Die Bundeshauptstadt

10. Bezirk - Sonnwendgasse

Die Sonnwendgasse befindet sich im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Sie wurde 1870 (damals noch zum 4. Wiener Gemeindebezirk Wieden gehörend) nach den am 21. Juni abgehaltenen Sonnwendfeiern benannt. Seit 1874 gehört die Sonnwendgasse zum damals neugeschaffenen 10. Bezirk.

Lage und Charakteristik: Die Sonnwendgasse verläuft in unmittelbarer Nachbarschaft zum bisherigen Südbahnhofgelände, das seit 2010 zu einem neuen Stadtteil umgestaltet wird. Sie beginnt nahe der Bezirksgrenze Favoritens an der Favoritenstraße bei der Trasse der Südbahn. Der neue Wiener Hauptbahnhof wird dort direkt östlich der Gasse errichtet. Von dort her werden die Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße und die Karl-Popper-Straße, die den neuen Bahnhof unterqueren werden, in die Sonnwendgasse münden. Von der Südbahn verläuft sie in südöstlicher Richtung, ehe sie nach der Einmündung der von Westen kommenden Landgutgasse (und künftig auch der von Osten kommenden Alfred-Adler-Straße) nach Süden biegt und mit einer platzartigen begrünten Erweiterung an der Ost-West-Verbindung Gudrunstraße endet.

Die Gasse ist Teil der Umleitung um die dort als Fußgängerzone gestaltete Favoritenstraße, die für den Durchzugsverkehr in Favoriten erst vom Reumannplatz südwärts befahrbar ist. Außerdem verläuft neben der Fahrbahn über die ganze Länge der Gasse ein Radweg. Auf der Sonnwendgasse fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel der Wiener Linien, jedoch regionale Postbusse der Linien 264 (nach Mödling) und 267 (nach Laxenburg).

Die Verbauung erfolgte auf der westlichen Straßenseite vorwiegend mit Wohnhäusern aus der Nachkriegszeit, im nördlichen Teil mit Bauten aus der Zeit um 2000, unter anderem mit einem Hotel; außerdem befinden sich hier ein Umspannwerk (Architekturdenkmal) und die Hauptfeuerwache Favoriten. Auf der östlichen Seite grenzte die Sonnwendgasse mit Ausnahme der kurzen Rieplgasse ausschließlich an Bahngelände, vor allem an den ausgedehnten, 2009 abgesiedelten Frachtenbahnhof. In der ersten Ausbaustufe des statt des Bahnhofsgeländes entstehenden Stadtteils sind an der Sonnwendgasse Häuser mit 1160 Wohnungen vorgesehen. Weiters wird die Sonnwendgasse sukzessive nach Osten führende Gassen zur Zufahrt in den neuen Stadtteil erhalten. Zum Beispiel wird die Alfred-Adler-Straße, die als Fortsetzung der Landgutgasse geplant ist, durch einen Tunnel unter der neuen Bahntrasse mit der Ghegastraße vor dem Arsenal im 3. Bezirk verbunden werden. Andere solche Querverbindungen in den 3. Bezirk werden die neue Bahntrasse auf Brücken überqueren. Am südlichen Ende der Sonnwendgasse, bei der Gudrunstraße, sind im neuen Stadtteil Schulen geplant.

Verbauung:

Nr. 10 und 12: Umspannwerk Favoriten: Das Umspannwerk Favoriten ist einer der bemerkenswertesten Industriebauten des Bezirks. Es wurde in den Jahren 1929 bis 1931 von Eugen Kastner und Fritz Waage erbaut. Die für Wien ungewöhnliche Formgebung geht möglicherweise auf sowjetische Vorbilder zurück. Charakteristisch ist der Wechsel von rechtwinkeligen und runden Baukörpern auf dem spitz zulaufenden dreieckigen Grundstück zwischen Sonnwendgasse und Humboldtgasse, der dem Bauwerk monumentale Wirkung verleiht. Außerdem wird die Horizontale durch Fensterbänder und Profile betont und verstärkt. Das Umspannwerk Favoriten wird von Wien Energie betrieben.

Nr. 14: Hauptfeuerwache Favoriten

Nr. 24: Ernst-Kirchweger-Hof: In den Jahren 1979–1981 entstand diese städtische Wohnhausanlage mit 20 Wohnungen nach Plänen von Reiner Wieden. Es handelt sich um ein siebengeschossiges Gebäude, das an der Außenfront durch zwei polygonale farbige Erker akzentuiert ist. An der Fassade befindet sich eine Gedenktafel für Ernst Kirchweger, der 1965 beim Zusammenstoß linker und rechter Demonstranten zu Tode kam und seither als antifaschistische Symbolfigur gilt. Beim Begräbnis des einstigen kommunistischen Widerstandskämpfers waren 25.000 Menschen anwesend.

Nr. 36: Kunst am Bau: Am Wohnhaus Ecke Uhlandgasse 2 befinden sich ein Relief mit der Darstellung eines von der Sonne beschienen nackten Mannes und zwei mit SG signierte Mosaikbilder aus dem Jahre 1966, die familiäre Badeszenen abbilden.

Quelle: Text: Wikipedia, Bilder: Buchhändler unter der Lizenz CC BY-SA 3.0.



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