Person - Alfred Ritter von Barry
Alfred Ritter von Barry, geboren als Alfred d'Orsay von Barry am 07.05.1830 in Piemont, † 02.07.1907 in Kaltenbach bei Ischl,
Bestattungsdatum: 06.07.1907, war ein österreichisch-ungarischer Vizeadmiral irischer Abstammung.
Er diente ab 1847 in der k. k. Kriegsmarine, war Kommandant der Kriegshäfen in Triest und Pula,
er wurde 1878 in den Ritterstand erhoben und 1884 zum Vizeadmiral ernannt.
1866 erhielt er das Ritterkreuz des Leopolds-Ordens mit der Kriegsdekoration.
Das Vaterland vom 3.7.1907, Seite 15:
[Vizeadmiral Alfred Ritter v. Barry †.]
In Kaltenbach bei Ischl ist gestern Vizeadmiral d. R.
Alfred Ritter v. Barry, bisher der älteste der nicht
aktiven k. und k. Admirale, im 78. Lebensjahre einem
Herzschlage plötzlich erlegen. Der greise Admiral konnte
heuer den 60. Gedenktag seines im Jahre 1847 erfolgten
Eintrittes in die Kriegsmarine feiern. Er war als Sproß
einer altenglischen Familie im Jahre 1830 in Piemont geboren,
nahm 1849 an der Belagerung Venedigs und auch
1859 an den wichtigeren Kriegsepisoden zur See teil; im
Jahre 1864 befehligte er die Fregatte »Radetzky« unter
Tegetthoff in der Nordsee, machte das Seegefecht von
Helgoland mit und zwei Jahre später die Seeschlacht von
Lissa als Kommandant des Kriegsschiffes »Prinz Eugen«.
Später fungierte Ritter v. Barry als Seearsenals-, dann
als Militärhafenkommandant von Pola.
Das Vaterland vom 7.7.1907, Seite 5:
[Leichenbegängnis] Heute, 1 Uhr Nachmittags, ist
die Leiche des Vizeadmirals d. R. Alfred Ritter v. Barry
in der
Votivkirche in feierlicher Weise eingesegnet worden. Die
Leiche war im Garnisonsfpital Nr. 1 aufgebahrt. Den Kondukt
befehligte der dem zweiten Korpskommando zngetcilte
FML. Fiala. Um 1 Uhr hoben Unteroffiziere des Matrosendetachements
den Sarg und stellten ihn auf den Galawagen.
Der Kondukt setzte sich zur
Votivkirche in Bewegung. Eine
Kompagnie mit Fahne und Musik deS Infanterieregiments Nr. 4,
ein Matrosenspalier, das Trauerpferd und der geharnischte
Ritter hoch zu Roß geleiteten den toten Admiral zur Kirche,
vor der eine Kompagnie des Infanterieregimentes Nr. 4, eine
Eskadron Erzherzog Karl-Ulanen und zwei Geschütze des Korpsartillerie-Regimentes
Nr. 2 Aufstellung genommen hatten. In
der Kirche hatten sich vorher außer der Familie eingefunden:
Marinekommandant Admiral Graf Montecuccoli, Stadtkommandant
G. d.R. Freund v. Arlhaufen, Vizeadmiral v. Kneißler, die
Offiziere der Marinesektion, viele Stabs- und Oberoffiziere ec.
Die Einsegnung der Leiche vollzog der hochw. Herr Kooperator
Dr. Franz Zehetbauer aus
Währing, ein Freund der
Familie des Verblichenen. Nach der Einsegnung bewegte sich
der Leichenzug über die Währingerstraße zum
Gersthofer Friedhofe.
Als der Zug die Infanterie passierte, gab das Heldbataillon
die Ehrensalve ab. Die Ulanen ritten bis zum
Gürtel
mit und leisteten dort die Ehrenbezeigung. Während die Beerdigung
auf dem
Gersthofer Friedhof erfolgte, lösten aus der
Straße davor die Geschütze die Ehrensalve.
Danzers Armee-Zeitung vom 11.7.1907, Seite 7:
Vizeadmiral Alfred Ritter v. Barry.
(Gestorben am 5. Juli 1907.)
Vizeadmiral Alfred Ritter v. Barry wurde im Jahre 1830 zu Genua
in Piemont geboren. Nach Absolvierung des Marinekollegiums trat er am
20. September 1847 als provisorischer Kadett in die Marine ein, avancierte
im August 1848 zum Fregattenfähnrich und machte als solcher auf der
Fregatte „Bellona" die Blockade von Venedig mit. Im September 1849 zum
Schiffsfähnrich, 1852 zum Fregattenleutnant und 1854 zum Schiffsleutnant
befördert, war Barry während dieser Zeit nahezu unuuterbrochen auf verschiedenen
Schiffen der Flotte eingeschifft und wurde im Juni 1854 nach
London entsendet, um das Gesamtdetail der dort im Bau befindlichen Fregatte
„Radetzky" zu übernehmen. 1856 zum Kominandanten der Goelette „Elisabeth"
ernannt, führte Barry später das Kommando des Dampfers „Taurus", welcher
die Station an der
Donaumündung bei Sulina innehatte.
Nach einer kurzen Dienstleistung am Lande wurde er 1858 mit dem
Kommando der Raddampsfregatte „Lucia" betraut und nach Ausschiffung von
diesem Schiffe in Mission nach England und Frankreich entsendet.
Im Mai 1859 führte Barry das Kommando der Segelbrigg „Triton"
und befand sich mit seinem Schiffe vor Anker in Ragusa. Während er am
Lande weilte und gerade im Begriffe stand, an Bord zurückzukehren, flog das
von ihm kommandierte Schiff infolge einer Explosion in die Luft und versank
mit seiner ganzen Bemannung in die Tiefe. Mit Ausnahme der am Lande
Weilenden vermochten sich im ganzen nur drei Mann zu retten. Die Ursachen,
welche zu dieser Explosion führten, konnten niemals ermittelt werden.
Nach dieser Katastrophe nach Venedig zurückgekehrt, hatte Barry
während des Krieges 1859 für kurze Zeit einen Posten am Lande inne und
führte in weiterer Folge das Kommando der für Kriegszwecke gemieteten
Lloyddampfer „Roma" und „Adria".
Im Oktober 1859 zum Korvettenkapitän befördert, war Barry 1860
vorerst Ausrüstungsdirektor im Seearsenal und dann Adlatus des Hafenadmirals
in Pola, auf welchem Dienstposten im April 1860 seine Beförderung
zum Fregattenkapitän erfolgte.
Nachdem Barry das Kommando mehrerer Schiffe der Flotte anf kurze
Zeit geführt hatte und zu verschiedenen Dienstleistungen am Lande herangezogen
worden war, erfolgte im Jahre 1864 nach dem Seetreffen bei
Helgoland seine Ernennung zum Kominandanten der Fregatte „Radetzky",
welche er bis zur Rückkehr der Nordsee-Eskadre in die heimischen Gewässer
befehligte.
Im April 1866 zum Linienschiffskapitän befördert, machte Barry als
Kommandant S. M. Panzerfregatte „Prinz Eugen" die Seeschlacht bei Lissa
mit, an welcher er rühmlichen Anteil nahm und wofür ihm das Ritterkreuz
des Leopolds-Ordens mit der Kriegsdekoration verliehen wurde.
In den folgenden Jahren befehligte er durch längere Zeit S. M.
Panzerfregatte „Ferdinand Max", war später Seebezirkskommandant in
Triest, bis 1871 seine Ernennung zum Seearsenalskommandanten in Pola
und kurz darauf auch seine Beförderung zum Kontreadmiral erfolgte.
Im Jahre 1875 unter Anerkennung der geleisteten, sehr ersprießlichen
Dienste vom Kommando des Seearsenals enthoben, wurde Barry mit dem
Eskadrekommando betraut, das er bis zum Jahre 1878 führte, und hierauf
zum Militär-Hafenkommandanten in Pola ernannt, auf welchem Posten er
bis zu seiner im Jahre 1884 erfolgten Versetzung in den Ruhestand verblieb.
1878 war ihm der Ritterstand, 1884 aus Anlaß seines Scheidens aus dem
aktiven Dienste der Vizeadmiralscharakter ad honores verliehen und in Anerkennung
seiner langjährigen, pflichttreuen Dienste der Ausdruck der
Allerhöchsten Zufriedenheit bekanntgegeben worden.
Weiters im Grab bestattet:
Gruppe: 2, Reihe: 1, Nummer: 45:
Alfred Ritter von Barry, k.u.k. Vize-Admiral, * 07.05.1830 in Piemont, † 02.07.1907 in Kaltenbach bei Ischl, Bestattungsdatum: 06.07.1907
Karl (Charles) Barry, * 02.12.1854, † 21.11.1921, Bestattungsdatum: 24.11.1921
Alfred Barry, k.u.k. Rittmeister a.D., * 19.04.1887, † 14.12.1959, Bestattungsdatum: 18.12.1959
Gruppe: 2, Reihe: 1, Nummer: 44:
Marie (Mia) Edle von Barry, * 24.04.1885, † 31.03.1892, Bestattungsdatum: 05.04.1892
Virginia Edle Von Barry, * 19.09.1831, † 12.11.1900, Bestattungsdatum: 15.11.1900
Maria (Marianne) Barry, * 28.10.1863, † 05.04.1952, Bestattungsdatum: 08.04.1952
Die Grabstelle (auf Friedhofsdauer) befindet sich am
Gersthofer Friedhof (Gruppe: 2, Reihe: 1, Nummer: 45).
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net, Österreichische Nationalbibliothek, Das Vaterland vom 3.7.1907, Seite 15,
Danzers Armee-Zeitung vom 11.7.1907, Seite 7.