Die Bundeshauptstadt

Straßennamen, 9. Bezirk

A
Achamergasse, 1903 nach dem Glockengießer Johann Achamer (1651-1712) benannt, der die "Große Pummerin" goß. Hieß zuvor Exnergasse.
Alexander-Nehr-Gasse, seit 1962, Alexander Nehr (1855-1928), Kunstschlosser, schuf den Rathausmann (1882)
Alfred-Grünfeld-Gasse, seit 1925 (1938-1947: Hofhaimergasse), Alfred Grünfeld (1852-1924), Pianist und Komponist
Alser Straße, benannt nach dem Alserbach
Alserbachstraße, seit 1862 (1353: Auf dem Griesz, 1699 Auf den Hürnern, 1719 Auf dem Grieß am Alserbach, 1749 Weiße Löwengasse; nach dem 1840-1846 in diesem Bereich eingewölbten Alser Bach
Althanstraße, seit 1920 (vorher ab 1909: Franz-Josefs-Bahnhof-Straße). Ludwig Joseph Gundacker Althan (1665-1747), General, leistete einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau der schon von seinem Vater gegründeten Vorstadt Althan (heute: Franz-Josefs-Bahnhof)
Altmüttergasse, seit 1892, Georg Altmütter (1787-1858), Technologe, Prof. für mechanische Technologie (1816)
Ari-Rath-Platz, Vom Wiener Kulturamt wurde 2018 im 9. Bezirk nahe der Porzellangasse, wo Rath als Kind gewohnt hatte, und der Liechtensteinstraße der Ari-Rath-Platz benannt
Augasse, seit 1862 (vorher ab 1835: Spittelauer Weg), hier bestanden einst Augebiete der Donau
Ayrenhoffgasse, seit 1894 (vorher ab 1862: Hirschengasse), Cornelius Hermann von Ayrenhoff (1733-1819), Lustspieldichter, Dramatiker; Offizier im Siebenjährigen Krieg, Feldmarschall-Leutnant (1794)

B
Badgasse, nach dem ehemaligen Lichtentaler Bad
Bauernfeldplatz, benannt nach Eduard von Bauernfeld
Beethovengasse, benannt nach Beethoven
Berggasse, seit 1862, nach dem steilen alten Donauuferhang; früher: An der Bergstraße, Holzstraße, Schottenpoint, Am Ochsenbergl
Bindergasse, seit 1862 (vorher ab 1776: Krongasse), hier befanden sich viele Arbeitsstätten und Wohnungen von Fassbindern
Bleichergasse, seit 1862 (vorher: Wachsbleichergasse), nach der hier einst bestandenen Wachsbleiche; Bienenwachs, für die Kerzenerzeugung notwendig, wurde gebleicht
Boltzmanngasse, seit 1913 (vorher: Waisenhausgasse, Carlsgasse, urspr. Spitalberggasse), Dr. Ludwig Boltzmann (1844 bis 1906), Physiker, Univ.-Prof. in Wien und Graz; zählte durch seine Vielseitigkeit und Bedeutung seiner wissenschaftlichen Entdeckungen zu den größten Naturforschern, "Pionier der Atomtheorie"
Borschkegasse, seit 1894 (vorher: Czermackgasse), Dr. Franz Borschke (1848 bis 1892), Rechtsanwalt, stellvertretender Bürgermeister von Wien (1890), Gemeinderat ab 1882
Brünnlbadgasse, seit 1862 (vorher: Brünnlgasse, Bründlgasse, Bründlbadgasse; ein Teil Zwerchgasse, Sauerkräutlergasse), nach der ehemaligen Heilquelle, bereits 1391 "Goldbrünnl" genannt; 1795 wurde das Brünnlbad erbaut und dort eine Wasserheilanstalt eröffnet; bestand bis 1957

C
Canisiusgasse, benannt nach Petrus Canisius (1521-1597), Jesuitenpater, Prediger der Gegenreformation, schrieb 1555 einen "Kleinen Katechismus", der in zwölf Sprachen übersetzt wurde; 1864 Seligsprechung, 1925 Heiligsprechung
Clusiusgasse, seit 1876, Charles de l'Écluse, genannt (Carolus) Clusius (1525 bis 1609), bedeutender Botaniker, Hofbotaniker Maximilians II. und Direktor der kaiserlichen Gärten in Wien, erforschte als erster die Flora der Ostalpen, kultivierte als Erster in Wien Tabak, Rosskastanie, Tulpe und Erdäpfel

D
Dietrichsteingasse, seit 1862, Johann Karl Graf Dietrichstein (1728 bis 1808), Obersthofstallmeister, Gesandter, Günstling von Joseph II.
D'Orsaygasse, seit 1847, Dominika Gräfin d'Orsay von Grimaus (1789 bis 1847), Erbauerin der ersten Häuser in der Gasse
Dreihackengasse, seit 1870, nach dem Gasthaus "Zu den drei Hacken"

F
Fechtergasse seit 1862 (vorher: Zweyfechtergasse, Degengasse, Thury Gässl), nach einem Hausschild "Zu den zwei Fechtern"
Ferstelgasse seit 1886 (vorher: Petrarcagasse), Heinrich von Ferstel (1828 bis 1883), Architekt (Erbauer der Votivkirche), Vertreter des Historismus
Fluchtgasse seit 1862 (vorher ab 1825: Währinger Linienstraße), nach einem Hausschild "Zur Flucht nach Ägypten"
Frankgasse seit 1875, Dr. Johann Peter Frank (1745-1821), deutscher Arzt, Direktor des Allgemeinen Krankenhauses, Hygieniker, genoss internationales Ansehen, wies als einer der ersten auf gesundheitsgefährdende Verhältnisse in den Städten hin
Frankhplatz seit 1935 (vorher ab 1925: Alser Platz), Dr. Josef Frankh, kaiserlicher Rat, widmete 1686 die Gründe, auf denen sich das Allgemeine Krankenhaus befindet
Franz-Salmhofer-Platz seit 1989, Prof. Franz Salmhofer (1900-1975), Komponist, Staats und Volksoperndirektor (1945-1955 bzw. 1956-1963)
Fuchsthallergasse seit 1890 (urspr. ab 1825 Währinger-Linienstraße, ab 1853 Teil der Fluchtgasse), Karl Fuchsthaller (1770-1846), Grundrichter von Michelbeuern (1808-1843), Hausbesitzer, Seidenfabrikant; soziales Engagement
Fürstengasse seit 1862, nach dem 1698 bis 1711 erbauten Palais der Fürsten Liechtenstein

G
Galileigasse seit 1870, Galileo Galilei (1564-1642), Astronom, Physiker, Mathematiker; verwendete als erster das Fernrohr; Untersuchung zur Wurf und Fallbewegung, bewies die Kugelform des Mondes, setzte sich in Gegensatz zur katholischen Kirche, weil er am Weltsystem des Kopernikus (Drehung der Erde um die Sonne) festhielt; von der Kirche 1992 rehabilitiert
Garelligasse seit 1888, Pius Nikolaus Garelli (1675 bis 1739), Leibarzt Kaiser Karls VI., Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Wien
Garnisongasse seit 1862 (vorher: Kirchengasse), nach dem Garnisonsspital, das seit 1920 zum [AKH] gehört
Georg Sigl-Gasse, seit 1888, Georg Sigl (1811-1887), Industrieller (baute Lokomotiven und Druckmaschinen), sozial engagiert, finanzierte u. a. den ersten Kindergarten von Wien
Gießergasse, 1862 nach einer hier von Georg Sigl gegründeten Eisengießerei benannt, danach ab 1879 k. u. k. Technologisches Gewerbemuseum, seit 1979 WUK.
Gilgegasse seit 1910 (vorher: Brünnlmühlgasse), Dr. Karl Gilge (1834 bis 1888), Gemeinderat, Jurist, Besitzer des Brünnlbades
Glasergasse seit 1888 (1938 bis 1945: Scheuchgasse), Dr. Julius Glaser (1831-1885), Jurist, o. Prof. für Strafrecht (1860), Justizminister (1871 bis 1879), liberaler Reformer der Strafgesetzgebung
Grundlgasse seit 1905, Anton Grundl (1825-1896), Pfarrer von Lichtental, ließ 1888 die Pfarrkirche renovieren, Mitbegründer des katholischen Gesellenvereins Alsergrund (Kolpinghaus)
Grünentorgasse seit 1862 (1827 bis 1862 Kirchengasse), nach einem Gasthausschild "Zum grünen Tor", bereits 1793 erwähnt
Günthergasse seit 1875, Dr. Anton Günther (1783-1863), Philosoph, Priester, Begründer einer romantischen Theologie; seine Schüler gründeten den Altkatholizismus
Gussenbauergasse seit 1910, Dr. Carl Gussenbauer (1842-1903), Chirurg, 1894 als Nachfolger seines Lehrers Billroth Leiter der II. Chir. Universitätsklinik in Wien, befasste sich mit Operationstechniken und der Infektion

H
Hahngasse seit 1862 (1853 Weiße Hahngasse, 1938-1945 Senn hofergasse), nach dem Gasthaus "Zum weißen Hahn"
Harmoniegasse seit 1865, nach dem ehemaligen "Harmonietheater", 1864/65 erbaut, später "Orpheum", "Neue Wiener Bühne"; 1928 geschlossen
Haulerstraße seit 1934 (vorher ab 1925: Paul-Hock-Straße), Johann Hauler (1829-1888), Altphilologe; schrieb Unterrichtsbücher für Mittelschulen, Verdienste um den Verein "Mittelschule"
Hebragasse, seit 1886 (1938-1945: Albertgasse), Ferdinand Ritter von Hebra (1816 bis 1880), Dermatologe, Arzt; fand wirksame Behandlung gegen die Hautkrätze, machte Wien zum Mittelpunkt der dermatologischen Forschung und Lehre
Heiligenstädter Lände Benennungsdatum unbekannt (um 1800 Hufsteig)
Heiligenstädter Straße seit 1894 (um 1706 Nussdorfer Weg, 1721-1894 Nussdorfer Straße, 1938-1945 teilweise Berliner Straße), zur Erinnerung an den alten Vorortnamen; Heiligenstadt, 1120 als St. Michael, um 1200 mit dem jetzigen Namen erwähnt, wurde 1890/92 dem 19. Bezirk angeschlossen, 1890 hatte Heiligenstadt 5.580 Einwohner
Heinz-Heger-Park Benennungsdatum: 8. Juni 2010, Die Parkanlage (Code Nr. 20311) in 1090 Wien, neu gestaltete Fläche im südlichen Teil des Zimmermannplatzes, wird nach Heinz Heger (eigentl. Josef Kohut; als Buchautor publizierte er unter dem Pseudonym Heinz Heger; 25. Jänner 1915 bis 1994; KZ-Überlebender) in "Heinz-Heger-Park" benannt.
Hernalser Gürtel seit 1894 (vorher: Gürtelstraße)
Himmelpfortgasse 1272 Traibotenstraße (strata Treibotonis), auch als Tragebotenstraße erwähnt, 1373 ein Teil "Auf dem hohen Steig", 1526 erstmals "Bei der Himmelpforte auf dem Steig", seit 1795 endgültig so nach dem 1783 aufgehobenen Himmelpfortkloster
Himmelpfortstiege errichtet 1733, benannt 1862 (urspr. Gaßl, Die Stiege, An der Steinernen Stiege, Stiegengasse, Bergsteiggasse), zur Erinnerung an die Vorstadt Himmelpfortgrund, die 1825 an die Gemeinde Wien kam
Höfergasse seit 1794, Wilhelm Höfer (1721-1811), Tischlermeister, ließ das Areal seines Gartens in 12 Baustellen parzellieren und eröffnete durch Hausbau die Gasse
Hörlgasse seit 1870, Georg Hörl (1722-1806), Bürgermeister von Wien (1773-1804), mit 31 Dienstjahren der am längsten amtierende Bürgermeister, reformierte mit Joseph II. die kommunale Verwaltung

I
Ingen-Housz-Gasse seit 1910 (vorher: Versorgungshausgasse), Dr. Johann Ingen-Housz (1730-1799), Chemiker, Arzt; führte erfolgreich Pockenschutzimpfungen durch, 1760 kais. Leibarzt, bleibende Verdienste als Pflanzenphysiologe (Entdeckung der Vorgänge der Assimilation und Atmung der Pflanzen)

J
Jörg-Mauthe-Platz seit 1991, nach Jörg Mauthe (1924 bis 1986); Schriftsteller, Journalist ("Watschenmann"), Kunstkritiker in der "Furche", Kulturredakteur in der "Presse"
Josef-Holaubek-Platz seit 2000, Josef Holaubek (1907-1999), Feuerwehrmann, volkstümlicher Polizeipräsident von Wien (1947-1972)
Julius-Tandler-Platz (bis 1938 Althanplatz, 1938 bis 1945 Platz der Sudetendeutschen, 1945-1949 wieder Althanplatz), Dr. Julius Tandler (1869-1936), Anatom, Sozialpolitiker; 1910 Lehrstuhl für Anatomie, 1933 medizinischer Berater in China und in der Sowjetunion

K
Kinderspitalgasse, seit 1905, nach dem 1847/48 erbauten St. Anna-Kinderspital, das erste seiner Art im deutschsprachigen Raum
Klammergasse, seit 1886, Karl Klammer (1810-1885), Hauptmann, Major (1880); Lehrer, engagierte sich für die Jugendfürsorge
Kolingasse, seit 1870, zur Erinnerung an den Sieg Graf Dauns ber Friedrich II. im Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) bei Kolin; Friedrich II. hatte damit seinen Ruf der Unbesiegbarkeit verloren (1757)

L
Lackierergasse, seit ca. 1802, hier waren einst Lackierer sesshaft
Latschkagasse, seit 1906, Adam Latschka (1847 bis 1905), Pfarrer in Altottakring, 1889 bis 1902 Gemeinderat, befasste sich mit Schulfragen und Sozialpolitik, stand der christlichsozialen Partei Pate
Lazarettgasse seit 1862; 1787 erstmals erwähnt, erinnert an die Krankenanstalten, die seit dem Mittelalter hier bestehen (Johannes in der Siechenals errichtete in der Gegend bereits im 13. Jahrhundert ein Siechenhaus = Infektionsspital)
Lichtentaler Gasse seit 1862 (1843 bis 1862 Große Kirchengasse), zur Erinnerung an den ehemaligen Vorstadtnamen Lichtental; bestand seit 1699, 1848 kam die Grundherrschaft an die Gemeinde Wien, Lichtental galt als "Wiege des Volkssängertums"
Liechtensteinstraße seit 1862 (um 1700 Untere Hauptstraße, ab 1778 Drey-Mohrengasse, seit 1796 Lange Gasse ab Bauernfeldplatz), Johann Adam Andreas Fürst Liechtenstein (1657 bis 1712), erwarb 1687 hier ein Grundstück und ließ Palast, Park und die Vorstadt Lichtental anlegen
Liechtenwerder Platz seit 1904, ehemals wiesenreiche Donauinsel (Werd), im 13. Jahrhundert Altliechtenwerd genannt
Löblichgasse seit 1898, Franz Löblich (1827-1897), Kupferschmied, Innungsmeister, Bezirksvorsteher des Alsergrundes, Landtags- und Reichsratsabgeordneter, engagierte sich für soziale Fragen
Lustkandlgasse seit 1885, Dr. Wenzel Lustkandl (1832 bis 1906), Jurist, deutschliberaler Politiker, Univ.-Prof. für Staatsrecht, Gemeinderat, Landtagsabgeordneter (1873-1902)

M
Mariannengasse, seit 1862 (vorher: 1778/1779 In der dritten Alstergassen, 1784 Schwarzadlergasse), Maria Anna Karolina Pia (1803 bis 1884), Gemahlin Kaiser Ferdinands I., übernahm die Pat ronanz über den Stiftungsund Förderungsverein des St. Anna-Kinderspitals
Maria-Theresien-Straße, seit 1870, nach Kaiserin Maria Theresia (1717-1780), Regierungszeit 1740 bis 1780, reformierte Schulsystem, Verwaltung, Finanzund Militärwesen
Marktgasse, seit 1862 (vorher ab 1843 Kleine Kirchengasse), bis 1880 bestand hier der Lichtentaler Markt, der dann in die Markthalle verlegt wurde
Mauthnergasse, seit 1888 (vorher ab 1852 Annagasse, bis 1888 Ludwiggasse, 1938 bis 1945 Clausewitzgasse), Dr. Ludwig Mauthner Ritter von Mauthstein (1806-1858), Militärarzt, Univ.-Prof. für Kinderheilkunde; errichtete 1837 ein Kinderspital im 7. Bezirk, das 1848 in die Kinderspitalgasse verlegt bzw. in das St. Anna-Kinderspital überführt wurde, 1938 enteignet und dem Deutschen Roten Kreuz übertragen, seit 1963 im Besitz des Österreichischen Roten Kreuzes, 1983 Neuund Umbau; spezialisiert auf die Diagnostik und Behandlung kindlicher Leukämie und Tumore
Meynertgasse, seit 1894, Prof. Dr. Theodor Meynert (1833-1892), Arzt, Univ.-Prof. für Psychiatrie (1873)
Michelbeuerngasse, seit 1862 (vorher ab 1831 Neue Gasse), zur Erinnerung an den alten Vorstadtnamen, seit 1794 selbständige Vorstadt, gehörte vorher dem Benediktinerstift; 1850 eingemeindet
Mosergasse, seit 1874, Daniel Moser von Ebreichsdorf (1570 bis 1639), Bürgermeister von Wien (1609-1613, 1616-1622, 1626-1637), besaß hier repräsentative Gärten; als Bürgermeister hatte er der Gegenreformation zum Durchbruch verholfen
Müllnergasse, seit 1886 (vorher: Ferstelgasse), Leopold Müllner (1814 bis 1871), Holzhändler, Wohltäter (vermachte seinen Besitz Taubstummen und kirchlichen Vereinen)

N
Nadlergasse, seit 1862; hier bestanden die Betriebe und Wohnungen mehrerer Nadelerzeuger; schon seit 1776 eine Nähnadel- , Schleifund Poliermühle
Newaldgasse, seit 1898, Julius Ritter von Newald (1824-1897), liberaler Gemeinderat, Bürgermeister von Wien (1878); Jurist, musste 1882 zurücktreten, da ihm die Mitverantwortung für den Ringtheaterbrand angelastet wurde
Nordbergstraße, seit 1899, Karl Noé von Nordberg (1798-1885), Polizeidirektor in Linz und Wien, Ministerialrat im Innenministerium, organisierte unter Metternich das berüchtigte Spitzelwesen; verlängert 1995
Nußdorfer Straße, seit 1862 (seit 1802 teilweise Obere Hauptstraße und Am Alser Bach), führt in Richtung des ehemaligen Vororts Nussdorf
Nußgasse, seit 1862 (vorher ab 1843 Friedhofgasse); hier standen einst Nussbäume

O
Otto-Wagner-Platz, seit 1925, Otto Wagner (1841-1918), Oberbaurat, Architekt, Prof. an der Kunstakademie

P
Pasteurgasse
Pelikangasse, seit 1862 (vorher: Bergsteiggasse, Alsterbachgässl), nach einem Hausschild "Zum goldenen Pelikan"
Peregringasse, seit 1870, nach dem hl. Peregrinus Latiosi (1265 bis 1345), Servitenmönch, Schutzpatron der Fußkranken und Krebskranken, wird in der Servitenkirche verehrt
Pfluggasse, seit ca. 1743, nach einem Hausschild "Zum goldenen Pflug"
Pichlergasse, seit 1883, Karoline Pichler (1769-1843), Schriftstellerin (Lyrik, Prosa, Romane, Dramen); die gesammelten Werke umfassen 60 Bände
Porzellangasse, seit 1862 (früher auch Porzellaingasse, ein Teil bis 1862 Schmiedgasse); hier bestand von 1721 bis 1864 eine kaiserliche Porzellanfabrik
Pramergasse seit 1782 (um 1730 Gärtnergasse, 1782 Kothgasse), Wolf Pramer, 1587-1592 Äußerer Rat, 1593 bis 1602 Stadtgerichtsbeisitzer, 1603 bis 1613 Innerer Rat; kaufte mit seiner Gattin ein Haus in der Rossau und zahlreiche Grundstücke
Prechtlgasse, seit 1886, Josef Johann Prechtl (1778 bis 1854), Gründer und erster Direktor des Polytechnikums; Physiker
Pulverturmgasse seit 1826, zur Erinnerung an ein schweres Explosionsunglück 1779; damals befand sich dort ein Magazin für Kriegsmaterial, dessen Inhalt sich entzündete (67 Tote und beträchtlicher Sachschaden waren die Folgen).

R
Reznicekgasse, 1955 nach Emil Nikolaus von Rezniček benannt, hieß 1712-1740 Bräuhausgasse, 1778 Schlangengasse, 1809-1955 Wagnergasse und Drey Hasengasse.
Rögergasse, seit 1878 (vorher Teil der Seegasse), Paul Röger (1773 bis 1847), Bäckermeister, Grundrichter und Wohltäter in der Rossau
Rooseveltplatz, 1946 nach Franklin Delano Roosevelt benannt, hieß ursprünglich Maximilianplatz, 1920-1934 Freiheitsplatz, 1934-1938 Dollfußplatz, 1938-1945 Hermann-Göring-Platz, dann wieder Freiheitsplatz.
Roßauer Gasse, seit 1879, zur Erinnerung an den alten Vorstadtnamen; die Rossau erhielt ihren Namen nach den Weideplätzen und Scheunen der Pferde, die man benötigte, um Schiffe donauaufwärts zu ziehen; 1538 urk. als "In der Rossaw" erwähnt, seit 1688 unter Verwaltung der Gemeinde Wien
Roßauer Lände, seit 1919 (vorher ab 1903 Elisabethpromenade; um 1314 Badergries, im 15. Jahrhundert Unter den Flötzern, 1652-1726 Auf der Scheiben, 1767 bis 1862 (Bau)holz(leg)gstättengasse, zuletzt bis 1903 Holzstraße)
Rotenhausgasse, seit 1862, hier stand 1803 bis 1889 das "Rote Haus"; Sterbehaus von Beethoven
Rotenlöwengasse, seit 1862, nach einem Hausschild "Zum roten Löwen"
Rufgasse, seit 1874 (vorher ab 1779: Friedhofgasse), Anton Ruf (1764 bis 1842), Zimmermeister, erbaute hier um 1840 das erste Haus
Rummelhardtgasse, seit 1933 (1938 bis 1945 Sandrartgasse), Karl Rummelhardt (1872-1930), Stadtrat, Gemeinderat; Mitbegründer und erster Präsident der christlichen Gewerkschaft öffentlich Angestellter

S
Salzergasse, seit 1808, erinnert an die Schiffer, die Salz nach Wien brachten ("Salzer"); urk. schon 1701 erwähnt
Säulengasse, seit ca. 1827 (1733 bis 1778 Windgasse, um 1780 Schulgasse), nach einem Hausschild "Zur goldenen Säule"
Schlagergasse, seit 1886, Dr. Ludwig Schlager (1828-1885), Psychiater, Direktor der NÖ. Landes-Irrenheilanstalt; Gemeinderat; kümmerte sich um die Verbesserung des Schicksals von Geisteskranken, 1866-1879 (liberaler) Gemeinderat
Schlickgasse seit 1862, Franz Heinrich Graf Schlick (1789-1862), General der Kavallerie, erbaute in der Gegend ein Palais (Türkenstraße 25), Verdienste in den napoleonischen Kriegen
Schlickplatz seit 1872, detto
Schubertgasse, seit 1862 (vorher: Ziegelgassel, Brunngasse), Franz Schubert (1797-1828), Komponist; schrieb 9 Symphonien, 600 Lieder, Ouvertüren, 7 Messen, Opern, Sonaten, Streichquartette, Kammermusik
Schulz-Straßnitzki-Gasse, seit 1896 (vorher: Straßnitzkigasse), Leopold Karl Schulz von Straßnitzki (1803 bis 1852), Mathematiker; setzte sich für die Ausbildung und soziale Besserstellung der Volksschullehrer ein
Schwarzspanierstraße seit 1862 (vorher: Glacis ab 1825, Alservorstädter Glacis ab 1853), erinnert an Kirche und Kloster der "Schwarzspanier" genannten Benediktiner von Montserrat (wegen der schwarzen Ordenskleider); die Kirche wurde 1690 bis 1727 im Barockstil errichtet; 1963 wurde das Kirchenschiff abgetragen
Sechsschimmelgasse, seit 1894 (um 1779 Waschstadelgasse, 1808 erstmals als Sechsschimmelgasse erwähnt), nach einem Hausschild "Zu den sechs Schimmeln"
Seegasse, 1862 nach einem ehemals hier befindlichen, 1415 als "See" urkundlich erwähnten, Fischteich benannt. Hieß 1629 Gassel allwo der Juden Grabstätte, ab 1778 Judengasse
Sensengasse, hier befand sich der Neue Schottenfriedhof
Servitengasse, erstmals erwähnt 1778, erinnert an Kirche und Kloster der Serviten; bestehen seit Mitte des 17. Jahrhunderts (Projekt zum Gedenken an die verschwundenen jüdischen Bewohner der ganzen Gasse aus dem Jahr 1938)
Severingasse, 1862 nach dem Heiligen Severin von Noricum benannt, hiess vorher ab 1855 Severinusgasse
Sigmund-Freud-Park, (vor der Votivkirche), benannt nach Sigmund Freud; vorher inoffiziell Votivkirchenpark. Der Park wird von Universitätsstraße, Straße des Achten Mai und Währinger Straße begrenzt. In der verlängerten Maria-Theresien-Straße befindet sich die Einfahrt zur Tiefgarage unter dem Park, die zum Verkehrsknotenpunkt Schottentor gehört.
Simon-Denk-Gasse, seit 1862 (vorher: Simongasse), Simon Denk (1630 bis 1721), Grundrichter der Vorstadt Althan, Gemüsegärtner; besaß hier Gärten, die 1811 parzelliert wurden, Wohltäter
Sobieskigasse seit 1862 nach Johann Sobieski (1629 bis 1696), Polenkönig, Führer des Entsatzheeres gegen die Türken 1683
Sobieskiplatz seit 1862 nach Johann Sobieski (1629 bis 1696), Polenkönig, Führer des Entsatzheeres gegen die Türken 1683
Spitalgasse, seit 1862 (1719-1778 Adlerzeil, dann Am Alserbach), nach dem seit 1784 bestehenden Wiener Allgemeinen Krankenhaus
Spittelauer Lände, seit 1862; erinnert an die Donauinsel Spittelau, auf der Pestverdächtige in Quarantäne gehalten wurden; Lände = Schiffsanlegeplatz
Spittelauer Platz, seit 1910; erinnert an die Donauinsel Spittelau, auf der Pestverdächtige in Quarantäne gehalten wurden; Lände = Schiffsanlegeplatz
Sporkenbühelgasse, seit 1903, Flurname, 1254 urkundlich erwähnt
Stroheckgasse, seit 1876; erinnert an Strohmärkte, die unterhalb der heutigen Friedensbrücke abgehalten wurden
Strudlhofgasse, seit 1907 (ein Teil vorher Versorgungshausgasse), Johann Peter Strudel (sic!) von Strudendorff (1660-1714), Hof und Kammermaler, Direktor der kaiserlichen Kunstakademie; erbaute hier sein Palais, den Strudelhof

T
Tendlergasse seit 1902 (vorher ab 1862 Ackergasse, 1826-1862 Feldgasse), Pater Franz Tendler (1820 bis 1902), Priester und Seelsorger im Waisenhaus Boltzmanngasse
Tepserngasse seit 1910 (vorher: Spittelauergasse), Josef Johann Edler von Tepsern (1690-1761), Regiments und Kammerrat; gründete eine Stiftung für die arme Jugend; sein Erbe stiftete er für Schulzwecke
Thavonatgasse seit 1935 (vorher ab 1925 Krankenhausgasse), Ferdinand Ignaz Freiherr von Thavonat (1665 bis 1726), Hofkammerrat; gründete eine Stiftung für die Versehrten der Türkenkriege
Thurngasse seit 1862 (vorher: Adlergasse), Maria Josepha Reichsgräfin von Thurn-Valsassina (1780 bis 1828), besaß hier Grundstücke die sie parzellieren ließ (1823), wodurch die Gasse geschaffen wurde
Thurygasse seit 1862 (vorher ab 1741 Flecksiedergasse), Johann Thury (gest. 1659), Ziegeleibesitzer; gründete 1646 die Vorstadt Thurygrund; diese kam 1786 zur Gemeinde Wien (seit 1850 9. Bezirk)
Türkenstraße seit 1862, zur Erinnerung an die Belagerungen Wiens durch die Türken in den Jahren 1529 und 1683

U
Universitätsstraße, seit 1873, nach der Universität, 1873 bis 1884 von Heinrich Ferstel errichtet

V
Van-Swieten-Gasse, seit 1862 (vorher: Kirchengasse), Gerard Freiherr van Swieten (1700-1772), Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia; reorganisierte den Universitätsbetrieb, schuf neue Lehrkanzeln, Begründer der Wiener Medizinischen Schule; schrieb als Höhepunkt der Reformarbeit 1770 die "Gesundheitsordnung für alle k.k. Erblande" (so genanntes Sanitätshauptnormativ)
Vereinsstiege, wurde 1845 von einem Wohltätigkeitsverein erbaut (dieser stiftete eine Kinderbewahranstalt im Lichtental) und 1907 erneuert
Verena-Buben-Weg, seit 1997, Verena Buben (1900-1982), Schwester der Caritas Socialis, Helferin vieler Verfolgter des NS-Regimes (seit 1942 in der Erzbischöflichen Hilfsstelle für nichtarische Katholiken in Wien tätig, kümmerte sich mit Mitstreitern um getaufte Juden - Versorgung, Emigration); ab 1949 in der Fürsorgestelle Pramergasse tätig, 1977 Ehrenzeichen für die Verdienste um die Befreiung Österreichs
Viktor-Frankl-Park, seit 2004, nach Viktor Frankl (26. März 1905 bis 2. September 1997; Univ.-Prof., DDr., Dr. mult.h.c.; Mediziner, Psychologe, Neurologe, Bürger der Stadt Wien)
Viriotgasse, seit 1872, Johann Lothar Freiherr von Viriot (1752 bis 1837), spanischer Generalkonsul, finanzierte den Bau der Lichtentaler Kleinkinder-Bewahranstalt

W
Währinger Gürtel, seit 1894 (im 18. Bezirk vorher: Gürtelstraße), zur Wahrung des ehemaligen Vorortnamens; Währing zählte vor der Eingemeindung 61.154 Einwohner; Währing wurde mit Weinhaus, Gersthof, Pötzleinsdorf, Neustift am Walde und Salmannsdorf zum 18. Bez.; Salmannsdorf und der größte Teil von Neustift kamen 1938 zum 19. Bezirk; Währing wurde urkundlich bereits im 12. Jhd. erwähnt ("Hof zu Waring")
Währinger Straße, seit 1862 (im 9. Bez. von 1314-1630 Neuburger Straße, ab 1630 In der Währingergassen, später wieder Neuburgerstraße, ab 1862 Währinger Straße; im 18. Bez. früher Zwanziger- und Zweiunddreißigerzeile, später bis 1894 Hauptstraße, in Weinhaus Währing-Weinhauser Straße)
Walter-Beck-Platz, seit 2000, Walter Beck (1897-1955), Kaufmann, Mitbesitzer des 1938 arisierten Brünnlbades, Emigration 1938
Wasagasse, seit 1862 (vorher ab 1827 Quergasse), Gustav Wasa (1799-1877), Feldmarschall-Leutnant, Schwede; ließ hier sein Palais erbauen
Wasserburgergasse, seit 1910, Theresa Wasserburger (1794-1871), Wohltäterin (gründete eine Stiftung für die Hinterbliebenen von Steinmetzen)
Widerhofergasse, seit 1906, Dr. Hermann Widerhofer (1832 bis 1901), Leibarzt der Familie von Kaiser Franz Joseph I., o. Univ.- Prof. für Kinderheilkunde, Direktor des St.-Anna-Kinderspitals (ab 1863)
Widerhoferplatz, seit 1906, Dr. Hermann Widerhofer (1832 bis 1901), Leibarzt der Familie von Kaiser Franz Joseph I., o. Univ.- Prof. für Kinderheilkunde, Direktor des St.-Anna-Kinderspitals (ab 1863)
Wiesengasse, seit 1862 (vorher ab 1837 Kleine Schmiedgasse), nach der alten Ortsbezeichnung "auf der Wiesen"
Wilhelm-Exner-Gasse, seit 1930 (vorher ab 1862 Eisengasse), Dr. Wilhelm Exner (1840-1931), Technologe, Gründer und erster Leiter des Technologischen Gewerbemuseums (TGM), liberaler Politiker, Abgeordneter des Herrenhauses

Z
Zimmermanngasse, seit 1899, Georg Ritter von Zimmermann (1827 bis 1896) Hofrat, Amtsdirektor, Gemeinderat des Vorortes Hernals, zu dessen Gemeindegebiet die Verkehrsfläche bis 1905 zählte; Wohltäter
Zimmermannplatz, seit 1884, Georg Ritter von Zimmermann (1827 bis 1896) Hofrat, Amtsdirektor, Gemeinderat des Vorortes Hernals, zu dessen Gemeindegebiet die Verkehrsfläche bis 1905 zählte; Wohltäter

Quelle: Wikipedia, überarbeitet und ergänzt.



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