Person - Johann Limbeck, Freiherr von Lilienau
Die Grabstelle von Johann Limbeck Freiherr von Lilienau (auch Limbek), österreichischer Politiker,
Vizekanzler der k. k. vereinigten Hofkanzlei, * 13.11.1767, † 12.08.1842 in
Hietzing.
Leben: Johann Limbeck Freiherr von Lilienau stammte aus dem böhmischen Geschlecht Limbeck von Lilienau.
Seine Eltern waren der kaiserliche Rat und Bürgermeister von Eger Johann Matthäus Maximilian Limbeck von Lilienau (1723–1806),
sowie dessen Ehefrau Anna Clara geb. Dressel von Neuenberg.
Sein Vater und sein Onkel wurden in den Jahren 1790 und 1793 vom bayerischen Kurfürsten Karl Theodor und Kaiser Franz II. in den erblichen Ritterstand erhoben.
Johann Limbeck Freiherr von Lilienau übte von 1812 bis 1816 das Amt eines Stadthauptmannes von Prag aus,
danach wurde er Hofrat der vereinigten k. k. Hofkanzlei in Wien, der er am Ende als Vizekanzler vorstand.
Am 12.09.1831 wurde er von Kaiser Franz II. mit dem Prädikat „von Limbeck“ in den österreichischen Adelsstand erhoben,
wobei er ihm ein Wappen verlieh.
Des Weiteren erhielt er von Kaiser Ferdinand I. am 14.01.1837 in Wien den österreichischen Ritterstand.
Am 23. August 1837 wurde ihm das Kommandeur-Kreuz des Österreichischen kaiserlichen Leopold-Ordens verliehen.
Als Kommandeur des Österreichisch-kaiserlicher Leopold-Orden erlangte er am 12. Oktober 1837 in Wien auch den erblichen österreichischen Freiherrenstand.
Biografie (aus Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe. Digitale Edition, http://weber-gesamtausgabe.de/A000D3D):
Sohn des kaiserlichen Rats Johann Matthäus Maximilian Limböck bzw. Limbeck, der 1790 in den Reichsritterstand und 1793 unter dem Prädikat „von Lilienau“ in den böhmischen Ritterstand erhoben wurde
1812 bis 1816 Stadthauptmann von Prag
danach Hofrat in der vereinigten k. k. Hofkanzlei in Wien, zuletzt Vizepräsident
Oktober 1837 unter dem Namen „Limbeck Freiherr von Lilienau“ in den österreichischen Freiherrenstand erhoben
Mit im Grab befindet sich seine Frau Francisca, geb. Edle von Treumuth, * 31.08.1790, † 02.02.1828, und sein Schwiegersohn, der Arzt, Physiologe und Anatom
Joseph Julius Czermak, * 02.06.1799 in Prag, † 14.03.1851 in Wien.
Wiener Zeitung vom 25.8.1842, Seite 3 und 4:
Nekrolog.
Den 14. August d. J. standen, von tiefer Rührung
ergriffen, viele hochgestellte Staatsmänner an dem Sarge
des k. k. wirklichen geheimen Rathes und Vice-Kanzlers
der k. k. vereinigten Hofkanzley, Johann Limbek
Freyherr v. Lilienau, Excellenz; der mit dem
Commandeur-Kreuze des kaiserl. Oesterreichischen Leopold-Ordens
und dem silbernen Civil-Ehrenkreuze geschmückt,
mehr als ein halbes Jahrhundert dem Allerhöchsten
Kaiserhause mit Treue und Anhänglichkeit gedient, und
dem Staate mit unermüdeter Thätigkeit Geist und
Herz gewidmet hatte.
Er starb den 12. Angust nach einem kurzen Krankenlager,
in seinem Sommeraufenthalts zu
Hitzing, und
hinterließ zwey im Staatsdienste befindliche Söhne
und eine verheirathete Tochter in tiefster Trauer.
Die langjährigen, vielseitigen und ausgezeichneten
Verdienste des Dahingeschiedenen sind der Bekanntmachung werth.
Schon der Vater des Verblichenen, Maximilian
Matthäus Limbek erhielt als Bürgermeister zu Eger
von der Kaiserinn Maria Theresia höchstseligen Andenkens
den königl. Rathstitel, und von weiland Kaiser Franz
dem Zweyten, im Jahre 1793, den Reichsritterstand
mit dem Prädicate von Lilienau. Seine Verdienste,
vorzüglich um die Anlegung, Verschönerung und Emporbringung
des Curortes Franzensbad beurkundet
der von Loimann am 8. Junius 1842 daselbst errichtete
Denkstein, welcher mit dem Nahmen des würdigen
Bürgermeisters von Lilienau und dem des Doctors
Adler geziert ist.
Ein solches Vorbild mußte dem Sohne ein mächtiger
Sporn seyn, die Geschäftslaufbahn mit gleichem
Eifer zu betreten.
Derselbe ward den 28. Februar 1788 Concepts-Practikant
beym Elbogner Kreisamte, und wurde nach stufenweiser
Beförderung in den untern Dienstes-Kategorien
im Jahre 1807 bey dem Böhmischen Gubernium
zum Gubernialrathe, im Jahre 1808 zum Kreishauptmanne
des Budweiser, und im Jahre 1811 zum Kreishauptmanne
des Saazer Kreises ernannt.
In dem Kriegsjahre 1809 als Ober-Landes-Commissär
zur Armee berufen, hatte Er in dieser Eigenschaft
nach der Schlacht von Regensburg für die Verpflegung
der Armee auf ihrem Rückzüge durch Böhmen zu sorgen,
eine Aufgabe, die Er glänzend löste, und für die
Er, als Beweis der Allerhöchsten Zufriedenheit, mit
dem Ritterkreuze des Oesterreichisch-kaiserl. Leopold-Ordens
belohnt wurde.
Im Jahre 1812 zur Leitung der k. k. Polizey-Direction
und der Stadthauptmannschaft in Prag berufen,
fand Derselbe abermahls, und zwar im Jahre 1813, wo
Prag der Vereinigungspunct vieler Diplomaten und
der Souveraine von Rußland und Preußen war, und
wohin nach den Schlachten von Dresden und Kulm eine
große Anzahl verwundeter Krieger gebracht wurde, für
deren Unterbringung, Verpflegung und Heilung gesorgt
werden mußte, hinlänglich Gelegenheit, seine Umsicht
und Brauchbarkeit im glänzendsten Lichte zu zeigen;
daher Er nach dem Frieden vom Jahre 1814 unter den
Wenigen sich befand, die mit dem silbernen Civil-Ehrenkreuze
geschmückt wurden.
Im Jahre 1816 ward Derselbe zum Hofrathe und
Böhmischen Landesreferenten bey der vereinigten Hofkanzley
befördert, und stand diesem ehrenvollen Dienstposten
so rühmlich vor, daß ihm mittelst Ministerial-Schreiben
vom 23. August 1823 die Auszeichnung zu
Theil ward, als Referent in den k. k. Staatsrath berufen
zu werden, wo Er durch Rechtlichkeit, Geschäftskenntniß
und ausgezeichneten Fleiß sich den gerechten
Anspruch auf eine Anerkennung erwarb, die mit Allerhöchstem
Cabinettsschreiben vom 7. September 1830
durch die Beförderung zum Vice-Kanzler der k. k. vereinigten
Hofkanzley verwirklicht wurde.
Auf dieser hohen Dienststufe hat Derselbe, theils in
den Geschäften der Hofkanzley, theils in jenen der
Studien-Hof-Commission, vorzüglich aber bey dem, aus
Anlaß der Cholera-Seuche, bey der Hofkanzley aufgestellten
Comité so entsprechende Dienste geleistet, daß
Ihm als Belohnung die Würde eines k. k. geheimen
Rathes taxfrey allergnädigst zu Theil ward.
Als am 23. August 1837 seine ruhmvolle Dienstleistung
die Dauer eines halben Jahrhunderts erreichte,
wurde Ihm das Commandeur-Kreuz des Oesterr. kais.
Leopold-Ordens verliehen, und Er zugleich nach den
Ordens-Statuten den 12. October d. J. in den Freyherrnstand erhoben.
Ungeachtet eines vieljährigen körperlichen Leidens ermüdete
seine Thätigkeit nicht. Das Krankenlager fesselte
Ihn nur wenige Tage, und Er verschied in der
ersten Hälfte seines fünfundfünfzigsten Dienstjahres in
den Armen seiner trostlosen Nachkommen, denen Er
seinen Ruhm als Erbe hinterließ.
Die irdische Hülle ruht im Familiengrabe zu
St. Marx bey Wien,
und seinem Wahlspruche: »Mit Ehren jetzt und allezeit!«
wird gewiß jeder Rechtliche den Wunsch beyfügen:
Ruhe seiner Asche!
Wiener Zeitung vom 8.2.1828, Seite 3:
Dem wohlgeb. Hrn. Johann Limbeck, Ritter v. Lilienau, k.k.
wirkl. Hofrath und staatsräthl. Referenten, dann Ritter des
Österr. kaiserl. Leopold-Ordens, und Inhaber des Civil-Ehrenkreuzes,
s. Fr. Gemahlinn Francisca, geb. Edle v. Treumuth,
alt 55 J. in der Weihburggasse Nr. 915, an Ablagerung der
Gicht auf die Baucheingeweide.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 165).
Quelle: Text: www.nikles.net und Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe, Bilder: gemeinfrei, www.nikles.net,
Wiener Zeitung vom 25.8.1842, Seite 3,
Wiener Zeitung vom 8.2.1828, Seite 3.