Die Bundeshauptstadt

01. Bezirk - Wiener Börse (Gebäude)

Die Wiener Börse (auch Alte Börse genannt) ist ein Gebäude an der Wiener Ringstraße im 1. Bezirk Innere Stadt; es grenzt an den Schottenring, die Wipplingerstraße, die Börsegasse und an den Börseplatz.

Geschichte: Ab 1861 war die Börse am Sitz der k.k. privilegierten oesterreichischen National-Bank, Strauchgasse 4, Wien-Innere Stadt, untergebracht. Bereits in jenem Jahr fasste die Börsekammer den Beschluss, ein eigenes Börsegebäude zu errichten, und erwarb dafür einen 3.240 m² großen Baugrund um 180.000 Gulden. Als die Raumverhältnisse sich für den Börsenbetrieb als nicht mehr tragbar herausgestellt hatten, akzeptierte man 1869 Theophil von Hansens (1813–1891) großartigen Plan, der für 8.790 m² Baugrund 865.000 Gulden vorsah und für dessen Umsetzung ein Darlehen von fünf Millionen aufzunehmen war. Betrug Anfang 1867 die Zahl der Tagesbesucher noch zwischen 900 und 1.000, würde sie 1873 die Höhe von 3.200 erreichen.

Neben der Detailplanung für den Neubau wurde für die Errichtung eines Notbaus Sorge getragen: Nach einigen Verzögerungen, unter anderem bedingt durch eine steuergesetzliche Änderung, übersiedelte am 6. Mai 1872 der Börsenbetrieb in ein nächst der Rossauer Kaserne (damals: Rudolphs-Kaserne) an der späteren Adresse Schottenring 19 von der Allgemeinen Oesterreichischen Baugesellschaft in Holz errichtetes, bis 1877 befristetes Bauprovisorium.

Das von Theophil von Hansen, dem Gewinner des Architektenwettbewerbs, geplante Gebäude wurde von 1873 bis 1877 vom Planverfasser sowie dem Architekten Carl Tietz (1831–1874) im Stil der Neorenaissance, einer Form des (für die Ringstraße typischen) Historismus, ausgeführt. Hansen baute an einem anderen Abschnitt der Ringstraße gleichzeitig am Parlamentsgebäude.

Am 14. März 1877 beehrte Kaiser Franz Joseph I. auf Einladung von k.k. Finanzminister Sisinio von Pretis-Cagnodo das fertiggestellte, fünf Millionen Gulden teure Gebäude mit seinem Besuch, bei dem er vom Präsidenten der Börsekammer, Moriz Freiherrn Wodianer von Kapriora (1810–1885), durch das Haus geführt wurde. Die erste Börsenversammlung wurde am 19. März 1877 abgehalten und damit das Börsengeschäft voll aufgenommen. Tage davor konnte das neue Haus vom Publikum auf Basis unentgeltlich ausgegebener Eintrittskarten besichtigt werden, wobei der große Börsesaal in den Abendstunden voll beleuchtet war. Der Zustrom war derart groß, dass am Abend des 17. März 1877 Erzherzog Friedrich (1856–1936) seinen Besuch unterlassen musste. Einen Tag später waren Dom Pedro II. (1825–1891), Kaiser von Brasilien, und seine Gattin Teresa Maria Cristina von Neapel-Sizilien Gäste in der neuen Börse.

Am 12. März 1945 wurde die Ostecke des Gebäudes von einem Bombentreffer stark in Mitleidenschaft gezogen. Bei einem Großbrand am 13. April 1956 wurde das Haus schwer beschädigt. Bei der anschließenden Wiederinstandsetzung wurde der elf Abteilungen aufweisende Börsensaal (58,8/26,5/22,8 m) nicht wieder hergestellt, sondern in einen Innenhof umgestaltet, und der Börsenbetrieb am 7. Dezember 1959 wieder aufgenommen.

Von seiner Errichtung bis zum Umzug der Wiener Börse AG in das Palais Caprara-Geymüller. Ende 2001 war das Gebäude Sitz dieser Institution. Heute ist es eine der vielen Sehenswürdigkeiten an der Wiener Ringstraße, und seine Säle werden für Veranstaltungen vermietet. Das Gebäude befindet sich im Eigentum einer von Karl Wlaschek 2015 hinterlassenen Stiftung.

Quelle: Text: Wikipedia, Bilder: © Bwag/Wikimedia und Peter Gugerell, gemeinfrei.



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