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Die Bundeshauptstadt

Person - Elise Kärcher

Elise Kärcher (Elisabeth Kärcher), Stiftung für arme Leute (Landstraßer Hauptstraße 93, 15.03.1874), Hausbesitzerin Landstraßer Hauptstraße Nr. 93 und Nr. 260, † 13.09.1876.

Elise Kärcher widmete zusammen mit ihrem Mann Karl Kärcher († 27.07.1874) durch den mit 15.03.1874 datierten Stiftsbrief das Haus Landstraßer Hauptstraße 93 der Gemeinde Wien zu einer Stiftung für arme Geschäftsleute. Die Karl und Elisabeth Kärcher Stiftung befindet sich heute am Thomas-Klestil-Platz 8 im 3. Bezirk.

Der an die heutigen Umstände angepasste Zweck der Stiftung lautet:
Fürsorge für Menschen in Wien, die an oder unter der Armutsgefährdungsgrenze leben, ausgenommen Förderung von Leistungen, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen vom Sozialhilfeträger oder vom Sozialversicherungsträger zu erbringen oder zu finanzieren sind.
Förderung der Gesundheitspflege hinsichtlich der Versorgung von Menschen in Wien, die an oder unter der Armutsgefährdungsgrenze leben, ausgenommen Förderung von Leistungen, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen von den Sozialversicherungsträgern zu erbringen oder zu finanzieren sind.

Wiener Zeitung vom 30.7.1874, Seite 16: Kärcher Karl, Hausbesitzer, 54 J., III., Hauptstraße 93, Bright'sche Nierenentartung.

Fremden-Blatt vom 8.11.1876, Seite 5: Städtische Chronik. Aus dem Gemeinderathe. (Sitzung vom 7. November.) Vorsitzender: Bürgermeister Dr. Felder. (Eine edle Stiftung). Die kürzlich hier verstorbene Frau Elisabeth Kärcher hat letztwillig angeordnet, daß zum Andenken an ihren im Tod vorausgegangenen Gatten eine Stiftung gegründet werde, welche den Namen: „Karl und Elisabeth Kärcher Stiftung“ zu führen habe und dazu dienen soll, arme würdige Bewohner des 3. Gemeindebezirks (Landstraße) zu unterstützen. Zur Fundirung dieser Stiftung vermachte die wackere Frau das schöne Haus Nr. 93, Landstraßer Hauptstraße, und verfügte, daß aus dem Zinserträgnisse die Unterstützungsbeträge im Ausmaße von je 400 f. vertheilt werden. Anspruch auf diese Stiftung haben, wie gesagt, nur Bewohner des 3. Bezirkes, welche ohne ihr Verschulden verarmt oder erwerblos geworden und durch ihr Verhalten der Unterstützung würdig sind. Das Verleihungsrecht steht dem Vorsteher des 3. Bezirkes (Landstraße) im Einvernehmen mit dem Ausschusse zu. Wer einmal eine Unterstützung aus der Stiftung genossen hat, ist drei Jahre von einer neuerlichen Vertheilung aus derselben ausgeschlossen. Auch das Haus Nr. 260 in Erdberg testirte die verstorbene Wohlthäterin zu gleichem Zwecke. Die Statthalterei hat das Nöthige veranlaßt, damit die Stiftung ehebaldigst ins Leben treten könne.

Wiener Zeitung vom 3.1.1877, Seite 3: Convocationen der Gläubiger und Erben nachbenannter Personen. Elisabeth Kärcher. Von dem k. k. Landesgerichte Wien werden durch Edict vom 5. December 1876 Diejenigen, welche als Gläubiger an die Verlassenschaft der am 13. September 1876 mit Testament verstorbenen Frau Elisabeth Kärcher, Hausbesitzerin in Wien, III. Bez., eine Forderung zu stellen haben, aufgefordert, bei Gerichte zur Anmeldung und Darthuung ihrer Ansprüche den 1. Februar 1877, Vormittags 11 Uhr, zu erscheinen oder bis dahin ihr Anmeldungs­-Gesuch schriftlich zu überreichen.

Wiener Zeitung vom 26.4.1866, Seite 22: Joseph u. Josepha Brammer und Franz Mayer. Von dem k. k. Landesgerichte in Wien wird dem Herrn Joseph Brammer und der Frau Josepha Brammer, gewesenen Besitzern des Hauses Str. 260 am Erdberg, früher daselbst wohnhaft, und dem Herrn Franz Mayer, Baumeister, vormals Leopoldstadt auf der Haide Nr. 5 wohnhaft, bekannt gegeben: Dem Gesuche des Herrn Karl Kärcher und der Frau Elisabeth Kärcher, Hauseigenthümer in Wien, durch Herrn Dr. Findeys um Genehmigung des Kaufschillingsausweises bezüglich des von ihnen im Executionswege erstandenen Hauses Nr. 260 am Erdberg in Wien, so wie um Einantwortung dieser Realität und um Bewilligung der Löschung von hierauf haftenden Satz- und Supersatzposten ist auf Grund der hierüber gepflogenen Verhandlung mit dem hiergerichtlichen Bescheide vom 6ten April 1866, Z. 48.372, stattgegeben worden. Da dem Gerichte der Aufenthalt sowohl der gewesenen Besitzer des obigen Hauses Herrn Joseph und Frau Josepha Brammer, als auch des hierauf versicherten Satzgläubigers Herrn Franz Mayer unbekannt ist, so wurde der gedachte hiergerichtliche Bescheid dem für die beiden Ersteren von Amtswegen bestellten Curator Herrn Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Hermann und dem für Herrn Franz Mayer von Amtswegen bestellten Curator Herrn Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Gngitz zugestellt. Wien, am 6. April 1866.

Die Grabstelle befindet sich am St. Marxer Friedhof (Position 210a).

Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: Wiener Zeitung vom 26.4.1866, Seite 22, Fremden-Blatt vom 8.11.1876, Seite 5, Wiener Zeitung vom 3.1.1877, Seite 3, Wiener Zeitung vom 30.7.1874, Seite 16.



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