Person - Vincenz Mack
Vincenz Mack (Vinzenz Mack), k. k. Rath, bürgerl. Handelsmann, Besitzer der Zucker-Raffinerie Am Schüttel und des Brauhause
in
Margareten, Hausinhaber, † 30.10.1836, 57 Jahre,
zuletzt wohnhaft: 1.,
Stephansplatz Nr. 875.
Mack war der Besitzer des von Malern sehr geschätzten Gebäudes Stock-im-Eisen-Platz 875.
Margaretner Brauhaus: Der Magistrat der Stadt Wien verkaufte 1833 das Margaretner Brauhaus
(im Bereich der Stiege 12 des
Margaretenhofs, Konskriptionsnummer: Margareten 90), an Vincenz Mack,
wobei es aber dominikal, also mit allen steuerlichen und rechtlichen Privilegien blieb.
Im Margarethner Brauhaus stellte man auch ausschließlich das lichte "Horner Bier" her, das, säuerlich und trüb, aus Steinkrügen getrunken wurde.
Das "Horner Bier" wurde bereits 1750 von Braumeister Faber erfunden.
Genutzt wurde dazu das Wasser der
Siebenbrunner Hofwasserleitung.
Nach dem Tod von Vincenz Mack übernahm sein Bruder Ignaz das Brauhaus. Nach dessen Tod wurde die Brauerei
unter dem Namen "Mack's Erben" erfolgreich weitergeführt und konnte um die 33.000 Hektoliter Bier im Jahr brauen.
Im Oktober 1848 wurde das Brauhaus durch kriegsähnliche Handlungen beschädigt.
Am 14. Juni 1862 brannte das Brauhaus jedoch ab, wurde kurzfristig wieder in Betrieb genommen,
1869 aber wegen Baufälligkeit aufgelassen und im Jahr 1883 abgerissen.
An seiner Stelle wurde 1884/85 vom Architektenbüro Fellner und Helmer der sogenannte
Margaretenhof erbaut.
Wiener Zeitung vom 3.11.1836, Seite 4:
Hr. Vincenz, Mack, k. k. Rath, Senior der hiesigen
bürgerl. Handelsstandes, Besitzer der k. k. privil. Zucker-Raffinerie
in der Jägerzeil und des Dominical-Brauhauses
zu
Margarethen, dann Hausinhaber, alt
57 Jahr, am
Stephansplatz Nr. 875, am Schlagfluß,
als Folge seröser Ergießung in die Brusthöhle.
Der Wanderer vom 31.12.1851, Seite 2:
30. December. Die k. k. priv. wechselseitige
Brandschaden-Versicherungsanstalt haftet ihren
Versicherten für allen Schaden, ausgenommen jenen,
der in Kriegszeiten durch Operationen der Truppen erfolgt.
Die Zuckerfabrik-Firma Ignaz Mack in Wien,
unter Vertretung des Dr. Heinrich Perger sen., hat daher
die erwähnte Versicherungsanstalt zur Vergütung
des in den Octobertagen erlittenen Schadens in der versicherten
Summe von 65,000 fl. CM. klagbar belangt,
worüber nunmehr das vom k. k. n. ö. Herrn Statthalter
statutenmäßig, bestellte Oberschiedsgericht in letzter
Instanz die genannte Versicherungsanstalt zur Zahlung
der erwähnten angesprochenen Summe verurtheilt, hat.
Diese Entscheidung, welche die erste ist, die in letzter Instanz
in dieser Rechtsfrage erfloß, ist um so wichtiger, da sie als
eine Norm für alle allenfalls noch schwebenden Processe
wahrscheinlich dienen wird, und hiedurch auch die Frage,
ob die 1848ger Octoberereignisse als Kriegsereignisse zu
betrachten seien, verneinend entschieden erscheint. (Lloyd.)
Morgen-Post vom 10.10.1854, Seite 3:
... wozu das seiner Zeit landbekannte weiße
Horner Bier nicht wenig beigetragen haben mochte,
jenes Bier, welches der dortige Bräumeister Faber im Jahre 1750 erfand, und das später,
da mit seinem Tode das Privilegium erlosch, allenthalben nachgebraut und so lange verschlechtert wurde, bis
es seine Berühmtheit ganz und gar einbüßte. ...
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 159).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: Wiener Zeitung vom 3.11.1836, Seite 4,
Matricula Online, Dom- und Metropolitanpfarre St. Stephan, Sterbebuch 03-42, 1831-1837, Seite 0337,
Der Wanderer vom 31.12.1851, Seite 2,
Morgen-Post vom 10.10.1854, Seite 3.