Person - Camillo Ritter von Vacano
Camillo Ritter von Vacano (Camillo Amor Lambert Josef Willibald Ritter von Vacano),
Rittmeister im 6. Uhlanen-Regiment, Besitzer der k.k. Kriegsmedaille,
* 07.07.1842 in Petrovice, Mittelböhmen, Tschechien, † 21.08.1884 in Neuhäusel, Bestattungsdatum: 26.08.1884.
Heirat am 16.09.1880 mit Friederike von Vacano, geb. Friederike Dorothea Maria Anna Mayer, * 07.03.1859, in
Pfarre St. Josef in der
Leopoldstadt
(nochmalige Heirat nach dem Tod ihres Mannes Camillo Ritter von Vacano am 19.01.1886 mit Gustav Franz Edler von Estler).
Eltern von Camillo Ritter von Vacano:
Philipp Maximilian Ritter von Vacano, * 25.09.1802 in Althard, † 25.02.1884 in
Ober-St.-Veit, Königlich ungarischer Katastral Vermessungs Direktor und Katastralreferent im königlich ungarischen Finanzministerium, Ritter des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse und des Franz-Josefs-Ordens
Christine Lambertine Freiin Stadingk von Holzhausen auf Tunnern und Volkershausen, * 20.12.1819 in Petrovic, † 05.04.1898 in Wien
Eltern von Friederike von Vacano:
Johann Leonhard Mayer, Heirat am 13.05.1854 in St. Stephan
Anna Maria Deinhart, * 16.02.1822, † 1919
Camillo Ritter von Vacano hatte insg. weitere 11 Geschwister:
Ida von Vacano
Anna Helene Philippine Petsits (geb. von Vacano), * 1841, † 1870, verh. mit Markus Petsits, Dr. der Medizin
Camil (Camillo) Vacano, Rittmeister im 6. Uhlanen-Regiment, Besitzer der k.k. Kriegsmedaille, * 07.07.1842 in Petrovice, Mittelböhmen, Tschechien, † 21.08.1884 in Neu Häusel
Maria Vacano
Wanda Vacano
Alfred Josef Maria Vacano, Ritter von Wellho, Braumeister, Fabriksbesitzer (Shiguli Brauerei), Händler mit Brauerei-Requisiten, Wallfischgasse 6 und 4., Mayerhofgasse 9, * 24.05.1846 in Kozowa, Galizien,Polen, † 24.03.1929 (begraben in Ober-St.Veit), Heirat am 06.05.1876 mit Anna Maria Barbara Vacano, geb. Pernitsch
Alois Ritter von Vacano, Haupt-Agentschaft der Pester Versicherungsanstalt in Bregenz
Olga Maria Christina von Vacano, (ab 1905: Olga Nowotny), k.u.k. Korvettenkapitänsgattin (1914), * 23.06.1883 in Mocsonok, Slowakei, Taufe in Sládeckovce, Šala, Slowakei, Heirat am 17.6.1905 mit Linienschiffleutnant Bogumil Franz H. Nowotny, * 03.02.1871, in der
Ruprechtskirche
Maria Kotter [?], geb. Vacano
Franz Vacano
Lambert Vacano
Helene Vacano
Bei Olga besteht noch eine Diskrepanz:
Am Grabstein in Ober-St.Veit steht der Name Olga Schweitzer, geb. von Vacano * 16.07.1851 in Steyr, † 05.06.1923, Bestattungsdatum: 08.06.1923
Die Presse vom 23.8.1884, Seite 9:
[Der Tod auf der Rennbahn.] Bei dem gestern in
Neu Häusel abgehaltenen Rennen des 6. Uhlanen-Regiments
(Kaiser Franz Josef) sank der bekannte ausgezeichnete
Steeple-Chase-Reiter [Jagdreiter im Hindernisrennen] Rittmeister Camillo v. Vacano auf
flacher Bahn plötzlich todt vom Pferde — ein Herzschlag hatte
seinem Leben ein Ende gemacht. Rittmeister v. Vacano hatte
erst vor Kurzem in England an großen Jagden theilgenommen
und dort durch sein brillantes Reiten in den Sportkreisen
geradezu Aufsehen erregt. Er war einer der schneidigsten und
sichersten Hindernißreiter in der Armee. Als er mit dem
Grafen Karl Eszterhazy und Rittmeister Graf Thurn
auf der vierspännigen Stage-Coach zum Rennen fuhr, sagte
er, wie von einer Vorahnung erfaßt: „Das ist heute das
letzte Rennen, das ich reite." Man kann sich vorstellen, in
welche Bestürzung und Trauer das ganze Regiment versetzt
wurde, welchem der Verstorbene angehörte. Rittmeister
v. Vacano war 41 Jahre alt und hinterläßt eine junge
Witwe, welche derzeit in Graz weilt und sofort telegraphisch
von dem Unglücksfalle in Kenntniß gesetzt wurde.
Neue Freie Presse vom 25.8.1884, Seite 4:
Todes-Anzeige.
Die Hinterbliebenen geben hiemit schmerzerfüllt Nachricht von dem
sie tiefbetrübenden Ableben des Herrn
Camillo Ritter v. Vacano,
k.k. Rittmeisters im 6. Uhlanen-Regiments, Besitzers der k.k. Kriegsmedaille,
welcher Donnerstag den 21. August 1884, um 6 Uhr Abends, im 42. Lebensjahre plötzlich verschieden ist.
Die irdische Hülle des theuren Verblichenen wird Dienstag den
26. d. W. um 2 Uhr Nachmittags in der
Pfarrkirche zu St. Carl Borromäus
(IV. Bezirk) feierlich eingesegnet und sodann auf dem
Central-Friedhofe im eigenen Grabe zur Ruhe bestattet.
Die heilige Seelenmesse wird Mittwoch den 27. d. M., um 8 Uhr
Früh, in obgenannter Pfarrkirche gelesen.
Wien, den 23. August 1884.
Die trauernde Familie.
Wiener Allgemeine Zeitung vom 27.8.1884, Seite 5:
(Rittmeister v. Vacano †.) Heute Nachmittags um
2 Uhr fand in der
Pfarrkirche zu St. Karl auf der
Wieden
die feierliche Einsegnung der Leiche des zu Nenhäuscl am Herzschlage
plötzlich verstorbenen Rittmeisters im 6. Uhlanen-Regiment,
Camillo Ritter v. Vacano, statt. Dem Traueracte wohnten der
Dienstkämmerer des Erzherzogs Wilhelm, FML. Ritter v. Koblitz,
Sections-Chef FML. Anton Freiherr v. Szveteney, GM. Weigl,
der Oberst des 2. Uhlanen-Regiments, die Officiere dieses, dann
des 6. und 12. Uhlanen-Regiments, des 8. Dragoner-Regiments,
viele hier weilende Sportsmen, die Angehörigen und Freunde
des Verblichenen bei. Eine Abtheilung Infanterie und eine Abtheilung
Cavallerie war als Conduct ausgerückt. Die Truppe
nahm vor der Kirche mit der Front gegen dieselbe Aufstellung.
Nachdem die Trauerfeier in der Kirche beendet war, trugen
Bedienstete der Entreprise den mit zahlreichen schönen Kränzen
geschmückten Sarg aus dem Gotteshause und brachten ihn auf
den vierspännigen Leichenwagen, der sich nun nach den
Central-Friedhofe
in Bewegung setzte. Dort wurde die Leiche im eigenen
Grabe beigesetzt. Der militärische Conduct folgte dem Sarge
bis zur Heumarkt-Kaserne, woselbst die Infanterie die Ehrensalven abgab.
Wiener Salonblatt vom 31.8.1884, Seite 11:
Zur Saison.
Camillo von Vacano, wer kannte ihn nicht am Turf,
den von Gesundheit strotzenden Steeple - chase - Reiter, einen
der besten Vertreter unseres Herrensports? Ein tapferer Soldat,
ein wackerer Reitersmann ist mit ihm dahingegangen in das
Land, von dem es keine Rückkehr gibt, wie ein Blitz aus
heiterem Himmel, kam die erschütternde Nachricht von dem
Ableben Vacano's, der als Rittmeister im Uhlanen-Regimente
Nr. 6 diente und während einer Offiziers - Steeple - chase zu
Neuhäusel, an welcher er im Sattel theilnahm, vom Herzschlage
getroffen, todt vom Pferde fiel. welches er zum Siege steuern
sollte. „Heute reite ich zum letzten Male,“ soll Rittmeister
v. Vacano kurz vor dem Rennen zu seinen Kameraden, bei
denen er sich stets der grössten Beliebtheit erfreute, gesagt
haben, aber diese Auesserung, die sich leider nur allzusehr
bewahrheiten sollte, wurde mit ungläubigem Lächeln mitgenommen,
denn er hatte dieselbe schon zu wiederholten Malen
gethan, seitdem er zu Hymen's Fahne schwur, aber stets hatte
die Passion für den edlen Sport bei ihm die Oberhand behalten;
wer sollte ahnen, dass sein diesmaliger Ausspruch sich
in so schrecklicher Weise bewahrheiten werde? Durch zwölf
Jahre zählte Rittmeister v. Vacano zu unseren eifrigsten Herrensportsmen
und wiederholt erntete er schöne Lorbeeren auf
Pferden, denen unter eines anderen Reiters Führung kaum
die Ehre eines Sieges zu theil geworden wäre. Die grössten
Erfolge am Turf erzielte er zur Zeit, als er einen gemeinschaftlichen
Rennstall mit Rittmeister Söllinger hatte und
war 1878 sein glücklichstes Jahr, indem er damals unter 26
Ritten 6 Siege zu verzeichnen hatte. Das frühe Hinscheiden
des wegen seines biedern Charakters, wie seiner gewinnenden
Liebenswürdigkeit wegen, allseits gleich hochgeachteten und
beliebten Offiziers ist als ein herber Verlust für unsere Sache
zu bezeichnen. Möge er in Frieden ruhen!
Wiener Salonblatt vom 25.6.1905, Seite 15:
In der
Kirche St. Rupprecht in Wien wurden am 17. d. M.
Linienschiffsleutnant B. Nowotny und Frl.
Olga von Vacano,
Tochter des verblichenen Rittmeisters von Vacano, getraut.
Wiener Zeitung vom 1.8.1917, Seite 12:
Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit
Allerhöchster Entschließung vom 21. Juli d. J. in
huldvollster Anerkennung aufopferungsvoller Dienstleistung
vor dem Feinde der Korvettenkapitänsgattin
Olga Nowotny [Olga von Vacano] das Goldene Verdienstkreuz mit
der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille allergnädigst zu verleihen geruht.
Weiters im Grab bestattet:
Theresia Jannecker, Bestattungsdatum: 12.07.1939
Olga Sandauer, * 1906, † 1982, Bestattungsdatum: 22.12.1982
Brigitte Sandauer, * 06.08.1939, † 1991, Bestattungsdatum: 18.10.1991
Die Grabstelle befindet sich am
Zentralfriedhof (Gruppe: 33 A, Reihe: 8, Nummer: 15).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net, Die Presse vom 23.8.1884, Seite 9,
Neue Freie Presse vom 25.8.1884, Seite 4,
Wiener Allgemeine Zeitung vom 27.8.1884, Seite 5,
Wiener Salonblatt vom 31.8.1884, Seite 11,
Matricula Online, Trauungsbuch Landstraße-St. Rochus, 1878-1881, Seite 138,
Neue Freie Presse vom 27.2.1884, Seite 14 (Philipp Maximilian Ritter von Vacano),
Wiener Salonblatt vom 25.6.1905, Seite 15 (Olga von Vacano),
Wiener Zeitung vom 1.8.1917, Seite 12 (Olga von Vacano),
Matricula Online, Trauungsbuch Pfarre Wieden, 1903-1905, Seite 204 (Olga von Vacano).