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Die Bundeshauptstadt

Person - Johann Ev. d. Ä. Stipperger

Stipperger Johann Ev. d. Ä., Gastwirt. Geb. Laaber, Bayern (Dtld.), 12. 12. 1772 (Taufdatum); gest. Erdberg, NÖ (Wien), 13. 4. 1833; röm.-kath. Sohn eines Metzgers und Stadtkämmerers, Vater von Bernhard (s. u.), Johann Ev. d. J. und Josef S., Großvater von Johann Bernhard (s. u.) und Adolf S. (s. d.). – Über S.s Jugend ist nichts bekannt. Er dürfte bereits als junger Mann nach Wien gekommen sein, wo er sich dem Gastgewerbe zuwandte und i. d. F. zum Begründer einer angesehenen Gastwirte- und Hoteliersdynastie wurde. Ab 1796 oder 1797 führte S. den „Braunen Hirschen“ in Erdberg (Wien 3), kurz darauf wurde er Besitzer des populären Einkehrgasthofs „Zur goldenen Birne“ auf der Landstraße (Wien 3), der unter S. und dessen Söhnen Johann Ev. d. J. und Josef S. eine Blütezeit erlebte und zum Treffpunkt der Wr. Prominenz wurde. Mit dem „Annentempel“, einem im Nachbargebäude zur „Goldenen Birne“ eröffneten Tanzsaal, wurde zudem eine sehr beliebte Vergnügungsstätte geschaffen, die erst durch die Konkurrenz mit dem 1865 ebenfalls auf der Landstraße gegr. Etablissement „Dreher“ bzw. mit den „Sophiensälen“ an Zulauf verlor und 1870 geschlossen wurde. Die „Goldene Birne“, die bis Anfang des 20. Jh. Bestand hatte, wurde nach S.s Tod von seinem jüngsten Sohn, Josef S., übernommen, der eine Zeit lang u. a. auch das „Goldene Fassel“ im Freihaus auf der Wieden (Wien 4) betrieben hatte. 1845 übernahm Johann Ev. S. d. J., der zuvor gem. mit seinem Schwiegervater Gastwirt des Lusthauses im Prater und ab 1827 Besitzer des Tanzlokals „Zum guten Hirten“ (Wien 3) gewesen war, die „Goldene Birne“. Auch S.s ältester Sohn, Bernhard S. (geb. Wien, um 1796/97; gest. ebd., 24. oder 25. 3. 1872; röm.-kath.), war im Hotel- und Gastgewerbe tätig, vorerst als Wirt des Gasthauses „Zur Schönen Sklavin“ (Wien 3), kurz darauf als Inhaber der Gaststätte „Zum Grünen Anker“ und i. d. F. des Gasthofs „Matschakerhof“ (beide Wien 1). Nach dem Tod seines Schwagers Michael Pirus, der 1816–25 Besitzer des „Goldenen Ochsen“ (Wien 1) gewesen war, übernahm S. auch dieses Lokal, das im 18. Jh. als eines der vornehmsten Wr. Gasthäuser gegolten hatte. 1830 wurde der „Goldene Ochse“ in „Zur Stadt Frankfurt“ umbenannt und 1844 zum Hotel um- und ausgebaut. Daneben widmete sich Bernhard S. der öff. Wohltätigkeit. 1868 übergab er Hotel und Restaurantbetrieb an seinen Sohn Johann Bernhard S. (geb. Wien, 22. 4. 1820; gest. ebd., 24. 2. 1901; röm.-kath.), der nicht nur die alte Klientel aus der österr. und ung. Hocharistokratie halten, sondern auch neue Gäste aus Politik und Kunst gewinnen konnte. 1892 wurde das Hotel verpachtet, und Johann Bernhard S., der als großer Musikfreund galt, zog sich ins Privatleben zurück.

Die Grabstelle befindet sich am St. Marxer Friedhof. Der Grabstein hat einen liegenden Genius im Relief und ist mit Sturzfackeln versehen.

Quelle: Text: Österreichisches Biographisches Lexikon, Bilder: www.nikles.net



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