Die Bundeshauptstadt

23. Bezirk - Wohnpark Alt-Erlaa

Der Wohn- und Kaufpark Alterlaa ist eine der größten Wohnanlagen Österreichs und bildet eine Stadt in der Stadt Wien mit vollständiger Infrastruktur. Die Anlage gilt als Vorzeigeprojekt der funktionierenden Satellitenstadt der 1970er Jahre, oft als Gegenbeispiel der nahe gelegenen Siedlung Am Schöpfwerk.

Baubeschreibung: Der Wohn- und Kaufpark Alterlaa befindet sich im Süden Wiens im 23. Wiener Gemeindebezirk Liesing an der Grenze der Bezirksteile Inzersdorf (Block A) und Atzgersdorf (Blöcke B und C) – entgegen dem Namen liegt der Komplex nicht in Erlaa, ist aber nach dem nahegelegenen Schloss Alterlaa benannt.

Auf einem Areal von 240.000 m² finden ca. 3.200 großteils familientaugliche Wohnungen (65 % der Wohnungen mit mindestens 3 Zimmern, durchschnittliche Größe 74,5 m²) für dzt. ca. 9000 Personen, ein Einkaufszentrum, Ärztezentren, Schulen, Kindergärten, Spielplätze, Tennisplätze, stadtparkgroße Grünflächen, ca. 3400 Parkplätze und diverse Einrichtungen der Naherholung sowie Verwaltungseinrichtungen, Platz. Er wurde in den Jahren 1973 bis 1985 (Planungsbeginn 1968) im Süden Wiens (Aufbauachse Wien-Süd) als neues Wohngebiet von der Gesiba nach Planung der Arbeitsgemeinschaft von Harry Glück & Partner, Kurt Hlaweniczka und Requat&Reinthaller gebaut. Die Anordnung der Wohnungen folgt dabei Harry Glücks Konzept des „gestapelten Einfamilienhauses“ in Form von Terrassenwohnungen. Zur Ergänzung dieses Konzepts gibt es bis in den 12. Stock Pflanztröge von knapp 4 m², die auch als Sichtschutz und Kleinstgarten dienen. Darüber hat jede Wohnung zumindest eine Loggia als privaten Freiraum. Diese weist dabei einen Knick auf, der den freien 180°-Blick nach Norden und Süden ermöglicht. Die Wohnungen folgen dem immer noch gültigen Konzept von Wohnküchen und getrennt begehbaren Schlafräumen, sowie einer großen Anzahl von Schrankräumen. Bei den größeren Wohnungen ist ein zweites Badezimmer vorgesehen. Insgesamt wurden 35 Grundrisstypen geplant.

Die drei 400 Meter langen Zeilen (Blöcke) in Nord-Süd-Ausrichtung mit je einer Lücke von 40 Metern sind zwischen 23 und 27 Stockwerke hoch. Die höheren Blöcke A1–A3, B3–B5 und C1–C4 sind dabei 85,1 Meter, die niedrigeren 73,6 Meter hoch. Pro Stiegenhaus gibt es vier Hochgeschwindigkeitsfahrstühle, die notstromgesichert sind. Block A hat eine Wohnnutzfläche von 91.000 m², bei Block B und C sind es je 98.000 m². Die Entfernung zwischen den Blöcken beträgt 140 Meter am Sockel und 170 Meter in den oberen Stockwerken. Die Verkehrsanbindung liegt unterirdisch. Die unteren beiden Stockwerke bilden dabei die Ebenen mit Parkplätzen, bieten aber auch Platz für eine Müllsammelstelle der MA48 (für Hausmüll gibt es Müllklappen) und diverse technische Einrichtungen. Unterirdisch können sämtliche Einrichtungen barrierefrei erreicht werden. Seit 1995 besteht mit der U-Bahn-Station Alterlaa ein direkter Zugang zur U-Bahn-Linie U6. Zu Ehren Harry Glücks 90. Geburtstag wurde im Februar 2015 die bis dato namenlose, 123.000 m² große Grünfläche (also knapp 2 Drittel des Gesamtareals von 20 h) um den Wohnpark Harry-Glück-Park benannt.

Infrastruktureinrichtungen: Um die Wohnanlage nicht als „Schlafsiedlung“ zu betrachten, sondern auch deren Freizeit dort zu ermöglichen, wird ein großzügiges Angebot an Gemeinschaftseinrichtungen bereitgestellt. Das Markenzeichen von Harry Glück stellt dabei ein begehbares Dach mit Pool dar, von denen es im Wohnpark insgesamt sieben gibt. Diese sollen die „bandbildende Funktion“ einnehmen, wie es früher der Kirchenplatz oder das Wirtshaus getan hat. Weiters wurden auf den Dächern Saunen untergebracht. Im Bauch der nach oben hin schmäler werdenden Gebäude befinden sich sieben Hallenbäder, Tepidarium, Solarien und Infrarotsaunen. In diesem „schwarzen Dreieck“ finden sich weiters derzeit 32 Klubräume. Diese Räume wurden ohne Boden, unmöbliert und ohne vorbestimmten Zweck an mehr als 30 Vereine übergeben. Auch die sieben Schlechtwetterspielplätze sind im Gebäudeinneren untergebracht. Als private Institutionen sind dabei der Fernsehsender WPTV und die für Bewohner unentgeltliche Monatszeitung Wohnpark Alterlaa Zeitung – WAZ hervorgegangen. Eine im Wohnpark angesiedelte Hausverwaltung mit 50 Mitarbeitern kümmert sich um die Instandhaltung der Infrastruktur und die Grünpflege.

Regelmäßige Studien bescheinigen dem Wohnpark eine sehr hohe Wohnzufriedenheit. Es zeigt sich zudem, dass die Bewohner mehr Zeit zu Hause verbringen als Bewohner vergleichbarer Anlagen. Im eigenständig organisierten Kaufpark finden sich Geschäfte, eine Bibliothek und mehrere Restaurants. Die Bewohner werden in allgemeinen Belangen gegenüber dem Eigentümer, der Alterlaa-AG, an der jeder Bewohner auch mit einer Aktie beteiligt ist, von einem alle drei Jahre gewählten Gremium, dem Mieterbeirat, vertreten.

Weblink: www.alt-erlaa.at

Quelle: Text: Wikipedia, Bilder: www.nikles.net



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