Kirche St. Leopold im Gersthof
18. Bezirk, Bischof Faber Platz 7
Um 1736 ließ Hofkriegsrat Matthäus Lydl von Schwanau in der
Weinbauernsiedlung Gersthof eine Nepomukkapelle erbauen. Nach dem
Siebenjährigen Krieg war die wirtschaftliche Lage dermassen schlecht, dass es
auch im Gersthof bald nur noch ums Überleben ging, wobei selbst die Erhebung
zur eigenen Pfarre im Jahre 1783 nicht die erhoffte Besserung brachte. Im 19.
Jh. begann die Gemeinde jedoch, mit vereinten Kräften die Pfarre über Wasser zu
halten. Bald wuchs wie in allen anderen Wiener Vororten auch im Gersthof die
Bevölkerung drastisch an, worauf bald die Kapelle viel zu klein geworden war
und das Bedürfnis nach einer Pfarrkirche aufkam. Um 1884 trat Pfarrer Dr. Ignaz
Winkelmayer sein Amt als Pfarrer im Gersthof an und gründete einen
Kirchenbauverein, welcher innert Kürze eine große Summe Geld sammelte und somit
am 11. September 1887 den Bau der neuen Pfarrkirche beginnen konnte. Sie
entstand auf dem ehemaligen Gersthofer Friedhof, wurde dem hl. Leopold geweiht
und konnte am 15. November 1891 vom Feldbischof Dr. C. Belopotoczky feierlich
eingesegnet werden.
Auffallend an der neugotischen Backsteinkirche St. Leopold im Gersthof ist ihre
Ähnlichkeit mit der Kirche St. Leopold im Donaufeld, von der sie auf den ersten
Blick wie eine kleinere Ausführung erscheint. Vor der Kirche liegt ein kleiner
Park mit viel Grün. Spitzformen und Ecktürme dominieren das Erscheinungsbild
der Kirche mit dem mittigen Glockenturm über dem Hauptportal. Das dreischiffige
Kircheninnere ist im Vergleich zu anderen Kirchen aus derselben Zeit sehr
schlicht und ohne besondere Ausstattung, wodurch aber die eleganten Gewölbe und
die fünf bemalten Fenster in der Apsis umso mehr zur Geltung kommen. Rundsäulen
mit achteckigen Kapitellen trennen das Hauptschiff von den Seitenschiffen,
welche je in einer Eckkapelle seitlich der Apsis enden. Ebenso wie draußen im
Park vor der Kirche herrscht drin Ruhe und Behaglichkeit.