Person - Josef Simic Reichsritter von Hohenblum
Josef Simic Reichsritter von Hohenblum, Industrieller, Großhändler, Fabriksbesitzer und Erfinder, 6., Gumpendorferstraße 63, * 29.08.1803 in Wien, † 29.09.1872 in Wien.
Josef Simic Reichsritter von Hohenblum studierte von 1824 bis 1826 an der Universität Wien von 1824 bis 1826 und erhielt dannach das Großhandelsprivileg.
Er besaß eine Zementkalkfabrik in Kirchberg an der Pielach und eine Maschinendrahtstiftfabrik bei Klosterneuburg.
1848 erhielt er ein Patent für einen Kalkdünger, welcher sauren Boden neutralisieren konnte.
Im Jahr 1835 entwickelte und patentierte er eine sogenannte Schnellpostbahn,
eine Art unterirdisches Rohrpostsystem, das mit Druckluft oder Wasserdruck betrieben werden konnte.
Das System konnte Briefe mit einer Geschwindigkeit von einer deutschen Meile (7,5 km) pro zehn Minuten (45 km/h) befördern.
Er wurde als einer der Pioniere der Rohrpost angesehen.
Verheiratet mit Emilie Edle von Hohenblum, geb. Mayer, Jakobergasse 807, † 31.03.1850, 37 Jahre.
Kinder: (mögl. unvollständig)
Emilie von Hohenblum, Landstraße 678, * 09.12.1832, † 09.12.1848, 16 Jahre.
Alfred Simitsch (Simic) Reichsritter von Hohenblum, Agrarpolitiker und Gutsbesitzer, 09.02.1840 in Wien, † 19.06.1925 in Wien.
Die Presse vom 3.10.1872, Seite 9:
Josef Ritter v. Hohenblum ist gestern im Alter von 69 Jahren gestorben.
Das Vaterland vom 4.10.1872, Seite 3:
Hohenblum Joseph, Ritter von, Privat,
69 J., 6. Bez., Gumpendorferstrasse 63, an Blattern.
Wiener Zeitung vom 16.12.1848, Seite 9:
Den 9. December.
Dem wohlgebornen Herr Joseph Ritter von Hohenblum,
Fabriksbesitzer und Hauseigenthümer, sein Fräulein Tochter
Emilie, alt 16 J., auf der Landstraße Nr. 678, am Typhus.
Wiener Zeitung vom 6.4.1850, Seite 9:
Den 31. März.
Dem wohlgebornen Herr Joseph Ritter von Hohenblum,
Fabriksbesitzer und Hauseigenthümer, seine Frau
Gemahlin Emilie, alt 37 J., in der Jakobergasse Nr. 807,
an der Auszehrung.
Der Österreichische Zuschauer vom 5.2.1838, Seite Seite 7 und 8 (163 und 164):
Sie werden vielleicht von dem Gerüchte einer Erfindung des Hrn. Ritters v.
Hohenblum in Wien, mittels welcher Briefe durch unterirdische Röhren und
Dampfkraft in unglaublich kurzer Zeit (eine Meile in 10 Minuten) befördert werden
können aus fremden und einer hiesigen Zeitschrift (der W. Theaterzeitung) etwas
vernommen haben. Der Erfinder, welcher hierauf ein Privilegium nachgesucht und
erhalten, hat von den näheren Details dieser großartigen Idee noch nichts bekannt
gemacht, aber daß sie ein allgemeineres Interesse in Anfpruch nimmt, werden Sie
wohl glauben. Indessen kann man der praktischen Anwendung einer schönen Idee, deren
Ausführung sich auf dem Papier minder schwierig darstellt, vorerst immer nicht zu
leichtgläubig entgegenstehen und mystische Anzeigen von Erfindungen sogar mit einigem
Mißtrauen aufnehmen, ohne deshalb zu den Gegnern jeder Neuerung gezählt zu
werden und auch selbst in der Überzeugung zu wanken, daß von der nahen Zukunft
die Verwirklichung vieler großer und frappanter Ideen, wie jene der Eisenbahnen
und des Tunnels in der Gegenwarth, zuversichtlich erwartet werden kann.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 126a).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net, Die Presse vom 3.10.1872, Seite 9,
Das Vaterland vom 4.10.1872, Seite 3,
Wiener Zeitung vom 16.12.1848, Seite 9,
Wiener Zeitung vom 6.4.1850, Seite 9,
Der Österreichische Zuschauer vom 5.2.1838, Seite 7 und 8 (163 und 164).