Person - Franz Mayerweck
Franz Mayerweck (auch Maierweck, Meyerweck, Mayerwök, Mayerwek), Schulaufseher, Ortsrichter in
Strebersdorf (1838-1849),
Bürgermeister in
Strebersdorf (1849-1873),
* 1807, † 22.05.1873 in
Strebersdorf, Bestattungsdatum: 25.05.1873,
zuletzt wohnhaft in
Strebersdorf 11.
Franz Mayerweck hatte großen Anteil an der Schulgründung (1845), unter ihm entstanden unter anderem auch der Glockenturm (1855) und das Halterhaus (1862).
Das sog. „Halterhaus" befand sich in der Rußbergstraße 89 und wurde 1995 durch den Eigentümer, den
SP-nahen „Verband Wiener Arbeiterheime" abgerissen.
Der in der Hausmauer gesetzte Bildstock (Pestmarterl) war denkmalgeschützt
und wurde ins
Floridsdorfer Bezirksmuseum gebracht.
Im Jahr 2013 erfolgte die Wiedererrichtung des
Strebersdorfer Pestmarterl
aus dem 17. Jahrhundert, ca. 50 Meter neben seinem alten Platz,
an der Kreuzung Russbergstraße / Mayerweckstraße (Strebersdorfer Platz, am Rande des Helma-Pavlis-Parks).
Ehrungen:
06.04.1849: Kleine goldene Zivil-Ehrenmedaille (Journal des Österreichischen Lloyd vom 6.4.1849)
15.07.1849: Kleine goldene Zivil-Ehrenmedaille (Wiener Zeitung vom 28.7.1949, Seite 17 und 18). (Möglicherweise ident mit vorigen Punkt!)
Mittlere goldene Medaille (laut Sterbeeintrag)
1866: Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone (Fremden-Blatt vom 6.12.1866, Seite 23)
Mayerweckstraße (21,
Strebersdorf; anfangs auch Mayerweckgasse, vorherige Straßenbenennung: In der Viehtrift), benannt am 23. Oktober 1912 nach dem Ortsrichter (1838-1849) beziehungsweise späteren Bürgermeister (1849-1873) von
Strebersdorf, Franz Mayerweck.
Journal des Österreichischen Lloyd vom 6.4.1849, Seite 7:
Der herrschaftliche Hofrichter Lakner und der
Pfarrer I. Gango zu O'Szöny haben, und zwar ersterer die mittlere
goldene Verdienstmedaille, und letzterer das silberne geistliche Verdienstkreuz,
dann der Ortsrichter zu
Strebersdorf, Fr. Maierweck, die
kleine goldene Civil-Ehrenmedaille erhalten.
Wiener Zeitung vom 28.7.1849, Seite 18 und 19:
Verleihung der kleinen goldenen Zivil-Ehrenmedaille am 15.07.1849 an Franz Mayerweck und 11 weiteren Personen in Korneuburg.
Anlass war das heldenhafte Verhalten bei den verhängnisvollen Oktobertagen 1848 in Korneuburg.
Korneuburg. 24. Juli. In dem Rückblicke auf
die jüngsten Ereignisse in unserem lieben Oesterreich
sind es unstreitig die Scenen des im Terrorismus
und Begriffsverwirrung herangebildeten Strebens
nach gänzlichem Umstürze, die unserer Anschauungsweise
die Richtung geben, und Bilder des Jammers
und Schreckens hervorrufen, welche unsere Brust
beklemmen. Aber es gewährt auch einen außerordentlichen
Trost, in den zu jener Zeit nur furchtsam
und leise regbar gewordenen Ahnungen fühlender
Herzen die Prophezeiungen des Himmels erlebt zu
haben, der die Seinigen nicht zu Grunde gehen
läßt. Nach und nach tauchen die festen Charactere
hervor, die selbst während der wüthendsten Gährung
unseliger Elemente für Recht und Gesetzlichkeit einzustehen
bereit waren, und in unscheinbarer Wirksamkeit
nach allen Kräften an denjenigen Erfolgen
mitarbeiteten, die wir jetzt schon als Bürgschaften
einer erfreulichen Zukunft begrüßen.
Wenn wir solchen Charakteren als Stützen der
staatlichen Ordnung einige Aufmerksamkeit erweisen,
so tragen wir hiedurch nur unserem besseren Gefühle,
unseren Hoffnungen auf die Begründung eines ge
regelten Zustandes und unserer Ueberzeugung von
der unbesiegbaren Kraft der legitimen Regierung
einige Rechnung.
Die Kreisstadt Korneuburg im V. U. M. B. erlebte
aus einem solche Anlasse am 15. Juli l. J. ein
Fest, dessen sich vielleicht manche große Stadt nicht
so bald erfreuen möchte, und das Jedem, der dem
selben beiwohnte, lange im Gedächtniße bleiben wird,
da es vollkommen geeignet war, in jetziger Zeit, wo
das Brausen widriger Stürme noch nicht in unseren
Ohren verklungen hat, belebend und erhebend auf
das menschliche Gemüth einzuwirken.
Unter den vielen, die in jüngstvergangener Schreckensepoche
durch ihre Gesinnungstüchtigkeit hervorragten,
waren es heute folgende zwölf Personen:
Herr Cölestin Hauer, Pfarrer zu
Stammersdorf und
Mitglied des
Stiftes Schotten, Anton Bosch, Braumeister
zu
Jedlesee, rühmlichst bekannt durch seine
Aufopferungen bei dem verheerenden Eisgange im J.
1830, Franz Weigert, Hofrichter des Stiftes Klosterneuburg,
Alois Mechtler, Bürgermeister der l. f.
Stadt Korneuburg, Jakob Westermayer, Cassier im
k. k. Kreisamte zu Korneuburg, Joseph Schweiger,
Handelsmann zu
Floridsdorf, dann die Ortsrichter
Johann Rupprecht zu
Jedlesee,
Franz Maierweck zu
Strebersdorf,
Jakob Winter in der
Brigittenau;
ferner Johann Ferchenbauer, Glasermeister zu
Floridsdorf und gewesener Ortsrichter daselbst,
Mathias Mayer, Wirthschaftsbesitzer zu Deutsch-Wagram,
und Joseph Steidl, Wundarzt zu
Stammersdorf, welche in dem Maße, als sich die wichtigen
Gelegenheiten für sie darboten, durch kräftiges
Einwirken mit Rath und That und durch Anwendung
der ihnen nach ihrem verschiedenen Standorte
und Berufe zu Gebote stehenden Mitteln während
des gefährlichen Dranges der damaligen Zeitumstände,
sich als würdige und getreue Staatsbürger
bewährten, und in Anerkennung ihrer Verdienste
von Sr. k. k. Majestät, unserem jetzt regierenden
Kaiser, Franz Joseph, und zwar erstere zwei mit der
großen, die nächst folgenden drei mit der mittleren
und alle übrigen mit der kleinen goldenen Civil-Ehrenmedaille
betheilt, und welchen diese Ehrenzeichen
durch den Hrn. Regierungsrath und Kreishauptmann
des V. U. M. B., Wenzel Turba, auf
feierliche Weise öffentlich übergeben wurden.
Fremden-Blatt vom 6.12.1866, Seite 23:
Das goldene Verdienstkreuz mit der Krone: ...
Franz Meyerweck, Bürgermeister in
Strebersdorf, ...
Fremden-Blatt vom 28.5.1873, Seite 24:
Danksagung.
Für die ehrenvolle und zahlreiche
Begleitung beim Leichenbegängnisse des
Herrn Kranz Mayerwök, verdienstvollen
Bürgermeisters in
Strebersdorf,
welches am 25. Mai 1873 stattfand,
drückt die tiefbetrübte, hinterlassene
Familie ihres unvergeßlichen Vaters,
resp. Gatten, auf's Wärmste ihren
innigsten Dank aus.
Volksblatt für Stadt und Land vom 30.5.1873, Seite 2:
V.
Strebersdorf bei
Floridsdorf *, 26. Mai.
(Bürgermeister Mayerwek †.) Die Gemeinde
Strebersdorf
und die katholische Partei hat durch den Tod des
wackeren Bürgermeisters, Herrn Franz Mayerwek, einen herben
Verlust erlitten. Derselbe war durch eine lange Reihe von
Jahren (seit 1848) der Vorstand, die Zierde und der Stolz.,
seiner Gemeinde, ein echter Patriot, ausgezeichneter Familienvater
und charakterfester Mann. Bei Gelegenheit der
Wahlen in den nied.-österr. Landtag, als ein Beamter in K......g
ihn als Wahlmann zu beeinflussen suchte mit den Worten:
„Nun, Herr Bürgermeister, Sie werden Ihre Stimme doch nicht
dem schwarzen Kandidaten geben?" erwiderte derselbe fest und
schlagfertig: „Meines Wissens ist nach dem Gesetze jeder rechtschaffene
Staatsbürger wählbar, und in meinen Augen ist Herr
Pfarrer G..... nicht nur ein solcher, sondern auch ein Mann, der
Herz und Gewissen am rechten Fleck hat und genau weiß, wo
uns Landleute der Schuh' drückt. Ich erkläre Ihnen daher
offen, daß ich unter allen Umständen dem Herrn Pfarrer meine
Stimme geben werde." Solche charakterfeste Männer
sind leider, schon gar am Lande, eine seltene Erscheinung geworden.
Möge des Verewigten Amtsnachfolger in seine Fußstapfen
treten; ihm aber verleihe der Vergelter alles Guten die
Krone der Gerechtigkeit im Himmel.
Floridsdorfer Zeitung vom 10.2.1912, Seite 2:
Neue Straßenbenennungen. Unsere Bezirks-Vertretung
hat wieder schreckliche Sorgen. Es
handelt sich um die Neubenennung mehrerer
Straßen; zunächst eine grausame Arbeit für den
Magistrat und für das Postamt. Die Umbenennung u. zw. in
Strebersdorf geschieht in
folgender Weise: ...
Viehtrift in Mayerweckstraße (Mayerweck war 36 Jahre Bürgermeister in Strebersdorf).
[Anmerkung: Die 36 Jahre beziehen sich offensichtlich auf beide Funktionen, Ortsrichter und Bürgermeister]
Die Grabstelle befindet sich ... dzt. unbekannt.
An der Kreuzung Russbergstraße / Mayerweckstraße (Strebersdorfer Platz, am Rande des Helma-Pavlis-Parks) befindet
das 2013 wiedererrichtete
Pestmarterl aus dem 17. Jahrhundert.
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: Journal des Österreichischen Lloyd vom 6.4.1849, Seite 7,
Journal des Österreichischen Lloyd vom 6.4.1849, Seite 7,
Wiener Zeitung vom 28.7.1849, Seite 18 und 19,
Fremden-Blatt vom 6.12.1866, Seite 23,
Matricula Online der Pfarre
Stammersdorf, Sterbebuch 03-08, 1. Januar 1863 bis 31. Dezember 1882, Seite 0093,
Fremden-Blatt vom 28.5.1873, Seite 24,
Volksblatt für Stadt und Land vom 30.5.1873, Seite 2,
Floridsdorfer Zeitung vom 10.2.1912, Seite 2,
Wiener Kommunal-Kalender und städtisches Jahrbuch 1914, Seite 785,