18. Bezirk - Ganserlberg
Der Ganserlberg (auch Ganslberg oder Annaberg) ist eine Anhöhe im 18. Wiener Gemeindebezirk
Währing.
Er bildet die Fortsetzung des Höhenzugs vom
Schafberg (390 m)
über den Mitterberg und den
Gürtel bis zum Brünnlfeld (heute AKH)
und ist Teil des
Wienerwald-Gebirges.
Gleichzeitig bildete der Höhenzug das rechte, südliche Bachufer
des
Währinger Baches und das linke, nördliche Bachufer des
Alserbachs.
Die Anhöhe nimmt heute den Bereich zwischen dem Anton-Baumann-Park (203 m) und dem Johann-Nepomuk-Vogl-Platz (211 m) ein.
Der Name des Ganserlbergs wurde 1850 in einem Stadtplan von Anton Ziegler genannt.
Der Name soll von einer Gastwirtschaft (
Gasthaus zum Ganserlberg,
Ecke 18., Schumanngasse, Martinstraße) stammen, die sich nahe der heutigen
Lutherkirche befunden hätte
und für ihren Gänsebraten berühmt gewesen sei.
Weitere bekannte Bauwerke am Ganserlberg sind die
Lazaristenkirche
des Architekten
Friedrich von Schmidt
und der
Währinger Wasserturm im Anton-Baumann-Park.
Bis 1864 hieß die heutige Schumanngasse Ganserlberggasse, zwischen 1864 und 1894 wurde sie Annagasse genannt.
1843 kaufte der wohlhabende
Rudolph Edelmayer (auch Edelmeier, Edelmeyer genannt, † 30.11.1849) im damaligen
Hernals auf einer Anhöhe, zu der heute auch die Kreuzgasse führt,
einen Grund zur Errichtung seines Hauses, in dem er einen Weinausschank eröffnete und eine große Gänsezucht betrieb.
Die Anhöhe, vorher Geiselberg genannt, sollte nun Ganserlberg heißen.
Das Grundstück befand sich ungefähr in der Gegend der heutigen Martinstraße.
Österreichisches Morgenblatt; Zeitschrift für Vaterland, Natur und Leben vom 29.5.1844, Seite 4:
Der Gänseberg und die Gänseburg bei Wien.
Vielen unserer Leser, ja dem größten Theil der Bewohner Wiens
dürfte dieser Gänseberg bei Wien unbekannt sein und dennoch eritiert er
und das Haus, von welchem er seinen Namen erhielt, wird von einer unzahl von Gästen besucht.
Dieser sogenannte Gänse- oder wie der Wiener sagt: „Ganserlberg,“
ist aber auch keineswegs ein Berg sondern vielmehr ein Hügel, und das
einer der kleinsten die es gibt, zwischen den Wege von
Hernals und
Währing. Erst im vorigen Jahre baute ein sehr wohlhabender Einwohner
des ersteren Ortes, Namens:
Edelmayer, ein ziemlich weitläufiges Gebäude
mit einem großen Hofe auf die benannte Stelle, in welch ersterem
er Wein schenkt in letzterem aber eine Heerde Gänse zu schmackhaften Braten
für sein Gäste großzieht. Die Anzahl dieser Gänse dürfte sich in manchen
Jahreszeiten auf 6- bis 700 belaufen, denn wie auch das mordlustige
Messer der Schlächterinnen unter diesen Nachkommen der einstigen
Retter des Capitols wüthe, werden die Abgängigen alsogleich durch neue
Confribirte aus
Ungarn ersetzt.
Von diesen Gänsen nun, welche in einem eignen Pferche des weitläuftigen
Hofes bei Hühnern und andern Consorten ihrem Opfertode entgegensehen,
erhielt jener Hügel im Munde des Volkes den Namen des
Gänseberges, jene Gasthausräume aber, nach denen die Hernalser Gastwirthe
und Schenken mit neidischen Augen hinaufsehen, den: der „Gänseburg.“
Zur Nachricht für alle diejenigen die mit dem Berliner einerlei
Meinung sind, der da sagte: Eine jutjebratene Jans ist eine jute Jabe
Gottes.
Wiener Zeitung vom 17.7.1850, Seite 28:
Sieben Bauplätze am Ganserlberg
Gleich oberhalb des Gasthauses am Ganserlberg zwischen
Herrnals und
Währing sind 7 Bauplätze, an der Straße
gelegen, zu verkaufen. Näheres erfährt man bei der Eigenthümerin
Frau Maria Edelmayr, im
Gasthause zum Ganserlberg.
Deutsches Volksblatt vom 25.8.1912, Seite 6:
In dem gemütlichen „Alt-Wien" gab es auch einen
„Ganserlberg", im
18. Bezirke, an jener Stelle, wo
heute die
evangelische Kirche sich erhebt, in der Martinstraße.
Auf der Anhöhe, welche genau die Grenze zwischen
Hernals
und
Alt-Währing bildete, standen drei große Akazienbäume,
von Barrieren umschlossen. In den Vierzigerjahren des
vorigen Jahrhunderts eröffnete dort der
Hernalser Bürger
Edelmayer ein stattliches Wirtshaus, dessen schöner
Garten, von Kastanienbäumen beschattet, bis zur heutigen
Blumengasse hinabging. Im Hofe jenes Wirtschaftsgebäudes
stand ein umfangreicher Gänsestall und aus allen Vorstädten,
aber auch aus der
Inneren Stadt kamen zahlreiche Gäste in
diese „Ganserlburg" zu schmackhaftem Gänsebraten und
unverfälschtem Oesterreicher Wein. Im Fasching
wurden im großen Saale des „Etablissements", wie man
heute sagen würde, gemütliche Bälle abgehalten, bei denen
oft die Kapelle Morelly die Tanzmusik besorgte. Zu
diesen Ballfesten kam auch feines Publikum; die Honoratioren
von
Hernals,
Währing und
Döbling und Stammgäste aus
der
Innern Stadt fehlten nicht. Der Weg zur Ganserlburg,
die Martinsgasse aber, wurde einfach der „Ganserlberg" genannt.
Neues Wiener Tagblatt (Wochen-Ausgabe) vom 27.3.1942, Seite 7:
In das gemütliche Altwien paßte auch der „Ganserlberg"
im
18. Bezirk. Auf der Anhöhe, die die Grenze zwischen
Hernals
und
Währing bildet, standen drei große Akazienbäume. In den
vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts eröffnete dort
der Hernalser Bürger
Edelmayer ein stattliches Wirtshaus,
dessen schöner Garten, von Kastanienbäumen beschattet, bis
zur Blumengasse hinabging. Im Hof jenes Wirtschaftsgebäudes
stand ein umfangreicher Gänsestall, und aus allen Vorstädten,
aber auch aus der
Innern Stadt kamen zahlreiche Gäste in diese
„Ganserlburg" zu schmackhaftem Gänsebraten und unverfälschtem
Wein. Im Fasching wurden im großen Saal Bälle
abgehalten. Der Weg zur „Ganserlburg", die Martinstraße,
wurde einfach der „Ganserlberg" geheißen.
Quelle: Dieser Text basiert auf dem Artikel
Ganserlberg aus der freien Enzyklopädie
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Bilder: www.nikles.net, Österreichisches Morgenblatt; Zeitschrift für Vaterland, Natur und Leben vom 29.5.1844, Seite 4,
Wiener Zeitung vom 17.7.1850, Seite 28,
Deutsches Volksblatt vom 25.8.1912, Seite 6,
Neues Wiener Tagblatt (Wochen-Ausgabe) vom 27.3.1942, Seite 7.