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Hagensdorf (Postleitzahl 7522):
Hagensdorf ist ein Ortsteil von Heiligenbrunn im Burgenland
mit etwa 270 Einwohnern und liegt im Südburgenland.
Geschichte: Hagensdorf wurde 1221 mit dem ungarischen Ortsnamen KARACHON
erstmals urkundlich erwähnt. Karachon kommt vom altmagyarischen Wort 'karácson',
was soviel wie "das Weihnachtsfest" bedeutet. Den Anlass zur dieser Namensgebung
dürfte wohl ein Weihnachtsmarkt in dieser Gegend gegeben haben. Der deutsche
Ortsname ist erst für das 17. Jahrhundert bezeugt. Man nimmt an, dass sich ein
Personenname in ihm verbirgt.
Im Laufe des 18. Jahrhunderts haben sich in Hagensdorf die Schwaben angesiedelt.
Unter den Kaisern Leopold I., Joseph I. und Karl VI. wurde die Ansiedelung von
Deutschen im ungarischen Reich gefördert. So machten sich auch viele Schwaben
auf den weiten und beschwerlichen Weg nach
Ungarn. Da so manchen der Weg aber zu
weit und beschwerlich wurde, sollen sich viele von ihnen gleich einfach hier
niedergelassen haben. Hinweise darauf findet man unter anderem auch im Dialekt,
der sich doch wesentlich von jenem der Nachbarorte unterscheidet.
Heute ist Hagensdorf die wunderschöne Heimat von 274 Einwohnern und der ideale
Ort für Urlauber aus aller Welt, die Ruhe und vor allem unberührte Natur
genießen wollen.
Persönlichkeiten: Der Wahlburgenländer Martin Weinek hat gemeinsam mit
seiner Frau Eva ein altes Bauernhaus in Hagensdorf umgebaut und ist neben seiner
Schauspielerei ein passionierter Winzer. Bei Heiligenbrunn haben die Weineks
acht Hektar Weingärten zur Bewirtschaftung.
Natur: Berühmt für diese Gegend sind die unter Naturschutz stehenden
Schachblumen (Fritillaria meleagris). Erst vor kurzem entdeckt wurde die
Brandmaus, welche normalerweise in Osteuropa heimisch ist. Sie ist zur Zeit nur
in Hagensdorf heimisch.
Zeittafel:
1221 - erste urkundliche Erwähnung von Hagensdorf als "Koracsony", später "Karachon",
"Hadestorff" (1618)
13. Jhdt./2. Hälfte - Schleifung der Wehranlagen von Hagensdorf/Luising als
Folge der "Güssinger Fehde" (1289)
1428 - erste urkundliche Erwähnung der Kirche von Hagensdorf
1656 - Hagensdorf wird Teil der Pfarre Heiligenbrunn
1788 - Hagensdorf wird zur Pfarre zu der auch Luising und
Ungarisch Bieling
gehören
1789 - Bau der Pfarrkirche Hagensdorf (teilw. aus dem Material der alten Kirche
vom Friedhof)
18. Jhdt. - Schwaben siedeln sich, gefördert vom ungarischen Reichstag, unter
anderem in Luising und Hagensdorf an
1843 - Großbrand in Hagensdorf - 70 Bauernhöfe und Söllnerhäuser wurden
eingeäschert; durch den Wiederaufbau entstand das heutige Straßenbild
1850 - Freiwillige Feuerwehr Hagensdorf kauft eine Handdruckspritze
1919 - Friedensvertrag von Saint Germain (Burgenland kommt zu Österreich)
1920 - ungarische Freischärler terrorisieren die Gemeinden
1921 - Venediger Protokoll beschließt die Räumung des Burgenlandes von den ung.
Freischärlern; Gräfin Erdödy (mit ihrem Mann auf Seiten der Freischärler) wird
verwundet
1930 - Hagensdorf hat 12 Kurgäste
1950 - Neue Schule in Hagensdorf
1956 - ungarischer Volksaufstand; der eiserne Vorhang wird von Ungarn entfernt
1957 - Wiedererrichtung des eisernen Vorhanges nach der Niederschlagung des
Volksaufstandes
1971 - Hagensdorf, Deutsch-Bieling, Reinersdorf und Luising werden durch das
Gemeindestrukturverbesserungsgesetz Ortsteile der Gemeinde Heiligenbrunn
1974 - Gründung des Fremdenverkehrs- u. Verschönerungsvereines Hagensdorf
Aufzeichnungen aus dem Jahr 1640 erwähnen Johann RECZER als
"Richter" = Amtmann, Bürgermeister.
Familiennamen die in den Kirchenaufzeichnungen in der Mitte des 18. Jhdt.
erwähnt werden sind:
CSADL (CHANDL) MITTL (MIDL)
SAJHER (SAYER) LIEDL (LIENDL)
OEL (OELL) CITTERMANN
BABOS SMOGY (SOMODI)
GRÖGER MILNER
SCHUKECZ LOBETH
PALL ASTL
ZAK KOMLOSI
MATHAS VINDIS
WOLFF KLEPAIS
PARTL FINK
GRAFF WENY
SCHUSTER
1788 - Hagensdorf wird zur Pfarre der auch Luising und
Ungarisch Bieling
angehören.
Priester in Hagensdorf waren:
VALENTIS OFM Bonaventura 1788 - 1789
MÜLLER OFM Prokopius 1789 - 1790
SZÖGHI Martin 1790 - 1795
LIPOVICH OFM Marcarius 1795 - 1803
GASSNER OFM Hyazinthus 1803 - 1807
MARTINKOVITS Anton 1807 - 1811
RUESZ Franz 1811 - 1855
ILLES Franz 1856 - 1857
HÖSZLER Franz 1857 - 1865
SCHLAMADINGER Robert 1865 - 1866
SCHMIDT Josef 1866 - 1880
HERCZEGH Nikolaus 1880 - 1887
EBERHARD Josef 1887 - 1917
MISCHINGER Josef 1917 -
Lehrer in Hagensdorf waren (lt. vorhandenen Aufzeichnungen):
SAYER Emmerich, starb 1821, 31 J. alt - 1821
DÖKKER Mattias 1822 - 1832
VERZELY Franz 1834 - 1848
REITER Stefan 1853 - 1872
KETTNER Franz, angeblich über 30 Jahre - doch den Kirchenaufzeichnungen zufolge
bis 1875
KEESZ Franz 1876 - 1880
LOIDL Anton und seine Assistenten 1907 - 1912
SCHLAMADINGER
PEIDL
GLANACKY Karl und
GALOS Julius 1914
Gedanken zum Friedhof (Copyright: ORF Burgenland):
Getrennte ewige Ruhe
"Im Tod sind alle gleich" - von dieser alten Weisheit lässt man sich offenbar in
den südburgenländischen Gemeinden Hagensdorf und Luising nicht beeindrucken: Auf
dem gemeinsamen Friedhof wird genau unterschieden, wo der Verblichene sein Leben
geführt hat.
Hagensdorfer links, Luisinger rechts
Die Gemeindegrenze von Hagensdorf und Luising führt genau durch die Mitte des
Friedhofs: Links des Weges werden die Hagensdorfer begraben, rechts die
Luisinger.
"Salomonischer" Friedhof
Auch die Lage des Friedhofshügels bevorzugt keine Gemeinde: Vom Friedhofshügel
aus sind beide Ortschaften nicht zu sehen. Nach Hagensdorf sind es eineinhalb
Kilometer. Nach Luising ebenso.
Alles mal zwei
Im geteilten Friedhof auf dem gemeinsamen Hügel geht es streng, aber gerecht zu.
Es gibt alles zwei Mal: einen Friedhofsbaum für die Hagensdorfer, einen für die
Luisinger. Einen Wasserhahn für Luising, einen für Hagensdorf. Genauso wird es
mit den Friedhofsbankerln und mit den Gießkannen gehalten.
Machtwort ums Kreuz
Das Friedhofskreuz ist die einzige Ausnahme. Früher gab es zwar zwei Kreuze,
aber das war dem damaligen Bischof von Steinamanger dann doch um eines zu viel
und er sprach ein Machtwort: ein Friedhof, ein Kreuz.
Vom Sterben und Leben am Hügel
Der Friedhofshügel ist künstlich aufgeschüttet und hat eine Geschichte, die eng
mit dem Leben und Sterben in der Region verbunden ist.
Vom Grab zur Burg ...
Ursprünglich war der Friedhofshügel wahrscheinlich ein urgeschichtlicher
Grabhügel, der dann im Mittelalter zu einer Burg mit Kapelle und Wassergraben
ausgebaut wurde, sagt der Archäologe Karl Kaus.
...und von der Burg zum Grab
Aus dieser Burgkapelle wurde dann die erste Pfarrkirche. Rund um die Kirche
entstand wieder ein Friedhof. Die Kirche wurde später aufgegeben - die
Entfernung zu den Ortschaften war zu unbequem. Der Friedhof aber blieb.
Ungewöhnliche Details
Aber auch sonst hat der gemeinsame geteilte Friedhof einige Besonderheiten
aufzuweisen: Während auf anderen Friedhöfen Kindergräber meist versteckt oder
bei der Friedhofsmauer zu finden sind, liegen sie in Hagensdorf-Luising an
prominentester Stelle beim Friedhofskreuz.
Zauberzeichen gegen böse Geister
Außerdem wurden in so machen Gräbern Zauberzeichen angebracht, die die Toten vor
bösen Geistern und Hexen schützen sollen.
Radweg: Durch die Ortschaft führt der Radweg
B 61 - Wildparkradweg.


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Bezirk Güssing:1.Bildein,
2.Bocksdorf, 3.Burgauberg,
Deutsch Bieling,
Deutsch
Ehrensdorf, Deutsch Tschantschendorf, 4.Eberau,
Eisenhüttl, Gaas,
Gamischdorf,
5.Gerersdorf, Glasing, 6.Großmürbisch, 7.Güssing, 8.Güttenbach, 9.Hackerberg,
Hagensdorf,
Hasendorf, 10.Heiligenbrunn, 11.Heugraben,
Heutal, 12.Inzenhof, 13.Kleinmürbisch,
Kroatisch
Ehrensdorf, Kroatisch Tschantschendorf,
Krottendorf, 14.Kukmirn,
Kulm, Langzeil,
Limbach, Ludwigshof, Luising, 15.Moschendorf, 16.Neuberg,
Neudauberg, Neusiedl, 17.Neustift bei
Güssing, 18.Olbendorf, 19.Ollersdorf,
Punitz, 20.Rauchwart,
Rehgraben, Reinersdorf,
21.Rohr,
Rosenberg, 22.St. Michael,
St. Nikolaus, Schallendorf, 23.Stegersbach,
Steinfurt,
Steingraben, 24.Stinatz, 25.Strem,
Sulz, Sumetendorf, 26.Tobaj, 27.Tschanigraben,
Tudersdorf,
Urbersdorf, Ungarisch-Bieling
(Dorf existiert nicht mehr), Winten, 28.Wörterberg. |