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Güssing (Postleitzahl 7540):
Güssing (ungarisch Németújvár, kroatisch Novigrad), ist eine
Stadt im Burgenland in Österreich und liegt an der B
57. Sie ist Bezirkshauptstadt des Bezirks
Güssing.
Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Die Ortschaften der
Stadtgemeinde sind Glasing, Güssing (Kernstadt),
Krottendorf, Sankt
Nikolaus, Steingraben,
Langzeil, Rosenberg und
Urbersdorf. Seit September 2006 ist auch das im Nordosten von Güssing
gelegene Ludwigshof ein eigener Ortsverwaltungsteil.
Geschichte: Die Wurzeln Güssings gehen auf ein Suburbium zurück, das im
Schatten der Burg Güssing entstand und sich mit einem linsenförmigen Anger um
den Burgfelsen legte. 1427 wurde es civitas und 1459 civitas et suburbium
genannt.
Seit dem 16. Jahrhundert war Güssing freie Stadt mit vollem Stadtrecht. Im Jahr
1619 war sie mit einer Ringmauer umgeben und besaß vier Stadtteile: Vorstadt (Mühlviertel),
untere Stadt (Standort des Schlosses Drasković), innere Stadt (Klosterkirche bis
zum Rathaus) und Hochstadt.
1540 erhielt der Magnat Franz Batthyány von Kaiser Ferdinand I. für Güssing die
Erlaubnis zur Erschließung von Erzminen, und 1549 verlieh ihm der Kaiser darüber
hinaus das Recht, Märkte in Güssing abzuhalten. In der Stadt findet jeden ersten
Montag des Monats ein Markt statt.
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn
(Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der
Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Németújvár (Deutsch - Neuburg)
verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen
Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich
zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. 1973 wurde Güssing zur Stadt erhoben.
Güssing hatte früher einmal auch einen Bahnanschluss. Das Bahnhofsgebäude wurde
im Jahr 1899 errichtet. Heute erinnert fast nichts mehr an die Bahnlinie
zwischen Güssing und Körmend, die vor allem dem Holztransport gedient hatte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg schien eine Aufrechterhaltung des Bahnbetrieb
sinnlos, nicht zuletzt deshalb, weil der Verkehr nur nach Ungarn ausgerichtet
war und andererseits, weil der "Eiserne Vorhang" nun die Bahnstrecke trennte.
Der Bahnverkehr wurde eingestellt, die Gleiskörper verrotteten. Heute führt die
neue Bundesstraße 56 zwischen Güssing und Strem vor
allem auf dem Terrain des ehemaligen Bahnkörpers entlang. Das Bahnhofsgebäude in
Güssing wurde renoviert und steht noch.
Kultur und Sehenswürdigkeiten: Hauptattraktion der Bezirksstadt ist die
auf einem Vulkankegel gelegene Burg Güssing mit der Ausstellung "400 Jahre
Kunstschaffen", der gotischen Burgkapelle - mit einem aus Holz geschnitzten,
neugotischen Hauptaltar sowie einer sehr alten Handtruhenorgel und einem
barocken Seitenaltar -, dem Burgmuseum und dem Burgrestaurant. Auf dem Gelände
des Friedhofs befindet sich die romanische Stadtpfarrkirche, die um 1200 erbaut
wurde. Am Fuße der Burg Güssing liegen die
Güssinger Fischteiche.
Im Ort steht ein Franziskanerkloster, das seinerzeit gleichzeitig eine
Eckbastion der Stadtmauer war.
Die Kirche Maria Heimsuchung (erbaut um 1638) besitzt zahlreiche, bauliche
Renaissance-Elemente. Bemerkenswert sind hierbei der Paramentenschrein in der
Sakristei und die wertvolle Bibliothek mit vielen Unikaten aus der Zeit des
Protestantismus. Unter der Kirche befindet sich die Familiengruft der Familie
Batthyány. Sie ist die zweitgrößte ihrer Art in Österreich mit einen Prunksarg
von K. Moll.
Im Ort befindet sich ein zweigeschossiger, schlossähnlicher Arkadenbau mit
schönen Stuckarbeiten. Im Osten der Stadt steht das klassizistische Schloss der
Familie Drasković mit Empire-Einrichtung und einem gotischen Flügelaltar von
1450 in der Schlosskapelle.
Schon vor 500 Jahren war Güssing ein kulturelles Zentrum. Das Theater hatte
stets hohen Stellenwert. Die Burgspiele sind ein Fixpunkt im sommerlichen
Kulturprogramm. 2006 fanden im Burghof zwei Produktionen statt: "Der
Sommernachtstraum" in der Inszenierung von Frank Hoffmann (Juli) und "Der
Verschwender" in der Inszenierung von Erhard Jungnikl (August). Im September
führen seit einigen Jahren Schüler des Güssinger Gymnasiums zusammen mit
Schülern aus Ungarn bekannte Musicals auf. Auch das historische Stadtfest im
August - meist wird es rund um den 15. August abgehalten - zählt alljährlich
tausende Besucher.
Persönlichkeiten:
Ignaz von
Batthyány (1741-1798), Erlauer Domherr und Bischof von Siebenbürgen
Heinz
Janisch (* 1960), Kinderbuchautor
Otto Kery
(1923-2006), Theaterdirektor, Regisseur und Schauspieler
Michael
Miksits (* 1981), Fußballspieler
Martin
Stranzl (* 1980), Fußballspieler
Peter
Traxler, Kabarettist ("Muckenstruntz Bamschabl")
Josef Trinkl
(1951-2004), Politiker
Ägidius
Zsifkovics (* 1963), Theologe und Kirchenpolitiker
Franz Faludi
(* 1704 - 1779) Erneuerer der nationalen ungarischen Literatur und Sprache
Josef Reichl
(* 1860 - 1924) Mundartdichter
Erneuerbare Energie: Unter Bürgermeister Peter Vadasz entwickelte die
Stadt Anfang der 1990er Jahre ein Energiekonzept zur unabhängigen und
nachhaltigen Energiegewinnung.
Als Maßnahme zur wirtschaftlichen Entwicklung wurde mit Fördergeldern der EU das
Europäische Zentrum für erneuerbare Energie Güssing (EEE) gegründet. Damit
sollten Arbeitsplätze in der Region geschaffen und der Kaufkraftabfluss durch
Energieimporte gebremst werden. Durch erneuerbare Energien auf Basis von Strom,
Wärme, Holzvergasung und Biokraftstoffen konnte in den vergangenen Jahren
Energie im Wert von 20 Mio. Euro selbst hergestellt werden. 2005 erzeugte
Güssing mit nachwachsenden Rohstoffen mehr Strom und Wärme als die Stadt selbst
benötigt.
Das Kraftwerk mit Holzvergasung in Güssing beinhaltet auch eine Versuchsanlage
die mittels Fischer-Tropsch-Synthese aus dem Produktgas einen dieselähnlichen
Treibstoff erzeugt.
Radweg: Durch die Stadt führt der Radweg
B 61 - Wildparkradweg, und der
B 60 - Burg Güssing Radweg. Hier geht es zur
Übersicht der Radwege im Burgenland.
Eigene Website:
www.guessing.net (siehe
auch Bilder)

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Bezirk Güssing:1.Bildein,
2.Bocksdorf, 3.Burgauberg,
Deutsch Bieling,
Deutsch
Ehrensdorf, Deutsch Tschantschendorf, 4.Eberau,
Eisenhüttl, Gaas,
Gamischdorf,
5.Gerersdorf, Glasing, 6.Großmürbisch, 7.Güssing, 8.Güttenbach, 9.Hackerberg,
Hagensdorf,
Hasendorf, 10.Heiligenbrunn, 11.Heugraben,
Heutal, 12.Inzenhof, 13.Kleinmürbisch,
Kroatisch
Ehrensdorf, Kroatisch Tschantschendorf,
Krottendorf, 14.Kukmirn,
Kulm, Langzeil,
Limbach, Ludwigshof, Luising, 15.Moschendorf, 16.Neuberg,
Neudauberg, Neusiedl, 17.Neustift bei
Güssing, 18.Olbendorf, 19.Ollersdorf,
Punitz, 20.Rauchwart,
Rehgraben, Reinersdorf,
21.Rohr,
Rosenberg, 22.St. Michael,
St. Nikolaus, Schallendorf, 23.Stegersbach,
Steinfurt,
Steingraben, 24.Stinatz, 25.Strem,
Sulz, Sumetendorf, 26.Tobaj, 27.Tschanigraben,
Tudersdorf,
Urbersdorf, Ungarisch-Bieling
(Dorf existiert nicht mehr), Winten, 28.Wörterberg. |