Person - Franz Schellner
Franz Schellner, bürgl. Gastwirt, Bürger von Wien, Armenrat der Stadt Wien,
Ehrenmitglied des Militär-Veteranen-Corps Erzherzog Heinrich in Graz,
Vereinsrat des Veteranenvereines „Fürst Schwarzenberg" und Mitglied des Veteranenvereines „Freiherr von Philippovich",
* 10.05.1853, † 05.02.1901, Bestattungsdatum: 07.02.1901, zuletzt wohnhaft: 9., Waisenhausgasse 26.
Verheiratet war Franz Schellner seit 08.06.1880 mit Maria Trauer, * 14.09.1857 in Bockfließ, † 24.10.1936.
Maria Schellner, geb. Trauer, heiratete 1. Jahr nach dem Tod von Franz Schellner am 23.09.1902 Anton Österreicher.
Das historische Gasthaus „Zur Flucht nach Ägypten“ befand sich in Wien-
Alsergrund (9. Bezirk)
an der Ecke Liechtensteinstraße 69 und Boltzmanngasse.
Der Name „Zur Flucht nach Ägypten“ ist ab 1889 nachweisbar. Es besaß eine Biertradition seit dem späten 18. Jahrhundert,
ist vor allem durch Heimito von Doderers Roman
Die Strudelhofstiege (siehe auch
Strudlhofstiege)
bekannt geworden und beheimatet heute eine Brauerei.
In den 1980er-Jahren wurde das Wirtshaus in ein chinesisches Restaurant umgewandelt.
Seit 2015 befindet sich dort eine Kleinbrauerei (Beaver Brewing Company).
Auf der anderen Seite der Liechtensteinstraße befindet sich der
Schubertbrunnen.
Kinder:
Franz Johann Schellner, Ingenieur, * 15.10.1881, † 02.03.1965 in Wieselburg, Heirat am 22.11.1908 mit Anna Maria Klima (* 17.06.1885 in
Rossau)
Rudolf Karl Schellner, Kellner, * 04.11.1882 in
Gumpendorf, 1. Heirat am 20.09.1906 mit Katharina Fuchs (* 27.09.1880 in Oberwinkl-Schliersee in Oberbayern), 2. Heirat am 02.02.1919 mit Cäcilia Marek (* 29.05.1889 in Königgrätz, Böhmen)
August Alois Schellner, Privatbeamter, * 13.08.1889 in
Rossau, Heirat am 09.08.1914 mit Elisabeth Wachter (* 11.01.1892)
Freiheit! vom 18.9.1896, Seite 5:
Verein christlicher Arbeiter und Arbeiterinnen
„Austria", Ortsgruppe Alsergrund.
Die Leitung des obgenannten Vereines erlaubt sich
hiermit den Mitgliedern und Gesinnungsgenossen,
sowie den gesinnungsfreundlichen Vereinen anzuzeigen,
daß der Sitz der Ortsgruppe sich von nun an in
Franz Schellner's Gasthaus „zur Flucht nach Aegypten",
IX. Bezirk, Liechtensteinstraße 69, befindet. Gleichzeitig
wird ersucht, alle eventuellen Zuschriften dahin oder
an den Schriftführer Anton Buchta, IX. Roßauerlände Nr. 25, zu richten.
Illustrirtes Wiener Extrablatt vom 6.2.1901, Seite 5:
(Der Gastwirth von der „Flucht nach Egypten" †.)
Eine im IX. Bezirke sehr bekannte
und beliebte Persönlichkeit, Herr Franz Schellner,
Inhaber des Gasthauses „zur Flucht nach Egypten",
ist gestern Nachmittags nach längerem Leiden im
Alter von 48 Jahren gestorben. Franz Schellner war
ein sehr gemüthlicher und herzensguter Mann und
eifrig bemüht, zum Wohle seiner Mitbürger zu
wirken. Er war Bürger von Wien, Armenrath im
IX. Bezirk, Vereinsrath des Veteranenvereines „Fürst
Schwarzenberg" und Mitglied des Veteranenvereines
„Philippovich". An die Familie des Dahingeschiedenen
sind bereits gestern zahlreiche Beileidskundgebungen
gelangt.
Illustrirtes Wiener Extrablatt vom 8.2.1901, Seite 7:
(Gastwirth Franz Schellner †.) Unter sehr
zahlreicher Betheiligung fand gestern Nachmittags
um 1/2 4 Uhr das Leichenbegängniß des Dienstag verstorbenen
Inhabers des Gasthauses „zur Flucht nach
Egypten", Herrn Franz Schellner, statt. Lange vor
der festgesetzten Stunde fanden sich im Trauerhause,
IX., Waisenhausgasse Nr. 26, die Angehörigen und
Freunde des Verstorbenen ein, um von ihm den
letzten Abschied zu nehmen. Nach der feierlichen
Einsegnung wurde der mit vielen prächtigen Kränzen
geschmückte Sarg von Bediensteten der „Concordia"
gehoben und in die
Servitenkirche getragen, worauf
nach nochmaliger Einsegnung die Beisetzung auf dem
Gersthofer Friedhofe erfolgte. Welch' großer Beliebtheit
sich Herr Schellner in allen Kreisen der Bevölkerung
des IX. Bezirkes erfreute, zeigte der stattliche
Zug der Leidtragenden. Derselbe wurde von
einer Abtheilung des Militärveteranen-Vereines
„Fürst Edmund zu Schwarzenberg", dessen Vereinsrath
der Verstorbene gewesen, eröffnet. Dann folgte der
Kranzwagen, der etwa vierzig herrliche Blumenspenden
trug, und der sechsspännige Leichengalawagen
des genannten Veteranenvereines. Dem Sarge
folgten die Familien-Angehörigen, zahlreiche Armenräthe
des Bezirkes, Deputationen von Vereinen, die
ihren Sitz in der Restauration Schellner's haben,
viele Stammgäste, Gastwirthe, Cafetiers und ein
sehr zahlreiches Publicum. Eine zweite Abtheilung
von Veteranen mit der Vereinsfahne beschloß den
Zug. Im Vorstehenden zeigen wir unseren Lesern ein
Bild des wackeren Wiener Gastwirthes Franz
Schellner, dem sicherlich Alle, die ihn gekannt, ein
freundliches Angedenken bewahren werden.
Weiters im Grab bestattet:
Maria (Marie) Österreicher (Gattin), geb. Frauer, verw. Schellner, gew. Gastwirtin, * 14.09.1857 in Bockfließ, † 24.10.1936, Bestattungsdatum: 28.10.1936, zuletzt wohnhaft: Gentzgasse 104
Erich Konheusner, * 22.01.1919, † 16.06.1983, Bestattungsdatum: 24.06.1983
Stefanie Cäzilie Konheusner, * 23.12.1922, † 12.02.2014, Bestattungsdatum: 20.02.2014
Die Grabstelle (auf Friedhofsdauer) befindet sich am
Gersthofer Friedhof (Gruppe: 3, Reihe: 1, Nummer: 19).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net,
Freiheit! vom 18.9.1896, Seite 5,
Neues Wiener Journal vom 7.2.1901, Seite 14,
Illustrirtes Wiener Extrablatt vom 6.2.1901, Seite 5,
Illustrirtes Wiener Extrablatt vom 8.2.1901, Seite 7,
Matricula Online, Sterbebuch Weinhaus, 1936-1936, Seite 29.