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Die Bundeshauptstadt

Person - Alexander Freiherr von Horváth

Alexander Freiherr von Horváth zu Szent György (auch Horwath), k.u.k. Kämmerer, * 22.09.1826 in Hegyfalu, † 25.10.1906 in Sibyllenort, Villa Hubertus (Szczodre, Polen), Bestattungsdatum: 22.05.1908 am Wiener Zentralfriedhof.

Alexander Freiherr von Horváth zu Szent György entstammt einer ungarischen Adelsfamilie aus dem Komitat Eisenburg (Vas), deren Ursprung in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückreicht. Das Gut Szent-György befindet sich seit 1631 im Besitz der Familie, sie verschwägerten sich fast ausschliesslich mit teils hochadeligen, teils sonst hervorragenden Familien. Die Familie Horváth spielte im 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle im österreichisch-ungarischen Adel.

Odyssee an Umbettungen: Alexander Freiherr von Horváth wurde nach seinem Tod von Sybillenort nach Rusovce (Karlsburg-Oroszvár) überführt. Die Beisetzung von Horváth erfolgte am 30.10.1906 in der Familiengruft zu Oroszvár in Laura Henckels Mausoleum im Schlosspark. Das gefiel der neuen Schlossherrin Stephanie von Belgien jedoch nicht, weshalb sie das Mausoleum samt Lauras toten Familienangehörigen im Jahr 1908 auf den Ortsfriedhof Rusovce (Karlburg-Oroszvár) verlegen ließ. Das wiederum gefiel Lauras Schwester Angela Gabriela Horváth nicht, weshalb sie ihren Gatten Alexander im selben Jahr auf dem Wiener Zentralfriedhof bestatten ließ. Nach ihrem Tod am 15.10.1921 wurde auch Angela Gabriela von Horváth in diesem Grab bestattet.

Heirat: Verheiratet mit Angela Gabriela Freifrau von Horváth, geb. Kászonyi, * 08.02.1840 in Budapest, † 15.10.1921 in Sibyllenort (Szczodre, Polen), Bestattungsdatum: 26.10.1921. Die Hochzeit fand am 14. Mai 1862 in Stein (Kamien, heute Dlugoleka, Laurin-Palast in der Nähe von Breslau) in Preußisch-Schlesien statt.

Eltern:
Josef Horváth aus Szent-György, k. k. Kämmerer, * 06.03.1780 in Pozsony, † 07.04.1850 in Hegyfalu
Gräfin Rosalie (Róza) Draskovics (Draskovich, Drašković) aus Trakostyán (Trakostein, Drachenstein), * 1800, † 1832 in Wien

Geschwister:
Edmund (Odön) Horváth zu Szent György, Gutsbesitzer, * 19.11.1820, † 26.08.1861
Anna Paccassi, geb. Horváth zu Szent György, Baronin, k.k. Majors-Witwe, * 20.06.1817
Johann (János Nepomuk) Horváth zu Szent György
Ottmár Horváth de Szent György, * 1820, † 26.08.1861

Schwägerinnen:
Gräfin Laura Henckel geb. Kászonyi, (2. Frau von Graf Hugo Henckel von Donnersmarck) * 07.01.1836, † 11.12.1905
Hermina de Migl (Hermine Rosalia Teresia Migl), geb. Kászonyi, * 14.03.1826 in Budapest, † 24.06.1877

Schwager:
Graf Hugo Henckel von Donnersmarck, Unternehmer, * 26.04.1811 in Siemianowitz, Kreis Beuthen, † 04.10.1890 in Wien
Ján Nepomuk von Migl, * 27.03.1827, nicht Johann Nepomuck de Migl
Baron Joseph Paccassi (Freiherr von), k.k. Hauptmann (1832), † 03.02.1862 in Wien

Neffen (Kinder von Angela's Schwester Hermine Rosalia Teresia Migl und Ehemann Ján Nepomuk von Migl):
Arpád von Migl, * 23.04.1863, † 20.03.1934
Aladar von Migl, * 19.09.1851, † 23.01.1925 zuletzt Paris 6, Rue de Miromesnil (Wiener Zeitung vom 22.5.1927, Seite 16)
Hugo von Migl, * 17.08.1861, † 20.12.1946

Alexander Freiherr von Horváth zu Szent György wurde mit Diplom am Wien 28.01.1859 in den Freiherrnstand erhoben, nachdem seinem Onkel Sigmund bereits im Jahre 1822 der Grafenstand mit der Namensänderung Graf von Hugonai [Hugonnay] verliehen worden ist. Das Wappen des Freiherrn Alexander Horváth zu Szent György ist ein quergeteiltes Schild. Oben im roten Felde ein übergehobener geharnischter Arm mit über sich geschwungenem Säbel am goldenen Kreuzgriffe. Unten im blauen Felde ein aufgerichteter goldener Löwe mit ausgeschlagener roter Zunge und doppeltem Schweife, einen Säbel an goldenem Griffe über sich schwingend und über einen grünen aus dem Fußrande sich erhebenden Hügel einherschreitend. Den Schild bedeckt die Freiherrnkrone, auf der drei gekrönte Turnierhelme sich erheben. Auf der Krone des mittleren Helmes erhebt sich ein dem im Schilde ähnlicher Arm mit dem Säbel. Aus der Krone des rechten Helmes wächst ein dem im Schilde ähnlicher Löwe ohne Säbel. Die Krone des linken Helmes trägt einen schwarzen rot bezungten Adler. Die Helmdecken sind im mittleren Helme rot-silbern; im rechten blaugolden; im linken rot-silbern. Schildhalter. Auf einer den Schild stützenden Marmorstaffel rechts ein natürlicher Adler, links ein natürlicher Löwe mit ausgeschlagener roter Zunge und einwärts gestellt. Devise. Auf rotem Bande in silberner Lapidarschrift: "Fidelitate et amore", [Vergl.: Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1860, S. 356, und 1862, S. 392.]
(Absatz: https://de.wikisource.org/wiki/BLKÖ:Horváth_zu_Szent_György,_Anton_Freiherr#Horváth_zu_Szent_György,_Alexander)

Schlesische Zeitung, Breslau, vom 26.10.1906, Nr. 754: Heute früh 1 3/4 Uhr entschlief sanft nach langen, schweren Leiden, wohlversehen mit den hl. Sterbesakramenten, mein innigstgeliebter Gatte Baron Alexander von Horwath zu Szt György K. u. K. Kämmerer, Ritter hoher Orden. Sibyllenort, Kr. Oels, den 25. Oktober 1906. Preuß. Schlesien, In tiefstem Schmerz: Baronin Angela von Horwath, geb. von Kaszonyi. Die Einsegnung findet Sonnabend, den 27. d. Mts., nachm. 2 Uhr statt, daran anschließend die Überführung zur Bahn. Die Beisetzung in die Familiengruft zu Oroszvár erfolgt Dienstag den 30. d. Mts.

Weitere Meldungen:
Sein Onkel, der k.k. Kämmerer Sigmund Horváth von Szent György, Gutsbesitzer im Komitat Eisenburg (Vas), hat sich am 03.03.1892 in Steinamanger, anderen Quellen zufolge in Tyrnau, das Leben genommen.
Alexander Horváths Schwägerin, Gräfin Laura Henckel geb. Kászonyi, (* 07.01.1836, † 11.12.1905) war von 1872 bis zu ihrem Tod am 11.12.1905 die Besitzerin des Schlosses und der Herrschaft Karlburg-Oroszvár.

Fremden-Blatt vom 10.4.1859, Seite 1: Der k. k. Kämmerer, Alexander von Horvath de Szent-György, wurde in den Freiherrnstand des österreichischen Kaiserreiches erho­ben.

Prager Tagblatt vom 4.3.1892, Seite 10: Budapest, 3. März. (Priv.) In Tyrnau hat sich der k. k. Kämmerer Sigmund Horvath de Szent-György erschossen. Horvath verübte den Selbstmord, indem er gleichzeitig zwei Pistolen, eine gegen die Brust, die andere gegen seine Stirne abschoß. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekannt. Horvath hatte ein großes Vermögen geerbt, das er später verloren hatte. In letzter Zeit ist der Name Horvath's viel genannt worden, da er gegen hochgestellte Personen mit der Beschuldigung auftrat, daß sie eine von der ausgestorbenen Familie Rumy hinterlassene Antiquität von hohem Werthe, einen sogenannten „Rumy-Becher", wider die ausdrückliche Bestimmung des Testaments dem National-Museum entzogen und verkauft hätten. Die Beschuldigung ist auch vor Gericht verhandelt und zu Ungunsten Horvath's entschieden worden.

Lavanttaler Bote vom 13.12.1905, Seite 3: Gräfin Laura Henckel von Donnersmarck †. In ihrem Palais [Palais Henckel von Donnersmarck] in Wien ist am Montag den 11. d. Früh, nach längeren schweren Leiden, Frau Reichsgräfinwitwe Laura Henckel von Donnersmarck geborene von Kaszonyi, Besitzerin von Schloß Weißenau, Schloß Carlburg in Ungarn, von Villen in Abbazia u.s.w., im 71. Lebensjahre verschieden. Dieselbe war seit 8. Jänner 1859 bis 4. Oktober 1890 als 2. Gemahlin mit Herrn Reichsgrafen Hugo Henckel von Donnersmarck vermählt, bis der Tod diesem Bunde ein jähes Ende bereitete. Die Leiche der uns so rasch Entrissenen, sie weilte noch vor einigen Wochen in Weißenau, wird von Wien nach Wolfsberg überführt und im Mausoleum beigesetzt. Die Ankunft der Leiche auf dem Bahnhofe in Wolfsberg erfolgt Morgen, Donnerstag den 14. d. um 8 Uhr 25 Minuten früh, worauf der Leichenzug nach dem Mausoleum stattfindet. R. i. p.

Hinweis: bei der Verstorbenensuche der Friedhöfe Wien lautet der Name: "Horwath".

Weiters im Grab:
Angela Gabriela Johanna Josepha Freifrau von Horváth, geb. Kászonyi, * 08.02.1840 (möglicherweise laut Taufbuch auch 24.04.1833) in Budapest, † 15.10.1921 in Sibyllenort, Villa Hubertus (Szczodre, Polen), Bestattungsdatum: 26.10.1921, Tochter von Johannes Kaszonyi (um 1790-1870) und Rosalia Kaszonyi, geb. Pongratz (1798-1890).

Die Grabstelle (auf Friedhofsdauer) befindet sich am Zentralfriedhof (Gruppe: 72 C, Reihe: G1, Nummer: 30).

Quelle: Text: www.nikles.net, basierend auf den Recherchen von Branislav Heriban, Bilder: www.nikles.net, Fremden-Blatt vom 10.4.1859, Seite 1, Österreichisches Staatsarchiv, Schlesische Zeitung, Breslau, vom 26.10.1906, Nr. 754, Prager Tagblatt vom 4.3.1892, Seite 10, Lavanttaler Bote vom 13.12.1905, Seite 3.



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