Die Bundeshauptstadt

08. Bezirk - Alser Kirche, Dreifaltigkeitskirche (Alser Straße 17)

Im Volksmund heißt die Kirche „Alser Kirche", früher nannte man sie auch „Zu den Weißspaniern". Damit waren im Gegensatz zu den benachbarten Schwarzspaniern die Trinitarier gemeint. Diese waren ein Orden zur Erlösung gefangener Christen, der aus Spanien über Lemberg nach Wien berufen wurde Kaiser Leopold l gab 1688 den Trinitariern die Erlaubnis, „sich außerhalb der Stadt einen bequemen Platz zu einer Kirche und einem Kloster auszusuchen" Nachdem die Ordensbruder den Grund erworben hatten, entstand zunächst eine bescheidene Kapelle mit dem Altarbild der Allerheiligsten Dreifaltigkeit Diese ursprüngliche Kapelle wird heute noch als Sakristei benutzt Auch das erste Altarbild wird von den Minoriten verwahrt Es hängt jetzt in der „Neunkirchner"-Bibliothek. 1689 wurde die Kapelle geweiht und die ersten hl. Meßopfer von den Bischofen Graf von Trautsohn und Graf von Kollonitsch gefeiert Da die Kapelle wegen der zahlreich besuchten Gottesdienste bald zuwenig Raum bot, wurde sie zu einer kleinen Kirche erweitert. Diese Kirche hatte schon drei Altare und einen hölzernen Turm mit zwei Glocken. Mittlerweile waren die Ordensbruder auch mit dem Plan zum Bau eines Klosters beschäftigt. Den Grundstein dazu legte Bischof Graf Trautsohn im Jahre 1690. Dieser flache Stein hat auf der oberen Seite eine kreuzförmige Vertiefung, in deren Höhlung ein Kreuz aus Erz eingegossen ist. Der Grundstein zum Kloster liegt in der Nähe der Kardinalsstiege, also der großen Stiege im Kreuzgang neben dem Beichtzimmer. 1691 hielten die Trinitarier feierlichen Einzug in das neue Kloster, das 1694 zum größten Teil fertiggestellt war. Nun gingen die Trinitarier daran, die jetzige Alserkirche zu bauen. 1695 legte Kaiser Leopold l. mit großem Gepränge den Grundstein. Im Jahre 1702 wurde das Gotteshaus samt den Türmen und der schönen Fassade vollendet. 95 Jahre hatten die Trinitarier (von 1688 bis 1783) zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit in Wien gedient. Am 21. November 1783 verfügte Kaiser Josef II. die Aufhebung des Ordens. Anstelle der Trinitarier wurden am 1. Mai 1784 die Minoriten aus ihrem Kloster in der inneren Stadt hierher berufen. Sie übertrugen ihre Kirchengeräte und Paramente, drei Altäre und das Gna­denbild des heiligen Antonius (Antoniuskapelle) aus der alten Minoritenkirche. Ebenso verlegten sie das reiche Archiv und die Bibliothek ihres Klosters in die nunmehrige Pfarre Alservorstadt. Diese entstand am 20. April 1783 nach der von Kaiser Josef II. getroffenen neuen Pfarreinteilung. Sie umfaßte bei ihrer Entstehung 130 Häuser. Heute zählt sie rund 500 Häuser und erstreckt sich von der Florianigasse in der Josefstadt bis zur Währinger Straße am Alsergrund. Infolge der vielen Krankenhäuser sowie des ehemaligen Armen- und Findelhauses besitzt die Pfarre derzeit das größte Matrikenarchiv Europas. Bis zum Zweiten Weltkrieg übten die Matrikenämter die Funktion der Standesämter (Stichtag: 1.1. 1939) aus. Jede Personenstandsänderung wurde im jeweils zuständigen Pfarramt registriert. In der Pfarre Alservorstadt gibt es vor allem Geburts- und Sterbeeintragungen. Für kirchliche Zwecke werden auch jetzt noch diese Bücher in der zuständigen Taufpfarre geführt.

Weblink: www.alserkirche.at

Quelle: Text: www.alserkirche.at, Bilder: © Bwag/Wikimedia und Ricardalovesmonuments unter der Lizenz CC BY-SA 3.0.



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