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Die Bundeshauptstadt

Person - Lorenz Hieß

Lorenz Hieß, bürgerl. Stärkemacher und Hausinhaber, später Stifter des Grundarmen Versorgungshauses auf der Landstraße, † 23.04.1819, 83 oder 88 Jahre, Landstraße 268. Verheiratet mit Anna Hieß, † 15.07.1855, 85 Jahre, zuletzt wohnhaft Landstraße Nr. 310.

Wiener Zeitung vom 27.4.1819, Seite 3: Laurenz Hieß, gew. bürgerl. Stärkmacher, alt 88 Jahre. im eign. H. auf der Landstraße Nr. 268, am Harnblasenbrand.

Wiener Zeitung vom 19.7.1855, Seite 9: Frau Hieß Anna, Bürgers-Witwe, alt 85 Jahre, Landstraße Nr. 310, an Altersschwäche.

Österreichisches Bürgerblatt für Verstand, Herz und gute Laune vom 1.12.1823, Seite 4: Stiftung einer Versorgungsanstalt für arme alte weibliche Dienstbothen in Wien. Lorenz Hieß, bürgerl. Stärkmacher, stiftete, da er kinderlos war, auf Einrathen und durch Mitwirkung des Grundrichters auf der Landstraße, Jacob Giger, eine Versorgungsanstalt für arme weibliche, im Dienste ergraute Personen, und bestimmte dazu vermöge seines hinterlassenen Testamentes nicht nur sein auf der Landstraße befindliches Haus sammt Garten und sammt der Einrichtung, sondern auch noch ein Capital von 40,000 fl. in öffentlichen Fonds-Obligationen. Jacob Giger, als aufgestellter Testaments-Executor, unterließ nichts, um dem Willen des Verstorbenen nachzukommen, und diese Anstalt zur Ausführung zu bringen.

Vier würdige arme Dienstbothen wurden bereits, nach der von der k.k. nied. öst. Landesregierung erhaltenen Genehmigung, in diese Anstalt aufgenommen, und am 29. Juny l. J. feyerlich in das dazu bestimmte Wohngebäude eingeführt. Zu diesem Zwecke wurden die vier Armen in die Pfarrkirche geführt, wo eine dem Gegenstande entsprechende Predigt gehalten wurde, und wo dieselben dem erfolgten Hochamte andächtig beywohnten. Nach geendetem Gottesdienste ging der feierliche Zug in das Stiftungshaus, das diesen Armen zum Wohngebäude dient. In einem der Zimmer war ein Altar errichtet, an dem die feyerliche Einweihung des Gebäudes vorgenommen wurde. Aus einem Kreise von 24 gleich gekleideten Mädchen traten drey hervor, die in kurzen Anreden vor dem Bildnisse unsers verehrten Landesvaters im Nahmen der Armen die Gefühle des Dankes ausdrückten. Nach geendeter Feyerlichkeit begab sich der Zug zur Pfarrkirche zurück. So trat diese wohlthätige Anstalt auf eine Art in das Leben, die mit dem frommen Sinne ihres Stifters im Einklange fand und die Herzen der Anwesenden nicht ungerührt ließ.

Die Grabstelle befindet sich am St. Marxer Friedhof (Position 176b).

Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net, Wiener Zeitung vom 27.4.1819, Seite 3, Wiener Zeitung vom 19.7.1855, Seite 9, Österreichisches Bürgerblatt für Verstand, Herz und gute Laune vom 1.12.1823, Seite 4.



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