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Kroatisch Tschantschendorf (Postleitzahl 7535):
Westlich von Deutsch
Tschantschendorf liegt am rechten Ufer des oberen
Strembaches am Fuß einer
Hügelkette Kroatisch Tschantschendorf. Um 1500 scheint der Ort noch nicht
bestanden zu haben, ebenso wie der Nachbarort Tudersdorf. Der Hotter beider
Siedlungen dürfte ein Bestandteil des Deutsch Tschantschendorfer Gebietes
gewesen sein und wird im Laufe der Jahre sich im Besitze der Adeligen Beed,
Radován Tarródy und Tudor befunden haben.
Diese Vermutung bekräftigt die Geschichte von
Deutsch Tschantschendorf, nach der
dieser Ort vor 1600 von den Güssinger Burgherren unabhängig war und klein. Die
Bewohner des Ortes sind wahrscheinlich zu Beginn des 16. Jahrhunderts aus
Kroatien geflüchtet und haben sich in den Dienst des ansässigen Kleinadels
gestellt. Nach eine in Steuerausweis aus 1582 befinden sieh in "Beed Chench und
Radovan Chencb die Inquilini (Söllner) in Curia Nobilitari (auf adeligem
Hofgrund) und sprechen kroatisch. Als Kroaten gehörten sie bis 1788 zur
kroatischen Pfarre St. Nikolaus und wurden von einem kroatischen
Franziskanerpater von Güssing geleitet.
Kroatisch Tschantschendorf hat ein Gebiet im Ausmaß von 1,63 km2 mit 216
Einwohnern und 45 Häusern (1929). Der Sprache nach ist der Ort noch ziemlich
kroatisch, doch sprechen alle Bewohner auch deutsch. Die erste Urkunde über die
Siedlung stammt aus 1582, in der, wie bereits erwähnt, "Beed Chench" als
Kroatisch Tschantschendorf, "Radovan Chench" als das heutige
Tudersdorf
aufgezählt ist. In einem Steuerausweis von 1605 ist der Ort bereits "Horvath
Chench" genannt, in dem der Adelige Franz Francsics nach 2 Häusern 4 Gulden
Steuer gezahlt hatte. In der Güssinger Taufmatrikel vom Jahre 1686-90 kommen
folgende Familiennamen vor: Caszicz, Jelenchich, Radosticz, Fabicz und Fabich,
Gardresich, Georgsicb, Pu stobonach, Jandriz, Mikovics, Staudisch, Martincsics,
Jandrisovich und Ifkovich. Die Gemeinde finden wir auch später im Besitz von
Adeligen.
Die kanonische Visitation aus 1779 berichtet: "Filialis Horvath Csenes habet
fere quot domus, tot Dominos terrestres" (fast so. viele Grundherren als Häuser)
und nach der Visitation von 1812 waren nur mehr Fürst Philipp, Graf Karl
Batthyany und die Familie Saladovits Grundberren. Zur Zeit der Grundablöse um
1860 finden wir als Grundherren Fürst Philipp Batthyany mit 15 gewesenen
Untertanen, Graf Emerich Batthyany mit 6 gewesenen Untertanen und Alexander
Kartsay mit 28 gewesenen Untertanen.
Das Notariat leiteten zunächst die Lehrer von
Deutsch Tschantschendorf bis
ungefähr 1871, 1872 und noch 1886 gehörte der Ort zum Notariat
Gerersdorf, vom
Jahre 1900 an zum Kreissekretariat Tobaj. 1818 hatte im Gemeindegebiet Paul
Jandrisovits um 30 Gulden ein Kreuz aufstellen lassen. Heute (1929) sind hier 4
öffentliche Kreuze und eine Glocke aus 1641, die im ersten Weltkrieg nicht
requiriert werden durfte. Gefallene im genannten Krieg zählte die Gemeinde drei.
Einwohnerzahl: Der Ort zählte 1745 186, 1748 181, 1812 224, 1832 248, 1850 268 Seelen. Heute
(1929) sind es 216. Ungefähr 25 Personen wanderten nach Amerika aus.
Weitere Quellen- und Literaturhinweise: Draskov. A. - Güssing, Fach 3, Nr. 70. Jandrisevit,
Urkunden, VI/90, 198/103, 307-308. Pf. A. - Güssing, BA - Stein. Graupner,
Amerikawanderung, BF. H. 3.

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Bezirk Güssing:1.Bildein,
2.Bocksdorf, 3.Burgauberg,
Deutsch Bieling,
Deutsch
Ehrensdorf, Deutsch Tschantschendorf, 4.Eberau,
Eisenhüttl, Gaas,
Gamischdorf,
5.Gerersdorf, Glasing, 6.Großmürbisch, 7.Güssing, 8.Güttenbach, 9.Hackerberg,
Hagensdorf,
Hasendorf, 10.Heiligenbrunn, 11.Heugraben,
Heutal, 12.Inzenhof, 13.Kleinmürbisch,
Kroatisch
Ehrensdorf, Kroatisch Tschantschendorf,
Krottendorf, 14.Kukmirn,
Kulm, Langzeil,
Limbach, Ludwigshof, Luising, 15.Moschendorf, 16.Neuberg,
Neudauberg, Neusiedl, 17.Neustift bei
Güssing, 18.Olbendorf, 19.Ollersdorf,
Punitz, 20.Rauchwart,
Rehgraben, Reinersdorf,
21.Rohr,
Rosenberg, 22.St. Michael,
St. Nikolaus, Schallendorf, 23.Stegersbach,
Steinfurt,
Steingraben, 24.Stinatz, 25.Strem,
Sulz, Sumetendorf, 26.Tobaj, 27.Tschanigraben,
Tudersdorf,
Urbersdorf, Ungarisch-Bieling
(Dorf existiert nicht mehr), Winten, 28.Wörterberg. |