Die Bundeshauptstadt

Person - Hannes Schiel

Hannes Schiel (* 31. Mai 1914 in Wien; † 2. Dezember 2017 ebenda) war ein österreichischer Schauspieler.

Biografie: Nach Abschluss des Realgymnasiums studierte Schiel zunächst vier Semester Jura an der Universität Graz, wo er von 1936 bis 1938 zudem privaten Schauspielunterricht bei Franz Scharwenka nahm. 1938 gab er als „Thomas Hüttenbrenner“ in einer Aufführung von Max Mells Spiel von den deutschen Ahnen in Mährisch-Ostrau sein Bühnendebüt. Im Folgejahr wechselte er an das Innsbrucker Theater, wo er vor allem im Heldenfach und als Liebhaber besetzt wurde. Er spielte den „Benedict“ in William Shakespeares Viel Lärm um Nichts, den „Petrucchio“ in Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung, den „Grafen Leicester“ in Friedrich Schillers Maria Stuart und den „Primislaus“ in Franz Grillparzers Libussa.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft fand Schiel in seiner Geburtsstadt eine neue künstlerische Heimat. Er spielte am Renaissancetheater, an der „Insel“ sowie am Volkstheater.

1959 wurde Schiel an das Wiener Burgtheater engagiert, wo er u. a. die Titelrolle in Schillers „Wilhelm Tell“ spielte und bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 blieb. 2004 veröffentlichte er anlässlich seines 90. Geburtstags Erinnerungen aus einem Schauspielerleben im Selbstverlag. Seit seinem 101. Geburtstag am 31. Mai 2015 war er der älteste Burgschauspieler.

1949 gab er als „SS-Standartenführer Rainer“ in Paul Mays Drama Duell mit dem Tod sein Spielfilmdebüt. Es folgten zahlreiche Auftritte in deutschsprachigen Film- und Fernsehproduktionen. Schiel spielte in Géza von Radványis Historienkomödie Der Kongreß amüsiert sich, verkörperte den „Don Pizarro“ in Walter Felsensteins Fidelio-Adaption, war im dritten Teil der 08/15-Filmreihe als „Oberst Hauk“ zu sehen und in Georg Wilhelm Pabsts Kriegsfilm Der letzte Akt als Hitlers Adjutant Otto Günsche. Außerdem übernahm er Gastrollen in Fernsehserien und -reihen wie Hallo – Hotel Sacher ... Portier!, Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk und Tatort.

Daneben wirkte er ab 1946 bei vielen Rundfunkproduktionen vom RAVAG Wien, dem Radio Innsbruck und Rot-Weiß-Rot Wien mit. Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme unter anderem Don Ameche (Seine Frau ist meine Frau).

Darüber hinaus fungierte er neben seiner Ehefrau, der Redakteurin Irmgard E. Walter († März 2017), als Mitherausgeber von Werkausgaben von Adalbert Stifter, William Shakespeare und Annette von Droste-Hülshoff.

Filmografie (Auswahl):
1949: Duell mit dem Tod
1951: Asphalt
1955: Der letzte Akt
1955: 08/15 in der Heimat
1955: Dunja
1956: Fidelio
1956: Weil du arm bist, mußt du früher sterben
1956: Kirschen in Nachbars Garten
1957: Wien, du Stadt meiner Träume
1957: Wetterleuchten um Maria
1957: Flucht in die Tropennacht
1957: 1959: Der Verräter
1957: 1960: Am Galgen hängt die Liebe
1957: 1960: Frauen in Teufels Hand
1957: 1961: Morgen beginnt das Leben
1957: 1965: Der Alpenkönig und der Menschenfeind
1957: 1966: Der Kongreß amüsiert sich
1957: 1967: Das Attentat – Der Tod des Engelbert Dollfuß
1957: 1971: Kaiser Karls letzte Schlacht
1957: 1971: Theodor Kardinal Innitzer
1957: 1972: Tatort – Die Samtfalle

Die Grabstelle befindet sich am Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf.

Quelle: Text: Wikipedia, Bilder: www.nikles.net



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