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Deutsch Kaltenbrunn

Zwischen Lafnitztal und Güssinger Hügelland liegt die Marktgemeinde Deutsch Kaltenbrunn mit den beiden Ortsteilen Deutsch Kaltenbrunn (1208 Einwohner, Stand 1.1.2022), samt Brenntich, Deutsch Kaltenbrunn-Mitterberg, Deutsch Kaltenbrunn-Oberberg, Deutsch Kaltenbrunn-Unterberg, Kleinfedenberg, Kracherberg, Rotenberg, Sagergraben, Sauwieden und Weitzler und Rohrbrunn (544 Einwohner, Stand 1.1.2022), samt Mittererlau, Obererlau, Raber, Rohrbrunn-Berg und Untererlau. Der ungarische Name lautete Némethidegkut. In den Hügelgebieten gibt es einige der größten und schönsten Streuobstwiesen (alte Obstbaumkulturen des Burgenlandes). Deutsch Kaltenbrunn ist auch eine Sportgemeinde. Es gibt Möglichkeiten zum Reiten, Radfahren, Fischen, Laufen, Wandern usw.. Die günstige geographische Lage ermöglicht Ausflüge zu den umliegenden Thermen wie Loipersdorf (15 km), Bad Waltersdorf (15 km), Stegersbach und Blumau (je 10 km). Sehenswert sind die beiden Kirchen von Deutsch Kaltenbrunn. Die 1531 eingeweihte Pfarrkirche zu Ehren des Hl. Nikolaus, stellt eine einfache flach gedeckte Saalkirche dar, die 1862 fertig gestellte evangelische Pfarrkirche ist eine einschiffige, dreijochige Saalkirche mit Polygonalpsis.

Geschichte: Deutsch Kaltenbrunn wird im Jahre 1281 erstmals urkundlich erwähnt. Spuren einer Besiedelung des heutigen Gebietes gehen weit zurück, und es wird angenommen, dass Deutsch Kaltenbrunn schon zur Römerzeit als Siedlungsraum bekannt war. Dies wird durch einen Steinfund aus dem Jahr 1912 untermauert. Als sogenannter Römerstein befand er sich vor dem Haus Nr. 23, wo er in den 50er Jahren beim Bau der Wasserleitung eingegraben wurde. Der Ortsname Deutsch Kaltenbrunn wird, wie folgt, erklärt: Ungarisch -Némethidegkut. Das aus 1427 überlieferte Hüdeyseeg bedeute "die Kälte"; davon Kaltenbrunn. "Nemet" = "Deutsch" und wahrscheinlich - auf die reindeutsche Bevölkerung des Ortes hin - dem Namen Kaltenbrunn beigefügt worden. Von großer Bedeutung für diese Region war es, als die Güssinger Grafen (wissenschaftlich eher Günser Grafen) die Burg Güssing übernahmen. Die in diese Zeit fallenden kriegerischen Auseinandersetzung mit Herzog Albrecht von Österreich (Güssinger Fehde 1289/90) sind in die Geschichte eingegangen. Nach dem Niedergang der Güssinger Grafen fielen Burg und Güter in den Besitz des Königs Sigismund. Dieser übergab sie im Jahre 1391 seinem Feldherrn Ladislaus von Saro ("von Leva") und erhielt im Tausch dafür zwei andere Burgen. In der Urkunde von 1391 werden nun erstmals sämtliche Güter, die zur Burg Güssing gehörten, genannt: Die Stadt Güssing sowie 25 weitere Ortschaften, von denen fünf bereits das Marktrecht besaßen. Es sind dies Rauchwart, Stegersbach, Rudersdorf, Heiligenkreuz und Deutsch Kaltenbrunn. König Sigismund übertrug Peter Cseh von Leva, dem Sohn des Ladislaus, Burg und Herrschaft Güssing mit allen genannten Orten. In den ungarischen Thronkämpfen stand Ladislaus von Leva, der Sohn des Peter Cseh, auf Seiten der Nationalen gegen die Habsburger. Dafür gestattete ihm der Reichsverweser Johann Hunyadi im Jahre 1451 zur Sicherung und Verteidigung der Grenzgebiete, das Münzrecht in Güssing auszuüben.

Feuerwehr Dt. Kaltenbrunn Bergen: Die große Streulage der Gemeinde Dt. Kaltenbrunn machte es notwendig, dass im Jahre 1924 in den "Bergen" eine eigene Feuerwehr gegründet wurde. Die Ortsfeuerwehr Deutsch Kaltenbrunn wurde als 18. Wehr des Burgenlandes am 26. März 1884 gegründet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Brunnen am Hauptplatz: Anläßlich der 700 Jahr-Feier (1281-1981) wurde der Hauptplatz unter Bürgermeister LAbg. Ök. Rat Franz Kurz gebaut und der Brunnen von der Raiffeisenkassa gewidmet.
Evangelische Pfarrkirche A. B.: (ObjektID: 11444), seit 15. Oktober 2002, seit 1618 Pfarre, später Filiale von Kukmirn, seit 1862 wieder Pfarre, historistischer Bau von 1861, einschiffige Saalkirche mit schlankem der Westfassade aufgesetztem Turm.
Friedhofskapelle: erbaut im Jahre 1883
Friedhofskreuz: Das Friedhofskreuz befindet sich am Friedhof, unmittelbar neben der Friedhofskapelle.
Gedenkstätte Pfarrer Medics: Die Gedenkstätte für Pfarrer Medics befindet sich vor der Kath. Pfarrkirche Hl. Nikolaus in Deutsch Kaltenbrunn.
Jirgl-Brunnen: Der Jirgl-Brunnen befindet sich auf der Oberen Marktstraße 28, gegenüber der röm. kath. Kirche. Der Brunnen war bis zur Errichtung der Ortswasserleitung im Jahre 1958 jahrhundertelang die Wasserversorgungsquelle des Grätzls um die katholische Kirche.
Kapelle im Ort: Die Kapelle im Jahre 1868 erbaut.
Kath. Pfarrkirche Hl. Nikolaus: (ObjektID: 11442), seit 15. Oktober 2002, um 1900 im neoromanischen Stil erbaut, möglicherweise Einbeziehung von älteren Bauteilen (es ist die Weihe einer Kirche 1531 überliefert und die Pfarre bestand schon im Mittelalter), einfache flachgedeckte Saalkirche mit westlichem Fassadenturm. 2019 wurde der Altarraum (Steinplatten erneuert, alte Holzböden entfernt, neue Wandanstriche) sowie die Bilder der vier Evangelisten saniert. Der Anlass dazu war, wie bei anderen Kirchen im Bezirk Jennersdorf auch, die bischöfliche Visitation im Jahr 2020.
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal besteht aus einer Wandtafel auf der Außenseite der Friedhofseinfriedung. Die Inschrift lautet: Wo wir auch ruhen wir ruhen in der Heimat da wir unser Leben für die Heimat gaben"
Meislerbrunnen: Der Meislerbrunnen ist Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden und ist ca. 6 Meter tief. Er versorgte früher 5 Häuser mit Trink- und Nutzwasser. Ursprünglich war der Meislerbrunnen ein offener Schöpfbrunnen. Bei der Sanierung wurde er in einem Leitbrunnen umgewandelt. Der Brunnenwanderweg in Deutsch Kaltenbrunn verbindet mehr als ein halbes Dutzend alter, stillgelegter Brunnen im Dorf und in den Bergen, die stilgerecht restauriert wurden und damit erhalten geblieben sind. Ca. 3 Stunden dauert eine gemütliche Brunnen-Rundtour. Einmal im Jahr lädt der Fremdenverkehrsverein zu einer öffentlichen Wanderung ein.
Presshaus: Im Jahr 1950 stellte die Marktgemeinde Deutsch Kaltenbrunn den Bauplatz und gebrauchte Mauerziegel zum Bau des Presshauses zur Verfügung. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau durch die Obstverwertungsgesellschaft D.-Kaltenbrunn begonnen. 2012 adaptierte die Jagdgesellschaft D.-Kaltenbrunn das alte leerstehende Presshaus zur Wildsammelstelle.
Wegkreuz: an der Straße nach Rohrbrunn, erbaut im Jahre 1860
Wegkreuz Bergstraße: Das Kreuz an der Bergstraße wurde 1999 errichtet.

Persönlichkeiten:
Eduard Ehrenhöfler (* 1936), Politiker (ÖVP) und Tischlermeister
Franz Kurz (1920-2003), von 1979 bis 1982 Bürgermeister von Deutsch Kaltenbrunn
Thomas Wagner (* 1976), Fußballspieler (SV Mattersburg)
Kurt Zach (* 1942), von 1982 bis 1990 Bürgermeister von Deutsch Kaltenbrunn

Gewässer: Im Gemeindegebiet befinden sich die Lafnitz und der Lahnbach. Am Kracherberg in Deutsch-Kaltenbrunn entspringt der Kracherberger Bach. Weitere Bäche sind der Bach von Deutsch Kaltenbrunn. Am Weichenberg zwischen Deutsch-Kaltenbrunn und Rudersdorf entspringt der Weichenberger Bach. Am Fedenberg in Deutsch-Kaltenbrunn entspringt der Fedenberger Bach.



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Günter Nikles
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