Die Bundeshauptstadt

Person - Fanny Elßler

Fanny Elßler, eigentlich Franziska Elßler (* 23. Juni 1810 in Gumpendorf (heute ein Stadtteil von Wien); † 27. November 1884 in Wien), war eine österreichische Tänzerin. Neben Maria Taglioni der Älteren war Fanny Elßler eine der bekanntesten Tänzerinnen des 19. Jahrhunderts.

Leben: Fanny Elßler kam als Tochter von Johann (Florian) Elßler (1769–1843), ab 1787 Leibkopist und Kammerdiener von Joseph Haydn bis zu dessen Tod, in Wien zur Welt und studierte an der Ballettschule des Wiener Hoftheaters. Ihr erstes Engagement erhielt sie 1824 am Teatro San Carlo in Neapel. Dort lernte sie 1827 Leopold von Neapel-Sizilien, Prinz von Salerno und Sohn des Königs Ferdinand IV. von Neapel, kennen. Aus dieser Verbindung stammt ihr Sohn Franz, der in Eisenstadt aufwuchs und 1873 durch Selbstmord starb.

1829 traf sie den um 46 Jahre älteren Friedrich von Gentz, den Sekretär Metternichs, mit dem sie von 1830 bis zu Gentz’ Tod 1832 eine enge Beziehung unterhielt. Gentz entwickelte für Fanny noch einmal seine ganze Kunst, um zu Geld zu kommen. Er förderte sie, wo er nur konnte und überhäufte sie mit Geschenken. Er nahm auch die Rolle eines Mentors ein und bemühte sich, sie zu bilden, in Französisch und korrektem Deutsch zu unterrichten, veranlasste sie Bücher zu lesen und machte sie mit einflussreichen Leuten bekannt. Fanny dankte es ihm mit einer ehrlichen und tiefen Zuneigung, die aus den erhaltenen Briefen eindeutig hervorgeht.

Gentz’ politische Karriere endete abrupt, als er Anfang der 1830er Jahre Metternichs Kurs kritisierte und dieser ihm daraufhin seine Gunst entzog. Gentz zog sich mit Elßler auf sein Schlösschen in Weinhaus zurück. Sie lebte dort mit ihm bis zu seinem Tod am 9. Juni 1832.

Elßlers beispiellose Erfolge begannen 1830 in Berlin und setzten sich in Paris und bei Tourneen durch Europa, Russland, Kuba und Nordamerika fort. Mit Nationaltänzen wie Polka, Krakowiak und ihrer berühmten Cachucha eroberte sie die Bühnen der Welt. In Berlin war sie ihrem Jugendfreund Anton Stuhlmüller wieder begegnet, dem Vater ihrer Tochter Therese (1833–1870; verh. von Webenau).

1841–1842 führte sie ein Engagement nach Havanna/Kuba. Eine vom Nationalballett Cuba gestiftete Marmortafel ist zu ihrem Andenken in der Nähe der Kathedrale in der Altstadt von Havanna an einer Hausfassade angebracht (1980 gestiftet). Noch auf der vollen Höhe ihres Könnens zog sie sich 1851 ins Privatleben zurück. Ihr ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Hietzinger Friedhof (Gruppe 6, Nummer 12 A).

Mit ihrer Schwester Therese (1808–1878), einer ebenfalls großartigen Tänzerin, teilte sie lange Zeit ihre Bühnenerfolge, bis diese 1850 in morganatischer Ehe den Prinzen Adalbert von Preußen heiratete.

Gedächtnis: Die Elßlergasse in Wien-Hietzing (13. Bezirk) wurde 1894 ihr zu Ehren benannt. Im 6. Bezirk ist an ihrem Geburtshaus in der Hofmühlgasse 17 eine Gedenktafel angebracht. Der Fanny-Elßler-Bogen ist eine Straße im Hamburger Stadtteil Allermöhe. In Eisenstadt, Burgenland, Österreich, und in Klagenfurt gibt es eine Fanny-Elßler-Gasse.

1960 stiftete Riki Raab als Äquivalent zum Iffland-Ring den Fanny-Elßler-Ring, eine Auszeichnung, die an hervorragende österreichische Tanzkünstler vergeben wird. Bisherige Preisträgerinnen waren Edeltraud Brexner, Jolantha Seyfried, Dagmar Kronberger und Rebecca Horner.

Der Fanny-Elßler-Cup ist der Preis eines Eiskunstlauf-Wettbewerbs in Eisenstadt.

Die Österreichische Post gab im Jahr 1984 zu ihrem 100. Todestag eine Sonderbriefmarke heraus.

Als 1988 am Galgenberg von Stratzing bei Krems in Niederösterreich eine 7 cm große, mehr als 30 000 Jahre alte Frauenfigur aus Stein entdeckt wurde, die mit ihrem erhobenen linken Arm, dem seitlich abgestemmten rechten Arm, dem gedrehten Körper und den getrennten Beinen grazil und tänzerisch wirkt, wurde das älteste Kunstwerk Österreichs und „die älteste Steinplastik der Welt“ von der Ausgräberin Christine Neugebauer-Maresch in Erinnerung an Fanny Elßler als „Fanny - die tanzende Venus vom Galgenberg“ bezeichnet.

Operetten:
Johann Strauss (Musik), Hans Adler, (Libretto): Die Tänzerin Fanny Elßler. Operette in 3 Akten. Uraufführung am 22. Dezember 1934 in Berlin.
Fanny Elßler ist auch die Protagonistin in der Operette Hofball in Schönbrunn von August Pepöck (Musik) und Josef Wenter (Libretto), die am 3. September 1937 in Wien uraufgeführt wurde.

Ballett:
Witold Silewicz (1921–2007): Fanny Elßler – Frau und Mythos (1989)

Filme:
Paul Martin (Regie): Fanny Elßler. UFA, Berlin 1937 (Darsteller: Lilian Harvey, Willy Birgel u. a.)
Arthur Maria Rabenalt (Regie): Die Tänzerin Fanny Elßler. Berlin 1965
Friedrich Zelnik (Regie): Die Erlebnisse der berühmten Tänzerin Fanny Elßler. Zelnik-Mara-Film, Berlin 1920 (Darsteller: Lya Mara, Ernst Hofmann u. a.)

Roman:
Irma von Höfer: Fanny Elßler: Friedrich von Gentzens letzter Liebestraum. Literarische Anstalt, Wien 1921

Quelle: Text: Wikipedia, Bilder: gemeinfrei.



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