Die Bundeshauptstadt

Straßennamen, 3. Bezirk

A
Adamsgasse, seit 1862, nach Johann Adam, einem Fleischhauer in der Weißgerbervorstadt, dessen Geschäft 1756 im Haus "Zur goldenen Weintraube" ansässig war
Adolf-Blamauer-Gasse, seit 1936, nach Adolf Blamauer (1847-1923), einem Aquarellmaler und Mitgründer des Österreichischen Touristenklubs
Alfred-Dallinger-Platz, nach Alfred Dallinger, einem österreichischen Politiker und Visionär
Am Heumarkt (S), ehemals ein Verkaufplatz für Heu, das von auswärtigen Bauern herangebracht wurde. Frühere Bezeichnungen: Heugries (um 1418), später Im Gereit, bis 1862 Am Glacis.
Am Modenapark (P), seit 1916, nach der Herzogin Adelgunde d'Este von Modena (1823-1914). Von 1812 bis 1916 hatte sie hier ein Palais mit großem Park.
Anton-von-Webern-Platz, seit 1998, nach Dr. Anton von Webern (1883-1945), Theaterkapellmeister und Leiter der Wiener Arbeitersymphoniekonzerte (1922-1934) sowie Dirigent und Komponist (Lieder, Gesänge, Instrumentalstücke). 1945 wurde er von einem US-Soldaten nach Beginn der Ausgangssperre erschossen.
Anton-Kuh-Weg (nicht befahrbar), seit 2002, nach dem Schriftsteller Anton Kuh (1890-1941, gest. in New York), Feuilletonisten und Vertreter der Wiener Kaffeehausliteratur, der nach seiner Emigration 1938 Texte gegen den Nationalsozialismus publizierte.
Apostelgasse, seit 1862, ursprünglich Kirchengasse, benannt nach den Aposteln Peter und Paul, denen die dortige Erdberger Pfarrkirche geweiht ist
Arenberggasse, seit 1862, benannt nach Leopold Philipp Josef Fürst von Arenberg (1690-1754), dem ursprünglichen Besitzer des Arenbergparks auf den Dannebergplatz. Jener wurde 1900 von der Stadt Wien erworben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er beherbergt eine der drei Flakstellungen in Wien.
Arsenalstraße, seit 1872, nach dem dortigen Wiener Arsenal, einem ehemaligen Militärkomplex
Arsenalweg, seit 1901, davor als Marx-Meidlinger-Straße bekannt
Aspangstraße, seit 1894, davor Am Kanal, benannt nach dem damaligen Aspangbahnhof
Auenbruggergasse, seit 1891, nach Dr. Joseph Leopold von Auenbrugger (1722-1809), einem Arzt und Erfinder der medizinischen Perkussion

B
Barichgasse, Seit 1876, nach Michael von Barich (1792-1859), einem Hofkonzipisten. Das Gebiet dieser Gasse zählte zum Gelände des Palais Althan, das Barich im 18. Jahrhundert erwarb. Er ließ es abreißen und den Grund in 34 Parzellen für Wohnhäuser und Verkehrsflächen teilen.
Barmherzigengasse, seit 1877, nach einem Genesungsheim der Barmherzigen Brüder (1755 - 1877)
Barthgasse, seit 1900, nach Dr. Johann Barth (1745-1818), einem Augenarzt und Anatomen, der viele Arme unentgeltlich behandelte
Baumannstraße, seit 1902 , nach Dr. Oscar Baumann (1864-1899), einem Afrikaforscher und Reiseschriftsteller, der den Sansibar-Archipel kartierte. Seine Sammlungen überließ er dem Naturhistorischen Museum. 1938 wurde die Straße von den Nationalsozialisten in Adolf-Kirchl-Straße umbenannt, dies wurde jedoch nach 1947 rückgängig gemacht.
Baumgasse, seit 1899, in Erinnerung an die in dieser Gegend gepflanzten Obstbäume; Baumgasse 1 hatte das Hauszeichen "Zum grünen Baum"
Bayerngasse, seit 1916, nach dem Freistaat Bayern, der hier eine Gesandtschaft erhalten sollte
Beatrixgasse, seit 1862, benannt nach der Erzherzogin Beatrix d'Este von Modena (1750-1829) (siehe Am Modenapark). Es handelt sich um einen der ältesten Straßenzüge dieses Bezirks. Frühere Bezeichnungen waren Bockgasse und Rabengasse.
Bechardgasse, seit 1876, nach der Baronin Barbara Bechard (1789-1859) bzw. ihres dortigen Palais. Es wurde nach ihrem Tod von der Gemeinde Wien abgerissen und durch die Weißgerber Pfarrkirche ersetzt.
Blattgasse, seit 1864, in Erinnerung an die weiten Gärten, die es hier gab
Blütengasse, seit 1864, siehe Blattgasse
Boerhaavegasse, nach Dr. Herman Boerhaave, einem bedeutenden Arzt, Botaniker und Chemiker, dessen Schüler auch Gerard van Swieten, Gründer der Wiener Schule, war.

C
Campus-Vienna-Biocenter (P), seit 2001, nach dem dortigen Vienna Bio Center, einer bedeutenden Forschungseinrichtung der Stadt Wien in Kooperation mit privaten Firmen (Public Private Partnership)
Carl-von-Linde-Straße, seit 1991, nach Carl Linde (1842-1934), einem Industriellen und Wissenschaftler, der die Luftverflüssigung (Linde-Verfahren) erfand
Charasgasse, seit 1960, nach Dr. Heinrich Charas (1860-1940), dem damaligen Leiter und Chefarzt der Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaft
Custozzagasse, seit 1867; nach dem italienischen Dorf Custozza, wo die Österreicher 1848 und 1866 über die Italiener siegten.
Czapkagasse, seit 1881, nach Ignaz Czapka (1791-1881), der das damalige Wien in vielfältiger Weise prägte. Er war Verwaltungsjurist und 1838-1848 Bürgermeister von Wien, in seiner Amtszeit wurden unter anderem das Marktamt und das Schlachthaus Sankt Marx errichtet, sowie die Gasbeleuchtung eingeführt. 1856-1859 war er Polizeidirektor von Wien.

D
Daffingerstraße, seit 1913, nach dem Maler Moritz Daffinger (1790-1849), der in Wien äußerst gefragt war und auch auf der 20-Schilling-Banknote verewigt ist (1988)
Dampfschiffstraße, Benennungsdatum unbekannt, 1838-1981 Standort des Direktionsgebäudes der Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft, frühere Namen waren An der Donau und Donaustraße.
Dannebergplatz (G,E), seit 1949, hieß davor Arenbergring, nach Dr. Robert Danneberg (1885-1942), einem Juristen und bedeutenden Mann der damaligen Wr. Stadtverwaltung. 1919-1934 war er Angehöriger des Wr. Gemeinderates, 1922-1934 auch Präsident des Wiener Landtags, sowie 1932-1934 Finanzstadtrat. Ein wesentlicher Teil des Mietengesetzes geht auf ihn zurück. Er starb im Konzentrationslager Auschwitz. Auf dem Dannebergplatz befindet sich der Arenbergpark.
Dapontegasse, seit 1906 (1938-1945: Max-Reger-Gasse), nach Lorenzo da Ponte, einem bedeutenden Theaterdichter, der unter anderem Texte für Mozart verfasste
Dianagasse, seit 1862, nach Sebastian Dean (auch Diana oder Diani genannt) (1697-1752), einem Gestalter von Ziergärten
Dietrichgasse, seit 1830, nach Georg Dietrich, dem Erbauer des ersten Hauses dieser Gasse (um 1800)
Dirmoserstraße, Benennungsdatum unbekannt, vermutlich nach Herbert Dirmoser (1909-1978) , einem in Wien geborenen deutschen Schauspieler
Dißlergasse, seit 1875, nach dem Gärtner-Ehepaar Johann und Magdalena Dißler, die 1689 ihren Grund zugunsten des Neubaus der 1683 zerstörten Weißgerber Pfarrkirche hergaben
Ditscheinergasse, seit 1901, nach Prof. Dr. Leander Ditscheiner (1839-1905), einem Mathematiker und Physiker, Träger des Lieben-Preises für seine Forschungen im Bereich der Doppelbrechung [2], 1879-1885 liberaler Gemeinderat
Döblerhofstraße, seit 1872, nach einem dortigen Gutshof namens Döblerhof, den 1840 ein gewisser Herr Döbler besaß
Dr.-Bohr-Gasse, seit 1955, nach dem Arzt Dr. Oskar Bohr (1858-1935), der sich bewusst in einer der ärmsten Gegenden Wiens ansiedelte. Er orientierte sein Honorar am Einkommen der Patienten und behandelte Arme gratis, weshalb er bei der Bevölkerung sehr beliebt war.
Drorygasse, Benennungsdatum unbekannt, nach Ing. Henry Drory (1837-1889), seinerzeit Direktor des englischen Gaswerkes auf der Landstraße

E
Engelsberggasse, seit 1907, nach Eduard Engelsberg, Pseudonym von Dr. Eduard Schön, 1825-1879, einem Komponisten, der Lieder für Männerchöre schrieb, aber als kaiserlicher Beamter unerkannt bleiben musste
Erdberger Lände, seit 1952, davor inoffiziell schon länger (offiziell An der Donau), in Erinnerung an die Landestelle von Flößen und Schleppern am rechten Donaukanalufer. Hier befand sich eine der Wiener Hinrichtungsstätten.
Erdberger Mais, Im (P), seit 1905, erstmalige urkundliche Erwähnung 1445, Flurname
Erdbergstraße, Benennungsdatum unbekannt, ein Teil der Straße hieß - 1862 Erdberger Hauptstraße bzw. Antongasse, ein anderer bis 1899 Mitterweg; Der Name Erdberg geht zurück auf die alte Vorstadt, die sich früher hier befand, ursprünglich Ertpurch (Erdburg), dokumentiert 1192 bei der Gefangennahme von Richard Löwenherz
Eslarngasse, seit 1894, davor Schulgasse, nach Konrad von Eslarn, 1287 Bürgermeister, und Niklas von Eslarn, 1309 und 1310-1313 Bürgermeister von Wien
Esteplatz (S,E), seit 1912 , zwischenzeitlich General-Krauß-Platz (1938-1949), nach dem Thronfolger Franz Ferdinand, der dem Haus Österreich-Este angehörte (ermordet 1914).

F
Faradaygasse, seit 1933, nach Michael Faraday (1791-1867), einem englischen Physiker, der die elektromagnetische Induktion entdeckte und den ersten Dynamo schuf
Fasangasse, Benennungsdatum unbekannt, benannt zu Ehren des ehemaligen Bierhauses "Zum Fasanl" (heißt heute Fasanlwirt)
Fasanplatz, seit 2002, nach dem Tier
Fiakerplatz (E mit selbem Namen rundherum), seit 1958 (früher: Kugelgasse, Dörfelgasse), angeblich wohnten in dieser Gegend von Erdberg früher besonders viele Fiaker (1892 gab es dort 13 Fiakerbetriebe, wienweit gab es mehr als 800 Fiaker und 1000 Einspänner)
Franz-Grill-Straße, Benennungsdatum unbekannt, nach dem Beamten Franz Grill, der maßgeblich an der Versuchsanstalt im Arsenal beteiligt war
Franz-Hauer-Gasse, seit 1917, nach Franz von Hauer (1822-1889), dem ehemaligen Direktor der Geologischen Reichsanstalt, heute Geologische Bundesanstalt
Franzosengraben, seit 1896, nach den in den Napoleonischen Kriegen von den Franzosen dort errichteten Schanzgraben zur Verteidigung der Donauübergänge (1809)
Fruethstraße, seit 1904, nach Josef Frueth (1745-1835), seinerzeit 34 Jahre Ortsrichter in Erdberg

G
Gänsbachergasse, seit 1894, davor teilweise Herbstgasse, nach Johann Baptist Gänsbacher (1778-1844), einem Komponist und Dorfkapellmeister, der sich freiwillig an vier Feldzügen gegen Napoleon beteiligte
Gärtnergasse, seit 1862, davor teilweise Bockgasse, vermutlich nach Johann Andreas Gärtner (1745-1807), 1806-1807 Ortsrichter von Erdberg. Möglicherweise auch auf hier früher gelegene Gärtnereien zurückzuführen.
Geologengasse, seit 1875, davor Hoernesgasse, nach der damaligen Geologischen Reichsanstalt, heute Geologische Bundesanstalt
Gerlgasse, seit 1829, davor Am Feld, nach dem Architekt und Baumeister Matthias Franz Gerl, er errichtete unter anderem 1744 die Oberlaar Pfarrkirche und barockisierte 1746/47 die Altsimmeringer Pfarrkirche. Weiters hat er beim Bau des damaligen AKH mitgewirkt.
Gestettengasse, Benennungsdatum unbekannt, der Name geht auf die Sandgstätten - Sandgewinnungsstätten am Donauufer - zurück.
Geusaugasse, seit 1876, nach Anton Ferdinand Reichsritter von Geusau (1746-1811), einem Magistratskanzlist und Historiker, bekannte Werke waren eine Geschichte Wiens in vier Bänden und eine Geschichte Österreichs in zwei Bänden.
Ghegastraße, Benennungsdatum unbekannt, nach Carl Ritter von Ghega (1802-1860), Ingenieur und Erbauer der Semmeringbahn, der ersten Gebirgsbahn der Welt
Gigergasse, seit 1903, nach Jakob Giger (1751-1834), seinerzeit Grundrichter der Vorstadt Landstraße
Göllnergasse, seit 1874, nach Michael Leopold Göllner (1760-1834), einem gut situierten Einwohner, der der Gemeinde Erdberg sein Haus für die Errichtung eines Armenhauses vermachte
Göschlgasse, seit 1899, nach dem Ehepaar Karl (1807-1883) und Therese Göschl (1813-1887), sie vermachten ihr Vermögen den Armen des 3. Bezirks und gründeten eigens eine Stiftung für verarmte Geschäftsleute im Stadtteil
Gottfried-Keller-Gasse, seit 1919, davor Luitpoldgasse, nach dem dem Schweizer Dichter Gottfried Keller (1819-1890), dessen bekanntestes Werk "Der grüne Heinrich" ist
Grailichgasse, seit 1910, nach Dr. Wilhelm Josef Grailich (1829-1859), einem Kristallograph und ao. Professor der höheren Physik (1855), zudem Kustos im damaligen Hofmineralienkabinett
Grasbergergasse, seit 1901, davor teilweise Marx-Meidlinger-Straße und Arsenalweg, nach Hans Grasberger (1836-1898), einem Lyriker und Journalist mit Künstlernamen Hans Birkenbühel
Gräßlplatz, seit 1897, nach Andreas Gräßl, einem Fleischhauer, der den Grund dieses Platzes damals der Gemeinde stiftete
Grimmelshausengasse, seit 1919, davor Adelgundegasse, nach Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen, einem deutschen Romanschriftsteller, er verfasste unter anderem Simplicissimus.
Gudrunstraße, seit 1900, davor Geißelberger Weg, Simmeringer Straße, Berthagasse, Croatengasse; nach dem mittelhochdeutschen Gudrun-Epos aus dem 13. Jahrhundert (siehe auch Nibelungenlied).
Guglgasse, seit 1959, inoffiziell seit 1895, nach der seit dem 18. Jahrhundert ortsansässigen Gärtnerfamilie Gugl

H
Haeussermannweg, seit 1977, nach dem Burgschauspieler Reinhold Haeussermann (1884-1947) sowie dessen Sohn Ernst Haeussermann (1916-1984), der 1959-1968 Burgtheaterdirektor und 1970 Direktor des Theater in der Josefstadt war.
Hafengasse, seit 1862, davor Klischgasse, Kanalgasse; nach dem hier ehemals gelegenen oberen Hafen des Wiener Neustädter Schifffahrtskanals (1848-1876). Der Hafen wurde im Zuge der Errichtung des Aspangbahnhofs zugeschüttet
Hagenmüllergasse, seit 1874, nach Franz Josef Freiherr von Hagenmüller zu Grienberg (1746-1824), Hof- und Gerichtsanwalt sowie damaliger Besitzer der Herrschaft Erdberg
Haidingergasse, seit 1974, nach Wilhelm Ritter von Haidinger (1795-1871), jenem Mineralogen und Geologen, welcher Gründer und erster Direktor der Geologischen Reichsanstalt war (1849-1866) (heute Geologische Bundesanstalt)
Hainburger Straße, seit 1883, davor Lustgasse, Wällischgasse, Paulushöhe; benannt nach der Stadt Hainburg an der Donau
Hansalgasse, seit 1886, nach Martin Ludwig Hansal (1825-1885), er war Afrikaforscher und österreichischer Vizekonsul in Khartum sowie Lehrer an der österreichischen Missionsschule in Gondokoro (Sudan). Er wurde während des Mahdi-Aufstandes ermordet.
Heeresmuseumstraße, seit 1958, nach dem dortigen Heeresgeschichtlichen Museum , das sich im Wiener Arsenal befindet.
Hegergasse, seit 1894, nach Ignaz Jakob Heger (1808-1854), dieser war in Österreich Förderer und Verbreiter der Gabelsberger Stenographie
Heinrich-Drimmel-Platz, seit 1997, nach Dr. Heinrich Drimmel (1912-1991), dieser war 1954-1964 österreichischer Unterrichtsminister, dann Vizebürgermeister von Wien (1964-1969)
Helmut-Qualtinger-Gasse, seit 2002, nach Helmut Qualtinger (1928-1986), einem bekannten österreichischen Schauspieler, Kabarettisten und Schriftsteller
Henneberggasse, seit 1979, nach Prof. Dr. Ottokar Hans Henneberg (1891-1965), er war seinerzeit Rektor der Tierärztlichen Hochschule (heute Veterinärmedizinische Universität Wien) und lieferte Forschungsbeiträge zur Fleischuntersuchung
Henslerstraße, seit 1905, nach Karl Friedlich Hensler (1759-1825), einem österreichischen Theaterdirektor und Theater-Schriftsteller
Hetzgasse, Benennungsdatum unbekannt, nach dem 1755-1796 dort stehendem Hetztheater, in dem Tiere aufeinander gehetzt wurden. Als das Theater durch einen Brand zerstört wurde, durfte es aus Gründen der Sittlichkeit nicht mehr aufgebaut werden. Das Wiener Idiom "Das war eine Hetz'" (Das war ein Spaß) leitet sich ebenfalls vom Hetztheater ab.
Herma-Bauma-Platz, seit 2005, nach Herma Bauma, einer österreichischen Leichtathletin und Handballerin, 1948 Olympiasiegerin im Speerwerfen.
Hermine-Jursa-Gasse, seit 2002, nach Hermine Nierlich-Jursa (1912-2000), einer österreichischen Widerstandskämpferin im Zweiten Weltkrieg und späteren Wiener Bildungs- und Frauenreferentin.
Hießgasse, seit 1875, nach Laurenz Hieß (1736-1819), einem Fabrikanten, dessen gespendetes Hießsches Stiftungshaus (Haus Nummer 8) Hilfe für arme Dienstmädchen bot
Hintere Zollamtsstraße, seit 1862, davor Am Glacis, nach 1847 erbauten örtlichen Zollamtsgebäude, das im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Heute sind dort Büros des Bundesrechenamts
Hintzerstraße, seit 1902, nach Gottlieb Hintzer (1731-1805), einem Wohltäter, der eine Stiftung für arme Landstraßer Bürger errichtete
Hofmannsthalgasse, seit 1932, nach Dr. Hugo von Hofmannsthal (1874-1929), er war Schriftsteller verschiedenster Ausprägungen und Mitbegründer der Salzburger Festspiele
Hohlweggasse, Benennungsdatum unbekannt, davor teilweise Gerlgasse, benannt nach dem Hohlweg, der im 14. Jahrhundert von der Wieden durch ein römisches Gräberfeld in die Landstraße führte.
Hörnesgasse, seit 1875, davor Badgasse, nach Dr. Moritz Hoernes [sic] (1815-1868), einem Geologen, Paläontologen und Mineralogen.
Hüttenbrennergasse, seit 1907, verkürzt 2001, nach Anselm Hüttenbrenner (1794-1868), einem Dichter und Komponisten zur Zeit Beethovens und Schuberts
Hyegasse, seit 1910, nach Univ. Prof. Dr. Anton Freiherr von Hye-Glunek (1807-1894), einem Juristen, der maßgeblich am Pressegesetz (1849) und Strafgesetz (1852) mitwirkte. 1867 war er zudem Justiz- und Unterrichtsminister.

I
Ing.-Rudolf-Sallinger-Platz, seit 1992, nach Ing. Rudolf Sallinger (1916-1992), ehemals Prädisent der Wirtschaftskammer (1964-1990), Begründer der Sozialpartnerschaft sowie Obmann des österreichischen Wirtschaftsbundes (1966-1989), Nationalratsabgeordneter der ÖVP
Invalidenstraße, seit 1883, nach dem dortigen unter Josef II bestehenden Invalidenhaus (gegründet 1787). 1909 wurde es nach Lainz bzw. Speising übersiedelt.

J
Jacquingasse, seit 1875, davor Magazingasse, nach Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin (1727-1817), einem bedeutenden österreichischen Naturforscher, er war erster Direktor des nahen Botanischen Gartens am Rennweg.
Jauresgasse, seit 1919, davor Richardgasse, zwischenzeitlich Lustig-Prean-Gasse (1934-1938,1945/46), Richthofengasse (1938-1945); nach Jean Jaurès (1859-1914), seinerzeit Führer der französischen Sozialdemokraten und Gegner des Antisemitismus und Nationalismus.
Johannesgasse, Benennungsdatum unbekannt, davor auch (St.) Johannesstraße, nach der dortigen Kirche Zum hl. Johannes dem Täufer des Johannesordens
Joseph-Schmidt-Platz, seit 1995, nach dem rumänischen Tenor Joseph Schmidt (1904-1942)
Juchgasse, seit 1919, davor Rudolfsgasse, davor Haltergasse (bis 1862), nach Ernst Juch (1838-1909), einem Wiener Zeichner, Maler, Karikaturist und Illustrator

K
Kaisergartengasse, seit 1897, davor Hühnergasse, Hahnlgasse, in Erinnerung an den örtlichen kaiserlichen Lustgarten (1845 aufgelöst und verbaut)
Kappgasse, seit 1975, nach Ing. Gisbert Kapp (1852-1922), einem Ingenieur für Maschinenbau (Verdienste um Dynamos und Transformatoren) und Professor der Elektrotechnik
Kärchergasse, seit 1897, nach Karl Kärcher (1820-1874), er stiftete sein Haus den armen Geschäftsleuten des Ortes
Kardinal-Nagl-Platz, seit 1914, davor Thomasplatz, davor Thomas- und Schulgasse (bis 1898), nach Kardinal Dr. Franz Xaver Nagl (1855-1913), Erzbischof von Wien (1911-1913), geboren in der Landstraße
Karl-Borromäus-Platz, seit 1908, davor Gemeindeplatz, zu Ehren dem Heiligen Karl Borromäus (1538-1584)
Karl-Farkas-Gasse, seit 2002, nach Karl Farkas (1892-1971), einem bekannten österreichischen Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Drehbuchautor
Kegelgasse, seit 1862, davor Brunn-, Koller-, Zoll- und Gestettengasse, nach dem dortigen Hausschild "Zum goldenen Kegel"
Keilgasse, seit 1909, ehemals Teil der Hohlweggasse, verweist auf den einst keilkörmigen Verlauf der Gasse
Keinergasse, seit 1832, davor Michaelergasse (um 1797), 1862 erweitert (Einbezug der Feldgasse), benannt nach Bernhard Keiner (1726-1785), Gärtner und Grundbesitzer in diesem Gebiet
Kelsenstraße, seit 1981, davor teils Marx-Meidlinger-Straße, nach dem Juristen Dr. Hans Kelsen (1881-1973), er war 1920 Mitgestalter der österreichischen Bundesverfassung, außerdem Begründer der Reinen Rechtslehre bzw. der darauf aufbauenden Wiener rechtstheoretischen Schule.
Khunngasse, seit 1892, nach Franz Ritter von Khunn (1802-1892), seinerzeit Gemeinderat und zuständig für die Armenfürsorge, auch mehrmals stv. Bürgermeister, spendete Teile seines Vermögens den Armen
Kirchenweg, der Kirchenweg wurde am 25.10.1987 eröffnet.
Kleingasse, seit 1862, davor Kleine Gasse, nach Dr. Johann Wilhelm Klein (1765-1848), jenem Jurist und Pädagogen, der war ehrenamtlich Armenbezirksdirektor, darüber hinaus gründete und leitete er einst die erste öffentliche Blindenanstalt auf der Landstraße Nr. 19
Kleistgasse, seit 1877, davor Tegetthoffgasse, nach dem Dichter Heinrich von Kleist (1777-1811)
Klimschgasse, seit 1862, davor teilweise Hafengasse, nach Johann Klimsch (1781-1826), er ermöglichte die Gassenerrichtung durch Abgabe seines Grundes
Klopsteinplatz, seit 1910, nach Anton Klopstein Freiherr von Ennsbruck (1763-1824), einem Oberst in den napoleonischen Kriegen, besondere Verdienste 1809 in der Schlacht bei Aspern
Kölblgasse, Benennungsdatum unbekannt, nach dem Fleischhauer Ignaz Kölbl (1789-1850), er ermöglichte die Gassenerrichtung durch Abgabe seines Grundes
Kollergasse, seit ca. 1860, nach Michael Koller (1802-1892), einem Realitätenbesitzer, er gab um 1860 den Grund zur Eröffnung der Straße frei
Kolonitzgasse, seit 1862, davor Seilergasse, nach Leopold Graf Kollonitsch [sic!] (1631-1707), Bischof von Wiener Neustadt, Erzbischof von Gran und Primas von Ungarn, er gründete wichtige Einrichtungen (Kirchen, Spitäler, Schulen, Armenhäuser) und engagierte sich persönlich während der Pestepidemie (1679) und der zweiten Türkenbelagerung (1683)
Kolonitzplatz, seit 1873, siehe Kolonitzgasse
Krieglergasse, seit 1855, nach der seinerzeit mindestens seit 1693 ortsansässigen Gärtnerfamilie Kriegler
Krummgasse, seit 1862, davor Krongasse, nach dem seinerzeit gekrümmten Verlauf dieser Gasse
Kübeckgasse, seit 1876, nach Karl Friedrich Freiherr von Kübeck (1780-1855), seinerzeit Reichsratsvorsitzender und verantwortlich für den Aufbau des Eisenbahnnetzes, Münz-, Telegraphen- und Bergwesens
Kundmanngasse, seit 1919, davor Sophienbrückengasse, davor Blumengasse (um 1800), nach Carl Kundmann (1838-1919), einem Wiener Bildhauer, u.a. Schöpfer der Pallas Athene vor dem österreichischen Parlament

L
Lagergasse, seit ca. 1860, nach Ziegelbrennereibesitzer Josef Lager (1790-1867), um 1860 Errichter des ersten Hauses der Gasse
Landstraßer Gürtel, seit 1873, zu Ehren des alten Vorstadtnamens, die Straße wurde anstelle des dortigen Linienwalls angelegt
Landstraßer Hauptstraße, davor Obere und Untere Landstraße, davor Paulusgrund-Hauptstraße mit Kirchenplatz (bis 1862), nach dem ehemaligen Vorstadtnamen Landstraße, der bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht. Die Landstraße war eine bedeutende Ausfallsstraße von Wien Richtung Ungarn.
Leberstraße, seit 1907, davor Über dem Kanal (seit 1872), Leber ist eine veraltete Bezeichnung für eine künstlich aufgeschüttete Erhebung zur Grenzmarkierung oder als Grabhügel
Lechnerstraße, seit 1905, davor Haltergasse, nach Georg Lechner (1854-1900), einem Postbeamten, der 160 000 Kronen den Armen überließ
Leonhardgasse, seit 1862, davor Leonhardigasse, nach dem alten Hausschild "Zum hl. Leonhard" auf Nr. 24. Der heilige Leonhard gilt als Schutzpatron der Pferde.
Lilienthalgasse (evtl. T lt. Online-Plan, lt. Satellit+Handplan weitergehend, nicht prüfbar), seit 1933, nach Otto Lilienthal (1848-1896),Pionier in der Gleitflugtechnik
Linke Bahngasse, seit 1857, davor Am Kanal, diese Gasse liegt links neben der heutigen Wiener S-Bahn-Linie S1. Die Bahnstrecke wurde ursprünglich 1857 als Verbindung zwischen Nord- und Südbahn gebaut.
Lissagasse, Benennungsdatum unbekannt, in Erinnerung an die Seeschlacht von Lissa (1866), die Admiral Wilhelm von Tegetthoff gewann
Lisztgasse, seit 1913, davor Daffingergasse, nach dem Komponisten und Pianisten Franz Liszt (1811-1886)
Litfaßstraße, seit 1983, nach Ernst Litfaß (1816-1874), einem Drucker und 1855 Erfinder der gleichnamigen Litfaßsäulen .
Lorbeergasse, seit 1862, nach den Lorbeeren, diese sind altgriechische Symbole für den Sieg im Krieg und Sport
Lothringerstraße, seit 1904, in Erinnerung an das Adelsgeschlecht Lothringen, durch die Heirat von Franz Stephan von Lothringen mit Maria Thersia entstand 1736 das Haus Habsburg-Lothringen
Löwengasse, seit 1862, davor teilweise Kirchengasse, nach dem dortigen Hausschild "Zum goldenen Löwen" auf Nr. 29, bestehend seit mindestens 1765
Löwenherzgasse, seit 1874, nach dem englischen König Richard Löwenherz, in Erinnerung an seine Gefangennahme in Ertpurch (Erdberg)
Ludwig-Koeßler-Platz, seit 1928, zwischenzeitlich Langemarckplatz (1938-1945), nach Dr. Ludwig Koeßler (1861-1927), seinerzeit Mitbegründer der Wiener Urania
Lustgasse, seit 1904, in Erinnerung an den örtlichen kaiserlichen Lustgarten, der das Palais des Grafen Harrach umgab. Jener wurde 1845 aufgelöst und verbaut.

M
Magazingasse, seit 1831, nach dem einst dort gelegenen Lebensmittelmagazin des Militärs (1750-1889)
Maiselgasse, seit 1995, nach Karl Maisel (1890-1982), seinerzeit ÖGB-Vizepräsident (Sozialdemokratische Gewerkschaft), Sozialminister (1945-1956), und Präsident der Wiener Arbeiterkammer
Maria-Eis-Gasse, seit 1960, nach Maria Eis (1896-1954), einer Theater- und Filmschauspielerin
Maria-Jacobi-Gasse, seit 2002, nach Maria Jacobi (1910-1976), ihrerzeit Gemeinderätin (1945-1975), Stadträtin für Wohlfahrtswesen (1959-1973), u.a. Verdienste um soziale Einrichtungen wie Pensionistenklubs und Pensionistenheime.
Marianne-Hainisch-Gasse, seit 2002, nach Marianne Hainisch (1839-1936), Gründerin des Bundes österreichischer Frauenvereine (einer Frauenbewegung) und Kämpferin für die Frauenrechte (Frauenwahlrecht, Muttertag), außerdem Mutter von Dr. Michael Hainisch, seinerzeit Bundespräsident (1920-1928).
Marilaungasse, seit 1900, nach Dr. Anton Kerner von Marilaun (1831-1898), Pflanzenforscher und seinerzeit Direktor des Botanischen Gartens
Markhofgasse, seit 1890, nach Adolf Ignaz Mautner Ritter von Markhof (1801-1889), seinerzeit Eigentümer des St. Marxer Brauhauses
Marokkanergasse, seit ca. 1790, in Erinnerung den Besuch der marokkanischen Abordnung zum Zwecke der Abschlusses von Freundschafts- und Handelsverträgen 1782, Namensgeberin der Marokkanerkaserne
Marxergasse, seit 1910, davor Kettenbrückengasse und Spitalgasse, nach Anton Marxer (1703-1775), Weihbischof von Wien (1749), er förderte das Landstraßer Waisenhaus
Matthäusgasse, Benennungsdatum unbekannt, nach Matthäus Mayer (1807-1878), dem ersten Bezirksvorsteher des Landstraße (1862-1876)
Mechelgasse, seit 1875, davor Magazingasse, nach dem Kupferstecher Christian von Mechel (1737-1817)
Messenhausergasse, seit 1872, davor bekannt als Mitterpointleiten, nach Cäsar Wenzel Messenhauser (1813-1848), Künstlername Wenzeslaus March, er verfasst u.a. das Freiheitsdrama Demosthenes, darüber hinaus war er führender Verteidiger in der Belagerung der Stadt Wien im Zuge des Revolutionsjahres 1848. Dabei wurde er standrechtlich erschossen.
Metternichgasse, seit 1871, nach Clemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich (1773-1859), seinerzeit Staatskanzler, Leiter des Wiener Kongresses und verantwortlich für das damalige Polizeiregime. An der Nr. 12 befindet sich das Palais Bourgoing.
Modecenterstraße, seit 1979, beschreibt das Textilzentrum, welches 1977/78 anstelle des dortigen Auslandsschlachthofes errichtet wurde.
Mohsgasse, Benennungsdatum unbekannt, nach Dr. Friedrich Mohs (1773-1839), Mineraloge und Kristallograph, Univ. Prof. der Gesteinsforschung, weiters Entwickler der Härteskala
Münzgasse, seit 1862, davor T, verweist auf das naheliegende Hauptmünzamt (erbaut 1835-1837), siehe Münze Österreich.

N
Neulinggasse, seit 1862, davor Grasgasse, ursprünglich Grasweg, zwischenzeitlich Schredtgasse (1938-1945), nach Vinzenz Neuling (1795-1846), alteingessener und beliebter Brauhaus- und Gastwirtschaftsbetreiber (Neuling's Etablissement)
Nottendorfer Gasse, seit 1899, in Erinnerung an das dortige Nottendorf ("Dorf der Genossen"), einem kleinen mittelalterlichen Ort der flämischen Weber und Färber. Das Dorf wurde 1529 von den Türken vernichtet.

O
Obere Bahngasse, seit 1862, diese Gasse liegt neben der heutigen Wiener S-Bahn-Linie S1. Die Bahnstrecke wurde ursprünglich 1857 als Verbindung zwischen Nord- und Südbahn gebaut.
Obere Viaduktgasse, seit 1862, nach der dortigen auf Viadukten gebauten Verbindungsstrecke der Nord- und Südbahn, heute ein Teilstück der S-Bahn-Linie S1.
Obere Weißgerberstraße, seit 1878, davor Weißgerber (Haupt-)straße, in Erinnerung des alten Vorstadtnamens Weißgerber, heute eingemeindeter Teil des dritten Bezirks
Oberzellergasse, seit 1900, nach Anton Oberzeller (1816-1882), einem Hof- und Wagenschmied, seinerzeit stv. Bezirksvorsteher
Ölzeltgasse, seit 1875, nach Anton Oelzelt-Newin [sic!] (1817-1875), ein damaliger Hof- und Stadtbaumeister, der hier die ersten Häuser errichtete, weiters war er maßgeblich beteiligt am Bau einer Wasserleitung sowie eines Armenhauses in Mauer
Ottogasse, seit 1862, der Grund der Namensgebung ist nicht mehr bekannt

P
Paracelsusgasse, seit 1907, nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493-1541), Künstlername Paracelsus, einem Arzt, Naturforscher und Wegbereiter der europäischen Heilkunde, außerdem Verfasser von religionsphilosophischen und sozialpolitischen Texten
Paragonstraße, seit 1979, in Erinnerung an die einstige Druckerei Paragon, vgl. Paragone
Parkgasse, seit 1876, davor Badgasse, zurückzuführen auf den ehemaligen Park des ehemaligen Palais Rasumofsky, auf dem die Gasse teilweise errichtet wurde.
Paulusgasse, seit 1797, nach dem Apostel Paulus benannt, er ist ebenso wie Petrus Schutzheiliger der Erdberger Pfarrkirche
Paulusplatz, seit 1862, davor Paulusgrund, Benennungsgrund siehe Paulusgasse
Petrusgasse, nach dem Apostel Petrus benannt, er ist ebenso wie Paulus Schutzheiliger der Erdberger Pfarrkirche
Pettenkofengasse, seit 1899, nach dem Künstler August von Pettenkofen (1821-1889), er malte Zigeuner- und Puszta-Motive
Pfarrhofgasse, seit 1862, davor Pfarrgasse, nach dem ehemals hier gelegenen Pfarrhof der Rochuskirche (siehe Rochusviertel)
Pfefferhofgasse, seit ca. 1860, nach dem dortigen Pfefferhof, einem Hof mit Gastwirtschaft und Gastgarten
Platz der Opfer der Deportation, seit 1994, im Gedenken an die vom Aspangbahnhof deportierten Opfer des NS-Regimes
Posthorngasse, seit 1862, davor Adlergasse, nach einem ehemaligen dortigen Gasthaus Zum Posthörndl, nachweisbar bis mindestens 1776
Praetoriusgasse, seit 1892, nach Arzt Dr. Christian Ludwig Praetorius (1834-1890), er war Gemeinderat von Erdberg, überdies vermachte er seine medizinische Bibliothek dem Rudolfspital
Prinz-Eugen-Straße, seit 1911, davor Heugasse, nach dem Feldherr Prinz Eugen von Savoyen, der u. a. gegen die Türken kämpfte und das Schloss Belvedere erbauen ließ

Q
(Helmut-)Qualtinger-Gasse, siehe Buchstabe H

R
Rabengasse, seit 1862, nach den Raben, die durch das gehäutete Vieh des seinerzeit ansässigen Freimanns angelockt wurden
Radetzkyplatz, seit 1876, nach dem Feldherrn Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz (1766-1858), er war Generalkommandant der österreichischen Armee in Oberitalien und entwarf die Stratege für die Völkerschlacht bei Leipzig (Niederlage Napoleons). Siehe auch Radetzkymarsch
Radetzkystraße, seit 1909, davor teilweise Pfefferhofstraße, siehe Radetzkyplatz
Rasumofskygasse, seit 1862, davor Badgasse, Kettenbrückengasse, Rauchfangkehrergasse, nach Andreas Rasumofsky (1752-1836), seinerzeit russischer Gesandter in Wien, er veranlasste den Bau des dortigen Palais Rasumofsky (bis vor kurzem Heimat der Geologischen Bundesanstalt, 2003 an private Investoren verkauft) sowie den Bau der heutigen Rotundenbrücke.
Rechte Bahngasse, seit 1862, davor Am Kanal, diese Gasse liegt rechts neben der heutigen Wiener S-Bahn-Linie S1. Die Bahnstrecke wurde ursprünglich 1857 als Verbindung zwischen Nord- und Südbahn gebaut.
Reisnerstraße, seit 1862, davor Untere bzw. Obere Reisnerstraße, nach Heinrich Reisner (1791-1855), einem Bankier bzw. Hofkammerdiener, er und seine Frau Therese ließen in diesem Gebiet die ersten Zinshäuser errichten
Reitschulsteg,, Benennungsdatum unbekannt, nach der 1735 erbauten Winterreitschule in der Hofburg
Rennweg, Benennungsdatum unbekannt, früher Rennweggasse, davor Laufsteig (um 1340), zurückzuführen entweder auf Rainweg (Roanweg, Weg zwischen den Feldern) oder auf dort abgehaltene Wettrennen
Riesgasse, seit 1906, nach dem Komponist Ferdinand Ries (1784-1838), einem Schüler von Beethoven, der auch eine Biografie über in schrieb
Rinnböckstraße, seit ca. 1864-1869, nach Josef Rinnböck (1860-1880), einem Hausbesitzer, Deichgräbermeister, und Gastwirt, der seinerzeit auch Gemeinderat des angrenzenden Simmerings war (1864-1867 und 1870-1880)
Robert-Hochner-Park, Benennungsdatum: 1. Dezember 2009, die Parkanlage (Code Nr. 20308) in 1030 Wien, zwischen Helmut-Qualinger-Gasse / Marianne-Hainisch-Gasse / Karl-Farkas-Gasse, wird nach Robert Hochner (30. August 1945 bis 12. Juni 2001; Journalist) in "Robert-Hochner-Park" benannt
Rochusgasse, seit 1862, davor Sterngasse, nach dem Heiligen Rochus, dem Schutzheiligen gegen Seuchen und Namenspatron der dortigen Pfarrkirche Zum hl. Rochus und Sebastian
Rochusmarkt, siehe Rochusgasse
Rubin-Bittmann-Promenade, Benennungsdatum: 4. Mai 2010, die Verkehrsfläche (Code Nr. 12713) in 1030 Wien, Bittmannpromenade, wird in Ergänzung mit dem zweiten Familiennamen Rubin in "Rubin-Bittmann-Promenade" benannt
Rudolf-von-Alt-Platz (mit E), seit 1907, nach dem Landschaftsmaler Rudolf von Alt (1812-1905)
Rüdengasse, seit 1862, davor Große Rüdengasse, teilweise Rabengasse, nach dem einstigen Rüdenhof, einer großen Meierei mit Stallungen, diese wurde auch von Hofjägern genutzt, hier wurden deshalb etliche Jagdhunde (Rüden) gehalten und abgerichtet. Von 1928 bis 2003 befand sich hier der Wiener Jugendgerichtshof, bevor er auf Anweisung des Justizministers Dieter Böhmdorfer geschlossen wurde.

S
Salesianergasse, seit ca. 1862, davor Waaggasse (bis ca. 1850), nach dem dortigen Kloster mit Kirche namens Mariä Heimsuchung der Salesianerinnen. Diese katholische Ordensgemeinschaft wurde 1610 vom hl. Franz von Sales und der hl. Johanna Franziska von Chantal gegründet. 1716 wurde der Orden hierher berufen.
Salmgasse, seit 1862, davor Gemeindegasse, nach dem Feldhauptmann Niklas Graf Salm (1459-1530), er war gewaltsamer Beendiger des Ennstaler Knappenaufstandes 1525 und später Stadtkommandant von Wien bei der ersten Türkenbelagerung.
Schimmelgasse, seit 1862, davor Sechsschimmelgasse, in Erinnerung an das früher dort gewesene Gasthaus Zum Schimmel
Schlachthausgasse, seit 1862, davor Hohlwegstraße, nach dem dort 1846-1848 erbauten städtischen Schlachthof Sankt Marx.
Schlechtastraße (führt zu KGV), seit 1907, verlängert 2001, nach Franz Xaver von Schlechta von Wssehrd [sic!] (1796-1875), einem Dichter, Finanzbeamten und später Diplomaten, dessen Spezialgebiet die Literatur und Kultur Persiens und der Türkei war
Schnirchgasse, seit 1888, nach Ing. Friedrich Schnirch (1791-1868), einem Pionier des Brückenbaus
Schrottgasse, seit 1910, nach Dr. Josef Schrott (1811-1888), einem Universitätsprofessor für Wirtschaftswissenschaft, er leistet Beiträge auf dem Gebiet der Buchhaltung
Schützengasse, seit 1869, davor Auf der Schutzen, zurückzuführen auf das einstige Wirtshaus mit Hausschild "Zum Schützen"
Schwalbengasse, seit 1862, nach den vielen Schwalben, die hier angeblich früher in den Höfen der Fuhrwerker nisteten
Schwarzenbergplatz, seit 1880, zwischenzeitlich teilweise Stalinplatz (1946-1956), nach dem Feldmarschall Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg (1771-1820), seinerzeit Anführer der siegenden alliierten Truppen bei der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 im napoleonischen Krieg. 1814 kam es unter seiner Führung zum Frankreich-Feldzug bis nach Paris.
Schweizer-Garten-Straße, seit 1958, benannt nach dem dortigen Schweizer Garten. Dieser Park erhielt seinen Namen im Gedenken an die Schweizer Unterstützung von Österreich im Ersten Weltkrieg
Sebastianplatz, seit 1905, nach dem heiligen Sebastian, neben dem hl. Rochus Schutzpatron der Landstraßer Pfarrkirche. Seit 1970 befindet sich hier die Evangelische Pauluskirche der Evangelischen Pfarrgemeinde A.B.
Sechskrügelgasse, seit 1870, davor Krügelgasse, übernommen von einem ehemaligen Hausschild "Zu den sechs Krügeln" auf Nr. 2
Seidlgasse, seit 1876, davor Obere Gärtnergasse, nach Johann Gabriel Seidl (1804-1875), einem Archäologen, Dichter und Erzähler
Seippgasse, seit 1959, nach dem Theater-Schriftsteller Christoph Ludwig Seipp (1747-1793), seinerzeit Direktor des ehemaligen Landstraßer Theaters
Siegelgasse, seit 1862, davor Spiegelgasse, in Erinnerung daran, dass der Stadt Wien 1461 erlaubt wurde, den Doppeladler im Siegel und Stadtwappen zu führen, nach dem die Stadt Kaiser Friedrich III. gegen seinen Bruder Herzog Albrecht VI. unterstützt hatte
Sparefrohgasse, seit 1965, zur Erinnerung daran, dass die ehemalige Zentralsparkasse Wien (heute: Bank Austria) das Sparefrohmännchen als Symbol für den Spargedanken bei Kindern schuf
St. Nikolaus-Platz, seit 1904, im Gedenken an das bis 1529 hier bestehende befestigte Zisterzienserinnen-Kloster St. Niklas, aus dem die Vorstadt Landstraße ursprünglich entstand
Stammgasse, seit 1865, nach den einst hier vorhandenen weitläufigen Gärten
Stanislausgasse, seit 1862, nach Dr. Stanislaus von Neymister (1806-1874), einem Hof- und Gerichtsadvokaten, der hier das erste Haus baute
Steingasse, Benennungsdatum unbekannt, nach Univ. Prof. Dr. Anton Stein (1759-1844), einem Philologen und Literaturwissenschaftler
Stelzhamergasse, seit 1907, nach Franz Stelzhamer (1802-1874), einem aus Oberösterreich kommenden Mundartdichter und Verfasser von Novellen sowie sozialkritischen Texten
Streichergasse, seit 1893, nach Johann Baptist Streicher (1795-1871), einem Klaviererzeuger und Gastgeber vieler Konzerte in der Ungargasse 27, außerdem Mitbegründer des niederösterreichischen Gewerbevereins
Strohgasse (E, unterbrochen), seit 1862, nach dem hier ehemals anzutreffenden Strohspeicher der Heumarktkaserne

T
Tongasse, seit 1862, davor Zieglergasse, der Name geht zurück auf die Töpfer und Tonwarenerzeuger, die hier ihre Niederlassungen hatten
Traungasse, Benennungsdatum unbekannt, nach dem Grafentum Abensberg-Traun, welches hier 1683 ein Palais samt Garten errichten ließ.
Trubelgasse, seit 1893, nach dem Holzhändler Ludwig Trubel (1832-1891), seinerzeit Gemeinderat der Vorstadt Erdberg. Trubels Enkel Otto (1885-1966) war Schöpfer vieler Landschaftsansichten von Erdberg.

U
Uchatiusgasse, seit 1881, nach Franz Freiherr von Uchatius (1811-1881), ein österreichischer General der Artillerie und Waffentechniker, der den Kanonenbau verbesserte.
Ungargasse, Benennungsdatum unbekannt, ursprünglich Hungargasse (urkundlich erwähnt 1444), teilweise früher auch Stuckgasse, zurückzuführen auf die Ungarischen Kaufleute, die viele Jahrhunderte lang diese Straße als Transitweg für den Warenhandel nutzten und dabei in den hiesigen Herbergen und Gastwirtschaften übernachteten.
Ludwig van Beethoven wohnte in der Ungargasse 5 und vollendete dort seine 9. Sinfonie mit der heutigen Europahymne.
Ebenfalls im selben Haus wohnte und starb der slowakische Dichter Ján Kollár 1849 - 52.
Weitere Bekanntheit erlangte diese Gasse durch Ingeborg Bachmanns Roman Malina. Bachmann selbst wohnte allerdings in der benachbarten 'Beatrixgasse'.
Untere Viaduktgasse, seit 1862, nach der dortigen auf Viadukten gebauten Verbindungsstrecke der Nord- und Südbahn, heute ein Teilstück der S-Bahn-Linie S1.
Untere Weißgerberstraße, seit 1862, in Erinnerung an den alten Vorstadtnamen Weißgerber, heute eingemeindeter Teil des dritten Bezirks

V
Veithgasse, seit 1877, zwischenzeitlich Uhdegasse (1938-1947), nach Dr. Johann Emanuel Veith (1787-1876), seinerzeit der zweite Domprediger zu St. Stephan (Wiener Stephansdom), weiters Professor der tierärztlichen Hochschule (heute Veterinärmedizinische Universität), außerdem Schriftsteller (Gedichte, Erzählungen)
Victor-Braun-Platz, Benennungsdatum: 4. Mai 2010, die Verkehrsfläche (Code Nr. 04196) in 1030 Wien, platzartige Fläche im Bereich zwischen Landstraßer Hauptstraße ONR 137 und ONR 137A, vor der Herz-Jesu-Kirche, wird nach Victor Braun in "Victor-Braun-Platz" (5. Juni 1825 bis 18. Mai 1882; Priester, Ordensgründer) benannt.
Viehmarktgasse, seit 1862, nach dem Viehmarkt beim Schlachthof Sankt Marx. Ursprünglich befand sich der Viehmarkt am Ochsengrieß (nahe dem heutigen Wien Mitte), bevor er 1797 hierher verlegt wurde. Der Bau des zugehörigen Schlachthofes erfolgte erst 1846-1848, der Viehmarkt wurde im Laufe der Jahre langsam vergrößert und schließlich 1904 in eigenen Hallen untergebracht.
Vordere Zollamtsstraße, seit 1862, nach dem dort 1840-1844 errichteten Zolloberamtsgebäude. (vgl. Hintere Zollamtsstraße)

W
Wällischgasse, seit 1905, nach den einstigen wällischen Gärten (italienischen Gärten) dieser Gegend. Diese Weingärten wurden ursprünglich vom aus Verona vertriebenen Adelsgeschlecht della Scala angelegt und 1445 von Oria della Scala an die ortsansässigen beschuhten Augustiner-Eremiten verschenkt.
Wassergasse, seit 1862, davor D'Orsay-Gasse, benannt nach ihrer Ausrichtung zum Donaukanal ("zum Wasser")
Wedlgasse, seit 1910, nach Dr. Karl Wedl (1815-1891), er war Anatom und Histologe und Univ. Prof. in Wien, sein Vermögen vererbte er der Akademie der Wissenschaften
Weinlechnergasse, seit 1910, nach Dr. Josef Weinlechner (1829-1906), ein Chirurg und Universitätsprofessor, er gilt als Pionier der pädiatrischen Chirurgie dieser Zeit und war Leiter der Chirurgie im St. Anna-Kinderspital
Weißgerberlände, seit 1862, in Erinnerung an die alte Vorstadt Weißgerber, die zusammen mit Landstraße und Erdberg zum 3. Bezirk zusammengelegt wurde. Damals war "Lände" als Begriff für Ufergelände gebräuchlich. Hier war eine der Wiener Hinrichtungsstätten
Werkstättenweg, seit 1884, damals Verbindungsweg zu den dortigen Werkstätten der ÖBB
Weyrgasse, seit 1919, davor Estegasse, nach dem Bildhauer Rudolf Weyr (1847-1914), er war Schöpfer vieler Skulpturen und Reliefs, u.a. das stammt das Brahmsdenkmal auf dem Karlsplatz von Rudolf Weyr
Wildgansplatz, seit 1932, nach dem Dichter Anton Wildgans (1881-1932)
Würtzlerstraße, seit 1897, davor Antonsgasse, nach dem Arzt Dr. Ladislaus von Würtzler (1847-1896), der die Armen der Gegend kostenlos versorgte

Z
Zaunergasse, seit 1894, davor Michaelgasse, nach dem Bildhauer Franz Anton Zauner Edler von Felpatan (1746-1822), von ihm stammt u.a. das Reiterdenkmal Josephs II., für dessen Erstellung er mit lebenslanger Pension in den Adelsstand erhoben wurde.
Ziakplatz, seit 1990, nach Prof. Dr. Karl Ziak (1902-1987), einem Schriftsteller und Cheflektor der Büchergilde Gutenberg, der Heimatbücher über Wien verfasste
Ziehrerplatz, seit 1933, davor Rochusplatz, nach dem Komponisten und Hofkapellmeister Carl Michael Ziehrer (1843-1922).
Zollgasse, seit 1862, davor Kegelgasse, zurückzuführen auf das 1841-1847 erbaute Hauptzollamt.

Quelle: Wikipedia, überarbeitet und ergänzt.

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