Person - Karl Bogner
Karl Bogner, auch Carl Bogner, bürgerlicher Kaffeesieder und Hausinhaber, Besitzer des Kaffeehauses "Zur lustigen Blunzen" in der Singerstraße 9,
† 07.10.1850, Bestattungsdatum: 09.10.1850, wohnhaft: 1., Singerstraße Nr.849.
Kinder (nicht vollständig):
Karl Bogner, † 18.05.1850, 16 Jahre, 1. Singerstraße Nr. 849, Unfall mit schweren Verbrennungen.
Karl Bogner war von 1824-1850 Besitzer des Kaffeehaus an der Ecke Singerstraße und Blutgasse
im 1. Wiener Gemeindebezirk
Innere Stadt.
Zwischen 1826 und 1928 verkehrten hier neben den Komponisten Franz Schubert und Ludwig van Beethoven,
die bekannten Personen, Moritz von Schwind, Johann Baptist Mayrhofer,
Ernst von Feuchtersleben,
Eduard von Bauernfeld, Ferdinand Sauter,
Leopold Kuppelwieser, Franz von Spaun, Castelli, Franz von Schober und Franz Paul Lachner.
Das Café Bogner hatte unter den "Schubertianern" den Spitznamen "Zur lustigen Blunzen".
Der Maler und Zeichner Moritz von Schwind malte ein Schild mit einem Türken und einer Türkin,
welches am Eingang angebracht war. Angeblich zur Bezahlung einer Schuld.
Das Kaffeehaus florierte dermaßen, dass es 1846 durch die Räume im 1. Stock erweitert werden musste.
Nebenan, auf Singerstraße 11, befand sich der Fähnrichshof.
Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt vom 26.9.1846, Seite 4:
Hr. Karl Bogner, der Kaffetier par excellence, welcher sein
seit 22 Jahren bestehendes Kaffeehaus (Singerstraße) neu umgestaltete,
d. h. solches dem jetzigen Geschmacke und den Bedürfnissen unserer Zeit
gemäß einrichten und dekoriren ließ, eröffnete sein Billard- und Spielzimmer
im ersen Stock Sonntags den 19. d. M. bei einen sehr starken
Besuch. Bei dieser Gelegenheit wurde die Ölbeleuchtung verbannt, und
dafür Gas eingeführt. Das ganze Ameublement ist neu aus der rühmlich
bekannten Fabrik des bürgl. Tischlermeisters Zizula, dessen Billards einen
anerkannten guten Ruf genießen. Dieses Lokale, welches mit dem ebenerdigen
durch eine bequeme Stiege verbunden ist, dürfte jetzt wohl die
freundlichste der Stadt sein. Erfrischungen und Bedienung lassen nichts
zu wünschen übrig, dazu rechne man noch die bekannte Geselligkeit dieses
Kaffetiers, so kann man ihm wohl für die Folge das günstigste Prognostikon stellen.
Fremden-Blatt vom 10.5.1850, Seite 2:
Der Lehrjunge Karl Bogner, vom Hause Nr. 1127 in der
Stadt, hatte gestern durch Unvorsichtigkeit Steinöl durch eine Kerze entzündet.
Seine Kleider fingen Feuer, und er wurde durch Verbrennung
schwer verletzt, so daß er in das Handlungs-Kranken-Institut gebracht werden mußte.
Wiener Zeitung vom 3.7.1850, Seite 7:
Dem Herrn Carl Bogner, bürgerl. Kaffehhausinhaber, sein
Sohn Carl, Handlungs-Lehrling, alt 16 J., in der Singerstraße
Nr. 849, an Erschöpfung der Kräfte in Folge von Verbrennung.
Wiener Zeitung vom 12.10.1850, Seite 8:
Herr Carl Bogner, hiesiger Bürger, Kaffehhaus- und Hausinhaber.
alt 54 J., in der Singerstraße Nr.849, am TyphuS.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 85a).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: Der Sammler. Ein Unterhaltungsblatt vom 26.9.1846, Seite 4,
Fremden-Blatt vom 10.5.1850, Seite 2,
Wiener Zeitung vom 3.7.1850, Seite 7,
Wiener Zeitung vom 12.10.1850, Seite 8,
Matricula Online, Sterbebuch St. Stephan, 03-44, 1844-1854, Seite 0229.