Cookie Consent by Privacy Policies Generator website

Die Bundeshauptstadt

Person - Josef Hagenbucher

Josef Hagenbucher, bürgerl. Bierwirt "Zum wilden Mann" und "Zum grünen Papagei" (Paperl), † 02.06.1856 (lt. Wiener Zeitung vom 6.6.1856, Seite 10, schwer lesbar), zuletzt wohnhaft: 2., Leopoldstadt 10.

Zum Wilden Mann: Der erste Besitzer, Ignaz Hartmann, dürfte nach 1766 das Schild von seinem Gasthaus in der Roßau hierher übertragen haben. Ende des 18. Jahrhunderts äußerten sich Zeitgenossen sehr lobend über die Lokalität. Der berühmteste Gast war 1807 sicherlich Ludwig van Beethoven, der hier gerne zu Mittag aß. Im Jahr 1824 erwarb der bürgerl. Bierwirt Josef Hagenbucher um 600 Gulden das Gasthaus "Zum wilden Mann" und 1833 den in der Nähe befindlichen "Zum grünen Papagei" (Paperl) im Prater. Kaiser Joseph II. gestattete beiden Lokalen laut den Zeitungen aus dem Jahr 1841 Wein und Bier auszuschenken, auch das Recht, eine Küche zu führen, wurde gewährt. An Sonntagen wurden beim "Wilden Mann" eine große Anzahl von Hühnern und Gänsen serviert. Dazu musizierten August Lanner und Johann Strauß. Am 31. Mai 1853 veranstaltete Johann Strauß unter der Leitung von Armeekapellmeister Carl Leibold ein großes Waldmusikfest. Am 20. August 1853 (verschoben vom 14. auf den 20.8.1853) folgte August Lanner mit einem großen Sommerfest. Auch die Musiker Joseph Gungl und Anton (oder sein Bruder Joseph) Fahrbach spielten im "Wilden Mann". Der ursprüngliche Kellner im Hotel "Zum weißen Roß" und spätere Schauspieler und Volkssänger Josef Matras erhielt 1862 die Bewilligung, im Sommer beim Wilden Mann zu wohnen. Der "Wilde Mann" blieb bis 1926, also insgesamt 102 Jahre, im Besitz der Familie Hagenbucher.

Wiener Theater-Zeitung (Bäuerles Theaterzeitung) vom 1.5.1841, Seite 1: Schon Kaiser Joseph II. gestattete mehreren Wirthen während der Sommerszeit daselbst ihre Sitze aufzuschlagen und Wein und Bier auszuschenken. Unter der großen Zahl dieser Schenken zeichnen einige, welche zugleich das Recht der Küche haben, sich durch gute Bedienung des Publikums aus, jene, welche den Schild zum »wilden Manne» und zum grünen »Papagei» (Paperl) führen, werden noch immer am zahlreichsten besucht.

Fremden-Blatt vom 28.5.1853, Seite 7: K.K. Prater. Montag den 30. Mai 1853, findet bei günstiger Witterung, aus Veranstaltung des Joh. Strauss zur Feier des Frühlings, bei entsprechender pyrotechnischer Beleuchtung ein außerordentliches Wald-Musik-Fest, unter Mitwirkung des Unterzeichneten, und der Regiments-Kapelle von Fürst Warschau, unter der Leitung des Herrn Kapellmeisters C. Leibold, und zwar in den bekannten Hagenbucher’schen Restaur.-Lokalitäten zum wilden Mann und Papagei statt. Da sich ein ähnliches Fest in diesen Räumen im vorigen Sommer einer besonderen Theilnahme des geehrten Publikums zu erfreuen hatte, so sieht sich der Unterzeichnete veranlaßt, dasselbe heuer zu wiederholen. Näheres enthält der große Anschlagzettel. Johann Strauss.

Fremden-Blatt vom 20.8.1853, Seite 7: K.K. Prater. Heute Samstag findet in Jos, Hagenbuchers Restaurat-Lokalitäten zum „wilden Mann,” die bereits angekündigte, jedoch wegen ungünstiger Witterung nicht abgehaltene Fest-Assemblee zur Erinnerung an den 14. August v J., mit Illumination und ortischer Darstellung unter Mitwirlung der HH. Kapellmeister A. Lanner u. W. Tischler statt. Das Nähere besagt der Anschlagzettel. Jos. Hagenbucher.

Die Presse vom 5.6.1856, Seite 10: Hagenbucher Joseph, bürgerl. Gastwirth, 66 J. Leopoldstadt 10, Lähmung.

Wiener Zeitung vom 1.8.1856, Seite 21: Aufforderung an die Josef Hagenbucher'schen Verlassenschaftsgläubiger. Von dem k. k. Bezirksgerichte Leopoldstadt werden Diejenigen, welche als Gläubiger an die Verlassenschaft des am 2. Juni 1856 ohne Testament verstorbenen bgl. Gastwirthes Hrn. Josef Hagenbucher, Leopoldstadt Nr. 10, eine Forderung zu stellen haben, aufgefordert, bei diesem Gerichte zur Anmeldung und Darthuung ihrer Ansprüche den 18. August 1856, Vormittags 9 Uhr zu erscheinen, oder bis dahin ihr Gesuch schriftlich zu überreichen; widrigens denselben an die Verlassenschaft, wenn sie durch die Bezahlung der angemeldeten Forderungen erschöpft würde, kein weiterer Anspruch zustände, als in so ferne ihnen ein Pfandrecht gebührt. Wien den 10. Juli 1856.

Die Grabstelle befindet sich am St. Marxer Friedhof (Position 200a).

Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: Carl Duxa (Artist), 2., Prater: Hagenbuchers Restauration und Kegelbahn "Zum Wilden Mann" im Prater, 1896, Wien Museum Inv.-Nr. 57981/2, CC0 (https://sammlung.wienmuseum.at/en/object/132639/), Fremden-Blatt vom 28.5.1853, Seite 7, Fremden-Blatt vom 20.8.1853, Seite 7, Die Presse vom 5.6.1856, Seite 10, Wiener Zeitung vom 1.8.1856, Seite 21.



Willkommen

Danke, dass Sie unsere Webseite ausgewählt haben. Wir freuen uns, Sie hier zu haben und möchten unser Wissen mit Ihnen teilen. Sie können uns gerne zu verschiedenen Themen unter der Email office@nikles.net schreiben. Wir ant­worten in der Regel innerhalb eines Tages.
Die meisten Bilddateien sind aus eigener Quelle und können auf Anfrage kostenlos für eigene Webseiten verwendet werden. Auf Wunsch auch in höherer Auflösung.

Kontakt

Günter Nikles
Josef Reichl-Str. 17a/7
7540 Güssing
Austria

Email: office@nikles.net
Website: www.nikles.net