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Die Bundeshauptstadt

01. Bezirk - Rathauspark

Der Wiener Rathauspark ist eine dem Wiener Rathaus zugeordnete, 40.000 Quadratmeter große Grünanlage im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt.

Geschichte: Der Park entstand 1873 auf Initiative des Bürgermeisters Cajetan Felder anstelle des aufgelassenen k.u.k. Parade- und Exerzierplatzes am Josefstädter Glacis. Er wurde vom Stadtbauamt und dem Stadtgärtner Rudolph Siebeck entworfen und besteht aus zwei symmetrisch angelegten Teilen, die jeweils um einen Springbrunnen zentriert sind. Das Budget betrug 165.380 Gulden (ca. 1,5 Mio. Euro).

Im Zuge der Planung des 370 Meter langen und 160 Meter breiten Areals kam es zu einigen Differenzen. Der Architekt des Rathauses, Friedrich von Schmidt, wünschte vor seinem Bauwerk eine niedrige Bepflanzung aus Sträuchern und Rosenstöcken. Bäume würden die Fassade des Rathauses verdecken. Aus demselben Grund verlangte auch der Gemeinderat einen niedrigen Bewuchs. Im Park plante Friedrich von Schmidt zwei hohe Monumentalbrunnen. Weiters sollte das Areal durch zwei diagonal verlaufende Straßen durchquert werten. Stadtgärtner Siebeck legte im Oktober 1870 einen diesbezüglichen Entwurf vor.

Bürgermeister Felder wünschte jedoch einen Park im Stil des Stadtparks, der den Bürgern als Ort der Erholung dienen sollte. Siebeck plante um, und errichtete einen stark mit Bäumen bestandenen Park. Er strich die Straßen und legte stattdessen geschlungene Fußwege wie im Stadtpark an. Die beiden Monumentalbrunnen wurden gestrichen und durch deutlich billigere Springbrunnen (-> Brunnen im Rathauspark) ersetzt. Am Tag der Grundsteinlegung des Rathauses, dem 14. Juni 1873, war der Rathauspark fertiggestellt.

Im Jahr 1878 trat Cajetan Felder als Bürgermeister zurück, und Stadtgärtner Siebeck ging in Pension. Unverzüglich bemühte sich Friedrich von Schmidt um eine Umgestaltung des Rathausparks, assistiert von den Architekten Theophil Hansen und Heinrich Ferstel, sowie dem Wiener Gemeinderat. 1879 legte der neue Stadtgärtner, Lothar Abel, einen Entwurf vor, bei dem der Park in einen mit Sträuchern versehenen Rasen umgewandelt werden sollte. Es gelang jedoch nicht, diese Planungen umzusetzen, sodass der Park seine Form behielt.

Da bei der Anlage des Parks auch erwachsene Pflanzen eingesetzt wurden, sind einige Bäume älter als der Rathauspark selbst. Der älteste Baum ist eine Ahornblättrige Platane aus dem Jahr 1783; sie ist also jetzt 238 Jahre alt. Die Platane (Baum Nr. 252 im Wiener Baumkataster) ist 30 Meter hoch, hat einen Kronendurchmesser von 21 Meter und einen Stammumfang von 6 Meter.

Der Park heute: Der Park fungiert heute einerseits als Erholungsort, andererseits ist er in den Bereich der heute den Wiener Rathausplatz dominierenden Events (Eistraum, Film Festival, Adventzauber etc.) einbezogen. Die Eröffnung des Rathausparks fand im Rahmen der feierlichen Grundsteinlegung für das Wiener Rathaus am 14. Juni 1873 statt.

Im Rathauspark sind auch etliche exotische Pflanzen angesiedelt, etwa ein japanischer Schnurbaum, ein Ginkgo oder Fächerblattbaum und eine geschlitztblättrige Rotbuche. Diese botanischen Besonderheiten sind gekennzeichnet, desgleichen eine Rotbuche, die anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Franz Josephs I. gepflanzt wurde.

Im Rathauspark befindet sich eine Wetterstation mit Keramikmosaiken von Maria Biljan-Bilger.

Denkmäler: Die Denkmäler des Rathausparks sind ringseitig bekannten Politikern gewidmet, unter den Künstlerdenkmalen sticht das Strauss-Lanner-Denkmal für Johann Strauß Vater und Josef Lanner hervor (sie werden hier von der Ringstraße ausgehend beschrieben).

(Gesperrte) Zufahrt vom Burgtheater zum Rathaus. Am Beginn dieser Zufahrt befindet sich, zur Ringstraße gewandt,

links das Theodor-Körner-Denkmal für Theodor Körner, Bürgermeister, dann Bundespräsident der Zweiten Republik, von Hilde Uray, Bronzestatue, 1963,
rechts das Karl-Seitz-Denkmal für Karl Seitz, erstes Staatsoberhaupt der Ersten Republik, dann Bürgermeister im Roten Wien, von Gottfried Buchberger, Bronzestatue, 1962.

Unmittelbar zwischen den beiden Parkteilen wurden 1902 acht Steindenkmäler bedeutender Persönlichkeiten aus der Geschichte Wiens aufgestellt, vier an jeder Parkseite einander gegenüber. Sie waren 1867 auf den Balustraden der damaligen Elisabethbrücke (Die Elisabethbrücke war eine Brücke über den Wienfluss und verband die beiden Wiener Gemeindebezirke Innere Stadt und Wieden) über den Wienfluss auf dem Karlsplatz aufgestellt worden. Als die Brücke 1897 wegen des Stadtbahnbaus und der damit einhergehenden Einwölbung des Wienflusses in diesem Bereich abgerissen wurde, stellte man die acht Denkmäler vorerst entlang der damals noch im Einschnitt verlaufenden neuen Stadtbahntrasse auf dem Karlsplatz auf, wo sie aber durch den Ruß der Dampflokomotiven stark verschmutzt wurden und im Volksmund acht Rauchfangkehrer genannt wurden. Daher wurden sie wenig später auf den Rathausplatz übertragen:

links (Südseite):
Markgraf Heinrich II. Jasomirgott-Denkmal, Markgraf Heinrich II. Jasomirgott aus dem Haus der Babenberger, von Franz Melnitzky
Rudolf der Stifter-Denkmal, Herzog Rudolf IV. der Stifter, aus dem Haus Habsburg, von Josef Gasser
Ernst Rüdiger von Starhemberg-Denkmal, Verteidiger Wiens (zweite Türkenbelagerung), von Johann Baptist Feßler
Johann Bernhard Fischer von Erlach-Denkmal, Barockarchitekt, von Josef Cesar
rechts (Nordseite):
Herzog Leopold der Glorreiche-Denkmal aus dem Haus der Babenberger, von Johann Preleuthner
Niklas Salm-Denkmal, Niklas Graf Salm, Verteidiger Wiens (erste Türkenbelagerung), von Matthias Purkartshofer
Erzbischof Leopold Karl von Kollonitsch-Denkmal, geistlicher Führer Wiens (zweite Türkenbelagerung), von Vincenz Pilz
Joseph von Sonnenfels-Denkmal, Joseph von Sonnenfels, Justiz- und Verwaltungsreformer Maria Theresias, von Hanns Gasser (in der NS-Zeit 1939 durch eine Statue des Komponisten Christoph Willibald Gluck ersetzt, nach 1945 wieder aufgestellt)

nächst dem Rathaus(turm), Außenseite des südlichen Parkteils: Nachbildung des Wiener Rathausmannes an der Spitze des Rathausturms im Maßstab 1 : 1, von Fritz Tiefenthaler, 1985

Südlicher Teil des Rathausparks (Richtung Parlament):
An der Parkecke Ring / Parlament, zum Ring gerichtet: Dr. Karl Renner-Denkmal, Dr. Karl Renner, erster Staatskanzler der Ersten und erster Bundespräsident der Zweiten Republik, Porträtkopf von Alfred Hrdlicka auf Denkmalstruktur von Josef Krawina, 1965–1967
Josef Popper-Lynkeus-Denkmal, Josef Popper-Lynkeus, Sozialethiker, Steinbüste von Hugo Taglang, 1926. Da Künstler und Dargestellter Juden waren, wurde die Büste im NS-Regime 1938 entfernt, 1951 nach dem Gipsmodell wiederhergestellt.
Strauss-Lanner-Denkmal, Johann Strauss (Vater) und Joseph Lanner, Statuen von Franz Seifert, 1905, Jugendstil; die Bronzeskulpturen stehen vor einer gekrümmten Marmormauer mit Reliefs von Ballszenen und einem Gedicht von Eduard von Bauernfeld. Diese Konzeption und die Architektur schuf Robert Oerley.

Nördlicher Teil des Rathausparks (Richtung Universität):
Ferdinand Georg Waldmüller-Denkmal, Ferdinand Georg Waldmüller, Marmordenkmal von Josef Anton Engelhart, 1913, Jugendstil
Ernst Mach-Denkmal, Ernst Mach, Physiker, von Heinz Peteri, 1926
Adolf Schärf-Denkmal, Adolf Schärf, Vizekanzler, dann Bundespräsident der Zweiten Republik, Bronzebüste von Alfred Hrdlicka, 1985

Das jüngste Denkmal im Park, 1993 errichtet, erinnert an die Kriegszerstörungen Wiens 1945 und wurde von Hubert Wilfan unter dem Titel Gestern - Heute aus Stein geschaffen.

Im Weitern befindet sich im Rathauspark (Richtung Ringstraße) das am 26. April 2017 errichtete Gedenkzeichen 12. Februar 1934. Es erinnert an die Februarkämpfe in Wien und anderen Städten sowie den Widerstand gegen das austrofaschistische Regime in den Jahren danach.

Im südlichen Teil, beim Strauss-Lanner-Denkmal, befindet sich der Anker-Brunnen im Rathauspark.

Quelle: Text: Wikipedia (erweitert), Bilder: www.nikles.net



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