Die Bundeshauptstadt

22. Bezirk - Schlacht bei Aspern am 21. Mai 1809

Die Schlacht bei Aspern fand am 21./22. Mai 1809 zwischen Napoleonischen Truppen und Österreich bei den Orten Aspern und Essling (heute Teile Wiens) statt. Sie gilt als erste Niederlage Napoleons auf dem Schlachtfeld. An vielen Stellen in der Lobau erinnern Napoleonsteine, an den französischen Kaiser, der hier im Jahre 1809 sein Lager aufschlug

Aspern, Teil des 22. Wiener Gemeindebezirks (=Donaustadt, 1904 nach Wien eingemeindet, 1904-38 Teil des 21. Wiener Gemeindebezirks), liegt auf dem linken Donauufer, dicht an einem schmalen Arm der Donau, während Essling, ein Ort im westlichen Marchfeld, seit 1938 bei Wien (22. Bezirk), etwa 1200 Schritt vom Fluss entfernt ist. Beide Orte sind zu Fuß nur eine halbe Stunde voneinander entfernt: östlich und nördlich davon breitet sich das Marchfeld aus, das im Westen vom Bisamberg begrenzt wird.

Militärische Ausgangsposition: Bei diesem stand seit dem 16. Mai 1809 die Armee des Erzherzogs Karl, der sich nach den unglücklichen Kämpfen bei Regensburg auf dem Umweg über Böhmen wieder zur Donau zurückgezogen hatte, entschlossen, den strategisch wichtigen Punkt, wo sich die Straßen nach Böhmen, Mähren und Ungarn vereinigen, gegen Napoléon zu verteidigen. Die Franzosen waren am 13. Mai in Wien eingerückt und standen, etwa 90 000 Mann stark, auf dem rechten Ufer der Donau, die sie zu überschreiten entschlossen waren.

Verlauf der Schlacht: Zum Übergangspunkt wählte Napoleon diejenige Stelle, wo, etwa eine Meile unterhalb Wien, die Insel Lobau von zwei Armen der Donau, deren nördlicher der schmälere ist, umschlossen wird. Am Mittag des 20. Mai begannen die Franzosen den Übergang über den nördlichen Flussarm und besetzten die Dörfer Aspern und Essling; sie hatten bis zum Nachmittag des 21. etwa 30 000 Mann auf das linke Donauufer geschafft und zwar so, dass Masséna bei Aspern, Lannes bei Essling und zwischen beiden die Reiterei unter Napoleon selbst standen, als Erzherzog Karl mit seiner ganzen Armee (75 000 Mann) zum Angriff auf die Franzosen schritt, um sie über die Donau zurückzuwerfen, die Brücken zu zerstören und die Ufer des Flusses mit zahlreicher Artillerie zu besetzen.

Erst nach stundenlangem Kampf in den Straßen und in den Häusern, und nachdem der französische Reiterangriff an der Kaltblütigkeit der österreichischen Infanterie gescheitert war, gelang es dem Erzherzog Karl, die Franzosen aus Aspern hinauszudrängen; alle Versuche derselben, das Dorf wieder zu nehmen, misslangen. Dagegen scheiterten die Angriffe der Österreicher auf Essling, in dessen Besitz die Franzosen blieben.

In der Nacht ließ Napoleon, nachdem die von den Österreichern zerstörte Hauptbrücke wiederhergestellt war, den größten Teil seines Heeres auf das linke Donauufer übersetzen und begann am Morgen des 22. Mai von neuem den Kampf. Er hatte mindestens 60 000 Mann, Erzherzog Karl, nach Abzug seiner Verluste, jedenfalls nicht mehr. Es ging wieder um den Besitz der beiden Dörfer; die Österreicher versuchten Essling, die Franzosen Aspern zu erobern. Napoleon führte, während sein rechter Flügel Essling verteidigte, sein linker in Aspern eindrang, seinen Hauptstoß im Zentrum. Die gewaltigen Angriffskolonnen des Marschalls Lannes drangen hier vor und drohten das österreichische Zentrum zu durchbrechen. Der Erzherzog stellte sich, die Fahne in der Hand, selbst an die Spitze der wankenden Bataillone, ließ die Grenadiere aus ihrer Reservestellung vorrücken, und nun wurden die Franzosen zurückgedrängt.

Essling zu erobern, gelang aber auch jetzt nicht; hier hielten sich die Franzosen mit der größten Hartnäckigkeit; doch wurden sie aus Aspern wieder hinausgetrieben und ihr Zentrum einem heftigen Artilleriefeuer ausgesetzt, welches auch dem Marschall Lannes das Leben kostete. Napoleon konnte sich auf dem linken Donauufer nicht mehr halten und ließ den Rückzug nach der Insel Lobau in der Nacht durch Masséna anordnen, der ihn mit größter Kaltblütigkeit und Ausdauer so leitete, dass dem Feind wenige Trophäen zurückgelassen wurden.

Folgen: Die Verluste der Österreicher betrugen 24.000, die der Franzosen hingegen ca. 30.000 Mann. Nach seinem Bulletin wollte Napoleon den Feind völlig zurückgeschlagen, die Schlacht mitten im Sieg freiwillig abgebrochen und erst am 23. den Rückzug befohlen haben. Aber die Wahrheit drang doch durch und rief in Paris Beunruhigung, in Tirol und Norddeutschland neue Hoffnungen und den Glauben an Preußens Beitritt zur Allianz gegen Napoleon hervor. Den Sieg auszunutzen, rasch an das rechte Ufer überzugehen und die erschöpften Franzosen, bevor sie Verstärkungen erhielten, zu vernichten, wagte Erzherzog Karl bei der Erschöpfung der Truppen und dem Mangel an Munition nicht. Er blieb im Marchfeld stehen und begnügte sich mit dem Ruhm, den Nimbus der Unüberwindlichkeit Napoleons gewaltig erschüttert zu haben.

Napoleon konnte durch seinen Sieg in der späteren Schlacht bei Wagram zumindest kurzfristig den größten Schaden abwenden.

Quelle: Text: Wikipedia, Bilder: gemeinfrei

Disclaimer

Einige Texte sind von der freien Wikipedia kopiert und angepasst worden. Die allermeisten Bild- und Mediendateien sind aus eigener Quelle und können auf Anfrage für eigene Webseiten verwendet werden. Sollten sich dennoch Bild- oder Mediendateien auf dieser Seite finden, welche einen Copyright unterliegen, so bitte ich um Verständigung per Email guenter.nikles@gmx.at, damit ich einen Copyright-Vermerk bzw. Weblink anbringen kann, bzw. auf Wunsch die Bild- oder Mediendateien löschen kann.

Kontakt

Günter Nikles
Josef Reichl-Str. 17a/7
7540 Güssing
Austria

Email: guenter.nikles@gmx.at
Website: www.nikles.net
Fax: 03322/44384