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Die Bundeshauptstadt

Person - Alois Frömmel

Alois Frömmel, auch Alois Frömml, * 25.05.1857, † 23.08.1906, Bestattungsdatum: 25.08.1906, Gemeinderat in Floridsdorf (Christlich-Soziale Partei), Gemeinderat ab 1896 im neu geschaffenen Groß-Floridsdorf (Neues Wiener Tagblatt vom 14.7.1896, Seite 6), Obmann der Straßensektion, auch Bausektion (Floridsdorfer Zeitung vom 1.10.1898, Seite 7), Obmann-Stellvertreter in der Canal-Section (Floridsdorfer Zeitung vom 19.9.1896, Seite 2), Mitglied des Kirchenbau-Comités (Floridsdorfer Zeitung vom 16.1.1897, Seite 2), Architekt und Stadtbaumeister in Wien. Verheiratet seit 19.08.1890 mit Johanna Elisabeth Frömmel, geb. Schöpfleuthner, † 31.01.1941. Zuletzt wohnhaft: 21., Floridsdorf Nr. 76. Er verstarb im 50. Lebensjahr.

Herkunft: Seine Eltern sind der Stadtbaumeister, Gemeinderat und Hausbesitzer Karl Georg Frömml (auch Carl, Frömmel, * 07.09.1807 in Wien, † 01.01.1889 in Wien) in Floridsdorf Nr. 76, Heirat am 06.02.1839 mit Rosalia Liegler in der Pfarre Klosterneuburg. Er gründete er 1839 in Floridsdorf einen Baumeisterbetrieb. Karl Georg Frömmel ist vermutlich der Baumeister der Wasserstation 1846 und des Aufnahmegebäudes 1852-1854 in Deutsch-Wagram, nach den Plänen des Nordbahn-Oberingenieurs und Architekten Ernst Ehrenhaus. Er errichtete 1855 den Kirchturm der Klosterkirche Maria Immaculata der Schulbrüder in Strebersdorf.

Kind(er):
Sein Kind, Alois Frömmel, * 1891, † 26.04.1891, ist mit 7 Wochen verstorben.

Wirken: Alois Frömmel war, gemeinsam mit dem Architekten Oskar Mratschek, für die Planung und den Bau des Stammersdorfers Zentralfriedhofes (Einweihung 27.05.1903) verantwortlich. Ebenso war Alois Frömmel für die Planung und den Bau des Straßenhauptkanals Jedlesee - Pragerstraße in seiner Funktion als Gemeinderat und Obmann der Straßensektion verantwortlich. Ebenfalls nach den Plänen von Alois Frömmel wurde die Ehemalige Floridsdorfer Gemeindesparkasse Am Spitz 11 erbaut. Das zweigeschossige Gebäude entstand 1884 und besticht auch nach einem Umbau der beiden Architekten Johannes Spalt und Friedrich Kurrent von 1971 bis 1974 durch seine gegliederte Fassade und die parabelförmige Kuppel des Eckturmes. Die Figur am Dach zeigt einen „Landsmann bzw. -knecht", früher Mitglied einer polizeiähnlichen Truppe zur Bewachung des Ortes. Weiters war er Baumeister des Amtshauses für den 21. Bezirk, welches in den Jahren 1902-1903 errichtet wurde - unter den Architekten Gebrüder Josef und Anton Drexler.

Bauten/Projekte/Einsätze:
1884: Ehemalige Floridsdorfer Gemeindesparkasse, Am Spitz 11.
1887-1888: Floridsdorfer Kanalisation: Bauführer beim alten Floridsdorfer Kanalbau (Floridsdorfer Zeitung vom 3.2.1900, Seite 1).
1890: Erd- und Maurerarbeiten am Neubau der 20-klassigen Doppel-Volkschule in Floridsdorf, unter der Bauleitung der Architekten M. & C. Hinträger. Die Einweihung und Übergabe erfolgte am 1.9.1891 (Der Bautechniker 1890, Hauptteil, Seite 429).
1893: Bau des Kindergartens bzw. Kinderbewahranstalt "Kaiser Franz Josef-Kindergarten", Eröffnung erfolgte am 1.12.1893 (Floridsdorfer Zeitung vom 20.6.1896, Seite 2).
1896: Persönlicher Einsatz beim Donau-Hochwasser 1896 (Floridsdorfer Zeitung vom 14.3.1896, Seite 1 und 2).
1897: Baumeisterarbeiten für die Rekonstruktion der Pumpstation in Floridsdorf (Floridsdorfer Zeitung vom 15.5.1897, Seite 2).
1897: Der Platz "am Spitz" (Floridsdorfer Zeitung vom 24.7.1897, Seite 1).
1897: Umbau des Schwaiger'schen Hauses (Floridsdorfer Zeitung vom 24.7.1897, Seite 1).
1897: Beschluss über die Herstellung des Straßenhauptkanals Jedlesee - Pragerstraße (Floridsdorfer Zeitung vom 5.6.1897, Seite 3).
1898: Neubau der Volkschule in Kagran (Floridsdorfer Zeitung vom 3.12.1898, Seite 4).
1899: Maurerarbeiten für den Schulneubau in Floridsdorf (Floridsdorfer Zeitung vom 1.7.1899, Seite 3).
1902-1903: Amtshaus für den 21. Bezirk, unter den Architekten Gebrüder Josef und Anton Drexler.
1902-1903: Planung und Baumeisterarbeiten für den Stammersdorfer Zentralfriedhof. Der damals neue Friedhof wurde ab 1902 nach den Plänen des Ingenieurs Oskar Mratschek und Baumeisters Alois Frömmel errichtet und am 27.05.1903 durch Dechant Ludwig Hüttner von Pillichsdorf geweiht.

Weiters im Grab bestattet:
Frömmel Karl Georg (Vater), Stadtbaumeister und Bürgermeister, * 07.09.1807 in Wien, † 01.01.1889 in Wien, Bestattungsdatum: 18.05.1907
Frömmel Rosalia, geb. Liegler (Mutter), * um 1816, † 12.08.1886, Bestattungsdatum: 14.08.1886, 70 Jahre, Bestattungsdatum: 18.05.1907
Dworzak Hildegard Ella Elisabeth, * 26.10.1919, † 06.11.2008, Bestattungsdatum: 21.11.2008
Frömmel Karl, Kanzl.R., 1896-1974, Bestattungsdatum: 07.02.1974
Frömmel Jakob, * 13.05.1853, Getauft: 19.05.1853, † 16.07.1876, 2. Bestattungsdatum: 18.05.1907, Taufbuch
Groß August, Bestattungsdatum: 18.05.1907
Frömmel Alois (Kind), vermutl. † 26.04.1891, 7 Wochen alt, 1. Bestattungsdatum: 28.04.1891, 2. Bestattungsdatum: 18.05.1907
Frömmel Johanna Elisabeth (Ehefrau), geb. Schöpfleuthner, † 31.01.1941, Bestattungsdatum: 06.02.1941
Dworzak Margaretha (Margarethe), 1892-1966, Bestattungsdatum: 19.04.1966
Braza Heinrich (Heinz), Dr., 1889-1969, Bestattungsdatum: 25.04.1969
Frömmel Karl, Bestattungsdatum: 18.05.1907
Frömml Martha, 1896-1980, Bestattungsdatum: 20.10.1980
Dworzak Herbert, 1915-1987, Bestattungsdatum: 03.12.1987
Ehlers Margarete, 1894-1984, Bestattungsdatum: 11.04.1984

Deutsches Volksblatt vom 10.3.1889, Seite 11: Herrn Alois Frömml. Baumeister in Floridsdorf. Wir begrüßen und beglückwünschen Sie als nunmehrigen autorisierten Nachfolger Ihres verstorbenen Vater, Herrn Carl Frömml, mit der Zuversicht, daß Sie als junger Meister Ihres Faches diesselben streng reellen Wege einhalten und wandeln, wie selbe Ihren Herrn Vater den guten Ruf begründeten, und das beste Andenken bewahrten. Mehrere wohlmeinende Freunde, Wien-Floridsdorf.

Floridsdorfer Zeitung vom 5.6.1897, Seite 3: Es wird canalisirt. Es folgt sodann ein Referat des Herrn Frömmel betreffend die Herstellung des Straßenhauptcanals in Jedlesee — Pragerstraße. Der Canal soll eine Länge von 791 Meter bis zur Ortsgrenze Strebersdorf, resp. 368 Meter bis zur Margarinfabrik erhalten. Die Kosten des Canals bis zur Ortsgrenze würden sich auf fl. 20.000 stellen. Die Section beantragt, den Canal bis zur Margarinfabrik herzustellen. Die Kosten werden sich dadurch verringern. Herr Pfarrer Laux [-> Johann Friedrich Laux] unterstützt den An­trag, weil, wenn Strebersdorf sich anschließen wolle, diese Gemeinde den Canal bis zur Orts­grenze herstellen müßte. Der Sectionsantrag wird hierauf angenommen.

Floridsdorfer Zeitung vom 24.5.1902, Seite 1: Gemeinde-Ausschusssitzung vom 21. Mai 1902. Einziger Verhandlungsgegenstand ist die Beschlussfassung über Vergebung der Arbeiten für Bau und Adaptierung des neu zu errichtenden Friedhofes der Gemeinde Floridsdorf auf den für diesen Zweck auf Stammersdorfer Territorium angekauften Grundstücken. Die Vergebung erfolgt fast ohne jede Debatte und mit einer einzigen Ausnahme gemäß den Anträgen der Bausection. Und zwar erhielten: Die Baumeister-Arbeiten, veranschlagt mit K 55.395, Herr Alois Frömmel mit 6 1/2 % Nachlass. ....

Die Grabstelle befindet sich am Stammersdorfer Zentralfriedhof (Gruppe: 3, Nummer: 12).

Quelle: Text: www.nikles.net mit Unterstüzung von Christian Matula (Museumsgesellschaft Deutsch-Wagram), Bilder: www.nikles.net, © Bwag/CC-BY-SA-4.0, Floridsdorfer Zeitung, 1895-06-29, Scan aus Alfred Laula, Hans Sternhart: Dampftramway Krauss & Comp., gemeinfrei, Deutsches Volksblatt vom 10.3.1889, Seite 11, Matricula Online, Pfarre Floridsdorf, Taufbuch 1857-1859, Seite 22, Matricula Online, Pfarre Floridsdorf, Trauungsbuch 1885-1893, Seite 255, Floridsdorfer Zeitung vom 14.3.1896, Seite 1 und 2 Floridsdorfer Zeitung vom 24.7.1897, Seite 1, Matricula Online, Pfarre Floridsdorf, Sterbebuch 1905-1907, Seite 162, Matricula Online, Pfarre Floridsdorf, Sterbebuch 1885-1894, Seite 259, Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe) vom 14.7.1896, Seite 6, Floridsdorfer Zeitung vom 19.9.1896, Seite 2, Floridsdorfer Zeitung vom 5.6.1897, Seite 3, Floridsdorfer Zeitung vom 24.5.1902, Seite 1.



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