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Luising (Postleitzahl 7522):
Der Ort Luising (ungarisch Lovászod) gehört zur Gemeinde
Heiligenbrunn. Er bildet eine Katastralgemeinde und liegt im Bezirk Güssing im
südlichen Burgenland (Österreich) an der ungarischen Grenze. Der ungarische Name lautet Lovászod (Lovászad). Luising
gehört seit 10. Jänner 1923 zum Burgenland und ist
damit die jüngste Gemeinde des Burgenlandes. Im Jahr 2001 hatte der Ort 135
Einwohner. Hier
verlässt der Strembach das österreichische
Staatsgebiet. Österreichweit bekannt wurde der Ort durch den Grafen Alfons
Mensdorff-Pouilly und seiner Frau Maria Rauch-Kallat.
Über einen Naturschatz der ganz besonderen Art können sich die beiden Sprengel
Luising und Hagensdorf in der Gemeinde
Heiligenbrunn freuen. Auf den insgesamt etwa
fünfzig Hektar Wiesen (in der Nähe des
Strembaches), die vom Land unter strengsten Naturschutz gestellt
wurden, gedeiht eine umfangreiche Population der ansonsten europaweit vom
Aussterben bedrohten Schachblume. Sogar ein Weg (Foto siehe unten) wurde dieser
Blume gewidmet. Der hemmungslose Einsatz von Spritzmitteln in
landwirtschaftlichen Monokulturen (Stichwort Maisanbau) führte mancherorts
bereits zum vollständigen Verschwinden der anmutigen Lilienart. Dank des
Reservats in Luising dürfte die Erhaltung der Art allerdings gesichert sein.
Geschichte: Der Ort gehörte seit dem Mittelalter wie
das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Während
Heiligenbrunn schon ab 1921 zum neu gegründeten österreichischen Bundesland
Burgenland kam, wurde die Katastralgemeinde Luising erst am 10. Jänner 1923
durch eine Alliierte Grenzkommission der Republik Österreich zugeordnet und
anschließend durch österreichische Truppen besetzt.
80 Jahre Luising bei Österreich (aus 2001): Als das Burgenland 1921 zu
Österreich kam, blieb das kleine Dorf Luising bei
Ungarn. Das war für die
Bewohner besonders bitter, weil die für die Luisinger zuständige Kirche, die
Schule und der Friedhof in Hagensdorf, also nunmehr im Ausland, lagen, da
Hagensdorf zu Österreich gekommen war.
Hagensdorf und Luising, das war ein
gewachsener, schwer zu trennender Lebensraum.
Der mutige Pfarrer Josef Mischinger (Pfarrer in
Hagensdorf und Luising von
1917-77, also 60 Jahre lang) scharte ein paar mutige Bauern um sich und begann
für den Anschluss an Österreich zu agitieren. Zuerst wandten sie sich an die
Bezirks- und Landesbehörden. Als das nichts half, machten sich Rudolf Wiener,
der mir diese Geschichte erzählt hat, und sein Freund Thomas Pail, der später
nach Amerika auswanderte, auf den Weg nach Ödenburg, wo sie von der
Interalliierten Grenzkommission empfangen wurden.
Als die Magyaren dies erfuhren, versuchten sie zunächst mit Versprechungen, dann
mit Drohungen diese Intervention zu unterbinden. So kam eines Tages der
zuständige Notär Szombathelyl aus Pinkamindszent (dt.: Allerheiligen) nach Luising, ließ den Ort von
30 Gendarmen umstellen und wollte die Bauern zwingen, ihre Unterschrift auf ein
vorbereitetes Papier zu setzen, das den Verbleib des Dorfes bei Ungarn forderte.
Nur einer ließ sich einschüchtern und unterschrieb. Als die Repressalien
zunahmen, musste ein Teil der Männer nach Österreich flüchten. Dann änderten die
Ungarn wieder ihre Methode:
In der Nacht vom 18. zum 19. Juli 1922 überfiel eine Einheit ungarischer
Freischärler, die sich in der Nähe der Mühle von Ungarisch Bieling gesammelt
hatten, den Ort Hagensdorf, der von 50 österreichischen Gendarmen und
Volkswehrmännern aus Graz verteidigt wurde. Dieser Angriff wurde abgeschlagen.
Den Höhepunkt und zugleich die größte Gefahr brachte der 20. August. Für diesen
Tag war die von den Luisingern erbetene Interalliierte Grenzkommission
angemeldet. Der Notar Szombathelyl verschwieg die Ankunftszeit, die für 10 Uhr
angesetzt war, weil er wusste, die Luisinger würden wie jeden Sonntag um diese
Zeit in der Sonntagsmesse in Hagensdorf sein. Daher besetzte er mit 50
ungarischen Bauern aus Pinkamindszent (dt.: Allerheiligen) und mitgebrachten ungarischen Fahnen das
Dorf. So sollte der Kommission eine falsche Stimmung und ein von Magyaren
besiedeltes Dorf vorgetäuscht werden. Zum Glück hatten die Alliierten
Verspätung, weil die Straßen so schlecht waren. Als sie um 16 Uhr in Luising
eintrafen waren die Luisinger Bauern wieder zurück und das Dorf zeigte sich
wieder österreichisch gesinnt. Die Alliierten kamen zu der Entscheidung, die die
einzig richtige war: Luising kommt zu Österreich!
Bei aller Freude darüber soll aber nicht vergessen werden, dass an jenem
10.Jänner 1923, als österreichische Truppen in Luising einmarschierten, 10
Gemeinden, die schon bei Österreich gewesen waren, wieder nach Ungarn
zurückfielen: Klein- und Großnahring, Ober- und Unterschilding, Ober- und
Unterradling, Deutsch und Ungarisch Großdorf, Prostrum und Pernau (alle Orte
siehe Webseite
www.best-of-ungarn.com) .
Gedanken zum Friedhof (nachfolgender Text Copyright: ORF Burgenland):
Getrennte ewige Ruhe
"Im Tod sind alle gleich" - von dieser alten Weisheit lässt man sich offenbar in
den südburgenländischen Gemeinden Hagensdorf und Luising nicht beeindrucken: Auf
dem gemeinsamen Friedhof wird genau unterschieden, wo der Verblichene sein Leben
geführt hat.
Hagensdorfer links, Luisinger rechts
Die Gemeindegrenze von Hagensdorf und Luising führt genau durch die Mitte des
Friedhofs: Links des Weges werden die Hagensdorfer begraben, rechts die
Luisinger.
"Salomonischer" Friedhof
Auch die Lage des Friedhofshügels bevorzugt keine Gemeinde: Vom Friedhofshügel
aus sind beide Ortschaften nicht zu sehen. Nach Hagensdorf sind es eineinhalb
Kilometer. Nach Luising ebenso.
Alles mal zwei
Im geteilten Friedhof auf dem gemeinsamen Hügel geht es streng, aber gerecht zu.
Es gibt alles zwei Mal: einen Friedhofsbaum für die Hagensdorfer, einen für die
Luisinger. Einen Wasserhahn für Luising, einen für Hagensdorf. Genauso wird es
mit den Friedhofsbankerln und mit den Gießkannen gehalten.
Machtwort ums Kreuz
Das Friedhofskreuz ist die einzige Ausnahme. Früher gab es zwar zwei Kreuze,
aber das war dem damaligen Bischof von Steinamanger dann doch um eines zu viel
und er sprach ein Machtwort: ein Friedhof, ein Kreuz.
Vom Sterben und Leben am Hügel
Der Friedhofshügel ist künstlich aufgeschüttet und hat eine Geschichte, die eng
mit dem Leben und Sterben in der Region verbunden ist.
Vom Grab zur Burg ...
Ursprünglich war der Friedhofshügel wahrscheinlich ein urgeschichtlicher
Grabhügel, der dann im Mittelalter zu einer Burg mit Kapelle und Wassergraben
ausgebaut wurde, sagt der Archäologe Karl Kaus.
...und von der Burg zum Grab
Aus dieser Burgkapelle wurde dann die erste Pfarrkirche. Rund um die Kirche
entstand wieder ein Friedhof. Die Kirche wurde später aufgegeben - die
Entfernung zu den Ortschaften war zu unbequem. Der Friedhof aber blieb.
Ungewöhnliche Details
Aber auch sonst hat der gemeinsame geteilte Friedhof einige Besonderheiten
aufzuweisen: Während auf anderen Friedhöfen Kindergräber meist versteckt oder
bei der Friedhofsmauer zu finden sind, liegen sie in Hagensdorf-Luising an
prominentester Stelle beim Friedhofskreuz.
Zauberzeichen gegen böse Geister
Außerdem wurden in so machen Gräbern Zauberzeichen angebracht, die die Toten vor
bösen Geistern und Hexen schützen sollen.
Radweg: Durch die Ortschaft führt der Radweg
B 61 - Wildparkradweg.
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Bezirk Güssing:1.Bildein,
2.Bocksdorf, 3.Burgauberg,
Deutsch Bieling,
Deutsch
Ehrensdorf, Deutsch Tschantschendorf, 4.Eberau,
Eisenhüttl, Gaas,
Gamischdorf,
5.Gerersdorf, Glasing, 6.Großmürbisch, 7.Güssing, 8.Güttenbach, 9.Hackerberg,
Hagensdorf,
Hasendorf, 10.Heiligenbrunn, 11.Heugraben,
Heutal, 12.Inzenhof, 13.Kleinmürbisch,
Kroatisch
Ehrensdorf, Kroatisch Tschantschendorf,
Krottendorf, 14.Kukmirn,
Kulm, Langzeil,
Limbach, Ludwigshof, Luising, 15.Moschendorf, 16.Neuberg,
Neudauberg, Neusiedl, 17.Neustift bei
Güssing, 18.Olbendorf, 19.Ollersdorf,
Punitz, 20.Rauchwart,
Rehgraben, Reinersdorf,
21.Rohr,
Rosenberg, 22.St. Michael,
St. Nikolaus, Schallendorf, 23.Stegersbach,
Steinfurt,
Steingraben, 24.Stinatz, 25.Strem,
Sulz, Sumetendorf, 26.Tobaj, 27.Tschanigraben,
Tudersdorf,
Urbersdorf, Ungarisch-Bieling
(Dorf existiert nicht mehr), Winten, 28.Wörterberg. |