Person - Otto Schweeger
Otto Schweeger, Militärarzt und Autor, k.k. Stadtarzt in Belgrad, prakt. Arzt, * 09.07.1888, † 19.01.1921 in Wien, Bestattungsdatum: 22.01.1921.
Otto Schweeger besuchte im Schuljahr 1901/1902 das Sophiengymnasium (heute GRG II Zirkusgasse) in Wien.
Er war dann österreichisch-ungarischer Militärarzt und Autor,
der während des Ersten Weltkriegs im Jahr 1916 als Arzt in Belgrad tätig war
und medizinische Berichte über dortige Typhusepidemien verfasste.
Er erhielt Auszeichnungen (Allerhöchste belobende Anerkennung, August 1918) für seine Verdienste während der Kriegszeit im Ersten Weltkrieg.
Der Militärarzt 1917, Einleitung, Seite 102 und 103:
Die Typhusepidemie in Belgrad im Jahre 1916 und die früheren Endemien daselbst.
Von k. k. Ldst.-OA,
Dr. OTTO SCHWEEGER, k. u. k. Stadtarzt in Belgrad.
War es gelungen, die Seuchen, die vor der Eroberung in
ganz Serbien und auch in Belgrad wüteten und tausende Opfor
nicht allein von unseren Kriegsgefangenen in Serbien, sondern
auch von den Serben selbst forderten, wirksam zu bekämpfen
so daß Fleckfieber, Cholera, Ruhr, Blattern nur in ganz vereinzelten
Fällen auftreten, so ließ sich doch die alljährlich, in
Belgrad auftretende, ziemlich ausgebreitete Typhusepidemie
nicht vollständig ausrotten und flackerte in den Sommermonaten
wieder auf,
Im April 1916 war die Zahl der Typhusfälle auf 4, im
darauffolgenden Monate sogar bis auf 1 gesunken. Jedoch
schon im folgenden Monate begannen sich die Fälle zu mehren,
mehrere aus dem Inneren Serbiens und aus
Südungarn zugereiste
Personen befänden sich darunter. Und zwar traten alle
diese Fälle in einem Stadtviertel auf, das vermöge seiner ungünstigen
hygienischen Bedingungen zum Seuchenherd geradezu
disponiert ist. In diesem Viertel fehlt die Kanalisation, die
Abortanlagen sind nach dem alten Senkgrubensystem gebaut,
die Wasserversorgung geschieht nur zum geringsten Teil durch
die Wasserleitung, im übrigen durch absolut nicht einwandfreie
Zysternenbrunnen; zudem ist dieses Viertel von der armen
und an Reinlichkeit absolut nicht gewöhnten Bevölkerung sehr
dicht bewohnt, dicht bevölkert schon vor dem Krieg, aber in
demselben Maße auch jetzt, da die gesamte Armut in der
Stadt geblieben ist. Von hier aus wurde der Typhus bald in
zwei andere Stadtteile, die ebenfalls von armer Bevölkerung
bewohnt sind, und zwar in den der Save und in den der Donau
zugekehrten Stadtteil verschleppt, trotzdem alle Erkrankungsfälle
sofort in das Epidemiespital geschafft wurden und die
Desinfektion der Wohnungen der Erkrankten und der dazugehörigen
Abortanlagen sowie die Sperrung eventuell vorhandener
Brunnen auf das strengste gehandhabt wurden. So stieg
die Zahl der Fälle im Juli auf 45, im August auf 74, um dann
in den folgenden Monaten rasch wieder auf 54 und 27 abzusinken.
Im November betrug die Zahl bis zur Mitte des Monates nur mehr 4. ...
(Linzer) Tages-Post vom 26.8.1918, Seite 3:
(Auszeichnungen im Kriege.) Der Kaiser hat anbefohlen,
daß zum drittenmal die neuerliche
Allerhöchste belobende Anerkennung — bei
gleichzeitiger Verleihung der Schwerter — bekanntgegeben
werde dem Hauptmann i. d. Evid. d. Landw. Walter Vogt
beim 14. IR.; dem Landsturmleutnant Dr. Anton Mallink
des LstBezKmdos. [Landsturmbezirkskommandos, regionale Unterbehörde der k.k. Landwehr bzw. der k.u.k. Armee in Österreich-Ungarn] 21, bei einem InfBrigKmdo. [Infanterie-Brigadekommando]; dem
Landsturmhauptmann Anton Dusbaba des LstBezKmdos
21, beim SanMaterial-ErsDep. in Cattaro; daß die
Allerhöchste belobende Anerkennung bekanntgegeben
werde dem Landsturmoberarzt Dr. Maximilian
Strohschneider des LstBezKmdos. 2, beim
Feldspit. 1106; dem Landsturmoberarzt
Dr. Otto Schweeger
des LstBezKmdos. 1, beim Kreiskmdo. in Belgrad; ...
Weiters im Grab bestattet:
Vinzenz Skupnik, Professor, * 1881, † 1960, Bestattungsdatum: 15.04.1960, Pragerstr. 2.
Elfrieda (Elfriede) Skupnik, geb. Schweeger, Professorsgattin, * 1884, † 1959, Bestattungsdatum: 15.10.1959
Wolfgang Barousch, * 1966, Bestattungsdatum: 30.07.1969
Christine Barousch, * 17.02.1977, † 01.10.1977, Bestattungsdatum: 11.10.1977
Maximilian Barousch, Bestattungsdatum: 23.08.1979
Angela Barousch, * 16.11.1946, † 22.06.2021, Bestattungsdatum: 02.07.2021
Reinhard Barousch, Dr. Med univ., * 14.11.1939, † 07.12.2025, Bestattungsdatum: 17.12.2025
Die Grabstelle befindet sich am
Jedleseer Friedhof (Gruppe: 2, Reihe: 14, Nummer: 11).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net, Der Militärarzt 1917, Einleitung, Seite 102 und 103,
(Linzer) Tages-Post vom 26.8.1918, Seite 3.