Leopoldsberg
19. Bezirk
Der Leopoldsberg ist ein 425 m hoher Berg im 19. Wiener
Gemeindebezirk Döbling, der bis 1693 Kahlenberg hieß.
Geographie: Der Leopoldsberg ist ein nordöstlicher
Ausläufer der Alpen, geologisch zur Flyschzone (eine schweizerische Bezeichnung
für Felsmaterial, das zu Bergrutschen und Hangrutschungen neigt) gehörig und
ein beliebter Aussichtsberg im Wienerwald. Er fällt steil zur Donau ab
(„Nase“).
Geschichte: Der Berg wurde erstmals während der
Urnenfelderkultur (um 1300-1200 v. Chr.) besiedelt. Erstmals urkundlich erwähnt
wurde er als de Chalwenberge zwischen 1130 und 1136. Er erhielt seinen Namen
durch den kahlen Felsabhang zur Donau hin, oder durch den aus
Verteidigungsgründen oben kahl gehaltenen Burgberg. Eine Burg bestand hier
schon zur Zeit der Römer, im 12. Jahrhundert ließ Leopold III. auf den Resten
eine Burg gegen die Einfälle der Magyaren erbauen. Leopold selbst starb 1136 in
der Burg.
Früh entstanden auf dem nördlichen Abhang des Kahlenbergs Weingärten, die
erstmals 1304 belegt sind. Die Burg auf dem Kahlenberg wechselte in der Folge
oft den Besitzer. 1253 bis 1258 war sie in Besitz von Přemysl Ottokar II.,
1287/88 verschanzte sich hier Albrecht der I. vor den aufständischen Wienern
und erweiterte sie mehrmals. 1484 wurde sie von Matthias Corvinus erobert, 1498
fiel sie wieder an die Habsburger. 1529 wurde die Burg vor dem Eintreffen der
Türken in Brand gesteckt, die Reste wurden später gesprengt. Kaiser Leopold I.
stiftete gemäß einem Gelübde zur Abwendung der Pest 1679 die Leopoldskapelle
auf dem Berg. 1683 wurde der fertig gestellte Teil aber von den Türken
vernichtet. Nach dem Sieg gegen die Türken ließ Leopold die Kapelle
wiedererrichten und 1693 dem Heiligen Leopold weihen, woraufhin der Berg den
Namen Leopoldsberg erhielt.
Der benachbarte Sauberg wurde darauf in Kahlenberg umbenannt. Unter Joseph II.
wurde die Kirche des Leopoldsberges entweiht und 1798 vom Stift Klosterneuburg
wieder konsekriert. Ein 1718 errichtetes Schloss brannte 1891 ab.
Seit 1935 führt die Wiener Höhenstraße vom Kahlenberg auf den Leopoldsberg,
öffentlich ist er aus Heiligenstadt mit der Linie 38A zu erreichen.
1948 wurde das Heimkehrerdenkmal errichtet, das an das Leid der
Kriegsheimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg erinnert. Es ist mit einer großen
Feuerschale ausgestattet, die früher zum Gedenken an die in
Kriegsgefangenschaft Verstorbenen entzündet wurde und weit ins Land leuchtete.