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Die Bundeshauptstadt

Person - Michael Potlis (Botly)

Potlis (Botly) Michael, Jurist und Politiker. * Wien, 1812 (1814?); † Wien, 20. 10. 1863. Sohn eines griech. Kaufmannes, der in Wien lebte und die österr. Staatsbürgerschaft angenommen hatte; besuchte in Wien die griech. Schule, 1824–30 das Akadem. Gymn. und absolv. 1830–32 die philosoph. Jgg., 1832–36 das Jusstud. an der Univ. Wien. Er ging 1837 nach Griechenland und machte im Kg.Reich Ottos I. Karriere. Zunächst unbesoldeter Beisitzer am Appellationsgericht in Athen, 1842 Richter am Appellationsgericht in Nauplia. Im selben Jahr wurde er ins Justizmin. berufen und Vortragender vor dem Staatsrat; nach seinem Rücktritt anläßlich der Regierungsumbildung von 1843 betätigte er sich als Rechtsanwalt. 1855 wurde P. Justizminister sowie Prof. für Kirchenrecht an der Univ. Athen, an der er auch in Vertretung von G. Rhallis einen Lehrauftrag für Handelsrecht hatte. In der Folge war P. 1857 (und dann wieder 1860 bis Mai 1862) Minister für kirchliche Angelegenheiten und Unterricht, 1859 wieder Justizminister. Nach der Revolution im Oktober 1862 kehrte er nach Wien zurück, wo er schon vorher Kontakte zu Angehörigen der griech. Kolonie (wie dem Bankier S. Sina und dem Historiker Th. v. Karajan, s. d.), bes. aber zu Miklosich (s. d.) und J. Müller (s. d.) gehabt hatte. Seine gem. mit Rhallis hrsg. Smlg. der kanon. Quellen der griech. Ostkirche, „Syntagma ton theion kai hieron kanonon . . .“, ist noch heute ein auf diesem Gebiet des Kirchenrechts maßgebendes Werk.

W.: Eisagogikon mathema eis to ekklesiastikon dikaion tes anatolikes orthodoxou Ekklesias (Einführung in das Kirchenrecht der orthodoxen Ostkirche), 1859. Hrsg. (gem. mit G. Rhallis): Hellenikoi kodikes (Griech. Kodizes), 1844; Syntagma ton theion kai hieron kanonon . . . (Zusammenstellung der göttlichen und hl. Kanones . . .), 6 Bde., 1852–59. Briefe, Hss.Smlg., Österr. Nationalbibl., Wien.

L.: Hemera vom 29. 10./10. 11. 1862 und 12./24. 10. 1863; Triester Ztg. vom 29. 10. 1863; F.-A. Biener, Das kanon. Recht der griech. Kirche, in: Krit. Z. für Rechtswiss. und Gesetzgebung des Auslandes 28, 1856, S. 163 ff.; Goth. genealog. Taschenbuch nebst. diplomat.-statist. Jb. auf das Jahr 1861, 1860; Rieger; Wurzbach; E.-M. Oettinger, Moniteur des Dates . . ., Suppl. 1, 1873; K. Eleutheroudakes, Enkyklopaidikon Lex. 10, 1930; Megale Hellenike Enkyklopaideia 20, 1932; Threskeutike kai Ethike Enkyklopaideia 10, 1967; G. Kapner, Freiplastik in Wien (= Wr. Schriften 31), 1970, S. 229; Archiv des Akadem. Gymn., Wr. Stadt- und Landesarchiv, UA, alle Wien; Mitt. W. M. Plöchl, Wien, und S. Troianos, Athen.

Die Grabstelle befindet sich am St. Marxer Friedhof. Der Grabstein wurde von seiner Mutter Katerina und seiner Gattin Aglaia aufgestellt. Im Gräberbuch erscheint er als Michael Botlis, gewesener griechischer Minister. Katharina (Katerina) Botlis, Großfürstenswitwe, wurde ebenfalls an dieser Stelle begraben.

Quelle: Text: Österreichisches Biographisches Lexikon (erweitert um die Grabstelle, letzter Absatz), Bilder: www.nikles.net und Wiener Zeitung vom 23.10.1863, Seite 9.



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