Person - Michael Mathes
Michael Mathes, Bossierer, Münzgraveur und Medailleur, * 29.07.1814 in Wien, † 02.09.1869 in Wien, zuletzt wohnhaft: 2., Kl. Sperlgasse 7.
Michael Mathes wird am 14.03.1836 als Zögling und unbesoldeter Graveurpraktikant der Akademie der bildenden Künste aufgenommen.
Im Juli 1837 erhält er bereits ein Taggeld von 50 Kronen.
Am 07.03.1855 wird er wirklicher Münzgraveuradjunct, 1855 provisorischer Münzgraveur des Münzamtes Carlsburg.
Das Münzamt Carlsburg (auch Karlsburg, heute Alba Iulia im heutigen Rumänien) war eine wichtige Münzprägestätte,
die vor allem im 18. und 19. Jahrhundert Münzen für das Kaisertum Österreich und das Großfürstentum Siebenbürgen produzierte.
Mit 30.12.1858 steigt Mathes zum ersten Münzgraveur des k.k. Hauptmünzamtes Wien auf.
Michael Mathes übte seinen Beruf in den Münzämtern Prag, Karlsburg, Nagybánya, Neustadt und Wien aus.
Er arbeitete auch in Wachs und stellte auf den Jahresausstellungen der Akademie zu St. Anna aus.
Im Weiteren fertigte er auch Stempel für österreichische Münzen.
Beruflicher Werdegang im "Der Münzen - Und Medaillen-Stempel-Sammlung Des K. K. Hauptmünzamtes in Wien. Bd. IV, Seite 1299 und 1300":
Michael Mathes, Münzen- und Medaillengraveur beim k.k. Hauptmünzamte Wien, geboren am 29. Juli 1814 zu Wien, gestorben 2. September 1869.
1836. 14. März. M., Zögling der Academie der bildenden Künste, wird als unbesoldeter Graveurpraktikant aufgenommen.
1837. 12. Juli. M. erhält ein Taggeld von 50 kr.
1840. 14. December. M. erhält eine Zulage monatlicher 6 fl.
1842. 11. Juli. M. erhält ein Adjutum von 300 fl.
1848. 6. September. M. wird zur Aushilfe nach Prag geschickt.
1849. 31. December. M. wird provisorischer Graveuradjunct mit 450 fl. Gehalt und 100 fl. Quartiergeld.
1850. 21. October. M. wird nach Carlsburg versetzt.
1852. 8. October. Wird zur einstweiligen Verwendung dem Münzamte in Nagybánya (Rumänien) zugewiesen.
1855. 7. März. M. wird wirklicher Münzgraveuradjunct in Wien mit 450 fl. Gehalt.
1856. 11. Mai. M. erhält 120 fl. Quartiergeld.
1856. 13. December. M. wird zum zweiten Graveuradjuncten mit 550 fl. Gehalt und 120 fl. Quartiergeld ernannt.
1858. 29. Mai. M. wird zum provisorischen Münzgraveur des Münzamtes Carlsburg ernannt.
1858. 30. December. M. wird zum ersten Münzgraveur des k.k. Hauptmünzamtes Wien mit 840 fl. Gehalt und 210 fl. Quartiergeld ernannt.
1861. 28. Mai. M. wird nach dem Ableben des Johann Weiß mit der Überwachung des Münz-und Medaillen-Stempelkabinets und der Führung des Inventars, sowie der Materialrechnung der Graveuracademie betraut und erhält hiefür ein Pauschale von 100 fl.
1861. 11. August. M. wird zum Münz-und Medaillengraveur ernannt.
1866. 8. September. M. wird zweiter Münz- und Medaillengraveur mit 1050 fl. Gehalt und 210 fl. Quartiergeld.
Werke (aus Kunstwerke , öffentlich ausgestellt im Gebäude der Österreichisch-kaiserlichen Akademie der bildenden Künste bei St. Anna, 1937):
Portrait Seiner Majestät des Kaisers Ferdinand I. In Wachs bossirt von Michael Mathes.
Der Tag, Basrelief nach Thorwaldsen. In Wachs bossirt von Michael Mathes.
Die Nacht, Basrelief nach Thorwaldsen. In Wachs bossirt von Michael Mathes.
Münzen:
Wien-Erzbistum-AR-Medaille 1846, 34,97g, 42mm, von Michael Mathes. Auf den Fürstenbischof von Wien, Vincenz Eduard Milde, 1831-1853. Rückseite: Christus als guter Hirte.
Auszeichnungen:
26.03.1836:
k.k. Akademie der bildenden Künste: Auszeichnung in der Klasse der Medailleure, 2. Platz.
Wiener Zeitung vom 6.4.1836, Seite 3:
Classe der Medailleurs.
Vom Allerhöchsten Hofe gestiftete Preise.
Freyherrl. v. Gundel'sche Preise.
Erster Preis: Oswald Steinbock aus Wien.
Zweyter Preis: Michael Mathes aus Wien.
Wiener Theater-Zeitung (Bäuerles Theaterzeitung) vom 25.5.1839, Seite 4:
Die Wiener Kunstausstellung 1839, Von Dr. H. Meynert,
(Schluß.)
Unter den Bildhauerarbeiten im Saale VIII bemerken wir zuerst:
...
»Christus am Brunnen,« in Stahl gravirt, von
Michael Mathes
(Nr. 5), ist gediegen in Arbeit und Zeichnung. Der Abdruck hat ein schönes Relief
währt sich darin und verständige Bestimmtheit.
Wiener Zeitung vom 7.9.1869, Seite 10:
Mathes Michael, k. k. Münzgraveur, 55 J.,
Leopoldstadt, kl. Sperlgasse 7, Entarwng der Unterleibsorgane.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 38).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: Wiener Zeitung vom 6.4.1836, Seite 3,
Wiener Theater-Zeitung (Bäuerles Theaterzeitung) vom 25.5.1839, Seite 4,
Medaille: H.D. Rauch GmbH Auctions,
Wiener Zeitung vom 7.9.1869, Seite 10,
Der Münzen - Und Medaillen-Stempel-Sammlung Des K. K. Hauptmünzamtes in Wien. Bd. IV, Seite 1299 und 1300.