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Die Bundeshauptstadt

Person - Ludwig Schöne

Karl Wilhelm Ludwig Schöne, Ingenieur, * 19.06.1845 in Leipzig, † 08.06.1935 in Wien, Bestattungsdatum: 12.06.1935, war ein deutsch-österreichischer Architekt.

Leben: Ludwig Schöne stammte aus Sachsen und absolvierte seine Ausbildung in Leipzig und Hannover. Ab 1871 ist er in Wien belegbar, wobei er zunächst in diversen Architekturbüros gearbeitet haben dürfte, bevor ab den frühen 1880er Jahren von ihm selbständig errichtete Bauten nachweisbar sind. 1883 erhielt er das Heimatrecht in Wien. Während der Ringstraßenära war er einer der produktivsten Architekten in Wien. Darüber hinaus war er in der gesamten Monarchie tätig. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erhielt er jedoch kaum noch Aufträge und starb völlig verarmt.

Familiäres Umfeld: Das Ehepaar Pauline und Ludwig Schöne heiratete am 13.08.1892 in Gmunden und hatte 2 Kinder, eine Tochter (Lilli, verh. Mondré) und einen Sohn, welcher schon in jungen Jahren verstarb.
Die Eltern von Pauline Engel waren Michael Engel und Anna Franda.
Die Eltern von Karl Wilhelm Ludwig Schöne waren Friedrich Ludwig Schöne und Sofie Agnesia Auguste Dietze.

Werk: Ludwig Schöne war ein Vertreter des Historismus, der flexibel die Gestaltung dem Zweck seiner Gebäude anpasste. So verwendete er für seine Wohnbauten altdeutsche und neobarocke Formen, für seine Kirchenbauten neuromanisch-neugotische Gestaltungen und für seine Synagogen byzantinisch-orientalisierende Elemente. Schöne, der ein großes Können in Stilvielfalt und in allen Sparten des Hochbaus besaß, vermochte sich in der Zeit um 1910 jedoch auch vom Historismus zu lösen und moderne, dekorativ stark reduzierte Gebäude zu errichten, sowie in den 1920er Jahren auch Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien. Im Bereich des Sakralbaus fällt auf, dass er (selbst evangelisch), für alle Konfessionen baute, was zu jener Zeit ungewöhnlich war.

WOHN- und GESCHÄFTSBAUTEN:
1880 Synagoge in Steinamanger / Szombathely
1882 Sanatorium Dr. Anton Loew, 1882, Wien 9, Mariannengasse 20 (Renovierung 09/2026)
1883 Sparkassa in Ödenburg / Sopron, Varkerület 59
1884 evangelische Schule in Ödenburg / Sopron, Szinhaz utca 27
um 1885 Synagoge Bielitz, Bielsko-Biala (Stadt in Polen)
um 1885 Große Synagoge (Vukovar), Ljudevita Gaja, zerstört
um 1885 Synagoge in Körmend, zerstört ?
1886 Schloss Barthodelsky (Barthodeiszky-kastély), Beled bei Raab / Győr, H
1886 Evangelische Kirche in Körmend
1887 Synagoge in Znaim/Znojmo, CZ, zerstört
1888 Wohn- und Geschäftshaus, Kaiserstraße 8, Wien 7
1889 Miethaus Ödenburg / Sopron, Szecheny ter 13
1890 Miethaus "Rubens-Haus", Wien 4, Rubensgasse 13
um 1890 Vereinshaus der niederösterreichischen Buchdrucker und Schriftsetzer, Wien 7, Seidengasse 15–17, Anmerkung: mit Franz Fröhlich
1890 Miethaus, Wien 6, Amerlingstraße 7, Anmerkung: mit Carl Langhammer u. Franz Fröhlich
1887 Miethaus, Wien 6, Amerlingstraße 8 / Chwallagasse 4
1890 Miethaus, Wien 5, Kriehubergasse 29
1891 Miethaus, Wien 8, Laudongasse 25
1891 Kinderhospiz in Sulzbach bei Bad Ischl, HERIS-ID: 105038, Objekt-ID: 121991, Sulzbach 64
1891–1892 evangelische Kirche St. Pölten, HERIS-ID: 29380, Objekt-ID: 26025, Heßstraße
1892 Miethaus, Wien 5, Rechte Wienzeile 85
1892 Miethaus, Wien 1, Ebendorferstraße 3
1892–1893 Pfarrkirche in Weißenbach an der Triesting, HERIS-ID: 65664. Objekt-ID: 78524, Kirchenplatz 2
1892–1894 Stadtpfarrkirche Güns (Herz-Jesu-Kirche), Kőszeg
1895 Stadtpfarrkirche Koprivnice
1893 Miethaus Gerger-Hof, Wien 5, Pilgramgasse 8, Anmerkung: mit Franz Fröhlich
1893 Miethaus, Wien 9, Höfergasse 3
1893 Villa Russ, Sopron, Erzsébet utca 10
1894 Miethaus, Wien 8, Kochgasse 9
1894–1898 Lutherkirche mit Pfarrhof und zwei Wohnhäusern, HERIS-ID: 48827, Objekt-ID: 52381, Wien 18, Martinstraße 25, Anmerkung: mit Theodor Bach
1895 Haus des Beamtenvereines, Wien 1, Wipplingerstraße 25
1895 Miethaus Große Neugasse 29, Wien 4, Große Neugasse 29
1896 Turm der evangelischen Kirche Rust, HERIS-ID: 4619, Objekt-ID: 473, Conradplatz, Rust, Burgenland
1896 Miethaus, Wien 4, Schleifmühlgasse 23, Anmerkung: mit Franz Fröhlich
1896 Evangelische Kirche Steinamanager / Szombathely
1897–1898 Villa Specht, Wien 13, Hietzinger Hauptstraße 35 / Wenzgasse 26
1898 Evangelische Kirche in Steyr, HERIS-ID: 104561, Objekt-ID: 121376, Bahnhofstraße 22
1898 Gastgewerbefachschule der Wiener Gastwirte, HERIS-ID: 47443, Objekt-ID: 50512, Wien 1, Judenplatz 3–4, Anmerkung: auch Managetta-Haus
1898 Hotel Bristol in Bozen / Bolzano, Raingasse, Bozen, zerstört, Anmerkung: 1961 abgerissen
1898 Katholische Kirche in Félszerfalva (Pfarrkirche Hirm), HERIS-ID: 23246, Objekt-ID: 19597, Hirm, Hauptplatz
1899 Miethaus, Wien 7, Schottenfeldgasse 20
1899–1902 Villa K. Rella, Küb-Payerbach, NÖ, 30
1900 Hotel Beatrix, Wien 3, Beatrixgasse / Landstraßer Hauptstraße, Ausführung Stadtbaumeister Adolf Zwerina
1900–1901 Evangelische Pfarrkirche in Pöttelsdorf, HERIS-ID: 22638, Objekt-ID: 18972, Hauptstraße 42
um 1900 Miethaus, Wien 6, Linke Wienzeile 18, Anmerkung: ehemals Ufergasse
um 1900 Miethaus, Wien 3, Sechskrügelgasse 10
1901 Miethaus, Wien 4, Schönburgstraße 14
1901–1902 Miethaus, Wien 1, Biberstraße 5 / Falkestraße
1901–1902 Wohnhaus des Bürgerspitalsfonds, Wien 6, Mariahilfer Straße 23-25, Anmerkung: mit Franz Fröhlich
1901–1902 evangelische Pfarrkirche Villach (Kirche im Stadtpark), HERIS-ID: 54189, Objekt-ID: 62358, Dr. Karl-Renner-Platz
1902 Wohn- und Geschäftshaus, HERIS-ID: 30761, Objekt-ID: 27527, Wollzeile 18
1903 Villa, Wien 19, Nussberggasse 2b
1904 Villa, HERIS-ID: 69935, Objekt-ID: 83031, Hinterbrühl, NÖ, Gaadner Straße 36a
1904 Miethaus, Wien 5, Kettenbrückengasse 21
1904 Miethaus, Wien 7, Neubaugasse 30
1904 Miethaus, Wien 3, Neulinggasse 7
1906 Villa, Bad Vöslau, NÖ, Falkstraße 29
1906 Wohnhaus, Wien 13, Münichreiterstraße 53, Anmerkung: mit Rudolf Goebel, früher Bernbrunngasse
1906 Miethäuser, Wien 13, Hietzinger Kai 111–113
1906 Miethaus, Wien 13, Eduard-Klein-Gasse 13, Anmerkung: mit Rudolf Goebel
1907 Umbau u. Erweiterung der evangelischen Kirche A.B. (Lutherische Stadtkirche), HERIS-ID: 33323, Objekt-ID: 30751, Wien 1, Dorotheergasse 18
1907 Metallwarenfabrik Grünwald Wien 15, HERIS-ID: 62196, Objekt-ID: 74722, Flachgasse 35–37
1909 Miethaus, Wien 7, Schottenfeldgasse 35
1909 Miethäuser, Wien 6, Gumpendorfer Straße 76
1909 Miethaus, Wien 12, Schlöglgasse 7a
1909 Rathaus Mährisch-Schönberg (Mähren) / Šumperk
um 1910 Villa Schulz, Seebenstein, NÖ
1912 Miethaus, Wien 4, Phorusgasse 3
1912 Miethaus, Wien 17, Hernalser Hauptstraße 79
1913 Miethaus, Wien 7, Kirchengasse 25–27
1926–1927 Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, HERIS-ID: 48776, Objekt-ID: 52327, Wiener Wohnen: 1304, Wien 18, Gentzgasse 79
1928–1929 Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, HERIS-ID: 48630, Objekt-ID: 52166, Wiener Wohnen: 552, Wien 16, Paletzgasse 15 (Ecke Redtenbachergasse)

Weiters im Grab bestattet:
Pauline (Paula) SCHÖNE, geb. Engel, * 12.03.1860, † 1937, Bestattungsdatum: 03.12.1937

Neuigkeits-Welt-Blatt (Provinz-Ausgabe/Land-Ausgabe) vom 13.8.1892, Seite 3: Trauung. Morgen, Samstag, findet in der evangelischen Kirche in Gmunden die Trauung des bestbekannten Wiener Architekten Herrn Ludwig Schöne mit Fräulein Pauline Engel statt.

Der Bautechniker, 1900, Hauptteil, Seite 953 und 954: Hotel Beatrix in Wien, III. Bez., Ecke der Hauptstrasse und Beatrixgasse. Von Architekt Ludwig Schöne in Wien. (Hierzu die Beilage.) Der grosse Bezirk Landstrasse, welcher in jüngster Zeit durch die Eröffnung des städtischen Arenberg-Parkes einen in gesundheitlicher Beziehung wichtigen Vortheil erlangte, entbehrte bis jetzt ein den Anforderungen der Gegenwart entsprechendes Hotel. Es war daher ein glücklicher Gedanke des Herrn Josef Nowy, den in Fig. 1 bis 3 in den Grundrissen und auf der Beilage in der Ansicht dargestellten Bau auf seinem Grundstücke ansführen zu lassen. Mit dem Entwurfe der Pläne zu diesem Hotel betraute der Bauherr den hervorragenden Architekten Ludwig Schöne, den Erbauer des reizvollen "Hotel Bristol" in Bozen. Bei der Grundrisseintheilung des neuen Hotels wurde darauf Rücksicht genommen, dass das Haus eventuell leicht in ein Zinshaus umgewandelt werden kann. Im Souterrain befindet sich ein zu dem Parterre-Geschäftslocale gehörendes Magazin, ferner die Restaurationsküche sammt Nebenränmen, sowie ein Wein- und Bierkeller. Die anderen Keller sind unterhalb des Souterrains gelegen. Sämmtliche Souterrainlocale sind durch grosse Lichtgräben sehr gut beleuchtet. Das Parterre besteht aus einem gegen die Hauptstrasse gelegenen grossen Geschäftslocale, welches derzeit an die Firma Ph. Haas & Söhne vermiethet ist, und ausserdem aus einem Restaurationslocale. Beide Räume sind durch das Treppenhaus, welches wegen der geringen Tiefe des Bauplatzes auf die Strassenseite gelegt werden musste, von einander getrennt, In den folgenden 4 Obergeschossen sind die Hotelzimmer untergebracht. Sämmtliche Constructionen wurden auf das Solideste ausgeführt. Die Facaden machen trotz ihrer Einfachheit (oder vielleicht eben wegen dieser Einfachheit) eine sehr schöne Wirkung; besonders angenehm fällt der runde Erkerthurm in die Augen; derselbe verleiht dem Gebäude eine anmuthende Silhouette. Die Ausführung des Gebäudes war dem Stadtbaumeister Adolf Zwerina übertragen. Es waren bei der Bauausführung noch folgende Firmen beschäftigt: der Zimmermeister K. Kapp, der Tischlermeister J. Panzner, der Schlossermeister H. Sasse, der Anstreichermeister H. Riha, Glasermeister F. Hübl, Schieferdecker A. Nikowitz, Maler Hoffmann und die Personen-Aufzugs Bauanstalt F. Bauer. Wie es sich schon jetzt zeigt, wird dieses gut eingerichtete Hotel bald einen sehr lebhaften Verkehr haben.

Illustrierte Kronen Zeitung vom 12.6.1935, Seite 9: (Todesfall.) Knapp vor seinem 90. Geburtstag verschied in Wien am 8. d. der bekannte Architekt Ludwig Schöne, der in den Achtziger- und Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts nicht nur in Wien, sondern in allen Kronländern der Monarchie zu den meistgesuchten Baumeistern zählte und zahlreiche Kirchen, Wohn- und Fabriksobjekte errichtete. Architekt Schöne hinterläßt eine Witwe und eine Tochter, sein Sohn fand schon im Jünglingsalter den Tod in den Bergen.

Die Grabstelle befindet sich am Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf (Gruppe: 5, Grabnummer: 61).

Quelle: Dieser Text basiert auf dem Artikel Ludwig_Schöne aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 4.0 (Text erweitert). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Bilder: www.nikles.net, Allgemeine Sport-Zeitung von 1884, Seite 1118, Matricula Online, Pfarre Gmunden, Trauungen-Duplikate 1892, Seite 13, Neuigkeits-Welt-Blatt (Provinz-Ausgabe/Land-Ausgabe) vom 13.8.1892, Seite 3, Illustrierte Kronen Zeitung vom 12.6.1935, Seite 9, Wiener Bauindustrie-Zeitung, 1900, Jahrgang 17, Bildteil, Seite 26, Der Bautechniker, 1900, Hauptteil, Seite 953 und 954, Wiener Bauindustrie-Zeitung, 1899, Jahrgang 17, Bildteil, Seite 4, Wiener Bauindustrie-Zeitung, 1903, Jahrgang 21, Bildteil, Seite 30.



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