Person - Johann Emanuel Doležálek
Johann Emanuel Doležálek, Musikopädagoge, Komponist, Tonkünstler,
* 22.05.1780 in Chotěboř (deutsch: Chotieborsch, Tschechien), † 06.07.1858 in Wien.
Zuletzt wohnhaft: 3. Landstraße Nr. 375. Verheiratet mit Anna Doležálek.
Mozart nannte ihm einst gutmütig einen "böhmischen Dickschädel" (Neues Wiener Tagblatt vom 8.12.1931).
Leben: Er besuchte das Gymnasium in Jihlava und sang gleichzeitig im Kirchenchor.
Er ging nach Wien, um Jura zu studieren, widmete sich jedoch bald ganz der Musik.
Sein Lehrer für Musiktheorie war der Komponist
Johann Georg Albrechtsberger (1736–1809).
Er wurde ein guter Sänger und ein hervorragender Pianist, Organist und Cellist.
Er komponierte hauptsächlich Lieder und verdiente seinen Lebensunterhalt als Musiklehrer.
Durch einen anderen in Wien lebenden tschechischen Komponisten, Václav Krumpholz,
lernte er Ludwig van Beethoven kennen und wurde sein vertrauter Freund.
Seine Erinnerungen an Beethoven wurden von A. W. Thayer veröffentlicht.
Im Wettbewerb um die prestigeträchtige Stelle des Hoforganisten unterlag er jedoch Jan Václav Voríšek.
Doležálek war eine bedeutende Persönlichkeit der tschechischen Nationalbewegung.
Er trat bei slawischen Versammlungen auf, setzte sich für die Einführung tschechischer Gottesdienste in Wien ein,
sammelte alte tschechische Drucke und unterstützte junge tschechische Künstler und Studenten während ihres Aufenthalts in Wien.
Zu ihnen gehörten auch František Palacký und der Geigenvirtuose Josef Slavík.
Er komponierte seine Lieder vor allem zu Gedichten des Nationaldichters Antonín Jaroslav Puchmajer und seiner Freunde.
Er verbrachte sogar drei Tage im Gefängnis, als bei ihm die Kutnohorské epistoly (Kutnohorské Briefe) von Karel Havlícek Borovský gefunden wurden.
Werke: Doležálek war vor allem Liedkomponist. Neben Liedern zu tschechischen und slowakischen Texten
komponierte er auch zu Texten deutscher Dichter (6 Lieder von Schiller und Goethe).
Neben Liedern ist er auch Autor mehrerer Klavierkompositionen. Im Druck erschienen sind:
Variations pour le Pianoforte sur un theme de Mr Umlauf tiré du Ballet
Douze Walzes
Deux marches russes
12 böhmische Lieder (Quelle:
Hans Pemmer, Der Friedhof zu St. Marx)
Seine pädagogischen Erfahrungen fasste er in einer Klavierschule zusammen: Navedení ke hre na piano (Einführung in das Klavierspiel).
Die Urheberschaft der im Nationalmuseum aufbewahrten Messe Missa in D ist umstritten.
Die Presse vom 9.7.1858, Seite 6:
Wiener Todtenzettel. Dolezalek Johann, Tonkünstler, 78 J., Landstraße 375, Altersschwäche.
Sonntags-Blatt für Gewerbe, Industrie, Handel und geselliges Leben vom 25.7.1858, Seite 5:
Ein Wiener Piano-Forte
ist im Hause Nro. 311 zu verkaufen.
Anna Doležálek.
Wiener Zeitung vom 12.4.1859, Seite 26:
Aufforderung an die Johann Dolezalek'schen Verlassenschaftsgläubiger.
Von dem k. k. Landesgerichte Wien weisen Diejenigen, welche
als Gläubiger an die Verlassenschaft des am 6. Juli 1858 mit
Testament verstorbenen, aus der Landstraße Nr. 375 wohnhaft gewesenen
Tonkünstlers Johann Dolezalek eine Forderung zu stellen
haben, aufgefordert, bei diesem Gerichte zur Anmeldung und
Darthuung ihrer Ansprüche den 2. Mai 1839 Vormittags um
11 Uhr zu erscheinen, oder bis dahin ihr Anmeldungsgesuch schriftlich
zu überreichen, widrigens denselben an diese Verlassenschaft
wenn sie durch die Bezahlung der angemeldeten Forderungen erschöpft
würde, kein weiterer Anspruch zustande, als insoferne ihnen ein Pfandrecht gebührt.
Wien den 29. März 1859.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 123).
Quelle: Dieser Text basiert auf dem Artikel
Jan_Emanuel_Doležálek aus der freien Enzyklopädie
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Bilder: gemeinfrei,
Die Presse vom 9.7.1858, Seite 6,
Sonntags-Blatt für Gewerbe, Industrie, Handel und geselliges Leben vom 25.7.1858, Seite 5,
Wiener Zeitung vom 12.4.1859, Seite 26.