehemaligen Klosters errichtete Jagdschloss nach seinem Erbauer, dem Franzosen Laveran. Um 1880 umfasste das Schlösschen viele weitere Gebäude: In diesen gab es 120 Mietwohnungen, in denen unter anderem die Familie von Leopold Kunschak, erster Nationalratspräsident nach 1945, lebte. Die Anlage war damals im Besitz der Familie Kölbl. Nach ihr ist noch heute die Kölblgasse benannt.

Eine weitere Mieterin des Laveranhauses war die Mörderin Magdalena Kührer. Sie hatte am 17. September 1853 ihren arbeitslosen und mehrmals vorbestraften Sohn Georg mit einer Hacke erschlagen und den Leichnam zunächst in der Küchentruhe aufbewahrt, um nach und nach Teile des Körpers in ganz Wien zu verteilen. Als die Überreste ihres Sohnes gefunden wurden und sie polizeilich befragt wurde, gestand sie. Als Grund für ihre Tat gab Magdalena Kührer an, dass ihre Wohnung aufgrund der Diebstahldelikte ihres Sohnes gekündigt wurde und die ohnehin bereits hungernde Familie somit vor dem Ruin stand. Magdalena Kührer wurde zum Tode durch den Strang verurteilt. Kaiser Franz Joseph I. begnadigte sie jedoch zu acht Jahren Kerker. Das Laveranhaus wurde 1900 abgerissen. An seiner Stelle breiten sich heute die Heger- und die Keilgasse aus.

Die „heimliche Kaiserin von Wien“, Fürstin Pauline Metternich-Sandor, lebte ab 1895 in der Fasangasse 26 in einem von den Architekten Bauqué und Pio entworfenen Palais. Sie war die Enkelin des berühmten Staatskanzlers Metternich und heiratete den Bruder ihrer Mutter, der als Botschafter am Hofe von Napoleon III. in Paris tätig war. Durch ihn erhielt sie Einblick in die Welt des Regierens und Repräsentierens und erlangte nach ihrer Rückkehr 1870 durch ihr politisches und gesellschaftliches Engagement enormes Ansehen bei der Wiener Bevölkerung. Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn verachtete die Fürstin für ihre übertriebene Selbstdarstellung und ihr Äußeres, überließ ihr jedoch aufgrund ihrer eigenen Menschenscheu zahlreiche Aufgaben. Das Palais Metternich im Fasanviertel wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört.

In der Jacquingasse 18 entstand 1895, im Auftrag des Kunstmäzens Karl Graf Lanckoronski-Brzezie, ein fürstliches Palais. In diesem befand sich eine umfangreiche Kunstsammlung, die für Besucher zugänglich war. Die Sammlung wurde 1938 durch die Schutzstaffel der NSDAP beschlagnahmt und zum Teil zerstört. Graf Lanckoronski erlebte die Beschlagnahmung nicht mehr, er verstarb 1933. Das Palais Lanckoronski wurde nach dem Krieg abgerissen. Im Haus Fasangasse 30 lebten der Journalist Karl Hans Sailer sowie der Gewerkschafter und spätere Präsident der Arbeiterkammer Karl Mantler. Das Haus wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zerstört.

Bauwerke: Das angrenzende, im 18. Jahrhundert errichtete Schloss Belvedere, zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Wien. Heute beherbergen das Obere sowie Untere Belvedere Galerien, Kunstsammlungen und Museen. In unmittelbarer Nähe des Fasanviertels befinden sich auch der Botanische Garten der Universität Wien sowie im Süden der Schweizergarten. Im Fasanviertel befindet sich die Muttergotteskirche.

Quelle: Text: Wikipedia, Bilder: gemeinfrei.



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