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Die Bundeshauptstadt

Person - Joseph Kyselak

Joseph Michael, meist nur Joseph, auch Josef Kyselak (* 9. März 1798 in Wien, anderen Quellen (Fremden-Blatt) zufolge 1795 in Brünn; † 17. September 1831 ebenda) war Alpinist und Hofkammerbeamter in Wien. Bekannt wurde er weniger für seine Reisebeschreibungen und kulturellen Interessen als für die merkwürdige Gewohnheit, auf Wanderungen seinen Namen in großen Buchstaben zu hinterlassen. Dies brachte ihm Berühmtheit und die Aufnahme in Wurzbachs Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Für die Graffiti-Kultur stellt Kyselak nicht nur einen wichtigen Vorläufer dar, er war auch einer der ersten, die als habituelle „Tagger“, wie der Graffiti-Jargon dies nennt, gelten dürfen, sieht man von den Namensgravuren früherer Jahrhunderte an bedeutenden Bauwerken (Persepolis, Akropolis, Turm des Straßburger Münsters u. v. a.) ab.

Leben: Joseph Michael Kyselak wurde als ältester Sohn des Diurnisten (Beamten) Joseph Kyselack (sic) und seiner Frau Josepha geb. Seiffert geboren und am selben Tag laut Taufbucheintrag in der Wiener Piaristenkirche der Pfarre Maria Treu getauft, zu der die damalige Wohnung der Eltern in Sankt Ulrich 79 (später Konskriptionsnummer 100, heute Lerchenfelder Straße 20) gehörte. Den zweiten Vornamen Michael, erst 2015 wieder bekannt geworden, erhielt er von seinem Taufpaten Joseph Michael Kloiber, Buchhalter bei der k.k. Familiengüter-Direktion. Ein Jahr später wurde sein Bruder Wilhelm geboren. Beide besuchten das Piaristen-Gymnasium (heute im Bezirk Josefstadt) und legten dort die Abschlussprüfung ab. Anschließend studierte Joseph Michael einige Semester Philosophie an der Wiener Universität, ohne einen Abschluss zu erlangen. Als Praktikant bekam er eine Anstellung in der Behörde, in der auch sein Vater tätig war: der k. k. Privat-, Familien- und Vitikalfondskassenoberdirektion. Nach sieben Jahren als Praktikant suchte er 1825 bei der Hofkammer um Beförderung zum Registraturs-Accessisten an; er erhielt die Stelle nicht, die abschlägige Antwort liegt vor.

Im selben Jahr, am 12. August, begann das zentrale Ereignis seines Lebens, die fast vier Monate dauernde Wanderung von Graz nach Westen durch die Alpen. Sie führte über die Koralpe, das Drau- und Möll-Tal nach Mallnitz, über den Mallnitzer Tauern nach Bad Gastein, erreichte Hallein und Berchtesgaden. Von dort stieg Kyselak auf den Hundstod (bei Kyselak: „Hundskopftod“) im Steinernen Meer, wandte sich über Saalfelden und den Gerlospass ins Zillertal und überquerte den Alpenhauptkamm nach Sterzing. Über den Jaufenpass, durch das obere Passeiertal und über das Timmelsjoch ging es ins Ötztal, über die Wildkarspitze ins Stubaital und nach Innsbruck. Der Plan, mit einem Boot den Inn abwärtszufahren, schlug fehl. Kyselak wanderte nach Salzburg, fuhr auf Flößen die Salzach und den Inn hinunter nach Passau, von wo er zu Schiff nach Wien zurückkehrte. Vier Jahre später publizierte er seinen Bericht darüber, der ihn bekannt machte: Skizzen einer Fußreise durch Oesterreich, Steiermark, Kärnthen, Berchtesgaden, Tirol und Baiern nach Wien – nebst einer romantisch pittoresken Darstellung mehrerer Ritterburgen und ihrer Volkssagen, Gebirgsgegenden und Eisglätscher auf dieser Wanderung, unternommen im Jahre 1825.

Ein neuer Fund im Österreichischen Staatsarchiv (Archivale des Monats März 2025) wirft ein Licht auf die finanzielle Lage Kyselaks, werden in seinem Schreiben vom 26. März 1829 doch die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, die Krankheit des Vaters und dadurch ausbleibende Unterstützung sowie die Unmöglichkeit einer Heirat erwähnt.

Im Jahr 1831 fiel Kyselak der 2. Cholerapandemie zum Opfer. Als er in das Cholera-Hospital am Wiener Strozzigrund (das sich in dem für diese Zwecke adaptierten Palais Strozzi befand) eingeliefert wurde, war er bereits tot.

Legenden: Angeblich begann er infolge einer Wette, nach der er in drei Jahren in der ganzen Monarchie bekannt werden wollte, seinen Namen bzw. „Kyselak war hier!“ auf allerlei Plätze im Kaisertum Österreich zu schreiben und zu ritzen.

Ihm wurde angedichtet, den Chimborazo in Ecuador erklommen zu haben, so dass Alexander von Humboldt dort den Schriftzug Kyselak 1837 vorgefunden haben soll. Allerdings bestieg von Humboldt den Chimborazo schon 1802, erreichte aber nicht den Gipfel, und Kyselak war 1837 bereits sechs Jahre tot. Legende ist auch, dass Kyselak zum Kaiser gerufen worden sein soll, nachdem er ein kaiserliches Gebäude „beschmiert“ hätte. Franz I. habe ihm daraufhin verboten, je wieder seinen Namen irgendwohin zu schreiben, woraufhin Kyselak Besserung gelobt habe. Als er wieder gegangen war, habe der Kaiser Kyselaks Namen und das Datum auf seinem Schreibtisch eingraviert gefunden.

Kyselak selbst erwähnt in seinem Reisebericht den Beweggrund für sein merkwürdiges Tun gar nicht; nur vereinzelt wies er auf Anbringung seines Namens hin, so etwa bei seinem Besuch der Schlossruine Kapfenberg: Ich bezeichnete diese merkwürdige Wand, an der ich mich nun fest anklebte, groß mit schwarzer Jahreszahl.

Zu den Legenden gehört, er sei ein leistungsstarker Alpinist gewesen. Er war eher ein – allerdings sehr ausdauernder – Bergwanderer. Als er seine Wanderung unternahm, auf der er bei Bergbesteigungen nicht den heutigen Schwierigkeitsgrad II der UIAA-Skala überschritt, waren bereits anspruchsvolle Berge wie der Mont Blanc (1786), der Großglockner (1800), der Ortler (1804) oder die Jungfrau (1811) bestiegen worden.

Nachwirken und Trivia: Die Gepflogenheit, seinen Namen auf berühmten Touristenzielen einzugravieren, gab es schon im Altertum. Reisende im 17. und 18. Jahrhundert hinterließen ihren Namen samt Jahreszahl überall, so Goethe auf dem Turm des Straßburger Münsters oder (samt einem Gedicht) auf dem Kickelhahn, Fernreisende auf den entlegensten Plätzen, so zum Beispiel in Tacht-e-Dschamschid, dem antiken Persepolis, Militärs auf Burgen oder in besetzten Palästen, so in den Stanzen des Vatikans. Kyselak ist in dieser Tradition zu sehen, aber so konsequent hat niemand vor ihm als Kritzler gehandelt. Es ist überlegenswert, ihn als Vorläufer der „Tagger“ oder Graffiti-Sprayer zu sehen, da er seinen Namen nicht nur jahrelang nachweislich exzessiv verbreitete, sondern hierfür auch eine spezielle Form schuf. Kyselaks Name wirkte über seinen Tod weiter. Ein lustiges Gedicht von Joseph Victor von Scheffel endet mit den Worten:

…Schwer empört schau ich das wilde
Denkmal wilder Menschenart …
Sieh – da winkt versöhnlich milde
Auch ein Gruß der Gegenwart:
Schwindlig ob des Abgrunds Schauer
Ragt des höchsten Giebels Zack
Und am höchsten Saum der Mauer
Prangt der Name — KISELAK.

Auch einige von Kyselaks Inschriften sind noch erhalten. Inschriften befinden sich am Wehrturm von Perchtoldsdorf und auf einer Felswand in der Wachau zwischen Krems und Dürnstein bei Rothenhof. Heute noch ist der Name „Kyselak“ auf diversen Wänden und Plätzen anzutreffen, wenngleich oft in verstümmelter Form, z. B. als „Kisselak“.

Die meisten der bekannten Kyselak-Namenszüge sind moderne Fälschungen.

Ein eingravierter Kyselak-Schriftzug befindet sich an einem Obelisken im Wiener Schwarzenbergpark. Seine Echtheit ist umstritten, allein schon deswegen, weil Kyselak seinen Namen stets mit Farbe geschrieben und niemals eingraviert hat. In dieser Tradition stehen später auch „Kilroy was here“ und Peter Ernst Eiffe.

Um 1960 herum schrieben Konrad Bayer und Gerhard Rühm ein absurdes Sprechstück mit dem Titel „kyselak“. 1970 schrieb Herbert Rosendorfer eine kurze Erzählung „Keine Spur von Kyselack“. 1882/83 verwendete Hermann Bahr das Pseudonym „Kieselak“, um für das Linzer Sonntagsblatt deutschnationale und antisemitische Texte zu schreiben.

Seit 2010 gibt es Nachahmer im Raum Wien, denn an einigen Stellen, an denen bisher keine Aufschriften vorhanden waren, wie bei der Wilhelmswarte am Anninger, tauchte der Name auf.

Film: Kyselak war da – Graffiti anno 1825

Filmische Aufbereitung der Ergebnisse des Kyselakprojekts. Produziert wurde auch eine englische Fassung der Dokumentation (voice-over-synchro) unter dem Titel Kyselak, the first graffiti-tagger.

Publikationen:
Kyselak Jubiläumsausgabe Presskit von Dr. Gabriele Goffriller. Hier ist zu lesen, dass er mit dem Maler Eduard Gurk († 1841) befreundet war.
Kyselaks Buch "Skizzen einer Fußreise durch Österreich..." ist als Jubiläumsausgabe neu erschienen bei Edition Tandem.

Vereinigte Laibacher Zeitung vom 19.3.1831, Seite 4: Kyselak, Jos., Skizzen einer Fußreise durch Oesterreich, Steiermark, Kärnthen, Berchtesgaden, Tirol und Baiern nach Wien - nebst einer romantisch pittoresken Darstellung mehrerer Ritterburgen und ihrer Volkssagen, Gebirgsgegenden und Eisglätscher auf dieser Wanderung, unternommen im Jahre 1825. 2 Theile mit Kupfern. 8. Wien, 1829, 2 fl.

Fremden-Blatt vom 21.7.1865, Seite 9: In der Brühl begann ferner das wahre Reich einer der volksthümlichsten Persönlichkeiten Wien's nämlich Kyselak's. Joseph Kyselak, geboren in Brünn 1795, hatte in Wien studirt und wurde Beamter bei der k. k. allgemeinen Hofkammer. Er benützte seine ganze freie Zeit zu Exkursionen, von denen er ein leidenschaftlicher Freund war, und hatte dabei die Eigenheit, seinen Namen in die Bäume und Felsblöcke der höchsten Berge, hundertfach einzuschneiden, einzugraben, oder mit Lapidarbuchstaben hinaufzumalen. Es gab in den Umgebungen Wiens, besonders Brühl, Baden u. dgl. keine Stelle, wo man nicht auf den Namen KYSELAK stieß. Er selbst pflegte scherzend zu sagen, daß sein Name wohl der höchste im Lande sei und in hohem Ansehen stehe. Vou ihm erzählte man hunderte von Anekdoten in diesem Genre. So stand einst ein vornehmer Herr vor seinem Schlosse und zeterte über die Beklecksung der Wände durch den „Allerweltsschmierer", wie er Kyselak nannte. Er trug einen feinen Nankingrock. Als er sich umdrehte, brachen die Umstehenden in ein endloses Gelächter aus — auf den Schultern stand Kyselak's Name mit den allbekannten schwarzen Lapidarbuchstaben unauslöschlich aufgeschrieben. Der Schalk war zufällig anwesend und hatte, während der vornehme Herr schalt, gemüthlich auf dessen Rücken gepinselt. Ein Fürst hatte ihn einst rufen lassen und ihm gesagt: „Lieber Kyselak, mich freut Ihre Leidenschaft für die schöne Natur, aber künftig haben Sie die Güte und lassen Sie mein Palais und meine Parkanlagen in Ruhe!" Kyselak verbeugte sich unterthänig vor dem Tische, an dem der Gnädige saß, versprach das Eigenthum desselben künfttg zu schonen und entfernte sich unter gehorsamen Bücklingen. Als gleich darauf der Fürst seine Blicke auf den Tisch warf, stand mit dem Federmesser zierlich ausgeschnitten, der Name Kyselak auf dem kostbaren Möbel. Wenn derlei Anekdoten auch zumeist als erfunden bezeichnet werden müssen, zeigen dieselben doch die ungeheure Popularität des Mannes an, dem sie die Bevölkerung zuschrieb. Kyselak machte auch weitere Reisen und beschrieb selbe in zwei Bänden. Es starb 1831, als eines der ersten Opfer der Cholera in Wien.

Linzer Volksblatt vom 10.7.1914, Seite 6: Kyselak. Kyselak? — so wird der Leser fragen. Der Name klingt fast bekannt, aber wer ist das? Nehmen wir das Konversationslexikon zur Hand. Da steht folgendes: Kyselak, Joseph, als Sonderling bekannter Reiseschriftsteller, geboren 1795 in Wien, gestorben daselbst 1831 als Registraturakzessist in der Hofkammer, ist durch seine Manie, seinen Namen überall, selbst an den höchsten Felsen der von Touristen besuchten Gegenden, in großen Buchstaben anzubringen, zu einer typischen Figur geworden. Er schrieb: „Skizzen einer Fußreise durch Oesterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburgs Berchtesgaden, Tirol und Bayern nach Wien" (Zwei Teile, Wien, 1829). Also ein Tourist und dazu ein Sonderling, der sich unterwegs zu „verewigen" liebte. Die Sonderlinge sind ja heute ausgestorben, aber Touristen gibt es sehr viel, und an Leuten, die sich an passenden und unpassenden Orten gern verewigen, fehlt es auch nicht. Da es nun wieder Reise- und Wanderzeit ist, mögen einige Bemerkungen über Kyselak und seine Reise von 1825 Interesse finden. Sie fällt in die Zeit vom 12. August bis Oktober. Kyselak ist also erheblich länger unterwegs gewesen, als es heutzutage ein Tourist auszuhalten pflegt. Dafür hat er allerdings auch viel gesehen. Hier seine Route: Er zog von Wien über den Semmering nach Bruck und fuhr von da mit einem Floß aus zusammengebundenen Baumstämmen auf der Mur nach Graz. Er wanderte dann nach Mahrenberg an der Drau, nach Klagenfurt und Villach und durchs Mölltal über die Mallnitzer Tauern ins Gasteinertal und nach Schwarzach an der Salzach. Die Salzach verfolgte er abwärts bis Hallein, von wo er Berchtesgaden und den Königssee besuchte. Vom Königssee überschritt er auf dem Wege über den Funtensee das Steinerne Meer nach Saalfelden und Zell am See, wobei der Hundstod (Hundskopftod bei Kyselak) bestiegen wurde. Weiter gings das Oberpinzgau hinauf über die Gerlos nach Zell am Ziller, nach Mayrhofen und über das Pfitscher Joch nach Sterzing; von da über den Jausen ins Passeier Tal zum Gasthause am Sand; über das Panker Joch ins Oetztal bis Oberlängenfeld; durchs Sulztal über die Gletscher (schon Ende September) ins Stubai und nach Innsbruck. Bei Hall reizte Kyselak der Inn derartig, daß er den ungebärdigen Strom in einem kleinen Kahn bis nach Marktl, unterhalb Neu-Oetting, hinunterfuhr — was heute schwerlich jemand macht! Zu Fuß kam Kyselak über Burghausen nach Salzburg, von da mit einem Frachtschiff nach Passau. Ebenfalls zu Schiff gelangte er auf der Donau — durch, die ausführlich beschriebene schöne Wachau — nach Wien zurück. Diese Reise wird in dem Werke geschildert, das eine „romantisch pittoreske Darstellung mehrerer Ritterburgen und ihrer Volkssagen, Gebirgsgegenden und Eisgletscher" verheißt, und man darf sagen, daß die Schilderung, von einigen verzeihlichen Ueberschwenglichkeiten abgesehen, gut ist. Land und Leute werden vorgeführt; dazu die Erlebnisse; Mitteilungen über Gasthäuser und Preise regen zu Vergleichen mit heutigen Verhältnissen, an. Das Wandern in den Alpen war damals doch viel beschwerlicher als jetzt. Kyselak war ein großer Fußgänger vor dem Herrn und führte seinen Vorsatz, täglich wenigstens sechs Meilen zu marschieren, auch getreulich aus; Tagesmärsche von zehn bis zwölf Stunden kamen häufig vor. Gelegentlich wurde ein Führer genommen, wie über das Steinerne Meer und in den Oetztaler Alpen. Im übrigen genoß Kyselak seine Wanderfreuden - nur von seinem treuen Wolfshunde begleitet. Einen Mantel mitzunehmen, hielt er für überflüssig, doch brachten Gewehr und Munition das Gewicht des Gepäcks auf 15 Pfünd. Das Gewehr wird wohl Kopfschütteln erregen; aber aus Kyselaks Mitteilungen geht hervor, daß es ihm ein paar Mal ganz gute Dienste geleistet hat. Die Bauern, damals an den Anblick von Touristen noch nicht so gewöhnt, hielten nämlich gelegentlich unseren Kyselak für einen Landstreicher oder Schlimmeres und zeigten Lust, über ihn herzufallen. Beim Uebergang ins Stubai stieß er auf einen Wildschützen, der sich bedroht fühlte und auf den Hund anlegte, worauf Kyselak ihm zurief, er würde ebenfalls schießen. Darauf ging jeder vorsichtig seines Weges. Einen Paß hatte Kyselak bei sich, und er brauchte ihn oft genug. Aber noch etwas anderes hat er bei sich geführt, wenn er es in der Liste seiner Ausrüstungsstücke auch nicht ausdrücklich erwähnt: nämlich schwarze Oelfarbe, die er eben brauchte, um sich zu verewigen. Er hatte das einige Male an nicht ganz bequemen Stellen getan, so auf dem Steinernen Meer und zwar in Versen. Ihr Wortlaut wird dem Leser des Buches nicht erspart. Die hier erwähnte Fußreise war nicht die einzige Kyselaks; er hat auch Ungarn, Italien, die Schweiz, Württemberg, Preußen, Sachsen, Böhmen und Mähren durchzogen, ferner eine beschwerliche Besteigung des Dachsteins ausgeführt. Er hat diese Touren aber nicht mehr beschrieben; denn anscheinend hat ihn die Hoffnung, sein erstes Buch werde viel Beifall finden, getäuscht [Anmerkung: Joseph Kyselak hatte vor, seine weiteren Reisen zu veröffentlichen, er hatte dazu sogar Geld vom Kaiser persönlich bekommen, wurde aber von der Cholera überrascht. 1831 wusste man noch nicht, dass die Krankheit durch Wasser übertragen wird.]. Heute ist dieses Buch touristisch und kulturgeschichtlich von großem Interesse, besonders für den, der die vor neunzig Jahren von Kyselak besuchten Gegenden selbst durchwandert hat.

Die Grabstelle ist unbekannt. Die Choleratoten vom Schmelzer Friedhof wurden auf den Zentralfriedhof übertragen.

Quelle: Dieser Text basiert auf dem Artikel Joseph_Kyselak aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 4.0 (Text erweitert). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Bilder: www.nikles.net, Vereinigte Laibacher Zeitung vom 19.3.1831, Seite 4, Fremden-Blatt vom 21.7.1865, Seite 9, Linzer Volksblatt vom 10.7.1914, Seite 6, Presskit von Dr. Gabriele Goffriller.



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