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Die Bundeshauptstadt

Person - Anton Anderer

Anton Anderer (* 9. Jänner 1857 in Wien 2 (Taufbuch St. Leopold) [laut Verstorbenensuche: 30.04.1857], † 28. Februar 1936 in Wien 21) von Beruf Kaufmann, war Gemeinderat von 1886-1898 in Floridsdorf (Bezirksteil), Bürgermeister von 1898-1905 in Floridsdorf (Bezirksteil), 1905-1918 Bezirksvorsteher des XXI. Wr. Gemeindebezirks. Ausgezeichnet wurde Anton Anderer mit dem Ritter des Kais.-Österr. Franz Joseph-Ordens. Am 31. Jänner 1902 wurde er Ehrenbürger von Floridsdorf.

Seine Eltern waren laut Taufschein Anton Anderer und Franziska Anderer.

Ehrungen: Der Anton-Anderer-Platz befindet sich auf den beiden Bezirksteilen Jedlesee und Großjedlersdorf II, benannt (5. Februar 1958 Gemeinderatsausschuss für Kultur) nach dem letzten Bürgermeister von Floridsdorf (Bezirksteil) (1898-1905). Am Anton-Anderer-Platz befindet sich die Skulptur Fruchtträgerin (von Wilhelm Frass).

Kleine Volks-Zeitung vom 4.3.1936, Seite 6: Der letzte Bürgermeister von Floridsdorf. Freitag ist hier der letzte Bürgermeister der Gemeinde Floridsdorf Anton Anderer, also jener Bürgermeister, der im Jahre 1905 Floridsdorf dem Bürgernmeister Dr. Lueger zur Einverleibung mit Wien übergeben hat, gestorben. Anderer war dann noch siebzehn Jahre als Bezirksvorsteher des neuen 21. Wiener Gemeindebezirkes tätig. Hieraus zog er sich vom politischen Leben ganz zurück. Er hat zweiunddreißig Jahre seines Lebens dem Wirken in der Oeffentlichkert zum Wohle seiner Mitbürger gewidmet. Das Leichenbegängnis findet heute, Mittwoch, 3 Uhr, aus dem Stammersdorfer Friedhof statt, wo ihm die Gemeinde Wien ein Ehrengrab gewidmet hat.

Neues Wiener Tagblatt (Wochen-Ausgabe) vom 7.3.1936, Seite 13: In Wien starb der letzte Bürgermeister der Gemeinde Floridsdorf Anton Anderer. 1905 übergab er Bürgermeister Dr. Lueger die Gemeinde zur Einverleibung mit Wien und war dann noch durch 17 Jahre Bezirksvorsteher des 21. Bezirkes, bevor er sich vom öffentlichen Leben zurückzog.

Illustrierte Kronen Zeitung vom 6.6.1905, Seite 10: (Fahnenweihe im 21. Bezirke.) Der Männergesangsverein „Harmonie" in Floridsdorf beging Sonntag die Feier seines 40jährigen Bestandes, mit welchem, die Weihe der neuen Fahne verbunden wurde. Zu dieser Feier fand sich auch Bürgermeister Dr. Lueger ein. Der Verein, an dessen Spitze der Obmann Adolf Groer und Chormeister Wilibald Janauschek stehen, leitete Samstag abends in den festlich geschmückten Giselasälen die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem Festkommers ein, welchem auch der Schubertbund beiwohnte. Sonntag früh erfolgte die Weihe der Fahne in der St. Jakobskirche [21., Schloßhofer Straße 7, 1938 abgetragen] durch den Pater [Ferdinand Rudolf] Schönsteiner vom Stifte Klosterneuburg. Als Fahnenpatin fungierte die Gattin des Bürgermeisters, Frau Berta Anderer. Bei der Zeremonie des Nägeleinschlagens sprach auch Bürgermeister Dr. Lueger. Der Bürgermeister schlug mit den Worten „Für Wahrheit und Recht" einen Nagel in den Fahnenschaft.

Das interessante Blatt vom 29.6.1905, Seite 2: Vierzigjähriges Jubiläum des Floridsdorfer Männergesangsvereines „Harmonie". Der jahrzehntelange Bestand eines Vereines gibt nicht nur Anlaß zu einem gedankenlosen Fest, bloß weil es der allgemeine Brauch so erheischt. Tief unter der Oberfläche liegen in einem solchen Fall die Gründe für ein feierliches Jubiläum. Denn wenn ein solcher Verein so lange Zeit blüht und gedeiht, so ist damit ein deutliches Zeichen dafür gegeben, daß er einem Bedürfnis entspricht, daß er eine Lücke ausfüllt und das Jubiläum spielt deswegen die Rolle einer Gratulationscour, bei welcher die Bevölkerung erscheint, um so ihren Dank an die Funktionäre und Mitglieder abzustatten. Sie hat dazu alle Ursache bei den Gesangvereinen, die bemüht sind, durch ideale Pflege der Kunst Farbe ins Grau des Lebens hineinzutragen. Der Floridsdorfer Männergesangverein „Harmonie" feierte das Fest der Vollendung seines vierzigjährigen Bestandes verbunden mit der Weihe einer neuen Vereinsfahne. Bürgermeister Dr. Lueger erwies dem ältesten Gesangvereine des XXI. Bezirkes die Ehre, der Fahnenweihe beizuwohnen und in die Fahne einen Nagel einzuschlagen, welchen Akt Dr. Lueger mit den Worten einleitete, daß es seine erste Funktion als Bürgermeister von Wien im XXI. Bezirke sei, der Fahnenweihe des Männergesangvereines „Harmonie" beizuwohnen. Im Verlaufe seiner weiteren Rede betonte er die Bedeutung des Wortes „Harmonie" und vollzog das Einschlagen eines Nagels mit dem Spruche: „Für Recht und Wahrheit." Die übrigen Nägel wurden vom weihenden Priester, Professor der Theologie Ferdinand Schönsteiner, dem bisherigen Bürgermeister von Floridsdorf, Anton Anderer, und dessen Gemahlin als Fahnenpatin, Frau Berta Anderer, dem Bezirkshauptmanne Statthaltereirat Bazant, Fräulein Elise Wurz als Vertreterin der Festjungfrauen, den Obmännern und Vertretern der anwesenden Vereine und vielen anderen eingeschlagen.

Die Grabstelle (Ehrengrab) befindet sich am Stammersdorfer Zentralfriedhof (Gruppe: C, Reihe: 0, Nummer: 3).

Weiters in diesem Grab bestattet:
Amalia Anderer, Bestattungsdatum: 04.03.1936
Bertha (Berta) Anderer (Ehefrau), geb. Schubert, † 1920
Franziska Anderer (Schwester), Bestattungsdatum: 18.02.1941
Karl Anderer, 1899-1973, Bestattungsdatum: 03.04.1973

Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net, Neues Wiener Tagblatt (Wochen-Ausgabe) vom 7.3.1936, Seite 13, Illustrierte Kronen Zeitung vom 6.6.1905, Seite 10, Das interessante Blatt vom 29.6.1905, Seite 2.



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