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Deutsch Bieling (Postleitzahl 7522):
Deutsch Bieling wurde nachweislich erwähnt seit 1375, genannt
Bikkes, Bykews und Bükkes. Anderen Aufzeichnungen zufolge bereits 1225 erwähnt.
Der ungarische Ortsname lautet Németbükkös,
Das BATTHYANY Urbarium (mittelalterliches Güter- und Abgabenverzeichnis großer
Grundherrschaften; Grundbuch) von 1750 erwähnt als "Richter" (= Bürgermeister)
Hans PELTZMANN; die "Geschworenen (= Gemeinderäte) Stefan ZOPF, Georg HUBER und
Hans FANDL die alle Bauern waren. Weitere Bauern: Georg MÜLLNER, Georg RIEGLER,
Georg ZOPF, Stefan SAMMUSL, Michael LUKA, Hans ZOPF, Adam MÜLLNER, Stefan FANDL
und Stefan PAIL.
In den Kirchenaufzeichnungen von 1750 werden auch die Familiennamen: SAMER,
SCHNALZER, ZODL, KOH, SCHALLER, PFEIFFER, SCHADN, KROBOTH, FITZER, HALPER, MENGL,
CSILLAG, SAJER, SCHRANZ erwähnt. Diese gehörten vermutlich zum Gebiet der ERDÖDY.
Deutsch Bieling gehörte bis zum Bau einer eigenen Kirche im Jahr 1898 zur Pfarre
Heiligenbrunn. Die Witwe Rosalia TRAUPMANN spendete damals 300 Florins (zum
Vergleich: Kaiser Franz Josef spendete 50 Florins).
1924 - Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Deutsch-Bieling
1953 - Bundeskanzler Raab und Altbundeskanzler Figl besuchen Deutsch-Bieling
1960 - Schulumbau
1967 - Schließung der Schule
1971 - Deutsch-Bieling, Hagensdorf,
Reinersdorf und Luising
werden Ortsteile von Heiligenbrunn
Das verschwundene Dorf Ungarisch Bieling
Dem aufmerksamen Beobachter wird vielleicht aufgefallen sein, dass jede
Ortschaft, die mit der Bezeichnung "Deutsch" beginnt, ein Gegenstück hat, das
mit "Kroatisch" oder seltener mit "Ungarisch" beginnt. So gibt es zu "Deutsch
Tschantschendorf" ein "Kroatisch
Tschantschendorf" und zu "Deutsch Schützen" ein "Deutsch Schützen" (Horvathlövö), eine Ortschaft, die heute direkt an der
Grenze in Ungarn liegt.
Lediglich das Gegenstück zu Deutsch Bieling lässt sich nicht finden, nicht in
Österreich und auch nicht im benachbarten Ausland. Auf alten Landkarten aus dem
Jahre 1848 wird man jedoch fündig. Da gibt es sie noch, die kleine Ortschaft
Ungarisch Bieling in unmittelbarer Nachbarschaft zu Deutsch Bieling.
Ungarisch Bieling war nur eine kleine Ortschaft. Sie bestand aus ca. 10 Häusern, einer
Mühle und einem Gasthaus mit einer Kegelbahn, das auch Besucher aus den
angrenzenden Dörfern anlockte. Sie verfügten aber auch über einen eigenen
Friedhof, der wie das ganze Dorf stets gepflegt war. Aus dem Gewerbeverzeichnis
ist weiters zu entnehmen, dass es um 1870 neben fünf Personen die in der Mühle
tätig waren, einen Schneider, drei Weber, einen Wirten und einen Hirten gab. Zur
Schule und zur Kirche gingen sie in die Nachbargemeinde Hagensdorf. Die Bewohner
Ungarisch Bielings waren Schwaben, wie auch die Bewohner der Nachbarortschaften
Hagensdorf und Luising.
1921 wurden die Ortschaften Hagensdorf, Deutsch Bieling und zwei Jahre später
auch Luising zu österreichischen Gemeinden, während
Ungarisch Bieling, direkt an der Grenze
gelegen, bei Ungarn blieb. Aber auch der Anschluss an den jungen ungarischen
Staat änderte nichts daran, dass die Einwohner des Ortes zur Pfarrgemeinde
Hagensdorf gehörten.
Die Mühle war ein Problem, da die Grenze genau an ihr vorbeiführte. Doch hierfür
gab es eine friedliche Lösung. Die Österreicher durften auch weiterhin ihr
Getreide zur Mühle bringen. Besaß man einen Pferdepass, konnte man auch die
letzten Meter auf ungarischem Boden fahren. Wenn nicht, wurde das Getreide das
letzte Stück getragen, oder der Müller holte es selbst von der Grenze ab. Doch
einige Zeit nach dem Anschluss wurde die Mühle aufgelöst, da der Staat Anspruch
auf das Wasserrecht erhob. Der Mühlenbesitzer bekam eine entsprechende
Abfertigung und siedelte sich andernorts an.
Das Ende eines Ortes: Das friedliche Zusammenleben
sollte die Zeit des Zweiten Weltkriegs nicht überdauern. Die deutschen Ungarn
flohen vor den Russen oder wurden aus dem Land getrieben. 1948 gingen auch die
ungarischen Bielinger, nachdem sie vieles durchzustehen hatten, über die Grenze
und siedelten sich in den umliegenden Dörfern an. Ihr Dorf wurde zerstört und
der Stacheldraht durch das Dorf gezogen. Die Ungarn errichteten eine mehrere
Kilometer breite Sperrzone entlang der Grenze, die äußerst schwer zu passieren
war. Viele Häuser wurden geschleift und die ganze Ortschaften aufgelassen.
Vom idyllischen Dorf sind heute nur noch die überwachsenen Reste der ehemaligen
Mühlenwehranlage sichtbar. Im Mühldumpf, der auch heute noch eine kleine
Wasserfläche im Auwald darstellt, spiegeln sich die Bäume. Mitten im Wald soll
es noch das ehemalige Friedhofskreuz geben, um das verstreut die alten
Grabsteine liegen. Heute kann man bis zu dieser Stelle nicht vordringen. Zwar
wurde der eiserne Vorhang abgebaut und der Stacheldraht entfernt, doch an seiner
Stelle wurde in den letzten Jahren ein hoher Wildzaun errichtet, der verhindern
soll, dass die kapitalen Hirsche versehentlich das Staatsgebiet wechseln. Neue
ökonomische Barrieren ersetzen die alten politischen.
Quellen:
Volksbildungswerk für das Burgenland - Monika Doktor: Nur zehn Häuser, aber zehn
Schicksale, die Zerstörung des Grenzortes Ungarisch Bieling; 1991/46.
Jahrgang/Nr. 4.
Gemeinde Heiligenbrunn: Chronik zur 800 Jahrfeier (1198-1998) von Heiligenbrunn,
Heiligenbrunn 1998.
Franziszäische Landesaufnahme, 1853. Text und Fotos: DI B. Gerger.
Radweg: Durch die Ortschaft führt der Radweg
B 61 - Wildparkradweg.

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Bezirk Güssing:1.Bildein,
2.Bocksdorf, 3.Burgauberg,
Deutsch Bieling,
Deutsch
Ehrensdorf, Deutsch Tschantschendorf, 4.Eberau,
Eisenhüttl, Gaas,
Gamischdorf,
5.Gerersdorf, Glasing, 6.Großmürbisch, 7.Güssing, 8.Güttenbach, 9.Hackerberg,
Hagensdorf,
Hasendorf, 10.Heiligenbrunn, 11.Heugraben,
Heutal, 12.Inzenhof, 13.Kleinmürbisch,
Kroatisch
Ehrensdorf, Kroatisch Tschantschendorf,
Krottendorf, 14.Kukmirn,
Kulm, Langzeil,
Limbach, Ludwigshof, Luising, 15.Moschendorf, 16.Neuberg,
Neudauberg, Neusiedl, 17.Neustift bei
Güssing, 18.Olbendorf, 19.Ollersdorf,
Punitz, 20.Rauchwart,
Rehgraben, Reinersdorf,
21.Rohr,
Rosenberg, 22.St. Michael,
St. Nikolaus, Schallendorf, 23.Stegersbach,
Steinfurt,
Steingraben, 24.Stinatz, 25.Strem,
Sulz, Sumetendorf, 26.Tobaj, 27.Tschanigraben,
Tudersdorf,
Urbersdorf, Ungarisch-Bieling
(Dorf existiert nicht mehr), Winten, 28.Wörterberg. |