Person - Franz Joseph Otter
Franz Joseph Otter, Konzertmeister, Geiger und Direktor der Hofkapelle, * 30.05.1760 (oder 19.10.1764 laut Neue Wiener Musik-Zeitung) in Nandlstadt, Bayern, † 01.09.1836 in Wien,
zuletzt wohnhaft: 1., Franziskanerplatz Nr. 920.
Leben: Franz Joseph Otter studierte in Florenz Geige beim Komponisten und Musikpädagogen Pietro Nardini.
Er wurde 1781 Mitglied der Freisinger Hofkapelle und war 1789–1809 Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle.
Er unterrichtete am Kapellhaus auch Geige. Er war Kompositionsschüler und ein Freund Johann Michael Haydns,
dessen Salzburger Kreis er angehörte und über den er gemeinsam mit Georg Johann Schinn eine Biographie verfasste.
Im Jahr 1807 unternahm er mit seinem Sohn Ludwig Joseph Otter Konzertreisen nach Wien und Graz.
Am 1.3.1809 wurde er als Nachfolger Anton Hofmanns († 14.2.1809) Violinist der kaiserlichen Hofkapelle in Wien
und behielt diese Funktion bis zu seinem Tod im Jahr 1836.
Kinder:
Ludwig Joseph Otter, Geiger, Pens. Mitglied der k. k. Hof-Musikkapelle,
* um 1786 in Freising/Bayern, † 17.02.1877 in Wien, zuletzt wohnhaft: 1., Franziskanerplatz 5.
Ludwig Otter hat seit dem Jahr 1812, also 65 Jahre, am Franziskanerplatz 5 gelebt.
Wiener Zeitung vom 24.12.1785, Seite 3:
Am 22. und 23. d. M. hielt die hiesige
Tonkünstlergesellschaft die jährlich gewöhnliche
grosse Akademie zum Vortheil
ihrer Wittwen und Waisen, und führte
dabey das Oratorium: Esther genannt,
von dem berühmten Hrn. Ditters v. Dittersdorf,
mit vielem Beyfalle auf. Sowohl
Se. Majestät der Kaiser, als des
Erzherzogs Franz Königl. Hoheir, und
die Prinzeßinn Elisabeth, fanden
sich nebst dem hohen Adel, und einem
zahlreichen Publikum dabey ein. Zwischen
den zwey Abtheilungen ließ sich am
ersten Tage der Zögling des berühmten Hrn.
Pietro Nardini,
Hr. Joseph Otter, in
wirklichen Diensten des Hrn. Fürsten Bischofs
zu Freysingen, mit einem Konzert
auf der Violine hören, worinn dieser
junge Künstler in der gesetzten, reinen
und angenehmen Ausführung seinem Meister
Ehre machte. Am zweyten Tage
wechselte Hr.
Wolfgang Amade Mozart
mit einem Konzert auf dem Forte piano
von seiner eigenen Komposizion ab, von
dessen vorzüglicher Aufnahme wir nichts
erwähnen, weil unser Lob dem verdienten
Ruhme dieses eben so bekannten, als
allgemein geschätzten Meisters überflüssig ist.
Wiener Zeitung vom 5.9.1836, Seite 4:
Herr Joseph Otter, Direktor der k. k. Hofcapelle, alt
76 Jahr, am Franciscanerplatz Nr. 920, am Schlagfluß.
Neue Wiener Musik-Zeitung vom 12.10.1854, Seite 4:
Am 19. Oktober 1764 wurde Josef Otter zu Nandlstadt in Baiern
geboren. Ausgezeichneter Violinspieler, Schüler von Nardini,
ehemaliger Hofkonzertmeister in Salzburg, nachheriges Mitglied
der k. k. Hofkapelle in Wien.
Wiener Zeitung vom 19.2.1877, Seite 11:
(Ein alter Musiker.) Am vorgestrigen Tage
ist hier in seiner Wohnung, Franziskanerplatz Nr. 5, das
Mitglied der Burgkapelle und der Kapelle zu
St. Stefan,
Violinist Herr Ludwig Otter, in dem hohen Alter von
91 Jahren gestorben.
Wiener Zeitung vom 21.2.1877, Seite 18:
Otter Ludwig, Pens. Mitglied der k. k.
Hof-Musikkapelle, 91 J., I., Franciscanerplatz 5, Altersschwäche.
Die Grabstelle befindet sich am
St. Marxer Friedhof (
Position 122).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: Wiener Zeitung vom 24.12.1785, Seite 3,
Wiener Zeitung vom 5.9.1836, Seite 4,
Neue Wiener Musik-Zeitung vom 12.10.1854, Seite 4,
Wiener Zeitung vom 19.2.1877, Seite 11,
Wiener Zeitung vom 21.2.1877, Seite 18,
und gemeinfrei.