Die Bundeshauptstadt

10. Bezirk - Buchengasse

Die Buchengasse befindet sich seit 1874 im 10. Wiener Gemeindebezirk, Favoriten. Sie wurde 1872 benannt, als die Gasse östlich der Laxenburger Straße noch zum 4., westlich davon zum 5. Bezirk gehörte. Es sollen sich hier am Fuße des Laaer Berges Buchenwälder befunden haben und die Gegend wurde als Jagd- und Weidegrund genutzt. Im Gegensatz dazu soll aber nach dem Lexikon der Wiener Straßennamen von Autengruber die Baumart Buche (Fagus sylvatica) auf dem Laaer Berg nicht heimisch sein. 1875 und 1912 wurde die Buchengasse verlängert.

Verlauf und Charakteristik: Die Buchengasse ist eine sehr lange Gasse mit 178 Hausnummern, die sich nahezu über die gesamte Breite des nördlichen Favoriten erstreckt. Sie beginnt im Osten an der Absberggasse und verläuft, einen Häuserblock weiter südlich, parallel zur Quellenstraße bis zur Triester Straße im Westen. Größtenteils wird sie als Einbahn geführt, – um Durchzugsverkehr zu verhindern, mit wechselnder Fahrtrichtung. Die Buchengasse wird vom Reumannplatz unterbrochen; westlich des Platzes weist sie 20 Häuserblöcke auf, östlich von ihm sieben.

Die Buchengasse ist vollständig von Wohnhäusern gesäumt und berührt lediglich beim Laubeplatz eine Parkanlage. Es gibt keinerlei öffentliche Verkehrsmittel, allerdings sind solche überall in unmittelbarer Nähe. Vor allem im östlichen Gassenteil stammen einige Häuser noch aus der Gründerzeit vom Ende des 19. Jahrhunderts, ansonsten vom Beginn des 20. Jahrhunderts und eher im Westen auch aus der Zeit nach 1945 und aus neuester Zeit.

Bemerkenswerte Gebäude:

Nummer 7−9: Diese Kleinwohnungsanlage wurde 1912 nach Plänen von Otto Richter und Leopold Ramsauer errichtet. Es handelt sich um vier quergestellte Wohnblöcke die in der Mitte durch einen Ladentrakt verbunden sind. Bemerkenswert daran ist, dass diese Wohnanlage bereits Merkmale des kommunalen Wohnbaus der Zwischenkriegszeit vorwegnimmt, auf das Gangküchensytem verzichtet und die Wohnungen vom Treppenhaus aus erschlossen werden.

Nummer 30: Am Wohnhaus Nummer 30 befindet sich ein Steinrelief, dass auf die mutmaßliche Namensgebung der Buchengasse Bezug nimmt und die ehemals hier bestehenden Jagd- und Weidegebiete symbolisiert.

Nummer 42: Auf dem hier befindlichen Wohnhaus ist ein Steinrelief mit der Geburt Christi zu sehen. Es wurde 1967 von G. Zauner geschaffen.

Nummer 61: Das hier befindliche Wohnhaus trägt ein großes Blumenmosaik, gezeichnet mit L. C. Pfeffer.

Nummer 67: An dieser Stelle befand sich der Rote Hof.

Nummer 77: Das Postamt an der Ecke zur Columbusgasse wurde 1928 / 1929 nach Plänen von Josef Aicher und Alfred Gerger errichtet. Es handelt sich um einen bemerkenswerten kubisch-blockhaften Bau, dessen fünfgeschossige, vertikal gegliederten Fronten gegen das überhöhte, horizontal gegliederte Stiegenhaus abgesetzt sind.

Nummer 95−97: Zwischen Siccardsburggasse und Leebgasse befindet sich die ehemalige Maschinenfabrik M. Luzzatto. Sie wurde 1906/07 nach Plänen von Ludwig Schmidl erbaut. Der Sichtziegelbau birgt eine dreischiffige Werkshalle mit Galerien. Die Längs- und Querschifffronten sind übergiebelt und durchfenstert. Die Dachflächen sind zum Teil verglast. Im Inneren befinden sich Holztramdecken auf Gußeisenständern.

Nummer 108: Pfarrkirche Dreimal Wunderbare Muttergottes

Nummer 131–133: Diese Wohnhausanlage wurde 1974 nach Plänen des Architekten Herbert Ursprunger errichtet. Die lebhafte Straßenfassade wird durch Balkone, Loggien, Erker und Dachterrassen sowie durch die Farbgebung akzentuiert. Die gesamte Liegenschaft umfasst 1700 m².

Nummer 139: Auf diesem Wohnhaus befindet sich ein großflächiges Mosaikbild (36 m²) von Wolfgang Hutter aus dem Jahr 1958. Es zeigt Pflanzen und Gestirne.

Nummer 155-157 Terrassenhaus: 2004/08 wurde auf einem Teil der ehemaligen Tarbuk-Gründe eine große neue und innovative Wohnhausanlage errichtet. Sie fällt durch ihre abwechslungsreiche Formgebung und intensive Farbgestaltung auf.

Siehe auch: Zierbrunnen in der Buchengasse.

Quelle: Text: Wikipedia, Bilder: Thomas Ledl unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 und Buchhändler - Scan eines Fotos von R. Entzmann um 1900, gemeinfrei



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