20. Brigittenau
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Das Wappen der Brigittenau besteht aus zwei Teilen. Der obere Wappenteil stellt das Wappen der früheren, selbständigen Gemeinde Brigittenau dar, wobei der aufrechte, silberne Anker auf blauem Grund die Schifffahrt auf der Donau und dem Donaukanal symbolisiert. Darunter ist das Symbol für die frühere Gemeinde Zwischenbrücken abgebildet. Es zeigt eine rote Zunge auf silbernem Hintergrund, umgeben von einem goldenen Heiligenschein, der mit fünf fünfstrahligen goldenen Sternen besetzt ist. Das Wappen symbolisiert dabei den Heiligen Johannes Nepomuk, den Patron der Brücken und steht für das ursprünglich zwischen der Donau und dem Kaiserwasser gelegene Gebiet |
Die Brigittenau ist der 20. Wiener Gemeindebezirk. Sie
entstand zu einem guten Teil auf durch die Wiener Donauregulierung gewonnenem
Neuland, wovon die Namen der wichtigsten Durchzugsstraßen, die größtenteils
nach Mitgliedern der Donauregulierungskommission benannt sind, Zeugnis ablegen.
Sie verfügt über kein markantes historisches Zentrum und wurde 1900 von der
Leopoldstadt abgetrennt. Die Benennung erfolgte in Anlehnung an die 1645-51
erbaute Brigittakapelle.
Frühere Gebietsteile waren die Schottenau, die Wolfsau, die Taborau und
Zwischenbrücken.
Die Brigittenau gehört zu den wenigen Ortsnamen, wie z. B. die
Innere Stadt (1.
Bezirk), die Leopoldstadt (2. Bezirk), die
Wieden (4. Bezirk), die
Josefstadt
(8. Bezirk), der Alsergrund (9. Bezirk), die im Deutschen mit Artikel benutzt
werden.
Lage: Die Brigittenau liegt auf einer Insel zwischen dem Donaukanal und der Donau im nordöstlichen Zentrum des Wiener Stadtgebietes. Die mittlere Höhe des Bezirksgebietes beträgt 162,4 m ü. A. Das Gebiet wurde ursprünglich Unterer Werd (Werd = Insel) genannt. Durch die Donauregulierung wurde der Charakter des Bezirksgebietes stark verändert. Die Auwaldbestände und Donaualtarme verschwanden nach und nach. Die Brigittenau umfasst eine Fläche von 5,67 km² bzw. 1,4 % der Wiener Stadtfläche. Damit liegt die Brigittenau im unteren Mittelfeld der Wiener Gemeindebezirke. Auf Grund seiner Lage entfallen rund 21 % des Bezirksgebietes auf Gewässer, der zweithöchste Wert in Wien. Während Grünflächen und Bauflächen unterdurchschnittlich repräsentiert sind, gehört der Anteil der Verkehrsflächen zu den höchsten. Im Süden grenzt der 2. Bezirk Leopoldstadt an die Brigittenau.
Geschichte:
Die ersten bekannten Besitzer dieses Gebiets waren im 11. Jahrhundert
die Babenberger. Das Gebiet wurde um 1096 von Leopold III. an das von ihm
gegründete Kloster St. Maria Nivenburg (heutiges Stift Klosterneuburg)
verschenkt. Die Besitzer wechselten damals häufig, weil das Land oft vom Stift
verschenkt, verkauft und verpachtet wurde.
Im 13. Jahrhundert wurde das Gebiet erstmals urkundlich in einer Chronik
erwähnt. Die Wiener bezeichneten das Gebiet als „Werd“ (= Insel). Die ersten
Siedler in diesem Gebiet waren Fischer, Jäger und Holzfäller. Später siedelten
sich auch Gärtner und Wirte an.
1463/64 wurde die Schlagbrücke (heutige
Schwedenbrücke) gebaut, dies war die
erste feste Brücke über den noch unregulierten zentrumsnächsten Donauarm.
Erste Wiener Türkenbelagerung 1529: Es kam es zu schweren Kämpfen auf dem
Gebiet der Donauinseln.
1536 bis 1540 wurden Baugründe an jene Wiener verschenkt, die während der
Türkenbelagerung ihre Häuser verloren hatten.
Dreißigjähriger Krieg 1618-1648: Am 9. April 1645 eroberte das schwedische Heer
unter Lennart Torstenson die Wolfsschanze. Kaiserliche Truppen eroberten das
Gebiet in einer viertägigen Schlacht zurück; so entstand die Brigittasage –
siehe auch Geschichte der Brigittakapelle.
Die erste urkundliche Erwähnung der „Brigittenau“ war 1670, die frühere
Bezeichnungen waren: „Im Werd“, „Schottenau“ und „Wolfsau“.
Zweite Wiener Türkenbelagerung 1683: Die Brigittakapelle wird bei schweren
Kämpfen auf der Wolfsschanze und bei der heutigen Friedensbrücke zerstört.
Es entstand eine neue Durchzugsstraße „Zwischen den Brücken“ und es kam daher
zur Verlegung der Wolfsbrücke Richtung stromabwärts. 1695 wurde die
Brigittakapelle wiederaufgebaut.
1732 errichtete das Hof- und Landjägeramt die Fasanerie. 1796 wurde in der Nähe
der Taborbrücke eine Johann von Nepomuk geweihte Kapelle errichtet.
1810 siedelten sich ersten Handwerksbetriebe, beispielsweise eine
Kunstblecherei, ein Dampfsägewerk und eine Feuerspritzenfabrik, in der
Brigittenau an. 1828 wurde das "Colosseum", eine Vergnügungsstätte, erbaut.
1830 gab es einen verheerenden Eisstoß und eine große Überschwemmung.
1834: Bau des "Universums" (heute Universumstraße), einer weiteren
Veranstaltungsstätte.
1838: Die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, 1837 als erste Dampfeisenbahn des
Kaisertums Österreich (damals inkl. Ungarn) auf der Teilstrecke
Floridsdorf –
Deutsch Wagram eröffnet, überquert nun die Donau zum Nordbahnhof am
Praterstern.
1840 fuhr die erste schienengebundene Pferdebahn entlang der heutigen
Jägerstraße vom Alten Tabor zum "Colosseum".
1846 kam es zur Rodung des verbliebenen Auwaldes und zur Entstehung von
Gärtnereien (Vorgartenstraße) im Norden des Bezirkes.
1848: Hinrichtung Robert Blums im „Brigittawaldl“ durch kaiserliches Militär.
Der deutsche Abgeordnete zur Frankfurter Nationalversammlung war nach Wien
gekommen, um hier die Demokraten gegen die Reaktionäre zu unterstützen.
1850 wurde die Brigittenau mit der ebenfalls zwischen Donau und Donaukanal
gelegenen Leopoldstadt in die Stadt Wien eingemeindet, es entstand der 2.
Wiener Gemeindebezirk.
1862: Neuerliche große Überschwemmung, der letzte Anstoß zur Donauregulierung.
1867: Beginn des Baus der Brigittakirche.
1870 war Baubeginn zur großen Donauregulierung und zum Bau des Nordwestbahnhofs
an der Stelle des ehemaligen "Universums", nahe dem heutigen Tabor. 1871 wurden
die Nordwestbahnbrücke und die Brigittabrücke (heute Friedensbrücke) erbaut,
1873 die Nordbahnbrücke; in diesem Jahr wurde der Bau des Nordwestbahnhofes
beendet.
1874: Einweihung der Brigittakirche und der Kaiser-Franz-Josephs-Brücke über
das neue (seit 1875 wasserführende) Strombett der Donau (heute Floridsdorfer
Brücke).
1875 war das neue Donaubett fertig, es kam zu großen Gebietsgewinnen durch die
Donauregulierung.
1883-1884: Bau der Kaiser-Franz-Joseph-Regierungsjubiläumsbrücke (heute
Heiligenstädter Brücke) über den Donaukanal
1886: Eröffnung der Dampftramway Wien – Stammersdorf. Die Strecke in dieses
heute im 21. Bezirk gelegene Dorf führte durch die Jägerstraße, Strom- und
Marchfeldstraße und über die „Kaiser-Franz-Josephs-Brücke“.
1897 fuhr die erste elektrische Straßenbahn in Wien. Die „Transversallinie“
(heute Linie 5) verband die Wiener Kopfbahnhöfe von Nord-, Nordwest-,
Franz-Josephs- und Westbahn und führte, vom 2. Bezirk kommend, entlang des
Augartens (Rauscherstraße) und der Wallensteinstraße, sodann über die
Brigittabrücke (heutige Friedensbrücke) in den 9. Bezirk.
Bei der Abzweigung des zentrumsnächsten Donauarmes (des Donaukanals) vom
Hauptstrom hatte seit 1873 eine schwimmende Barriere („Sperrschiff“) bei Bedarf
den Wasserzustrom begrenzt. 1894-98 baute Otto Wagner stattdessen das
Nußdorfer
Wehr (Schemerlbrücke) und daneben eine Kammerschleuse für die Schifffahrt.
Am 24. März 1900 kommt es auf Wunsch Brigittenauer Politiker zur Trennung der
Brigittenau von der Leopoldstadt. Die Brigittenau wird vom Gemeinderat zum 20.
Wiener Gemeindebezirk erklärt (dies bleibt bis 1904 die höchste Bezirksnummer).
1906 wird das Amtshaus auf dem Brigittaplatz eröffnet.
1906: Am 7. Juli wird Anton Karas im Haus Leystraße 46 geboren. 1948 wird er
von Regisseur Carol Reed für die Musik zum Film Der dritte Mann engagiert und
mit seinem Harry-Lime-Thema ab 1949 weltweit bekannt.
1907 wird der Betriebsbahnhof (in Wien auch Remise genannt) Wexstraße der
Straßenbahn für die damaligen Linien 3, 34 und V (sprich: vau) in Betrieb
genommen.
1910: Die Dampftramway nach Stammersdorf wird durch die elektrische Straßenbahn
(Linie 31) ersetzt.
1912 ist Baubeginn für den Umbau der Kaiser-Franz-Josephs-Brücke. Die neue
Floridsdorfer Brücke wird erst nach dem Ersten Weltkrieg 1922 eröffnet.
1913: In der Halle des Nordwestbahnhofs wird bei einer Kundgebung der
sozialdemokratische Reichsratsabgeordnete Franz Schuhmeier von Paul Kunschak
(Bruder des christlichsozialen Politikers Leopold Kunschak) ermordet.
1914: Einrichtung der Sascha-Film, die anfangs in der Brigittenau (Treustraße
76) produzierte, durch Alexander Graf Kolowrat-Krakowsky.
Vom privaten Verein zur Begründung und Errichtung eines Spitals im 20. Wiener
Gemeindebezirk wird in der Stromstraße 34 das so genannte Brigitta-Spital
errichtet.
1924: Eröffnung der Gemeinde-Wohnhausanlage „Winarsky-Hof“, an deren Planung ab
1921 bekannte Architekten wie Adolf Loos und
Margarete Schütte-Lihotzky
beteiligt waren.
1924-1926: Ersatz der alten Brigittabrücke über den Donaukanal durch die neue
Friedensbrücke.
1926: Einrichtung des Unfallkrankenhauses in der Webergasse unter der Leitung
von Dr. Lorenz Böhler.
1929: Gewaltiger Eisstoß auf der Donau.
1932: Die 1930 begonnene große Gemeinde-Wohnhausanlage am
Friedrich-Engels-Platz bei der
Floridsdorfer Brücke wird fertig gestellt.
Ab 1938: Terror gegen jüdische Wiener/innen, Vertreibung und Massenmord. Die
Schule Karajangasse wird zum ersten Sammellager.
1938: In der Halle des Nordwestbahnhofs findet die NS-Ausstellung Entartete
Kunst statt.
1943: Bau der Flaktürme im Augarten (im 2. Bezirk, knapp an der Grenze zur
Brigittenau).
16. Juli 1944: Erster amerikanischer Bombenangriff auf Wien richtet schwere
Schäden in der Brigittenau an.
April 1945: Schwere Bombenschäden an Bezirksamt, Brigittakirche, Leyschule und
an vielen anderen Gebäuden, totale Zerstörung der
Allerheiligenkirche.
Sprengung der Floridsdorfer Brücke durch abziehende deutschen Truppen. Die
Brigittenau wird von russischen Truppen besetzt.
1946: Am 19. Mai wird die Floridsdorfer Brücke als Malinowskybrücke wieder
eröffnet (zu Ehren des sowjetischen Marschalls Rodion Jakowlewitsch Malinowski,
des Befehlshabers der 2. Ukrainischen Front, die Wien einnahm). Seit 1956 heißt
die Brücke wieder Floridsdorfer Brücke. Wiederaufbau des
Döblinger Stegs und
der Friedensbrücke.
1952: Abtragung der zerstörten Nordwestbahnhof-Halle.
1962: Neue Wiener Schnellbahn mit Haltestelle Traisengasse auf der
Nordbahnstrecke durch die Brigittenau. (Heute weitere Haltestelle: Handelskai)
1964: Eröffnung der Gürtelbrücke über den Donaukanal.
1965: Eröffnung des neuen Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhauses in der
Donaueschingenstraße.
1977: Eröffnung des neuen Gebäudes der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt.
1978: Eröffnung der neu errichteten Floridsdorfer Brücke neben der baufälligen
alten, die dann abgetragen wird.
1979: Neubau des TGM (Technologisches Gewerbemuseum) in der Wexstraße.
1982: Eröffnung der 7. Wiener Donaubrücke, der
Brigittenauer Brücke, zwischen
Nordbahnbrücke und
Reichsbrücke.
1996: Eröffnung der U-Bahn-Linie U6, vom Gürtel durch die Brigittenau nach
Floridsdorf. Auf Bezirksgebiet die
Stationen Jägerstraße,
Dresdner Straße und
Handelskai.
1999: Eröffnung des Millennium-Towers, des höchsten Gebäudes von Wien.
Text: Wikipedia
Sehenswertes in Brigittenau:
Allerheiligenkirche -
Altkatholische Kirche -
Augarten - Brigittakapelle
-
Brigittakirche -
Brigittenauer Brücke
- Floridsdorfer Brücke
- Freiheitsturm - Kirche Muttergottes im
Augarten - Kirche Zum
Göttlichen Erlöser - Millennium-Towers
- Nussdorfer Wehr -
Sankt Johann Kapistran-Kirche -
Schwedenbrücke (Schlagbrücke)
- Taborbrücke
Sonstige:
Anton-Schmid-Hof -
Backe Bon 20 - Beerhof
- Georg-Schmiedel-Hof -
Gerlhof - Grossmannhof
- Janecek-Hof -
Otto-Haas-Hof - Plocekhof -
Pokornyhof - Robert
Blum-Hof - Szidzinahof -
Wallensteinviertel -
Winarsky-Hof