Best of Burgenland



Strem (Postleitzahl 7522):

Strem ist eine Marktgemeinde im Burgenland im Bezirk Güssing in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Strém.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Die Orte der Marktgemeinde sind Deutsch Ehrensdorf, Steinfurt, Strem und Sumetendorf.

Das südlich milde Klima am Beginn der ungarischen Tiefebene und die reizvolle Umgebung machen Strem zum lohnenden Urlaubsziel. In einer Landschaft, wo der Charakter der Ortschaft den Eindruck vermittelt, dass hier die Zeit stehen geblieben ist, kommt jeder Erholungssuchende auf seine Rechnung. Die Durchschnittstemperatur zwischen Mai und September liegt bei 23 Grad.

Strem liegt auf eine Seehöhe von 207 Meter und wird von den Bächen Limpigraben, Schöngraben, Hausgraben und dem Strembach (Strem) durchflossen.

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung: Im Umkreis von knapp 10 Kilometer finden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Der Grenzübergang befindet sich direkt auf dem Gemeindegebiet. Das Aussichtsrad ebenso. In nur 3 Kilometer Entfernung befindet sich das Weinmuseum. Auch das Kellerviertel in Heiligenbrunn ist nahe. Der Wildtierpark in Urbersdorf ist für kleine und große Besucher etwas ganz Besonderes. Die Burg Güssing auf der Burg- und Festspiele stattfinden zählt ebenso zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde wie der Naturlehrpfad.

Ortsnamensformen: Strem: 1443, Streen 1482, Sthren 1496, Stryn 1538, Stren 1556, Strem 1610, Streem 1774, Ström 1752.

Deutung: "Sicher ist, dass der Ort nach dem Strembach benannt wurde. Der Name der Strem darf auf sl. Strem zurückgeführt werden. Dieses wiederum scheint eine m-Ableitung zur idg. Wurzel streu- "fließen" oder vielleicht zu deren Ablautsstufe streu- zu sein. Welcher indogerm. Sprache dieses anzusetzende vorslawische streum- entnommen ist, lässt sich nicht genau sagen." (Kranzmayer/Bürger, 1957, S. 149)

"Der an Güssing vorbeifießende Strembach hat einen slavischen Namen. Dass aber weder slov. strmen "steil" noch strumen "Strömung, Flussarm" zugrundeliegen kann, hat bereits Moór (S. 30/1) angedeutet, allerdings ohne den {201} Zusammenhang zu erkennen. Es ist nämlich von slov. strémen in der Bedeutung "Faden, Faser, Arm" als Bachname auszugehen (vgl. 1265 Ztremen), was im Madj. zunächst (1157/1230) Ezturmen (1.*Esztürmen) und weiterhin *Eztörmen ergab. Aus dieser Form stammt der Name Estermenbach für den obersten Lauf des Gewässers. Hier hat also das Madjarische vermittelt und das ist ja bei der geringen Entfernung von Oberwart (4 km) nicht auffallend. Am Unterlauf hingegen übersetzten die Madjaren slov. strémen durch csik "Streifen", was für die Richtigkeit meiner Deutung zeugt. Der Bachname wurde aber auch ins Deutsche übersetzt, wobei allerdings ein sonderbares Missverständnis unterlaufen ist. Da nämlich slov. strémen auch "Steigbügel" (mhd. stegereif) bedeutet, hat man den slov. Namen als *Stegereifpach eingedeutscht und über *Stegref- *Stegrf *Stegrs- zu Stegersbach umgewandelt; so heißt heute noch ein am Oberlauf des Strembaches gelegener Ort, auf den der Beleg Stegraifebach von 1289 bezogen wird. Außerdem gibt es westlich vom Strembach einen Wasserlauf namens Stegersbach, der in der Steiermark bei einem zweiten Orte Stegersbach südwestl. v. Friedberg entspringt und bei Wörterberg in die Lafnitz fällt. Auch dieser wird ursprünglich strémen geheißen haben. Bei der irrigen Übersetzung ins Deutsche mag vielleicht die Vorstellung mitgewirkt haben, daß in dem slav. Wort ein ähnlicher Sinn zu suchen sei, wie er in der mhd. Redensart sich nern von dem stegereif "vom Straßenraub leben" zum Ausdruck kommt, eine Ansicht, deren Entstehung in dieser unsicheren Grenzgegend ganz begreiflich erscheint. Man darf den deutschen Namen Stegersbach nicht für ursprünglich halten, weil die aus dem Bachnamen zu erschließende slav. Benennung strémen, die unabgeleitet und unzusammengesetzt ist, eben nur "Steigbügel" bedeuten könnte und weil eine der mhd. Redensart entsprechende slav. Wendung nicht bezeugt ist. Auch spricht der madj. Name Csik für slov. strömen "Faden, Wasserarm". Die deutsche Namensform "Strembach", älter Strem (vgl. den gleichnamigen Ort nördl. v. Heiligenbrunn), ist aus *Strem'n entstanden wie altmundartlich khem, nem mhd. kemen, nemen." (Steinhauser, 1931, S. 309f)

"An der Westseite des Ortes, ca. 100 m westlich der Straße zu den Stremer Berghäusern, liegt im Wiesengelände zwischen dem Eisenbahndamm und dem regulierten Steinfurter Bach ein vermutlich künstlich bis zu 2 m aufgeschüttetes (bzw. in dieser Nähe noch erhaltenes) ovales Plateau (Durchmesser 50 - 60 m). Es ist rings umgeben von einem deutlich sichtbaren, 5 - 10 m breiten Graben, der sich zum Eisenbahndamm hinzieht. Dieses Plateau, von mehreren Ackerstreifen durchzogen, ist der Rest einer ehemaligen Wasserburg, im Volksmund "Schlossriegel" genannt. Über den flachen Hügel hin sind zahlreiche Ziegelbruchstücke verstreut, die sich im westlichen Teil häufen." (Schmeller, 1965, S. 207)

Dehio bringt die Angabe "Um 1300 geschleift (?)." (S. 301) Dies scheint sich auf folgende Bemerkung in Karl Ulbrich, Der "Schlossriegel" von Strem im Südburgenland (Burgenländische Heimatblätter 11 (1949), S. 54 - 60), zu beziehen. "Leider sind aber über die Burganlage selbst keine konkreten geschichtlichen Daten bekannt, so dass man auf Analogien angewiesen ist. Vielleicht ist sie im Gegensatz zu Homma, doch im Zuge des Friedensschlusses von Hainburg (1291) geschleift worden." (S. 57) Wie dem auch sei, es scheint, als falle der historische Bezug zu den Stremer Bieresoh etwas stegreifartig aus.

Erneuerbare Energie: Im Jahr 2003 wurde die ökoEnergie Strem gegründet, welche derzeit ~100 Gebäude im Ortsteil Strem mit Fernwärme versorgt. Als Ausbaustufe wurde 2005 die Biogas Strem Betriebs- und ErrichtungsgmbH. & Co KG gegründet. In dieser werden erstmals in Österreich ausschließlich nachwachsende Rohstoffe zur Erzeugung von Strom und Wärme verwendet. Aus dem Aufwuchs von ~300ha landwirtschaftlicher Fläche werden aus Gras, Klee, Mais und Sonnenblume 500kW elektrischer Strom und ~600kW thermische Energie gewonnen. Dies entspricht etwa der Versorgung von 1.200 Haushalten mit Strom und 90 Haushalten mit Wärme.

Radweg: Durch die Ortschaft führt der Radweg B 61 - Wildparkradweg.

Ortstafel Ortsansicht am 27.2.2010 Milchsammelstelle, 27.2.2010 Willkommen in Strem Ortsansicht Ortsansicht Trinkwasserbrunnen beim Dorfplatz, 27.2.2010 Dorfplatz, 27.2.2010 Volksschule am 27.2.2010 Ortsansicht Ortsansicht ÖköEnergieLand Kriegerdenkmal Kreuz Kreuz Kirche, älteres Foto Kirche am 2010-02-27 Bildstock Hl. Herz Jesu Bildstock Hl. Herz Jesu Feuerwehrhaus, älteres Foto Feuerwehrhaus am 27.2.2010 Heinweistafeln zur Stremer Burg, 27.2.2010Bildstock Josefa Trinkl Bildstock Bildstock Strem Bergen - Weinkeller Strem Bergen - Weinkeller Strem Bergen - Schafe Strem Bergen - Weinkeller und Kapelle Strem Bergen - Weinkeller und Kapelle Strem Bergen - Kapelle Altes Zollhaus Auf Wiedersehen


Bezirk Güssing:

1.Bildein, 2.Bocksdorf, 3.Burgauberg, Deutsch Bieling, Deutsch Ehrensdorf, Deutsch Tschantschendorf, 4.Eberau, Eisenhüttl, Gaas, Gamischdorf, 5.Gerersdorf, Glasing, 6.Großmürbisch, 7.Güssing, 8.Güttenbach, 9.Hackerberg, Hagensdorf, Hasendorf, 10.Heiligenbrunn, 11.Heugraben, Heutal, 12.Inzenhof, 13.Kleinmürbisch, Kroatisch Ehrensdorf, Kroatisch Tschantschendorf, Krottendorf, 14.Kukmirn, Kulm, Langzeil, Limbach, Ludwigshof, Luising, 15.Moschendorf, 16.Neuberg, Neudauberg, Neusiedl, 17.Neustift bei Güssing, 18.Olbendorf, 19.Ollersdorf, Punitz, 20.Rauchwart, Rehgraben, Reinersdorf, 21.Rohr, Rosenberg, 22.St. Michael, St. Nikolaus, Schallendorf, 23.Stegersbach, Steinfurt, Steingraben, 24.Stinatz, 25.Strem, Sulz, Sumetendorf, 26.Tobaj, 27.Tschanigraben, Tudersdorf, Urbersdorf, Ungarisch-Bieling (Dorf existiert nicht mehr), Winten, 28.Wörterberg.

 www.best-of-burgenland.com