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Die Bundeshauptstadt

Person - Jakob Winter

Jakob Winter, Gemeindevorsteher der Brigittenau, Ortsrichter und Hausinhaber in der Brigittenau, Besitzer der kleinen goldenen Civil Ehren-Medaille am Bande, * 1804, † 05.01.1855, 51 Jahre.

Ehrungen:
Verleihung der kleinen goldenen Civil Ehren-Medaille am Bande (1849)
Jakob-Winter-Park, benannt nach dem Brigittenauer Gemeindevorsteher und Ortsrichter Jakob Winter (8. Oktober 1992, Gemeinderatsausschuss für Kultur).

Die Presse vom 11.5.1849, Seite 1: Der Kreisamts-Kassier zu Korneuburg, Jakob Westermayer erhielt die mittlere, und der Vorstand der Gemeinde Brigittenau, Jakob Winter, die kleine goldene Civil Ehren-Medaille am Bande.

Wiener Zeitung vom 28.7.1849, Seite 17: Verleihung der kleinen goldenen Civil Ehren-Medaille am Bande an Jakob Winter. Korneuburg. 24. Juli. In dem Rückblicke auf die jüngsten Ereignisse in unserem lieben Oesterreich sind es unstreitig die Scenen des im Terrorismus und Begriffsverwirrung herangebildeten Strebens nach gänzlichem Umstürze, die unserer Anschauungsweise die Richtung geben, und Bilder des Jammers und Schreckens hervorrufen, welche unsere Brust beklemmen. Aber es gewährt auch einen außerordentlichen Trost, in den zu jener Zeit nur furchtsam und leise regbar gewordenen Ahnungen fühlender Herzen die Prophezeiungen des Himmels erlebt zu haben, der die Seinigen nicht zu Grunde gehen läßt. Nach und nach tauchen die festen Charactere hervor, die selbst während der wüthendsten Gährung unseliger Elemente für Recht und Gesetzlichkeit einzustehen bereit waren, und in unscheinbarer Wirksamkeit nach allen Kräften an denjenigen Erfolgen mitarbeiteten, die wir jetzt schon als Bürgschaften einer erfreulichen Zukunft begrüßen. Wenn wir solchen Charakteren als Stützen der staatlichen Ordnung einige Aufmerksamkeit erweisen, so tragen wir hiedurch nur unserem besseren Gefühle, unseren Hoffnungen auf die Begründung eines ge­ regelten Zustandes und unserer Ueberzeugung von der unbesiegbaren Kraft der legitimen Regierung einige Rechnung. Die Kreisstadt Korneuburg im V. U. M. B. erlebte aus einem solche Anlasse am 15. Juli l. J. ein Fest, dessen sich vielleicht manche große Stadt nicht so bald erfreuen möchte, und das Jedem, der dem­ selben beiwohnte, lange im Gedächtniße bleiben wird, da es vollkommen geeignet war, in jetziger Zeit, wo das Brausen widriger Stürme noch nicht in unseren Ohren verklungen hat, belebend und erhebend auf das menschliche Gemüth einzuwirken. Unter den vielen, die in jüngstvergangener Schreckensepoche durch ihre Gesinnungstüchtigkeit hervorragten, waren es heute folgende zwölf Personen: Herr Cölestin Hauer, Pfarrer zu Stammersdorf und Mitglied des Stiftes Schotten, Anton Bosch, Braumeister zu Jedlesee, rühmlichst bekannt durch seine Aufopferungen bei dem verheerenden Eisgange im J. 1830, Franz Weigert, Hofrichter des Stiftes Klosterneuburg, Alois Mechtler, Bürgermeister der l. f. Stadt Korneuburg, Jakob Westermayer, Cassier im k. k. Kreisamte zu Korneuburg, Joseph Schweiger, Handelsmann zu Floridsdorf, dann die Ortsrichter Johann Rupprecht zu Jedlesee, Franz Maierweck zu Strebersdorf, Jakob Winter in der Brigittenau; ferner Johann Ferchenbauer, Glasermeister zu Floridsdorf und gewesener Ortsrichter daselbst, Mathias Mayer, Wirthschaftsbesitzer zu Deutsch-Wagram, und Joseph Steidl, Wundarzt zu Stammersdorf, welche in dem Maße, als sich die wichtigen Gelegenheiten für sie darboten, durch kräftiges Einwirken mit Rath und That und durch Anwendung der ihnen nach ihrem verschiedenen Standorte und Berufe zu Gebote stehenden Mitteln während des gefährlichen Dranges der damaligen Zeitumstände, sich als würdige und getreue Staatsbürger bewährten, und in Anerkennung ihrer Verdienste von Sr. k. k. Majestät, unserem jetzt regierenden Kaiser, Franz Joseph, und zwar erstere zwei mit der großen, die nächst folgenden drei mit der mittleren und alle übrigen mit der kleinen goldenen Civil-Ehrenmedaille betheilt, und welchen diese Ehrenzeichen durch den Hrn. Regierungsrath und Kreishauptmann des V. U. M. B., Wenzel Turba, auf feierliche Weise öffentlich übergeben wurden.

Wiener Zeitung vom 22.2.1850, Seite 8: Oeffentlicher Dank. Die Gemeinde Brigittenau, fast durchgehend von Gärtnern, unbemittelten Gartenpächtern, äußerst dürftigen Familien bewohnt, seit dem Jahre 1847 von schweren Bedrängnissen, wie zweimahlige furchtbare Ueberschwemmung, verheerenden Hagelschlag, Krankheiten und den Gräueln des Bürgerkrieges in ihrem Eigenthums hart getroffen, wurde auch hei dem heurigen Eisgange durch 8 Tage mehrere Schuch hoch unter Wasser gesetzt und deren großes Elend nur durch das rechtzeitige umsichtige und energische Einschreiten der öffentlichen Sicherheitsbehörden der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien gemildert. Die gefertigte Gemeinde hält es daher für ihre Pflicht, dem hohen k. k. Ministerium des Innern, Sr. Excellenz dem allverehrten Herrn Militär- und Civil-Gouverneur, k. k. F. Z. M. Freih. v. Welden, der hohen k. k. Statthaltern, der wohllöblichen k. k. Ni. Oest. Provinzial-Baudirection, dem wohllöblichen Gemeinderathe, der wohllöblichen k. k. Stadthauptmannschaft und dem löbl. Magistrate für die schleunigst getroffenen äußerst zweckmäßigen Ueberschwemmungs-Maßregeln und die unverzüglich eingeleitete Approvisionirung, dann Geldunterstützungen im Nahmen der Unglücklichen mit dem Bemerken den innigsten Dank öffentlich aufzusprechen, daß alle von vorangeführten P.T. Behörden während der Ueberschwemmungsperiode in die bedrängte Gemeinde abgeordneten Herren Beamten und Aushilfsorgane eine aufopfernde Thätigkeit und ein sehr leutseliges Benehmen gegen die Parteien an den Tag gelegt und sich um die erst in der Entwicklung begriffene, der Stadtcommune factisch bisher noch nicht incorporirte Gemeinde verdient gemacht haben. Gemeinde Brigittenau am 12. Februar 1850. Jakob Winter, Richter. Johann Geltinger, Armenvater, Georg Pschik, Braun v. Braunthal, Heinrich Blumherg, Johann Kolowrat, Ausschuß (alle Gerichtsbeisitzer).

Wiener Zeitung vom 30.6.1855, Seite 19: Aufforderung an die Jakob Winter'schen Verlassenschaftsgläubiger. Von dem k. k. Landesgerichte Wien werden Diejenigen, welche als Gläubiger an die Verlassenschaft des am 5. Jänner 1855 verstorbenen Herrn Jakob Winter, Gemeindevorstandes und Hausinhabers in der Brigittenau, eine Forderung zu stellen haben, aufgefordert, bei diesem Gerichte zur Anmeldung und Darthuung ihrer Ansprüche den 2. August 185S Vormittags 11 Uhr zu erscheinen, oder bis dahin ihr Anmeldungsgesuch schriftlich zu überreichen, widrigens denselben an diese Verlassenschaft, wenn sie durch die Bezahlung der angemeldeten Forderungen erschöpft würde, kein weiterer Anspruch zustände, als in soferne ihnen ein Pfandrecht gebührt. Wien den 16. Juni 1855.

Die Grabstelle befindet sich am St. Marxer Friedhof (Position 194b).

Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: Die Presse vom 11.5.1849, Seite 1, Wiener Zeitung vom 22.2.1850, Seite 8, Wiener Zeitung vom 30.6.1855, Seite 19, Wiener Zeitung vom 28.7.1849, Seite 17, Matricula Online, Pfarre St. Leopold, Sterbebuch 03-13, 1852-1855, Seite 0158, Peter Gugerell, gemeinfrei.



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